4 Folgen

Ich bin Clara Neubert. Und ich denke, wir verstehen unsere Zeit nicht. Wir arbeiten. Wir lassen uns unterhalten. Wir schlafen. Und das fast immer. Ein Gegenvorschlag. In dieser Staffel treffe ich Menschen, die auf der Suche sind: Nach einem anderen Rhythmus. Nach einer anderen Gegenwart. Gemeinsam begegnen wir einem textlichen Fragment. Und bewegen uns gegenwärts, gegen diese Zeit.

Gegenwärts PRÄ|POSITION

    • Philosophie

Ich bin Clara Neubert. Und ich denke, wir verstehen unsere Zeit nicht. Wir arbeiten. Wir lassen uns unterhalten. Wir schlafen. Und das fast immer. Ein Gegenvorschlag. In dieser Staffel treffe ich Menschen, die auf der Suche sind: Nach einem anderen Rhythmus. Nach einer anderen Gegenwart. Gemeinsam begegnen wir einem textlichen Fragment. Und bewegen uns gegenwärts, gegen diese Zeit.

    Milchtränen mit Karen Köhler

    Milchtränen mit Karen Köhler

    Literatur, das kann die Geschichte von den Körpern sein. Nein, Literatur, das muss die Geschichte von den Körpern sein. Die eingeschnitten und abgestoßen, übersehen und versenkt werden. Das weiß Karen Köhler, die an ihrem Roman »Miroloi« eigens erfahren musste, was es heißt, wenn diese Körper weiblich sind. Das sagte auch Hélène Cixous, die lange vor ihr versuchte, diese Körper zu schreiben: »Mit einer Hand schreibe ich gelb, mit einer Hand schreibe ich grün, eine kleine Hand schlüpft unter meine Hand, meine Finger auf ihren Fingern, meine Doppelhand folgt hastig dem Ruf der Welt, meine Hand ritzt sich an den Dornen des Lebens, und ich schreibe blutig, schreibe kaltblütig ohne Angst, ohne Unschuld, [spüre das Geblüt der Juden in der Tiefe meiner Schrift vorüberziehen, wie sie hinter meinem Gedächtnis stillschweigend alte Psalmen singen,] spüre wie Frauen in meiner Schrift schreiben, wie sie niederkommen, Milch geben, sich allein und traurig niederlegen, fröhlich aufstehen, meine Hände gehen bald mit dem Schritt des Feuers voran, bald mit dem Schritt einer weißen Wölfin, meine Hände verkrallen sich, ihr Inneres vergießt Milchtränen.«

    • 57 Min.
    Lieben mit Senthuran Varatharajah

    Lieben mit Senthuran Varatharajah

    Senthuran Varatharajah und Rahel Varnhagen sprechen zueinander und gehen aneinander vorbei. Doch so ist die Liebe, sagt der Berliner Schriftsteller: Sie ist die Bitte nur und die Aussichtslosigkeit angesichts einer Antwort, die so nie kommt. Wir sind einander abwesend und miteinander allein. Varnhagen: »Man ist nie mit einem Menschen zusammen, als wenn man mit ihm allein ist. – Ich gehe noch weiter, – man ist nie eigentlicher, als wenn man ihn in seiner Abwesenheit denkt und sich vorstellt, was man ihm sagen will.«

    • 49 Min.
    Im Paradies mit Anna Gien

    Im Paradies mit Anna Gien

    Das Paradies kann die Hölle sein und die Hölle das Paradies. Anna Gien erzählt mir, warum das auf ihre Wohnung zutrifft und auch auf Menschen. Mit dem Philosophen E. M. Cioran glauben wir, für dieses Thema einen idealen Ansprechpartner gefunden zu haben. Weil er alles andere als ideal ist: »Das Paradies war nicht erträglich, sonst hätte der erste Mensch sich damit abgefunden; diese Welt ist es ebenfalls nicht, da man mit Sehnsucht ans Paradies denkt oder auf ein anderes hofft. Was tun? Wohin gehen? Tun wir einfach nichts und gehen wir nirgendwohin.«

    • 53 Min.
    Flexen mit Joshua Groß

    Flexen mit Joshua Groß

    Die Hoffnung stirbt immer zuerst. »Wir sind andauernd dabei auszuhandeln, was nicht vorangeht. Ich kann dem Sand ansehen, dass er ungeduldig rausgerendert wurde«, schreibt Joshua Groß in Mindstate Malibu und schlägt vor, wir sollten stattdessen »Flexen im High der Nutzlosigkeit«. Ich schlage vor, wir lesen zur Selbsttherapie einen »Windstrich«, eine Notiz Paul Valérys. In Nürnberg sprechen wir über seine Hoffnung aller Hoffnungen – ein letzter Trost?

    • 48 Min.

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