50 Folgen

«52 beste Bücher» widmet sich Woche für Woche einer herausragenden literarischen Neuerscheinung. Die Sendung richtet sich an alle Liebhaberinnen von Literatur und literarischer Debatte und an jene, die neugierig sind auf Begegnungen mit Autoren und Literaturkritikerinnen.

Leitung: Esther Schneider

Redaktion: Franziska Hirsbrunner, Annette König, Michael Luisier, Felix Münger, Rainer Schaper, Britta Spichiger, Luzia Stettler, Nicola Steiner, Susanne Sturzenegger, Julian Schütt

Redaktionsassistenz: Anna von Tobel, Kira Capraro

Kontakt: literatur@srf.ch

 

 

52 beste Bücher Schweizer Radio und Fernsehen

    • Kunst
    • 4.6 • 39 Bewertungen

«52 beste Bücher» widmet sich Woche für Woche einer herausragenden literarischen Neuerscheinung. Die Sendung richtet sich an alle Liebhaberinnen von Literatur und literarischer Debatte und an jene, die neugierig sind auf Begegnungen mit Autoren und Literaturkritikerinnen.

Leitung: Esther Schneider

Redaktion: Franziska Hirsbrunner, Annette König, Michael Luisier, Felix Münger, Rainer Schaper, Britta Spichiger, Luzia Stettler, Nicola Steiner, Susanne Sturzenegger, Julian Schütt

Redaktionsassistenz: Anna von Tobel, Kira Capraro

Kontakt: literatur@srf.ch

 

 

    «Der Wod» von Silvia Tschui

    «Der Wod» von Silvia Tschui

    Ein Familienroman mit einem Kriegsgott schon im Titel: In «Der Wod» entzaubert Silvia Tschui das Familienglück. Es endet in Missbrauch und anderen Desastern.

    Der Familienstammbaum ist der einzige Ruhepol im Buch. Darauf ist alles schön friedlich geordnet und an seinem richtigen Ort. Sonst aber beherrschen Krieg und Missbrauch die Familie, die Silvia Tschui in ihrem neuen Roman «Der Wod» schildert. Die einzelnen Mitglieder tun einander Schreckliches an, verlieren und verfolgen sich, suchen Ersatzfamilien in einer Freimaurerloge, in der Kirche oder bei den Hells Angels.

    Kaum eine Schweizer Autorin erzählt rasanter als Silvia Tschui in «Der Wod», angetrieben von dem germanischen Kriegsgott, den sie als Titelheld gewählt hat. Wir tauchen tief ins 20. Jahrhundert ein, in die Epoche des Nationalsozialismus und der hektischen Nachkriegsjahre, springen zwischen Deutschland und der Schweiz hin und her. Silvia Tschuis Figuren scheitern oder machen Karriere in der Druckerei- oder Uhrenbranche oder im Geheimdienst. Und als es einmal zu einer Familienfeier in herrschaftlicher Umgebung am Zürichsee kommt, endet sie blutig und mit Herzinfarkt.

    • 41 Min.
    «Levys Testament» von Ulrike Edschmid

    «Levys Testament» von Ulrike Edschmid

    «Levys Testament» ist eine Geschichte aus dem Leben der Autorin, deren Anfang im linksradikalen Milieu der 70er und Schluss in der Preisgabe eines Familiengeheimnisses liegt. Ein Gespräch mit Ulrike Edschmid über London, das Selbstverständnis des Aussenseiters und über Charlie Watts in der U-Bahn.

    Als junge Frau besucht die Ich-Erzählerin ein politisches Filmfestival in London. So entflieht sie dem damaligen Westberlin, wo sie wegen des plötzlichen Untertauchens ihres früheren Lebenspartners (beschrieben im Erfolgsroman «Das Verschwinden des Philip S.») unter polizeilicher Beobachtung steht. In London gerät sie in die militante Hausbesetzerszene im East End und lernt ihren langjährigen Freund und Partner kennen, den sie im Roman immer nur «den Engländer» nennt. Vierzig Jahre später – das Paar geht längst getrennte Wege – klingelt «beim Engländer» das Telefon. Eine ihm bisher unbekannte Cousine seines Vaters meldet sich und führt ihn in ein Familiengeheimnis ein, das ihm seine eigene Herkunft ganz neu und ganz anders erklärt als bisher bekannt.

    Ulrike Edschmid hat jetzt diese Geschichte aufgeschrieben und zu einem gekonnt poetischen Roman gemacht, wie man es von ihren früheren Werken – ebenfalls zu tatsächlich erlebten Begebenheiten – in bester Erinnerung hat. Im Gespräch mit Michael Luisier erzählt die Schriftstellerin von der Entstehungsweise des Textes und dem Verarbeiten von Erlebten zu Literatur, vom «Engländer» und seinem Umgang mit einer ganz anderen und neuen Identität, von gemeinsamen Reisen und einer grossen Theaterkarriere und vom Zusammenleben mit einem leidenschaftlichen Tottenham Hotspur-Fan auch dann, wenn man sich gar nicht für Fussball interessiert.

    Buchhinweis:
    Ulrike Edschmid. Levys Testament. Suhrkamp Verlag, 2021.

    • 43 Min.
    «Tage des Vergessens» von Yvonne Zitzmann

    «Tage des Vergessens» von Yvonne Zitzmann

    Sieben Probanden nehmen in «Tage des Vergessens» an einer Studie teil: sie alle wollen eine Erfahrung in ihrem Kopf löschen. Die Autorin bezieht sich dabei auf Experimente in der DDR. Luzia Stettler spricht mit Yvonne Zitzmann über Menschenversuche und den Wert von Erinnerungen.

    Eine aussereheliche Affäre, die Schuldgefühle eines KZ-Überlebenden, der Verlust der Heimat, das Trauma eines frühen Missbrauchs: In fast jedem Leben gibt es schlimme Erfahrungen, mit denen man sich nicht länger belasten möchte. Wie verheissungsvoll also das Versprechen von Pillen, die im Gedächtnis gezielt gewisse Erinnerungen ausradieren können!

    Im Roman «Tage des Vergessens» begleiten wir sieben ausgewählte Personen, die sich freiwillig für eine Studie zur Verfügung stellen: Eine Woche lang müssen sie täglich – unter Aufsicht von Forschungsleiter Marian Wechsler – eine Pille einnehmen. Doch bereits nach wenigen Tagen läuft das Experiment völlig aus dem Ruder.

    Dieser packende und sprachlich überzeugende Debütroman basiert auf Forschungen, die in der DDR-Zeit von westlichen Pharmakonzernen durchgeführt wurden. Yvonne Zitzmann geht der Frage nach: was ist wissenschaftlich und medizinisch noch verantwortbar? Und ist ein Leben, in dem die Erinnerungen an ganze Jahrzehnte plötzlich fehlen, wirklich noch sinnstiftend?

    Buchhinweis:
    Yvonne Zitzmann. Tage des Vergessens. Müry Salzmann Verlag, 2021.

    • 39 Min.
    «Magdalenas Sünde» von Romana Ganzoni

    «Magdalenas Sünde» von Romana Ganzoni

    Vor den Augen ihrer Verehrer zwickt und quetscht die Verkäuferin Magdalena die Törtchen im Schaufenster der Bäckerei. Ein Sado-Maso-Spiel mit Süssigkeiten? Im Roman «Magdalenas Sünde» der Schweizer Autorin Romana Ganzoni geht es um Begehren, um sexuelle Dominanz und um das Sterben.

    Magdalena hat soeben gierig ihren achten Berliner – das zuckrige, mit Konfitüre gefüllte Gebäck - verschlungen. Magdalena lebt in Zürich. Ihr Name ist symbolbeladen. Wohl nicht zufällig. Magdalena ist eine Ex-Prostituierte. Jetzt arbeitet sie als Verkäuferin in einer Bäckerei und sie steckt in Schwierigkeiten. Sie leider unter der sadomasochistischen Beziehung zu einem älteren und narzisstisch veranlagten Schriftsteller. Zudem liegt ihr Vater im Sterben. Soweit die Ausganglage. Der zweite Roman der Engadiner Autorin Romana Ganzoni ist einerseits eine beklemmende Geschichte über sexuelle Obsessionen, über Scham und Schuld. Andererseits erzählt er von Freundschaft und Fürsorge. Es sind Bilder, Stimmungen und Emotionen, die den Ton in diesem kurzen Roman angeben. Ein Roman, in dem vieles im Ungewissen bleibt, wo die Fantasie die Realität überblendet. Was Romana Ganzoni zu dieser Magdalena-Figur inspiriert hat, erzählt sie in der Sendung «52 Beste Bücher» auf Radio SRF 2 Kultur.

    Buchhinweis:
    Romana Ganzoni. Magdalenas Sünde. Telegramme Verlag, 2021.

    • 49 Min.
    «Vom Aufstehen» von Helga Schubert

    «Vom Aufstehen» von Helga Schubert

    Weltkrieg, deutsche Teilung, Stasi, Wende: In «Vom Aufstehen» macht die 81-jährige Helga Schubert ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte erfahrbar. Die deutsche Autorin erzählt von quälenden Prägungen und seelischen Verletzungen – und zeigt, dass man trotz allem inneren Frieden finden kann.

    Ihr letztes Buch veröffentlichte Helga Schubert vor knapp 20 Jahren. Im vergangenen Jahr gewann sie mit einem autobiografischen Text über die schmerzhafte Beziehung zu ihrer Mutter den Bachmann-Preis.

    Die preisgekrönte Geschichte erzählt von einer Mutter, die von ihrer 1940 geborenen Tochter Dankbarkeit dafür verlangt, dass sie sie nicht abgetrieben hat. Oder dass sie das Kleinkind in den letzten Kriegswochen, als die Rote Armee näher rückte und die Familie floh, nicht einfach dem Feind überliess.

    Der preisgekrönte Text ist die letzte Erzählung im nun erschienenen Erzählband «Vom Aufstehen». Die Autorin tastet sich darin assoziierend und suchend durch ihr Leben, in das sich die Historie der letzten acht Jahrzehnte eingeschrieben hat.

    Dabei macht Helga Schubert auch die Umstände fassbar, die ganz anders waren als heute. Und sie zeigt, dass «in der Welt der Menschen nichts einfach gut oder böse ist».

    Diese Einsicht, das schildert dieses lebenskluge Buch eindringlich, ist der Anfang davon, Frieden zu finden. Mit sich und mit der Welt – selbst dann, wenn grässliche Erinnerungen es als unmöglich erscheinen lassen.

    Buchhinweis:
    Helga Schubert. Vom Aufstehen. Ein Leben in Geschichten. dtv, 2021.

    • 42 Min.
    «Über Menschen» von Juli Zeh

    «Über Menschen» von Juli Zeh

    Im Roman «Über Menschen» hält Juli Zeh als erste deutsche Literatin der coronageplagten Gesellschaft den Spiegel vor: Sie zeigt, wie unterschiedlich Leute auf Ausnahmesituationen reagieren. Luzia Stettler spricht mit Juli Zeh über militante Klimaschützer und naive Stadtflüchtige.

    Robert hat in Greta Thunberg eine Ikone gefunden: der Umwelt-Aktivist wird zunehmend militant. Als dann Corona kommt und die meisten Berufstätigen ins Homeoffice zwingt, hält es Freundin Dora mit diesem selbstgerechten Besserwisser unter einem Dach kaum noch aus. Genervt verlässt sie die gemeinsame Wohnung in Berlin-Kreuzberg und flieht aufs Land.

    In Brandenburg hat sie schon vor dem Lockdown ein verlottertes Anwesen gekauft. Und während sie einerseits ihren Job als Werbetexterin erfüllt und ihre originellen Ideen via Zoom-Konferenzen darlegt, versucht sie andererseits, den verwilderten Garten mit der Hacke zu domestizieren. Aber das Unkraut ist nicht das einzige Übel, mit dem sie da in der Provinz draussen fertig werden muss.

    Mit präziser Beobachtungsgabe und grossem psychologischem Gespür zeigt Juli Zeh, was die Verunsicherung in Pandemie-Zeiten mit Menschen macht. Die Stärke ihres Romans besteht genau darin, dass sie dabei voll der Kraft des Erzählens vertraut und nicht der Versuchung erliegt, eigene Meinungen abzugeben. Im Gegenteil: Ihr Buch macht Mut, Vorurteile loszulassen.

    Buchhinweis:
    Juli Zeh. Über Menschen. Luchterhand Verlag, 2021.

    • 44 Min.

Kundenrezensionen

4.6 von 5
39 Bewertungen

39 Bewertungen

VerenaLuc52* ,

52 beste Bücher

Für mich eine Perle der Literatursendungen überhaupt - unverzichtbar. Kompliment an die Macherinnen!!!

Nina75A ,

toll!!!

Bitte nicht einsparen! wichtige spannende sendung! ich verpasse keine davon u habe schon wunderbare leseerlebnisse gewonnen! weiter so! mehr davon!

Top‑Podcasts in Kunst

Zuhörer haben auch Folgendes abonniert:

Mehr von Schweizer Radio und Fernsehen