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#53: Noch kompliziert oder schon komplex? - mit Co-Host Jörg Rosenberger Miteinander reden. mit Michael Lorenz | Dialoge und Präsentieren.

    • Karriere

Eine neue Folge aus dem Bereich Führung von meinem Co-Host Jörg Rosenberger.Im Folgenden seine Ankündigung zu dieser Folge:






Immer wieder referiere ich in meinen Seminaren und Vorträgen über den
Unterschied von Kompliziertheit und Komplexität. Zunächst scheint diese
Unterscheidung recht gewollt und akademisch, weil wir in unserer Alltagssprache
ganz sicher sehr häufig diese Begriffe synonym nutzen. Um das Verständnis für
die Dynamiken in Organisationen zu erhöhen, erscheint mir die Unterscheidung
jedoch sehr sinnvoll.

Wenn wir von Kompliziertheit sprechen, dann beschreibt dieser Zustand eine
prinzipielle Durchschaubarkeit. Wenn mir etwas sehr kompliziert erscheint, kann
ich es in aller Regel durch Wissen, das ich mir aneigne, auf ein zugängliches,
triviales Ereignis reduzieren. Beispielhaft erscheint mir etwa ein neues
Smartphone, eine neue Software, ein neues Anwendungsprogramm oder ein
neuer Weg zur Arbeit als kompliziert, in der Regel genügen schon einige
Wiederholungen zur Bewältigung dieser Herausforderung, um sie dann zu
meistern. Hier wird übrigens ein weiteres Merkmal von Kompliziertheit deutlich:
Kompliziertheit ist immer berechenbar, linear-kausal, es erwarten uns keine
Überraschungen, ist sie einmal auf ein verständliches Maß reduziert, wird sie uns
immer einfach erscheinen.

Komplexität hingegen beschreibt einen Zustand der prinzipiellen
Undurchschaubarkeit. Damit ist gemeint, dass uns alles Wissen dieser Welt nicht
hilft, Komplexität zu beherrschen, zu reduzieren oder zu managen. Sie unterliegt
keinerlei Logik.

Als Analogie zur Erklärung von Komplexität dient für mich immer wieder der
Fußballsport. Wir können nicht vorhersehen, ob eine Mannschaft gewinnen oder
verlieren wird, es ist nicht logisch kausal auszurechnen. Frühere Erfahrungen
dienen nur sehr bedingt für die Vorhersehbarkeit der Zukunft.

Betrachten wir nun die aktuelle Situation zahlreicher Unternehmen, dann ist die
Prognose über die zukünftigen Entwicklungen und Herausforderungen ungewiss,
sie wissen nicht was passiert, wissen nicht welche Überraschungen
beispielsweise der digitale Fortschritt für sie bringt. Sie agieren mithin in einem
zunehmend komplexen Umfeld. Dieses Umfeld bedarf anderer Handlungen und
Reaktionen als ein berechenbares, logisch zu ergründendes Umfeld.
Insbesondere sind aus meiner Perspektive als Berater die Themen der Führung
und Zusammenarbeit ebenso im besonderen Fokus wie die Überprüfung
klassischer Managementmethoden (Budgetierung und Planung).

Eine neue Folge aus dem Bereich Führung von meinem Co-Host Jörg Rosenberger.Im Folgenden seine Ankündigung zu dieser Folge:






Immer wieder referiere ich in meinen Seminaren und Vorträgen über den
Unterschied von Kompliziertheit und Komplexität. Zunächst scheint diese
Unterscheidung recht gewollt und akademisch, weil wir in unserer Alltagssprache
ganz sicher sehr häufig diese Begriffe synonym nutzen. Um das Verständnis für
die Dynamiken in Organisationen zu erhöhen, erscheint mir die Unterscheidung
jedoch sehr sinnvoll.

Wenn wir von Kompliziertheit sprechen, dann beschreibt dieser Zustand eine
prinzipielle Durchschaubarkeit. Wenn mir etwas sehr kompliziert erscheint, kann
ich es in aller Regel durch Wissen, das ich mir aneigne, auf ein zugängliches,
triviales Ereignis reduzieren. Beispielhaft erscheint mir etwa ein neues
Smartphone, eine neue Software, ein neues Anwendungsprogramm oder ein
neuer Weg zur Arbeit als kompliziert, in der Regel genügen schon einige
Wiederholungen zur Bewältigung dieser Herausforderung, um sie dann zu
meistern. Hier wird übrigens ein weiteres Merkmal von Kompliziertheit deutlich:
Kompliziertheit ist immer berechenbar, linear-kausal, es erwarten uns keine
Überraschungen, ist sie einmal auf ein verständliches Maß reduziert, wird sie uns
immer einfach erscheinen.

Komplexität hingegen beschreibt einen Zustand der prinzipiellen
Undurchschaubarkeit. Damit ist gemeint, dass uns alles Wissen dieser Welt nicht
hilft, Komplexität zu beherrschen, zu reduzieren oder zu managen. Sie unterliegt
keinerlei Logik.

Als Analogie zur Erklärung von Komplexität dient für mich immer wieder der
Fußballsport. Wir können nicht vorhersehen, ob eine Mannschaft gewinnen oder
verlieren wird, es ist nicht logisch kausal auszurechnen. Frühere Erfahrungen
dienen nur sehr bedingt für die Vorhersehbarkeit der Zukunft.

Betrachten wir nun die aktuelle Situation zahlreicher Unternehmen, dann ist die
Prognose über die zukünftigen Entwicklungen und Herausforderungen ungewiss,
sie wissen nicht was passiert, wissen nicht welche Überraschungen
beispielsweise der digitale Fortschritt für sie bringt. Sie agieren mithin in einem
zunehmend komplexen Umfeld. Dieses Umfeld bedarf anderer Handlungen und
Reaktionen als ein berechenbares, logisch zu ergründendes Umfeld.
Insbesondere sind aus meiner Perspektive als Berater die Themen der Führung
und Zusammenarbeit ebenso im besonderen Fokus wie die Überprüfung
klassischer Managementmethoden (Budgetierung und Planung).

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