Aus der Bauhütte

Antje Hansen & Barbara Rüth

Der Freimaurerinnen-Podcast

  1. 13. MÄRZ

    Weibliche Freimaurerei?

    Was bedeutet es, als Frau in der Freimaurerei aktiv zu sein? Diese Frage, die zunächst sicherlich ehrliches Interesse an unserer freimaurerischen Arbeit bekundet, enthält noch eine weitere Botschaft. Denn sie grenzt "weibliche" Freimaurerei von "männlicher" Freimaurerei ab. Der Blick der Brüder (das „Außen“) bringt uns dazu, uns mit unserer eigenen „Innensicht“ auseinanderzusetzen. In der Märzfolge Aus der Bauhütte, stellen Antje und Barbara sich diesmal die Frage, ob das Geschlecht überhaupt eine Rolle innerhalb der Freimaurerei spielt. Sie untersuchen frei von sozialen Zuschreibungen und Klischees, was Männer- und Frauenlogen verbindet und auch was sie trennt. Das Konzept der Alterität (von lateinisch alter - der Andere) prägt die Philosophie seit der Mitte des 20. Jahrhunderts, als Denker wie Emmanuel Levinas es ins Zentrum der Ethik rückten. Es ist überall dort relevant, wo es um die Anerkennung des Gegenübers als eigenständiges Wesen geht, das nicht auf die eigenen Vorstellungen reduziert werden darf (z. B. in der interkulturellen Kommunikation oder Geschlechterforschung). Man kennt es heute aus Debatten über Diversität und Toleranz, in denen es darum geht, dem „Fremden“ mit Respekt zu begegnen, ohne dessen Andersartigkeit sofort bewerten oder „passend machen“ zu wollen. Das „Andere“ der Frauenlogen ist folglich nicht ein Defizit oder eine Abweichung vom „männlichen Standard“, sondern eine eigenständige Perspektive auf dieselbe Wahrheit. Das Konzept der „Alterität", das die radikale Verschiedenheit des Anderen anerkennt, führt in der Auseinandersetzung erst dazu, dass wir Klarheit über die eigene Identität gewinnen. Ohne das Gegenüber, hier in Form der Brüder, wäre unsere Arbeit einfach „Freimaurerei“. Erst durch die Existenz dieses „Anderen“ wird unsere Arbeit zur „weiblichen“ Freimaurerei. Der Podcast lädt ein, Fragen zu stellen und einen respektvollen Dialog über die Freimaurerei und ihre Werte zu führen.

    31 Min.
  2. 11.12.2025

    Sprache baut die Welt - Wie wir Wirklichkeit erschaffen

    In der Dezemberfolge tauchen Antje und Barbara einmal tief in die vielleicht fundamentalste aller Fragen ein: Wie sehr bestimmt unsere Sprache, was wir überhaupt denken und wahrnehmen können? Ausgehend von verschiedenen philosophischen Theorien untersuchen sie im Dialog, in wieweit Sprache die ordnende Macht der Gedanken sein kann, in wieweit sie ein Instrument der Gedankenformung ist und welchen Einfluss Framing und Priming bereits auf die Wahrnehmung von Wirklichkeit hat. Gerade in sozialen Interaktionen zeigt sich die Macht der Worte deutlich: Je nach Tonfall, Wortwahl und Rhetorik können wir Beziehungen aufbauen, Konflikte lösen oder sogar Manipulation ausüben. Auch in Bereichen wie Werbung und Politik wird Sprache gezielt eingesetzt, um unser Verhalten zu beeinflussen. Sprache ist also nicht nur ein Spiegel unseres Denkens und Fühlens, sondern hat auch eine unmittelbare Auswirkung auf unser Handeln. Durch Sprache können wir andere Menschen motivieren, überzeugen und zu bestimmten Verhaltensweisen anregen. Mit der Sapir-Whorf-Hypothese schlagen die Podcasthosts schließlich eine Brücke zur Neurobiologie, wo sie zeigen, dass Sprachen unser Gehirn physisch verdrahten und unterschiedliche neuronale Pfade aktivieren. Das bedeutet: Wenn wir uns sprachlich verändern, verändern wir unsere Neurologie und damit unser Bewusstsein auf zellulärer Ebene. So kommen wir von der Philosophie zur Neurologie – und zur These: die Kontrolle über die Sprache ist die Kontrolle über das Selbst. Die Wahl unserer Worte ist letztlich die Wahl unserer Realität. Deshalb wähle deine Worte bewusst und weise! Und mit diesem Gedanken befinden wir uns mitten in der Freimaurerei, wie Antje und Barbara erläutern. Wir wünschen allen Hörerinnen und Hörern ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Abschluss des Jahres 2025. Wir hoffen, dass ihr auch 2026 wieder vorbeischaut und gemeinsam mit uns über Freimaurerei nachdenkt.

    27 Min.
  3. 06.11.2025

    Die Deadline des Lebens: Wie Endlichkeit uns antreibt

    Über den Tod reden wir nicht gern. Was ist es, das uns so sprachlos macht? Verdrängen wir? Müssen wir den Tod beiseiteschieben, um uns aufs Leben zu konzentrieren? Oder macht gerade die Auseinandersetzung mit dem Tod unser Hier und Jetzt lebenswerter? Von der Antike bis zur Moderne ist wohl kaum ein Thema in Philosophie und Theologie mehr bearbeitet worden, als die eigene Endlichkeit und die Frage, was von uns bleibt. Von Aristoteles bis Sartre, von Arendt bis Schopenhauer, sie alle haben dazu spannende, bisweilen überraschende Anschauungen geäußert und alle wollen einen Weg aufzeigen, um mit Anfang und Ende in unserem Leben umgehen zu lernen. In der November-Folge des Freimaurerinnen-Podcasts setzen sich Antje und Barbara mit der Frage auseinander, warum es sinnvoll ist, sich mit der eigenen Sterblichkeit zu beschäftigen und in welcher Weise die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit ein fundamentaler Aspekt freimaurerischer Ritualpraxis ist. Dabei untersuchen sie auch die Longevity-Trends, die zwischen dem vernünftiger Wunsch, möglichst lang gesund zu leben und dem Wunsch nach ewiger Jugend und Unsterblichkeit pendeln. Die Endlichkeit, die der Tod unserem Leben vorgibt, ist eine wichtige Richtschnur für unsere Entscheidungen. Wenn ich weiß, dass das Leben endlich ist, bekommt es eine andere Gewichtung. Je früher ich darauf achte, desto zufriedener kann ich am Ende sein. Und letztlich führt die Auseinandersetzung mit dem Tod zu der Frage: Wie will ich eigentlich leben?

    21 Min.
  4. 09.10.2025

    Freimaurerei im Spiegel der Medien

    Wie ist das eigentlich? Kommt Freimaurerei in der Öffentlichkeit überhaupt vor und wenn, wie wird sie in den Medien dargestellt? Nach nun drei Jahren Freimaurerinnen-Podcast wollen Antje und Barbara wissen, ob sich die Sichtbarkeit von Freimaurerei verändert hat und wie und über welche Anlässe heute berichtet wird. Dazu nehmen sie verschiedene Medien, darunter Zeitungen, Fernseh- und Rundfunksender, aber auch Social Media- und YouTube-Beiträge unter die Lupe und analysieren, wie Freimaurerei dargestellt und beurteilt wird. Bereits bei einer Google-Suche zeigen sich je nach Quelle deutliche Unterschiede wie Freimaurerei dargestellt wird. Viele Treffer sind Beiträge einzelner Logen und Großlogen, die informativ sind und meist auf Veranstaltungen hinweisen. Bei YouTube finden sie aber beispielsweise einen bunten Strauß unterschiedlichster Formate und Darstellungsarten, je nachdem welche Zwecke verfolgt werden und wer der Verfasser dieser Beiträge ist. Offensichtlich beschäftigen sich hier sehr unterschiedliche Menschen mit dem Thema Freimaurerei, welche, die erkennbar Freimaurer*innen sind oder offen damit umgehen, dass sie keiner Loge angehören, aber auch Personen, die keine Klarnamen verwenden und deren Aktivitäten möglicherweise ausschließlich monetär begründet sind. Hier den Überblick zu behalten ist nicht leicht. Welchen Eindruck bekommen also Menschen, die sich über Freimaurerei informieren möchten, digital vermittelt? Eine Einschätzung dazu geben Antje und Barbara in ihren Oktober-Folge AUS DER BAUHÜTTE.

    35 Min.
  5. 11.09.2025

    Schreibend denken – die freimaurerische Zeichnung

    In der vierzigsten Folge "Aus der Bauhütte" stellen Antje und Barbara ein Kernstück jeder freimaurerischen Arbeit vor, die Zeichnung. In Anlehnung an die Tradition der Dombauhandwerker bei ihren Treffen Konstruktionszeichnungen auszutauschen und zu besprechen, gehört zu einer freimaurerischen Arbeit ein kurzer Vortrag, in dem eine Schwester einen Auszug ihrer Gedankenwelt vorstellt, der zum Weiterdenken anregt und sich mit Fragen des Lebens und der Freimaurerei beschäftigt. Schreiben trägt zur Ordnung und Analyse von Wissen bei, ist auch heute noch Mittel zur Erkenntnis, ganz in der Nachfolge der von Aristoteles begründeten wissenschaftlichen Methodik. Spätestens seit der Zeit der Aufklärung ist Schreiben auch ein Mittel zur Selbstreflexion und Selbstbildung. Für Frauen war und ist Schreiben darüber hinaus auch immer ein emanzipatorischer Akt und das Schreiben einer freimaurerischen Zeichnung somit eine Möglichkeit, die eigene Stimme zu finden und zu trainieren. In der Kognitionswissenschaft ist Schreiben ein zentrales Denkmuster, da beim Schreiben Gedächtnislandkarten aktiviert, gespeichertes Wissen verknüpft und neue Gedankenwege gebahnt werden. So ist Schreiben ein schöpferischer Akt, der zur persönlichen Weiterentwicklung und Bildung beiträgt. Diese Zeichnungen, in den Logen vorgetragen und durch ergänzende Beiträge der Schwestern bereichert, sind ein Impuls zum Weiterdenken und so entsteht reflexiv ein Wissenszuwachs in der gesamten Gruppe. Die Verschriftlichung und damit die Möglichkeit später auf die Skripte zurückzugreifen, bewahrt die Gedanken der Schwestern und trägt zur Erweiterung des kollektiven Wissen über Freimaurerei bei.

    25 Min.
5
von 5
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Der Freimaurerinnen-Podcast

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