9 Folgen

Genießt Ihr auch gerne die Aussicht, lasst den Blick schweifen und sucht nach neuen Perspektiven? Dann begleitet uns zu Aussichtspunkten mit unseren Interviewpartner*innen. In Staffel 1 diskutierten wir mit Expertinnen und Experten Themen rund um Migration und Arbeitsmarkt. Staffel 2 lässt Menschen zu Wort kommen, die als internationale Fachkraft hier arbeiten oder arbeiten wollen. Sie erzählen ihre Geschichte, ihre Erlebnisse und Erfahrungen und blicken in die Zukunft.

Das IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz ist Teil des bundesweiten Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“.

Aus:sicht IQ Rheinland-Pfalz

    • Wissenschaft
    • 5,0 • 3 Bewertungen

Genießt Ihr auch gerne die Aussicht, lasst den Blick schweifen und sucht nach neuen Perspektiven? Dann begleitet uns zu Aussichtspunkten mit unseren Interviewpartner*innen. In Staffel 1 diskutierten wir mit Expertinnen und Experten Themen rund um Migration und Arbeitsmarkt. Staffel 2 lässt Menschen zu Wort kommen, die als internationale Fachkraft hier arbeiten oder arbeiten wollen. Sie erzählen ihre Geschichte, ihre Erlebnisse und Erfahrungen und blicken in die Zukunft.

Das IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz ist Teil des bundesweiten Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“.

    Hussam Helal - Aus:sicht auf den Mut und die Hoffnung

    Hussam Helal - Aus:sicht auf den Mut und die Hoffnung

    Uns berühren alle gerade die furchtbaren Erfahrungen, die die Menschen im Krieg machen. Ihr Leben ist bedroht und sie müssen sich entscheiden, ob sie gehen, ihre Familie, ihre Heimat verlassen, um Sicherheit, erstmal für sich, dann vielleicht auch für andere zu finden.

    Wie trifft man so eine Entscheidung? Wie geht man diesen schwierigen Weg?

    Hussam Helal ist Apotheker und verließ 2016 aus dem Bürgerkrieg heraus sein Land, seine Liebsten und kam nach Rheinland-Pfalz. Er hat in diesem Wagnis seinen Traum, Dozent in der Pharmazie zu werden, aufgeben müssen. Er hat seine Familie verlassen, in der Hoffnung, den Weg für einen Nachzug vorzubereiten und ein gemeinsames Leben in Frieden zu ermöglichen.

    Wir alle würden es an seiner Stelle wahrscheinlich auch überlegen - und in die Tat umsetzen.

    Es ist beeindruckend und berührend, wie Hussam Helal die vielen schwierigen Schritte mit Kraft und Hoffnung anging und sich dadurch ein neues Leben und ein Zuhause im pfälzischen Freinsheim aufbauen konnte. Heute lebt er dort mit seiner Familie und leitet eine Apotheke im benachbarten Weisenheim am Berg. „Freinsheim ist meine zweite Heimat. Wir drei, mein Sohn, meine Frau und ich, fühlen uns sehr wohl“, erzählt Hussam Helal und erinnert sich daran, wie viel Hilfe er von Anfang an von den Menschen hier erfahren hat.

    In der zweiten Staffel des Podcasts Aus:sicht blicken wir auf beeindruckende Lebenswege und Erfahrungen „internationaler Fachkräfte“. Dahinter verbergen sich Porträts voller Kraft und Menschlichkeit.

    Und wie wir gerade erleben, sind es nicht die Erzählungen „der anderen“, es sind die von uns Menschen und gemeinsam verbinden sie uns.

    Wir sind froh, dass Hussam Helal uns an seiner Geschichte teilhaben lässt! Sie verbreitet Hoffnung, dass viele dieser Wege eine gute Wendung nehmen können.

    Musik: Marius Kolleck

    Shownotes:

    www.iq-rlp.de

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    https://ism-mainz.de/ism-e-v

    https://www.hilfe-freinsheim.de/

    https://www.lak-rlp.de/

    https://www.iq-rlp.de/qualifizierung/akademische-berufe/gesundheitswesen/apotheker-fuer-die-zukunft

    • 29 Min.
    Nadine Förster sieht … internationale Gründerinnen als Motoren für Transformation

    Nadine Förster sieht … internationale Gründerinnen als Motoren für Transformation

    Als Motoren der Transformation erkennt Nadine Förster Frauen mit Migrationsgeschichte, die ein Unternehmen gründen. Sie ist Koordinatorin der IQ Fachstelle Migrantenökonomie, die sich das Ziel setzt, migrationsspezifische Gründungsprozesse in Deutschland voranzubringen. Neben ihrer IQ Tätigkeit ist sie nebenberuflich selbständig als Facilitatorin für Führungskräfte und Teams.

    Im Interview mit Eva Stauf berichtet Nadine Förster vom internationalen Gründungsgeschehen in Deutschland: Es geht zum einen um Hürden, die internationale Gründerinnen zu bewältigen haben sowie um die unglaublichen Potenziale, die sie mitbringen - und die noch viel zu selten erkannt und bekannt sind.

    Dabei könnten Gründerinnen wichtige „role models“ sein, um andere Frauen zu empowern. Hier hat Nadine Förster, zusammen mit Begoña de la Marta vom Verein „Frauenalia - Existenzgründung in Deutschland“ in diesem Jahr ein ganz besonderes Zeichen gesetzt: Sie waren Initiatorinnen des Summits "SIE gründet", der im September 2021 virtuell mit 600 Teilnehmenden und mit Unterstützung von drei Bundesministerien stattfand. Das Ziel, internationalen Gründerinnen eine Bühne zu geben, sie zu vernetzen und sich wechselseitig zu unterstützen, wurde in vielfacher Hinsicht erreicht.

    „Der Summit SIE gründet hat mir ein Mandat erteilt, um am Thema dranzubleiben. Eines meiner ersten Kapitel im Jahr 2022 wird sein, mit neuer Kraft auf die politischen Akteure zuzugehen, um die Barrieren für internationale Gründerinnen weiter abzubauen“, so Nadine Förster.

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    https://www.wir-gruenden-in-deutschland.de/

    https://www.sie-gruendet.de/

    https://www.netzwerk-iq.de/foerderprogramm-iq/fachstellen/fachstelle-migrantenoekonomie

    http://library.fes.de/pdf-files/a-p-b/18504.pdf

    https://www.frauenalia.com/

    https://www.auxxo.de

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    Nadines Souvenir: Das Buch "Wildniß" von Daniela Danz

    Vokabeltraining: Am Ende einer jeweiligen Podcastfolge erklären wir ausgewählte Begriffe. Diesmal: role model, Aufenthaltstitel, Entreprenuership, Intrapreneurship, Curiosity.

    Musik: Marius Kolleck

    Eva Stauf, Susanne Hoffmann, Uli Pingel und Ida Schelenz freuen sich über Feedback an aussicht@iq-rlp.de

    Mainz, im Dezember 2021

    • 1 Std. 3 Min.
    Holger Lenz schaut auf... die Sprachkunst in der Heilkunst

    Holger Lenz schaut auf... die Sprachkunst in der Heilkunst

    Seit Kurzem gibt es in Rheinland-Pfalz die Möglichkeit für internationale Ärzt*innen die medizinische Fachsprachprüfung auch digital abzulegen. Das neue Angebot heißt FaMed Fachsprachenprüfung Medizin und wurde von Wissenschaftler*innen der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) entwickelt. Einer, der das Konzept federführend betreut hat, ist Holger Lenz vom Institut für Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin des LMU Klinikums.

    Im Gespräch mit Eva Stauf vom IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz erzählt er, was der Antrieb für FaMed war: „Es gibt zwar Vorgaben, wie das Anerkennungsverfahren aussehen muss, aber die Umsetzung ist in den Bundesländern unterschiedlich. Für jemanden, der aus dem Ausland kommt, sind fehlende Einheitlichkeit und Übersichtlichkeit problematisch. Das versuchen wir mit unserem Prüfungskonzept anzugehen.“ Die bestandene medizinische Fachsprachprüfung ist nur eine der Voraussetzungen auf dem Weg zur Erlangung der Berufserlaubnis und Approbation. Aber sie ist elementar: „Es geht nicht um die reine Abfrage von Vokabular, sondern darum, so kommunikativ aufzuklären, dass sich der Patient wohl und gut abgeholt fühlt.“ Die Prüfung ist in fünf Teile gegliedert, darunter Anamnese, Patientenübergabe und schriftliche Dokumentation. „Alles wird aufgezeichnet und später vom unabhängigen Expert*innenteam bewertet. Das war uns wichtig, denn dadurch erfolgt die Bewertung der Prüfungsleistungen ohne Verzerrungs- und Sympathieeffekte.“

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    FaMed Fachsprachenprüfung Medizin https://www.famed-test.de/

    Institut für Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin https://www.med.uni-muenchen.de/studium/didaktik/index.html

    LSJV Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz https://lsjv.rlp.de

    Beratungsstelle zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Qualifizierung von internationalen Mediziner*innen im IQ Netzwerk RLP: https://mip.consulting/de/

    Praxisguide Deutsch im Krankenhaus der IQ Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch: Die sprachliche Integration internationaler Ärzt*innen  http://www.deutsch-am-arbeitsplatz.de/fileadmin/user_upload/PDF/Praxisguide_Web.pdf

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    www.iq-rlp.de/aussicht

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    Vokabeltraining: Am Ende einer jeweiligen Podcastfolge erklären wir ausgewählte Begriffe. Diesmal: Compliance / pi pa po/ Osci / Approbation / Ärztemangel

    Musik: Marius Kolleck

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    Wir freuen uns auf Feedback: aussicht@iq-rlp.de

    Eva Stauf, Susanne Hoffmann, Uli Pingel und Ida Schelenz

    Mainz im Juli 2021

    • 1 Std. 8 Min.
    Bonusfolge zum Diversity Tag 2021: Diversity Mythen

    Bonusfolge zum Diversity Tag 2021: Diversity Mythen

    Am 18. Mai 2021 findet der 9. Deutsche Diversity Tag statt. Zu diesem Anlass haben wir uns umgehört bei Kolleginnen und Kollegen, Freund*innen und Bekannten, welche Diversity Mythen sie kennen, aus eigener Erfahrung, aus Erzählungen und Beobachtungen.

    Sie blicken in die Werbewelt, wo Diversity oft dargestellt wird als sei es etwas „Leichtes, Buntes, immer nur Schönes“, ins private Umfeld, wo bei Diversity People „meistens einfach an sehr attraktive Frauen of Color“ gedacht wird und natürlich betrachten sie die Arbeitswelt: Ein besonders gefährlicher Mythos dort ist, dass „Diversity nur in Bezug auf den Gewinn und die wirtschaftlichen Auswirkungen für das Unternehmen gemessen wird“. Eine Kollegin appelliert an die Arbeitgeber, bei Bewerbungen von Zugewanderten genau hinzuschauen, um ihre Lebensläufe und Berufsbiografien kennenzulernen und die Potenziale zu entdecken. Manchmal hilft auch der Perspektivwechsel – weg von dem, was Menschen nicht können, hin zu dem, was sie können und was Betriebe bereichert. Ist es ein Mythos, dass diverse Teams bessere Ergebnisse bringen? „Nein, aber es ist kein Selbstläufer, sondern muss Teil der Unternehmensstrategie werden.“ Und ist man vor Mythen gefeit, wenn man genau in diesem beruflichen Kontext arbeitet? Nein, sagt ein Sprecher und sieht sich selbst stets in der Pflicht zur „Selbstreflexion und Selbstkritik, um ehrlich zu analysieren und im Bedarfsfall Veränderungen vornehmen zu können.“

    Es zeigt: Viele Bilder sind noch zu entlarven, viele Perspektiven sind noch einzunehmen und einige interessante Aushandlungsprozesse haben wir noch vor uns.

    Dabei sind:

    Marc Beer, Prozess- und Bildungsberater, ARBEIT & LEBEN gGmbH

    Doris Hormel, ARBEIT & LEBEN gGmbH, „IQ Service Interkulturalität und Vielfalt in der Arbeitswelt Rheinland-Pfalz“

    Rosy Buch, Liliya Chorna, Johanna Diehl, ism Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V., „IQ Service Gesundheitsberufe Rheinland-Pfalz“

    Regina Vögel, Hochschule Kaiserslautern, „IQ Service MINT-Berufe Rheinland-Pfalz“

    Emma Moumbana aus Biel war am Buchprojekt "I will be different every time" beteiligt, in dem die Künstlerin und Lyrikerin Forke Burke et.al. ein Stück »Black History« in der Schweiz erzählen. www.diebrotsuppe.ch/publikationen/alle-titel/i-will-be-different-every-time

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    Die Charta der Vielfalt ruft jährlich Unternehmen und Institutionen dazu auf, sich mit Aktionen am Deutschen Diversity Tag zu beteiligen und den Vielfaltsgedanken und die Bedeutung von Vielfalt sichtbar zu machen.

    Der Diversity Tag wird im Rahmen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert.

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    www.charta-der-vielfalt.de/aktivitaeten/deutscher-diversity-tag/

    www.charta-der-vielfalt.de

    www.iq-rlp.de/aussicht/

    www.facebook.com/IQNetzwerkRLP/

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    Musik: Marius Kolleck

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    Eva Stauf, Susanne Hoffmann, Uli Pingel und Ida Schelenz

    Mainz im Mai 2021

    • 17 Min.
    Merima Džaferović richtet den Blick auf... Frauen in pädagogischen Berufen

    Merima Džaferović richtet den Blick auf... Frauen in pädagogischen Berufen

    In dieser Podcastfolge stellen wir eine kleine, feine Qualifizierung vor, die sich speziell an Frauen richtet. Sie heißt „Brückenmaßnahme Bildung und Beratung (B3)" für zugewanderte Akademikerinnen der Pädagogik, Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Maßnahme wird gefördert vom Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz in Rheinland-Pfalz und erhielt 2020 den Integrationspreis des Landes Rheinland-Pfalz.

    Im Gespräch mit Eva Stauf berichtet Merima Džaferović, Projektleiterin der am Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz angesiedelten Maßnahme, von der Unterschiedlichkeit der Teilnehmerinnen und ihren sehr guten Qualifikationen. Diese führen im Zusammenwirken mit der Qualifizierung dazu, dass internationale Akademikerinnen ihre Chancen auf eine gute Beschäftigung im Bereich Bildung, Beratung, Soziale Arbeit verbessern können. Im Gespräch macht Džaferović deutlich, welchen Stellenwert die individuelle Begleitung und das Berufscoaching in der Maßnahme haben: „Eine wichtige Aufgabe ist das Empowerment. Wir ermutigen und bestärken die Frauen, einen positiven Blick auf sich selbst zu richten, auf das, was sie können und bereits alles geleistet haben.“ Auch Arbeitgebern rät die Projektleiterin, öfter mal „out of the box“ zu denken, mutig zu sein und wohlwollend berufliche Türen zu öffnen. Das sei zwar anfangs ein Invest in vielerlei Hinsicht, aber häufig lohne er sich. Und zwar für beide Seiten, so ihr Fazit.

    Musik: Marius Kolleck

    Shownotes:

    Merimas Souvenir: eine Postkarte aus Frankfurt, die in ihrem Büro hängt #annersder

    Informationen zur Brückenmaßnahme B3 Bildung und Beratung:

    https://www.zww.uni-mainz.de/projekte/brueckenmassnahme-b3/

    https://www.zww.uni-mainz.de/files/2020/11/Neu-Flyer_Brueckenmassnahme_B3_2020.pdf

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    Kurzbericht IAB Geflüchtete Frauen

    http://doku.iab.de/kurzber/2021/kb2021-08.pdf

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    Landesrechtliche Regelungen zur Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen von Kindheitspädagog*innen und Erzieher*innen

    https://www.netzwerk-iq.de/fileadmin/Redaktion/Downloads/Fachstelle_Beratung_und_Qualifizierung/FSBQ_Rechtsexpertise_fruehpaed._Fachkraefte.pdf

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    Birgit Rommelspacher: Feminismus und kulturelle Dominanz

    https://www.edugroup.at/fileadmin/DAM/eduhi/data_dl/Kopftuchdebatten2_Feb_09_.pdf

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    www.iq-rlp.de/aussicht

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    https://ism-mainz.de/ism-e-v

    Vokabeltraining: Am Ende einer jeweiligen Podcastfolge erklären wir ausgewählte Begriffe. Diesmal: Quer- und Seiteneinstieg ins Lehramt / Kopftuch / Schulfrieden / Individualförderung /

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    • 1 Std. 9 Min.
    Torsten Jäger sieht... Migration als Triebfeder gesellschaftlicher Entwicklung

    Torsten Jäger sieht... Migration als Triebfeder gesellschaftlicher Entwicklung

    Seit 2019 ist Torsten Jäger Geschäftsführer des Initiativausschusses für Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz, der sich für die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung von Menschen mit Migrationsgeschichte einsetzt und politische Akteur*innen der Migrationsarbeit vernetzt.
    Im Gespräch mit Eva Stauf blickt er auf aktuelle Debatten und bewertet sie vor dem Hintergrund der vergangenen Migrationspolitik. Sein Urteil ist ambivalent: Einerseits entwickelt sich Gesellschaft zunehmend vielfältig und heterogen. Andererseits bestehen noch zahlreiche Restriktionen für Menschen mit Migrationsgeschichte auf verschiedenen Ebenen: Geflüchtete müssen meist erstmal ihre Teilhabe verwirklichen können, sie müssen darum kämpfen, überhaupt gewürdigt und respektvoll behandelt zu werden. Und damit jene, die schon länger hier leben oder in Deutschland geboren sind, mit „am Tisch sitzen und mitreden“ (Aladin El-Mafaalani) dürften, müsse auch viel stärker darauf geschaut werden, wie Macht in der Gesellschaft verteilt ist, wer wählen und entscheiden darf: „Erst wenn Normalität von mehreren/allen gestaltet wird, dann gibt es eine Chance Rassismus zu überwinden.“
    Derzeit, so Torsten Jäger, geht aus seiner Sicht viel Energie verloren, negative Entwicklungen abzubremsen statt positive Entwicklung zu gestalten: „Ich wünsche mir, dass man Migration/Einwanderung nicht als etwas begreift, was man nicht verhindern kann, sondern als etwas, das man positiv gestalten kann. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel: Damit die, die kommen, davon einen Benefit haben und unsere Gesellschaft einen Benefit hat. Wir müssen begreifen: Migration ist die Triebfeder, Migration ist die Dynamik der gesellschaftlichen Entwicklung.“
    Musik: Marius Kolleck
    Shownotes:
    Torstens Souvenirs:
    Zwei Artikel aus dem Spiegel aus dem Jahr 1982
    "Ausländer: Das Volk hat es satt" https://www.spiegel.de/politik/auslaender-das-volk-hat-es-satt-a-a4b0c7a4-0002-0001-0000-000014348246
    "Ausländerfeindlichkeit: Exodus erwünscht" https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14348265.html
    www.iq-rlp.de
    www.facebook.com/IQNetzwerkRLP/
    https://ism-mainz.de/ism-e-v
    https://ini-migration.org/
    Buchtipps:
    Naika Foroutan & Jana Hensel: Die Gesellschaft der Anderen (2020).
    Aladin El-Mafaalani: Das Integrationsparadox: Warum gelungene Integration zu mehr Konflikten führt (2018).

    • 48 Min.

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