Im Jahr 2013 bin ich nach Frankfurt gezogen. Ich war eine Joggerin und sonntags stand der lange Lauf an. Ich habe damals über so ein kleines Ding Radio gehört. Wie gesagt - ich war neu in Frankfurt; was hört man da? HR 3. Und dann war es 10 Uhr und es kam plötzlich keine Musik mehr, sondern ein Talk mit Helmuth Karasek. Das ging ja noch gerade so. Eine Woche später gab es wieder einen Talk - diesmal mit - oh Gott - Bärbel Schäfer. Es war gerade so verkraftbar. Eine Woche später erwartete ich wieder einen Talk, aber wieder mit jemand anderem. Nein, wieder war es mit Bärbel Schäfer. Ich verstand, dass dieser Sendeplatz ihr gehört und Helmuth Karasek eine Ausnahme war, weil sie Urlaub hatte.
Nun ja, seitdem höre ich jeden Sonntag den Talk mit Bärbel Schäfer. Mal mehr, mal weniger interessant. Dann hatte ich einen Unfall, konnte nicht mehr joggen und auch das kleine Radiodings gab es nicht mehr. Aber man kann den Sonntagstalk mit Bärbel Schäfer auch als Podcast hören. Und das tue ich nun und es ist aber irgendwie eine Art Hassliebe. Ich höre inzwischen viele andere Podcasts und komme kaum hinterher. Es wäre am besten, wenn ich zum Beispiel den Sonntagstalk kündige, aber ich kann irgendwie nicht. Diese Hassliebe bewirkt aber, dass ich ihn so schnell wie möglich hinter mich bringen will. Dabei kommt es mir zupass, dass es gar kein Sonntagstalk ist. Es ist eine Aufzeichnung, die mir schon am Freitag in meine Podcast-App gepusht wird. Und wie gesagt: Ich will den Podcast so schnell wie möglich hören, damit ich ihn hinter mir habe. Es freut mich also einerseits, dass er schon freitags erscheint, finde es aber verlogen, dass sie ihn Sonntagstalk nennen und am Sonntag von der Konserve im Radio abspielen.