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Aufwändig produzierte Feature, investigative Recherchen und einfühlsame Porträts

hr2 Dokumentation und Reportage hr2

    • Gesellschaft und Kultur
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Aufwändig produzierte Feature, investigative Recherchen und einfühlsame Porträts

    Sklavenfischer - Ausbeutung in Thailands Fischereiwirtschaft

    Sklavenfischer - Ausbeutung in Thailands Fischereiwirtschaft

    Auf vielen thailändischen Fischerbooten schuften Arbeitssklaven - wer aufbegehrt, verschwindet auch schon mal auf hoher See. Schon 2015 drohte Thailand deswegen ein Exportverbot. Der weltgrößte Hersteller von Thunfischkonserven versprach Reformen. Geändert hat sich seitdem wenig.
    Alfred Breier recherchiert vor Ort und stößt auf Angst: Nur an geheimen Orten erzählen Fischer von Zwangsarbeit, Lohnknechtschaft, verschwundenen Kollegen. Polizisten, die gegen korrupte Militärs und Politiker ermitteln, werden ermordet oder flüchten ins Ausland. Staatliche Inspekteure klagen dagegen über „vom Westen aufgezwungene Maßnahmen“, Kapitäne über teure Überwachungstechnik.
    Die USA haben Thailand inzwischen auf ihre Beobachtungsliste für Menschenhandel gesetzt. Aber die Europäische Kommission begrüßt die Regierung als „neuen engagierten Partner im Kampf gegen illegale Fischerei“. - Essen wir noch immer Fisch, der von Arbeitssklaven gefangen wurde?

    Was wir aus der Flutkatastrophe an Ahr und Erft lernen können - Wasser bis zum Hals

    Was wir aus der Flutkatastrophe an Ahr und Erft lernen können - Wasser bis zum Hals

    Die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 zeigte mit ihren vielen Opfern und großen Schäden Mängel im Katastrophen- und Hochwasserschutz. Das Feature beschreibt, wie Länder und Kommunen in Zukunft solch ein Desaster verhindern wollen.
    Die Wissenschaftler sind sich weitgehend einig, dass die Hochwasserkatastrophe an Ahr und Erft vor einem Jahr auch mit dem Klimawandel zusammenhängt.
    Unstrittig ist auch, was gemacht werden muss, um zukünftig besser mit solchen Wassermengen umzugehen: Flüsse müssen renaturiert und mit Überflutungsflächen versehen werden, Städte Konzepte entwickeln, mit denen auch große Wassermassen aufgefangen und gedrosselt wieder abgegeben werden können, Talsperren vor dem Dammbruch geschützt werden.
    Klar ist auch: Der beste Hochwasserschutz ist Klimaschutz.
    Aber die politischen Verantwortlichkeiten in Deutschland sind komplex, die Genehmigungsabläufe lang und zäh. All das macht die Umsetzung von Plänen zum Hochwasser- und Katastrophenschutz schwierig und langwierig. Und manch ein Experte befürchtet, dass bald eine gewisse „Hochwasser-Demenz“ einsetzt.

    Unlöschbare Waldbrände - Die neuen Superfeuer Europas

    Unlöschbare Waldbrände - Die neuen Superfeuer Europas

    Seit rund zehn Jahren kommt es in Europa und anderswo auf der Welt zu Feuern, die sich nicht mehr mit herkömmlichen Methoden löschen lassen: Sie sind unvorhersehbar und sehr heiß, verbreiten sich schnell, bilden ein eigenes Mikroklima mit Feuerwolken und -stürmen. Für die Feuerwehr stellen diese "Superfeuer" oder Brände der "sechsten Generation" eine lebensbedrohliche Gefahr dar. Außerdem machen sie nicht mehr Halt vor Häusern und Infrastruktur und fordern deshalb auch immer wieder Menschenleben.
    Die Diskussion entwickelt sich deshalb weg von der aktiven, hin zur präventiven Waldbrandbekämpfung. Präventiver Feuerschutz bedeutet heute eine andere Gestaltung der Landschaft, weg von leicht entzündlichen, dicht bepflanzten Forst-Monokulturen, hin zu Mosaiklandschaft und Waldweide.
    Und er fordert mehr Nutzung des Agrarlandes. Vor allem da, wo sich der Mensch zurückgezogen hat und die Natur verwildert, wüten die Feuer besonders brutal. Superfeuer stellen uns nicht nur vor große Herausforderungen wenn sie ausbrechen: Wollen wir sie vermeiden, müssen wir unseren Bezug zur Natur neu überdenken. Vordergründig sind Zigarettenstummel oder Funken vom Grill die Auslöser.
    Doch dahinter stehen die großen Themen Klimawandel und Landflucht, mit denen uns heutige Waldbrände konfrontieren.

    Vom dramatischen Sterben der Insekten - Fliegen, flog, geflogen

    Vom dramatischen Sterben der Insekten - Fliegen, flog, geflogen

    Zitronenfalter, Tagpfauenauge oder Kleiner Fuchs kamen früher in Hessen häufig vor. Inzwischen sind auch diese Schmetterlingsarten selten geworden. 27 der ursprünglich etwa 130 Schmetterlingsarten sind hierzulande bereits ausgestorben, die Hälfte der aktuellen Arten ist gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Auch bei Käfern und Wildbienenarten sieht es nicht besser aus - über die Hälfte ihrer Arten stehen in Hessen auf der Roten Liste.
    Der aktuelle Artenrückgang ist der größte seit dem Aussterben der Dinosaurier - weltweit sprechen Wissenschaftler*innen vom "Sechsten Großen Massensterben". Er ist menschengemacht, und er findet auch hier vor unserer Haustüre statt: Die Vielzahl von Insekten, die früher die Wiesen, Felder, und nach längeren Autofahrten auch die Windschutzscheiben bevölkerten, nimmt zurzeit dramatisch ab. Bis zu achtzig Prozent der Masse an Insekten ist in den letzten dreißig Jahren verloren gegangen, warnte der Krefelder Entomologische Verein.
    Viele Naturschützer*innen sehen dabei die Landwirtschaft besonders in der Verantwortung - Monokulturen, Pestizide und Überdüngung zerstören die Lebensgrundlagen der Insekten. Bäuerinnen und Bauern fürchten dagegen um ihre wirtschaftliche Existenz, wenn sie die teuren Insektenschutzmaßnahmen nicht durch die Verkaufspreise für ihre Lebensmittel decken können. Für Rettung der Insekten gibt es keine einfache Lösung, und keine klare Schuldzuweisung.
    Autor Niklas Vogel begibt sich auf die Spuren von Schmetterlingen, Bienen und anderen Insekten, spricht mit Insektenforschern und Imkern, Landwirtinnen und Naturschützern. Er geht den Ursachen des Insektensterbens nach, fragt nach seiner Bedeutung für uns Menschen, und danach, wie wir den Trend vielleicht noch umkehren können.

    Was es im Leben mit dem Glück auf sich hat - Bereit sein, an den Freuden der Welt teilzunehmen

    Was es im Leben mit dem Glück auf sich hat - Bereit sein, an den Freuden der Welt teilzunehmen

    "Alle Menschen wollen glücklich leben", mit diesen Worten beginnt Senecas Traktat über das glückliche Leben. Eine der wenigen Einsichten in die menschliche "Natur", die - so scheint es - fraglos ist. Doch sieht man genauer hin, wirft sie viele Fragen auf. In unseren Tagen mehr denn je. Denn je fieberhafter wir den ständig wachsenden Markt von Glücksangeboten durcheilen, desto stärker erfahren wir, dass dem glücklichen Leben so nicht näher zu kommen ist. Nicht die äußeren Umstände sind für das Glück und die Lebenszufriedenheit ausschlaggebend, entscheidend ist, wie man sich zu sich selbst und zur Welt insgesamt stellt. Wichtig dafür sind Selbstvertrauen, sowie sich und sein Dasein in der Welt freudig akzeptieren und bejahen zu können. "Wer imstande und bereit ist, an den Freuden der Welt teilzunehmen, der ist zu ihnen eingeladen", schreibt der Philosoph Moritz Schlick. Zum Leben aber gehören ebenso Unglück und Unglücklichsein. Auch dazu muss man sich stellen. "Die entscheidende Frage an sich selber ist, kann ich damit einverstanden sein", so der Philosoph Wilhelm Schmid. Dann aber erfährt man, dass "ein Glücklichsein möglich ist, bei dem das Unglücklichsein nicht ausgeschlossen werden muss, sondern mit einbezogen werden kann".

    Jugendwahn - Forever Young - Zwei alte Schachteln auf der Suche nach der ewigen Jugend

    Jugendwahn - Forever Young - Zwei alte Schachteln auf der Suche nach der ewigen Jugend

    Ach ja, die Schönheit. Muss sich ausgerechnet jetzt alles um Selbstoptimierung und Aussehen drehen, wo wir alt werden, unsere Haut knittrig ist, wir auf High-Heels ins Stolpern kommen und das Kleingedruckte nur mehr mit Brille lesen können? Es ist ein Elend, dass die klassischen Werte des Alters heute so wenig gefragt sind: Erfahrung, Weisheit, Geduld. Ältere Männer sind noch angesehen, selbst wenn sich die Haare lichten, ältere Frauen dagegen machen auf blond. Immer noch. Einst versprach der Atemhauch einer Jungfrau, Jahresringe wegzupusten, heute sind es die Anti-Aging Propheten, die dem Alter die Stirn bieten - faltenfrei, versteht sich. Straffer Busen, lange Beine, knackiger Po, das Idealbild der Frau hierzulande - wer da nicht mithalten kann, der schaut wirklich alt aus. Hochglanzmagazine und die sozialen Medien befördern die Sucht nach der äußeren Vollkommenheit: Je jugendlicher und attraktiver, desto erfolgreicher, begehrter, beliebter, suggerieren sie. Und wir Frauen fallen darauf rein, obwohl wir es eigentlich besser wissen müssten. Dass es dank wechselnder Moden manchmal auch Entlastung für uns gibt, soll hier nicht verschwiegen werden: Immerhin zwängen wir uns nicht mehr ins Korsett. Aber ein geruhsamer Lebensabend? Weit gefehlt. Das Altern ist anstrengend. Die Welt hängt voller Spiegel. Die Autorinnen surfen durch die Kulturgeschichte des Alterns zwischen schönem Schein und wahrem Sein.

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