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Aufwändig produzierte Feature, investigative Recherchen und einfühlsame Porträts

hr2 Dokumentation und Reportage hr2

    • Gesellschaft und Kultur
    • 4,6 • 7 Bewertungen

Aufwändig produzierte Feature, investigative Recherchen und einfühlsame Porträts

    Unlöschbare Waldbrände - Die neuen Superfeuer Europas

    Unlöschbare Waldbrände - Die neuen Superfeuer Europas

    Seit rund zehn Jahren kommt es in Europa und anderswo auf der Welt zu Feuern, die sich nicht mehr mit herkömmlichen Methoden löschen lassen: Sie sind unvorhersehbar und sehr heiß, verbreiten sich schnell, bilden ein eigenes Mikroklima mit Feuerwolken und -stürmen. Für die Feuerwehr stellen diese "Superfeuer" oder Brände der "sechsten Generation" eine lebensbedrohliche Gefahr dar. Außerdem machen sie nicht mehr Halt vor Häusern und Infrastruktur und fordern deshalb auch immer wieder Menschenleben.
    Die Diskussion entwickelt sich deshalb weg von der aktiven, hin zur präventiven Waldbrandbekämpfung. Präventiver Feuerschutz bedeutet heute eine andere Gestaltung der Landschaft, weg von leicht entzündlichen, dicht bepflanzten Forst-Monokulturen, hin zu Mosaiklandschaft und Waldweide.
    Und er fordert mehr Nutzung des Agrarlandes. Vor allem da, wo sich der Mensch zurückgezogen hat und die Natur verwildert, wüten die Feuer besonders brutal. Superfeuer stellen uns nicht nur vor große Herausforderungen wenn sie ausbrechen: Wollen wir sie vermeiden, müssen wir unseren Bezug zur Natur neu überdenken. Vordergründig sind Zigarettenstummel oder Funken vom Grill die Auslöser.
    Doch dahinter stehen die großen Themen Klimawandel und Landflucht, mit denen uns heutige Waldbrände konfrontieren.

    Vom dramatischen Sterben der Insekten - Fliegen, flog, geflogen

    Vom dramatischen Sterben der Insekten - Fliegen, flog, geflogen

    Zitronenfalter, Tagpfauenauge oder Kleiner Fuchs kamen früher in Hessen häufig vor. Inzwischen sind auch diese Schmetterlingsarten selten geworden. 27 der ursprünglich etwa 130 Schmetterlingsarten sind hierzulande bereits ausgestorben, die Hälfte der aktuellen Arten ist gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Auch bei Käfern und Wildbienenarten sieht es nicht besser aus - über die Hälfte ihrer Arten stehen in Hessen auf der Roten Liste.
    Der aktuelle Artenrückgang ist der größte seit dem Aussterben der Dinosaurier - weltweit sprechen Wissenschaftler*innen vom "Sechsten Großen Massensterben". Er ist menschengemacht, und er findet auch hier vor unserer Haustüre statt: Die Vielzahl von Insekten, die früher die Wiesen, Felder, und nach längeren Autofahrten auch die Windschutzscheiben bevölkerten, nimmt zurzeit dramatisch ab. Bis zu achtzig Prozent der Masse an Insekten ist in den letzten dreißig Jahren verloren gegangen, warnte der Krefelder Entomologische Verein.
    Viele Naturschützer*innen sehen dabei die Landwirtschaft besonders in der Verantwortung - Monokulturen, Pestizide und Überdüngung zerstören die Lebensgrundlagen der Insekten. Bäuerinnen und Bauern fürchten dagegen um ihre wirtschaftliche Existenz, wenn sie die teuren Insektenschutzmaßnahmen nicht durch die Verkaufspreise für ihre Lebensmittel decken können. Für Rettung der Insekten gibt es keine einfache Lösung, und keine klare Schuldzuweisung.
    Autor Niklas Vogel begibt sich auf die Spuren von Schmetterlingen, Bienen und anderen Insekten, spricht mit Insektenforschern und Imkern, Landwirtinnen und Naturschützern. Er geht den Ursachen des Insektensterbens nach, fragt nach seiner Bedeutung für uns Menschen, und danach, wie wir den Trend vielleicht noch umkehren können.

    Was es im Leben mit dem Glück auf sich hat - Bereit sein, an den Freuden der Welt teilzunehmen

    Was es im Leben mit dem Glück auf sich hat - Bereit sein, an den Freuden der Welt teilzunehmen

    "Alle Menschen wollen glücklich leben", mit diesen Worten beginnt Senecas Traktat über das glückliche Leben. Eine der wenigen Einsichten in die menschliche "Natur", die - so scheint es - fraglos ist. Doch sieht man genauer hin, wirft sie viele Fragen auf. In unseren Tagen mehr denn je. Denn je fieberhafter wir den ständig wachsenden Markt von Glücksangeboten durcheilen, desto stärker erfahren wir, dass dem glücklichen Leben so nicht näher zu kommen ist. Nicht die äußeren Umstände sind für das Glück und die Lebenszufriedenheit ausschlaggebend, entscheidend ist, wie man sich zu sich selbst und zur Welt insgesamt stellt. Wichtig dafür sind Selbstvertrauen, sowie sich und sein Dasein in der Welt freudig akzeptieren und bejahen zu können. "Wer imstande und bereit ist, an den Freuden der Welt teilzunehmen, der ist zu ihnen eingeladen", schreibt der Philosoph Moritz Schlick. Zum Leben aber gehören ebenso Unglück und Unglücklichsein. Auch dazu muss man sich stellen. "Die entscheidende Frage an sich selber ist, kann ich damit einverstanden sein", so der Philosoph Wilhelm Schmid. Dann aber erfährt man, dass "ein Glücklichsein möglich ist, bei dem das Unglücklichsein nicht ausgeschlossen werden muss, sondern mit einbezogen werden kann".

    Jugendwahn - Forever Young - Zwei alte Schachteln auf der Suche nach der ewigen Jugend

    Jugendwahn - Forever Young - Zwei alte Schachteln auf der Suche nach der ewigen Jugend

    Ach ja, die Schönheit. Muss sich ausgerechnet jetzt alles um Selbstoptimierung und Aussehen drehen, wo wir alt werden, unsere Haut knittrig ist, wir auf High-Heels ins Stolpern kommen und das Kleingedruckte nur mehr mit Brille lesen können? Es ist ein Elend, dass die klassischen Werte des Alters heute so wenig gefragt sind: Erfahrung, Weisheit, Geduld. Ältere Männer sind noch angesehen, selbst wenn sich die Haare lichten, ältere Frauen dagegen machen auf blond. Immer noch. Einst versprach der Atemhauch einer Jungfrau, Jahresringe wegzupusten, heute sind es die Anti-Aging Propheten, die dem Alter die Stirn bieten - faltenfrei, versteht sich. Straffer Busen, lange Beine, knackiger Po, das Idealbild der Frau hierzulande - wer da nicht mithalten kann, der schaut wirklich alt aus. Hochglanzmagazine und die sozialen Medien befördern die Sucht nach der äußeren Vollkommenheit: Je jugendlicher und attraktiver, desto erfolgreicher, begehrter, beliebter, suggerieren sie. Und wir Frauen fallen darauf rein, obwohl wir es eigentlich besser wissen müssten. Dass es dank wechselnder Moden manchmal auch Entlastung für uns gibt, soll hier nicht verschwiegen werden: Immerhin zwängen wir uns nicht mehr ins Korsett. Aber ein geruhsamer Lebensabend? Weit gefehlt. Das Altern ist anstrengend. Die Welt hängt voller Spiegel. Die Autorinnen surfen durch die Kulturgeschichte des Alterns zwischen schönem Schein und wahrem Sein.

    Ins Arbeitsleben mit Sehbehinderung - Die denken, ich sitze zu Hause und starre die Wand an

    Ins Arbeitsleben mit Sehbehinderung - Die denken, ich sitze zu Hause und starre die Wand an

    Drei von vier Menschen mit hochgradiger Sehbehinderung oder Blindheit im erwerbsfähigen Alter in Deutschland finden keine Arbeit. Woran liegt das? Wo sehen Experten Handlungsbedarf und welche Rezepte hat die Politik dagegen? Till Kronsfoth begibt sich zusammen mit zwei weiteren Betroffenen auf die Suche nach Antworten.
    Für die ehemaligen Schulfreunde ist es auch eine Reise in die eigene Vergangenheit. Sie sprechen über Diskriminierung bei Vorstellungsgesprächen und Gängelung im Jobcenter, aber auch über den Zusammenhalt unter Betroffenen und die schönen Dinge des Alltags. Denn wenn die akustische Ampel mal nicht piepst oder der Blindenstock sich im Kopfsteinpflaster verhakt, hilft der Erfindungsreichtum. Und Hilfsmittel à la Raumschiff Enterprise sind längst keine Zukunftsmusik mehr.
    Wir wiederholen das Feature anlässlich des bundesweiten Aktionsmonats vom 1. bis zum 30. Juni 2022, mit dem der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband für die Belange sehbehinderter Menschen sensibilisieren möchte .

    „Nach innen geht der geheimnisvolle Weg“: Novalis – Dichter und Denker am Beginn der Moderne

    „Nach innen geht der geheimnisvolle Weg“: Novalis – Dichter und Denker am Beginn der Moderne

    Friedrich von Hardenberg, der sich „Novalis“ nannte, gilt noch immer als geheimnisvolle Dichterpersönlichkeit der Frühromantik. Obwohl er nur 28 Jahre alt wurde, beeinflusste er mit seinem Werk eine ganze Generation von Schriftstellern und Dichtern: eine Jugendbewegung, die mit Philosophie und Wissenschaft und mit einer „progressiven Universalpoesie“ die Welt verbessern wollte. Man begann, Natur als einen komplexen Organismus zu verstehen, mit ganzheitlichem Denken Grenzen zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen aufzuheben, Bildung und das Ich neu zu definieren. Der frühe Tod seiner Verlobten Sophie von Kühn und die eigene Krankheit haben Novalis immer wieder mit der Endlichkeit des Diesseits konfrontiert. Die Bedeutung seiner Erkenntnisse und Einsichten liegt in ihrer oft schonungslosen Authentizität. Noch 250 Jahre nach seinem Geburtstag am 2. Mai 1772 gibt es an Novalis, dieser singulären Erscheinung der Kultur- und Literaturgeschichte, Neues zu entdecken.

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