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Die Medien sind voll mit Berichten, Deutungen und Spekulationen. Ich spreche in diesem Podcast mit außergewöhnlichen Vordenkern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über langfristige Lehren, die wir aus der aktuellen Phase ziehen können: wo muss Führung umdenken, wo brauchen wir neue Prioritäten und mutige Entscheidungen. 

Bedeutet die Corona-Krise auch den Anfang einer neuen Ära - oder geht es danach weiter wie bisher? Viel Spaß beim Zuhören - ich garantiere spannende Perspektivenwechsel und neue Einblicke und die wertvolle Impulse für Ihren Führungsstil geben.

New Leadership Podcast Future of Leadership Initiative

    • Wirtschaft
    • 4.8 • 4 Bewertungen

Die Medien sind voll mit Berichten, Deutungen und Spekulationen. Ich spreche in diesem Podcast mit außergewöhnlichen Vordenkern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über langfristige Lehren, die wir aus der aktuellen Phase ziehen können: wo muss Führung umdenken, wo brauchen wir neue Prioritäten und mutige Entscheidungen. 

Bedeutet die Corona-Krise auch den Anfang einer neuen Ära - oder geht es danach weiter wie bisher? Viel Spaß beim Zuhören - ich garantiere spannende Perspektivenwechsel und neue Einblicke und die wertvolle Impulse für Ihren Führungsstil geben.

    Von München nach Berlin in unter einer Stunde - Gabriele Semino, Projektleiter bei TUM Hyperloop

    Von München nach Berlin in unter einer Stunde - Gabriele Semino, Projektleiter bei TUM Hyperloop

    In der 36. Episode des Future of Leadership Podcasts diskutieren Gabriele Semino, Projektleiter bei TUM Hyperloop und Sebastian Morgner über die potenzielle Zukunft der Mobilität, was Elon Musk damit zu tun hat und wie Hyperloop zur Nachhaltigkeit beiträgt. Er erklärt, mit welcher Technologie man mittellange Strecken in kürzester Zeit zurücklegen kann.

    Hyperloop ist ein Transportkonzept, mit der man zukünftig Menschen auf mittellangen Strecken von A nach B transportieren kann. Dafür werden Kapseln (auch Pods genannt) verwendet, die in einer verschlossenen Röhre eingesetzt werden. Der Vorteil dabei ist, dass man aus den Röhren kontrolliert die Luft herausnehmen kann. Somit gibt es für die Kapseln keinen Luftwiderstand, was hohe Geschwindigkeiten ermöglicht. Mit dieser Methode kann man beispielsweise umweltbelastende Kurzflüge vermeiden. So könnte man unter anderem eine Strecke von München nach Berlin in weniger als einer Stunde zurücklegen. Offiziell gibt es noch keine Strecke, die genutzt wird. Allerdings gibt es Teststrecken, bei denen technische Feinheiten untersucht werden. Mit Gabriele Semino als Projektleiter arbeiten derzeit 70 bis 80 Studierende und Doktoranden/innen an dem TUM Projekt Hyperloop.

    Der Ursprung dieser Idee wurde von Elon Musk entwickelt. Anschließend ist dieses Projekt an der TU München durch eine studentische Initiative entstanden. Zwar haben sich die Teams im Laufe der Zeit verändert, das Grundprinzip ist aber gleichgeblieben. Aus der Initiative heraus hat man sich für eine Teilnahme an dem internationalen Wettbewerb beworben und konnte diesen viermal in Folge gewinnen. Das Erfolgsrezept liegt beim TUM Hyperloop unter anderem in ihrer Organisation. Es gibt allgemeine Teamleiter und zu jedem Bereich der Kapsel gibt es Sub-Teams mit dem jeweiligen Sub-Teamleiter, der die Verantwortung des jeweiligen Bereichs trägt. Gleichzeitig hat man sich oft zum Austausch von Informationen getroffen sowie schnelles Kommunizieren und Lösen von Problemen, was Flexibilität in der Struktur hervorgeholt hat. Das Ansehen der TU München schaffte andererseits auch finanzielle Unterstützung von Sponsoren. Airbus ist hier der größte Sponsor.

    Da der Wettbewerb aktuell nicht mehr stattfindet, fokussiert sich das TUM Hyperloop Projekt auf den Ausbau der Hyperloop-Technologie und damit die Entwicklung des Systems. Hier werden rückblickend die Fehler aus den Wettbewerben analysiert. Man will eigene Prototypen entwickeln und testen sowie eine eigene Röhre zum Testen aufstellen. Gabriele Semino ist optimistisch für die Zukunft mit der Hoffnung auf viele „Hyperloop-Bahnhöfe“ und kürzeren Reisezeiten. Durch schnelle Kommunikation, offene Zusammenarbeit und ein Hauch von Glück erwartet uns in Zukunft spannendes in der Welt der Mobilität.

    • 29 Min.
    Führung mit Geschmack in der Nase

    Führung mit Geschmack in der Nase

    In der 35. Episode des Future of Leadership Podcasts diskutieren Lena Jüngst, Chief Evangelist bei air up, und Sebastian Morgner über die Aufgaben eines Chief Evangelisten, Hintergründe zur Geschäftsidee des Unternehmens und die Strategie während der Corona-Pandemie. Sie erklärt, wie man Geschmack durch die Nase simuliert und wie dies in Zukunft langfristig und nachhaltig die Ernährung ändern kann.

    Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit in einem Projekt im Bereich der Neurowissenschaften hatte Lena Jüngst eine Idee, die ihr bisheriges Leben schlagartig verändern sollte. Mithilfe einer Trinkflasche, die den Geschmack von Wasser mit natürlichen Duftpods aromatisiert, gelang es ihr mit ihrem Unternehmen air up eine neue Ebene des Wassertrinkens zu erreichen. Durch die Erkenntnis, dass ein Großteil des Geschmacks beim Essen oder Trinken durch die Nase wahrgenommen wird, entwickelte sie mit den einzigartigen Trinkflaschen ein physisches Produkt, dessen Basis auf dem wissenschaftlichen Phänomen des „retronasalen Riechens“ beruht. Heute nimmt sie eine Führungsposition als „Chief Evangelist“ bei air up wahr, in der sich ihre Aufgaben in Produktvision, Markenaufbau und Corporate Communication kategorisieren lassen.

    Das Start-Up-Unternehmen wurde erst vor drei Jahren gegründet und hat heute mehr als 100 Beschäftigte. Auf die Frage, wie Lena Jüngst als Mitgründerin in kürzester Zeit große Erfolge feiern konnte, antwortete sie, dass air up von einem großen Gründerteam bestehend aus fünf Personen profitiere. Zwar war es schwieriger Entscheidungen zu treffen, aber man konnte die Aufgaben besser aufteilen, sodass man auch schneller professionell in der eigenen Sache wurde. Da das Thema Finanzen der Gruppe Probleme bereitete und sie erkannten, dass sie schnell Geld benötigten, wandten sie sich an Investoren. Dementsprechend hat das Team Anteile an drei Investorengruppen verkauft, die Expertise in den Bereichen Produktion, Marktanalyse und Unternehmensaufbau haben. Für den weiteren Verlauf wurden vorerst junge und motivierte Leute angestellt, für die die Gehälter keine primäre Bedeutung hatten. Nach und nach wurden Second Level Personen engagiert, die Experten in gewissen Fachgebieten waren.

    Den größten Schritt zum Erfolg sah und sieht Lena Jüngst in der Produktion und dem Markenaufbau. Ersteres erforderte die Entwicklung von Maschinen für die Duftpods. Für den Aufbau der Marke orientierte man sich an einer jungen Zielgruppe. Zusätzlich arbeitete man am eigenen online Auftritt, der durch den eigenen Webshop mehr Ansehen erregt hat. Der Einbruch der Pandemie brachte zwar Ungewissheit innerhalb des Unternehmens hervor, diese hat man jedoch schnell in Griff bekommen. Man hatte schon vorher Strukturen für das Home-Office aufgebaut, die die Umstellung erleichtert haben. Der Wechsel hat nach Aussage von Lena Jüngst sogar mehr Effizienz in das Start-Up hineingebracht. Das firmeneigenes „Wikipedia“ für alle internen Prozesse und Erkenntnisse führte zu mehr Transparentes und zu effizienterem Arbeiten.

    Obwohl das Unternehmen noch so jung ist, beweisen die Gründer ein feines Gefühl in der Führung. Heute ist man viel offener in der Strategie, was den Mitarbeitenden die Möglichkeit verschafft, ihre Expertise in die Firma miteinzubringen. Nichtsdestotrotz besteht aber immer die Ungewissheit was die Zukunft angeht. Dies sieht Lena Jüngst allerdings als kein zu großes Problem, da sie vorher im kreativen Bereich tätig war und Erfahrung damit hat, in einen leeren Raum etwas einzubringen.

    • 56 Min.
    Ist Deutschland sozialistischer als China? Hans van Ess, Präsident der Max Weber Stiftung

    Ist Deutschland sozialistischer als China? Hans van Ess, Präsident der Max Weber Stiftung

    In der 34. Episode des Future of Leadership Podcasts diskutieren Hans van Ess, Präsident der Max Weber Stiftung und Sebastian Morgner über das Erfolgsrezept des chinesischen Wirtschaftsaufschwungs, welche Rolle Europa dabei spielt und welche Aufgaben die Max Weber Stiftung verfolgt. Er erklärt kulturelle und politische Zusammenhänge des Sozialismus und Kapitalismus und offenbart Ähnlichkeiten Chinas mit Deutschland in Hinblick auf die Zukunft.

    Wenn man das heutige China mit dem Entwicklungsstand vor 35 Jahren vergleicht, ist das Land kaum mehr wiederzuerkennen. Hans van Ess erinnert sich an die einfachen Lebensverhältnisse, die er noch als Student in Shanghai vorgefunden hat: Es gab weder Brücken zur Überquerung der Flüsse noch Hochhäuser, die heute als Symbol für Modernisierung gelten. Die rasante Veränderung und Weiterentwicklung verdankt China dem Einsatz einzelner Unternehmen und der Investitionen ausländischer Kapitalgeber. Die Chinesen hatten den investierenden Firmen zugesichert, dass das Land ein Milliardenmarkt sei und sich hier problemlos beträchtliche Gewinne realisieren ließen. Heute stellt China das Rückgrat der deutschen Industrie dar. Mit der Kombination von Auslandskapital, das einige Innovationen in der Staatsindustrie auslöste, und dem “Speckgürtel” chinesischer Unternehmen des Mittelstands konnte man das „Chinesische Wirtschaftswunder“ erreichen.
    Deutschland profitiert von der engen Symbiose zwischen der deutschen und chinesischen Industrie, jedoch kann die Abhängigkeit vom chinesischen Markt für Deutschland gefährlich werden. Das Interesse an der dortigen Industrie ist noch vorhanden, dennoch stehen politische Interessen im Weg. Zudem ist die Position Deutschlands sehr unangenehm, da man zwischen einem Machtverhältnis der USA und China steht.
    Auf die Frage, wie China trotz des kommunistischen Regimes die meisten Milliardäre aufweisen kann, erklärt der Sinologe, dass die Chinesen auf dem Weg in eine kommunistische Gesellschaft eine kapitalistische Phase nach marxistischem Prinzip durchführen. Das Ziel, immer mehr Bürger in den Mittelstand zu bringen, wird nach wie vor verfolgt und es wird nicht als schlimm erachtet, auch Milliardäre in der Bevölkerung zu haben. 1994 wurde dementsprechend der Begriff „sozialistische Marktwirtschaft“ in die chinesische Verfassung aufgenommen. Man ist der Ansicht, dass es dem Wohl des Volkes dient, so lange reich zu werden. In Bezug auf bestimmte Gesetzessituationen in Deutschland würden viele Chinesen diesen als den „besten Sozialismus“ in China betrachten und sehen Deutschland als teilweise sozialistischer als das eigene Land. Das umstrittene Sozialpunktesystem in China entspricht der Logik der Schufa. Mit diesem überprüft man die Kreditwürdigkeit eines Menschen. Das Sozialpunktesystem gilt in China als Referenzrahmen, um beispielsweise Betrug vorzubeugen. Obwohl es eine staatliche Überwachung bedeutet, kommt das System bei der Bevölkerung sehr gut an. Allerdings achtet die chinesische Regierung darauf, international keine Grenze zu Verbotenem zu übertreten.

    • 58 Min.
    Arbeitswandel - Freiheit oder Einschränkung? Dr. Imme Witzel, Director Future of Work Programme - Zentrum Digitalisierung.Bayern

    Arbeitswandel - Freiheit oder Einschränkung? Dr. Imme Witzel, Director Future of Work Programme - Zentrum Digitalisierung.Bayern

    Arbeitswelt 4.0 definiert sich durch starke Veränderungen des Internets, welches globale Vernetzungen in sehr großer Geschwindigkeit, verbunden mit einem starken, strukturellen Wandel, ermöglichte. Dabei werden bestimmte Prozesse digital unterstützt und automatisiert. Maschinen unterstützen und „ersetzen“ Menschen, woraus neue Berufe entstehen. Insgesamt zeichnet sich die Arbeitswelt 4.0 durch einen hohen Grad an Flexibilität aus. Während die Arbeitswelt 3.0 den Beginn von Automatisierung in Produktionsschritten einläutete und Arbeitgeber und -nehmer das erste Mal sozialpartnerschaftlich auf Augenhöhe gegenüberstanden, redet man heute in Asien schon von Arbeitswelt 5.0. Diese sieht das schnelle Lernen, die detailliertere Automatisierung und den Wachstum von künstlicher Intelligenz voraus.

    Weil die Digitalisierung einen erheblichen Einfluss auf unsere Arbeitsentwicklung eingenommen hat, versucht man mit „New Work“ die dazugehörigen Begrifflichkeiten neu zu definieren. Dr. Imme Witzel hinterfragt den Sinn der Arbeit und erklärt diesen anhand Frithjof Bergmanns Erkenntnissen, dass „wir nicht der Arbeit, sondern die Arbeit uns dienen soll“. Grundlage dafür ist die Erkenntnisfreiheit, die man mit dem Bewusstsein, was man in und mit dem Leben machen möchte, erreicht. Gleichzeitig merkt sie die Problematik an, dass Lohnarbeit ein Relikt aus vergangener Zeit ist und dazu beiträgt, Macht auszuüben. Sie treibt die Spaltung der Gesellschaft voran, sollte aber zur „Befreiung“ der Menschen beitragen.

    Dr. Imme Witzels Aufgabenbereich beinhaltet die Sicherung und Übersetzung von aktuellen Forschungsergebnissen in die Praxis. Sie ist Ansprechpartnerin in einem Netzwerk aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, zivilgesellschaftlichen Gruppen und vielen mehr. Dabei sichert sie mittelständischen Unternehmen Unterstützung zu, die einen Experten oder ein anderes Unternehmen zum Austauschen suchen. Beispielsweise werden durch Online-Veranstaltungen Betriebe, die sich durch den Schub der Digitalisierung großen Herausforderungen stellen müssen, geholfen, eine digitale Transformation zu bewältigen.

    Auch Führungskräfte wurden nicht von der rasanten Entwicklung der Arbeitswelt verschont. Im Vergleich zur alten, industriellen Welt sind heute erweiterte Kompetenzen, wie „Digital Leadership“, Autonomieprozesse und Purpose, sehr gefragte Fähigkeiten. Führung sollte laut Dr. Witzel demokratischer und verantwortungsstärker verteilt werden. Der hybride Führungsstil (= eine Mischung aus klassischer und digitaler Führungsart) wird immer mehr verlangt, sodass man als Führungskraft Entscheidungen treffen aber auch gleichzeitig inspirieren können muss.

    Künstliche Intelligenz übernimmt immer mehr Führungsaufgaben, dabei ist es von großer Bedeutung, Räume für Kommunikation zu schaffen und das Menschliche in den Vordergrund zu bringen. Ein Netzwerk, wie es diese im Zentrum Digitalisierung.Bayern gibt, ist eine Möglichkeit, diese Rahmenbedingungen zu schaffen. Für die Zukunft prognostiziert Dr. Imme Witzel den primären Fokus auf den Menschen, der als Gestalter der Digitalisierung nicht mehr der Arbeit dient und Räume für alle schafft.

    • 50 Min.
    Vom blauen zum grünen Planeten - Felix Finkbeiner, Gründer von Plant-for-the-Planet

    Vom blauen zum grünen Planeten - Felix Finkbeiner, Gründer von Plant-for-the-Planet

    In der 32. Episode des Future of Leadership Podcasts erläutert Felix Finkbeiner, Founder von Plant-for-the-Planet den Prozess wie aus einer Idee in einem Schulreferat eine global präsente Organisation wurde. Er geht auf Fragen ein, wie z.B. Menschen davon überzeugt werden, ihren Beitrag zum Aufforsten zu leisten und klärt falsche Informationen aus der Presse anhand des aktuellen Projekts auf der Yucatán-Halbinsel (Mexiko) auf.

    Der damals 9-jährige Felix Finkbeiner befasste sich in einem Schulreferat mit der Klimakrise und forderte seine Mitschüler auf, in jedem Land eine Million Bäume zu pflanzen. Aus dieser Idee heraus wurde die Stiftung Plant-for-the-Planet gegründet. Inspiriert von der Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai, die mit einer Frauengruppe innerhalb von 30 Jahren 30 Millionen Bäume gepflanzt hatte, hat Felix Finkbeiner mit seinen Freunden selbst angefangen, Bäume zu pflanzen. Mithilfe von Lokaljournalisten haben sich immer mehr Schulen an dieser Aktion beteiligt und so gelang es der jungen Gruppe immer bekannter zu werden. Die Organisation verfolgt heute den Zweck, den Kindern und Jugendlichen ein Bewusstsein für die aktuelle Klimakrise zu schaffen. Durch Aufforstungsaktionen will Plant-for-the-Planet Wälder an globalen Orten wiederherstellen, die degradiert oder komplett zerstört wurden. Mit der „Trillion Tree Campaign“ verfolgen sie das Ziel, eine Billion Bäume auf der Welt zu pflanzen.

    Plant-for-the Planet erreichte ihren Erfolg durch die Unterstützung vieler junger Kinder und ihrer Eltern, die aus einem Projekt eine Organisation geschaffen haben. In einem Vortrag, an dem Schokoladenunternehmen beteiligt waren, gab es 2012 die Idee, für jede Tonne Schokolade, die produziert wird, einen Euro für die Baumpflanzung zu spenden. Als die Unternehmen von dieser Idee abgeneigt waren, hat die Organisation die Initiative selbst ergriffen und angefangen, Schokolade zu produzieren. Heute wird die Schokolade in mehr als 20.000 Filialen in Deutschland geliefert und verkauft. Weiteren Anteil am Erfolg hatte die jüngere „Fridays-for-Future“-Bewegung. Sie haben dazu beigetragen, die Menschen auf die Klimakrise aufmerksam zu machen und im Endeffekt mehr Geld für beispielsweise Aufforstung zu spenden.
    Auf die Frage, wie die Organisation aufgebaut ist, erklärte Felix Finkbeiner, dass Plant-for-the-Planet in ihren Akademien Tagesworkshops für Kinder von 10 bis 12 Jahren anbieten. Die Redner dieser Workshops sind selbst Kinder im selben Alter. Sie entwickeln gemeinsam Pläne, die den Eltern dann präsentiert werden. Heute gibt es ca. 1.500 Akademien in 74 verschiedenen Ländern und 90.000 Teilnehmern.

    Durch globale Aufforstung allein wird es schwierig die Klimakrise zu lösen. Felix Finkbeiner ist der Meinung, dass wir diese nur durch drastische Reduzierung der CO2-Emissionen und durch massive Baumbepflanzung meistern können. Das Ziel des derzeitigen Projekts in Mexiko ist es in diesem Land bis 2030 100 Millionen Bäume gepflanzt zu haben. Über die organisationseigene App kann man sich auch an anderen Aufforstungsprojekten beteiligen. Transparenz erzielt das Unternehmen anhand von Satellitenbildern die einen „Vorher-Nachher“-Vergleich zeigen. Außerdem werden alle offenen Fragen auf ihrer Webseite beantwortet.

    Felix Finkbeiner befürwortet die CO2-Steuer, verlangt allerdings auch, dass diese europaweit gültig ist. So kann man mehr Geld für Klimaprojekte investieren. Die Vision der Zukunft sieht der Gründer der Organisation in der Wiederherstellung zerstörter Ökosysteme. Der globale Temperaturanstieg soll nach Wunsch Felix Finkbeiners nicht die 2°C überschreiten. Die derzeit 3 Billionen Bäumen auf der Welt sollen zukünftig auf 4 Billionen ansteigen. Das ist laut einer Studie der ETH Zürich aus 2019 erreichbar, ohne auf landwirtschaftliche Flächen zu verzichten.

    • 52 Min.
    Führung in Extremphasen

    Führung in Extremphasen

    In der 31. Episode des Future of Leadership Podcasts diskutiert Jochen Engert, Founder & CEO bei FlixMobility GmbH (bekannt als FlixBus) mit Sebastian Morgner über die Überwindung der Coronazeit als stark betroffenes Unternehmen und die Durchsetzung der Geschäftsidee gegenüber der Konkurrenz. Er geht auf die Fragen ein, wie die Regierung bei der Gründung behilflich war und wie sich der Trend der Nachhaltigkeit in der Welt der Mobilität durchgesetzt hat.

    FlixBus ist kein Busunternehmen, wie viele das fälschlicherweise dachten. Das Unternehmen ist eine digitale Plattform, in der Menschen auf nachhaltige Mobilität zurückgreifen können. Um diese Geschäftsidee aber auch sorgfältig umsetzen zu können, bedarf es Unmengen an Investitionen. Auf die Frage, wie man es schnell schafft, ein breites, verfügbares und günstiges Angebot für den Kunden zu ermöglichen, beantwortet Jochen Engert mit dem Modell, „nur“ eine Online-Plattform zu betreiben und den Traffic zu akquirieren und auf bestehende Anbieter (Busunternehmen) zu verteilen. Das heißt, dass FlixBus alles macht, außer den Betrieb der Busse, weil diesen die Busunternehmen schon in sehr guter Qualität machen. Der Fokus liegt eher auf die Marke und dessen Produkte, dem Kunden und der Technologie. Während die Busunternehmen die Fahrer, den Bus, die Werkstätten zur Verfügung stellen, konzentriert sich FlixBus auf datengetriebene Entscheidungen, die das Produkt zu Gunsten des Kunden immer verbessern. Das unterscheidet FlixBus zum Wettbewerb.

    Seit dem Beschluss der Regierung 2013, den Fernbusmarkt zu liberalisieren und damit den Start für den Wettbewerb in dieser Branche gegeben zu haben, hat sich bei FlixMobility GmbH vieles getan. Während andere Großunternehmen, wie ADAC oder Deutsche Bahn, diesen Beschluss als Chance für ein weiteres Projekt von vielen sahen, haben Jochen Engert, André Schwämmlein und Daniel Krauss das als Initiative für etwas viel Größeres gesehen. Mit Erfolg. Heute ist FlixBus Europas Marktführer für Mobilität. Das hat sich mit Eintritt der Corona-Pandemie auch nicht geändert. Das Unternehmen hat seitdem die Kapazitäten verändert. Weniger Busse sind gefahren und weniger Buchungen sind eingegangen. Schnell reagiert haben sie, indem sie regelmäßig die Infektionslage abfragen, und die Nachfrage der Kunden gründlich untersucht, um zu wissen, wann man wo seine Busse effektiv einsetzt. Das hat die Firma nochmal flexibler gemacht, ohne dass sie die Orientierung zum Kunden verlieren.

    Die Führungsphilosophie beschreibt Jochen Engert, indem man mit einer klaren Vision eine klare Richtung vorgibt. Durch Offenheit in der Kommunikation und das Vertrauen in den unternehmerischen Freiheitsgrad des Teams gelingt dem Unternehmen, jeden Tag zu meistern. Die Vision ist es, den Menschen langfristig weg von der Individualmobilität in die Kollektivmobilität zu bewegen. Dieser Prozess ist umweltschonender und zeitgleich für den Geldbeutel effizienter. Die Busbranche ist in dieser Hinsicht reif für neue Innovationen.

    • 53 Min.

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