Mich interessiert, was Menschen aus dem machen, was sie sich nicht ausgesucht haben. Eine Krankheitsdiagnose gehört dazu – und was Anke und Katrin daraus gebaut haben, ist eine dieser Geschichten, die einen nicht loslassen. In diesem Oster-Special treffe ich die beiden Macherinnen des Eisvogel e.V., die beide an Lymphknotenkrebs erkrankt sind. Wir sprechen über Brüche, die das Leben neu sortieren – über das, was bleibt, was geht und was unerwartet entsteht. Über Gemeinschaft, die aus gemeinsamer Verletzlichkeit wächst. Und über eine Frage, die mich bei Ostwärts immer wieder beschäftigt: Wie viel Gestaltungskraft steckt in dem, was wir nicht gewählt haben? Anke erzählt, wie sie 2013 durch einen Zufallsbefund die Diagnose Morbus Hodgkin bekam – mitten in der Probezeit eines neuen Jobs. Katrin beschreibt, wie es sich anfühlt, monatelang auf Klarheit zu warten und dann doch vor einer Tür mit der Aufschrift „Onkologie" zu stehen und zu denken: das bin ich nicht. Beide reden über die schwierigen Momente, Familie und Freundeskreis einzuweihen, darüber, was wirklich hilft (Direktheit schlägt jede Floskel) – und warum nachwachsende Haare eben nicht bedeuten, dass wieder alles normal ist. Außerdem: Was Angehörige wirklich brauchen, warum Ehrlichkeit so entlastend sein kann und was Susan Sontag über die zwei Staatsbürgerschaften des Lebens zu sagen hat. Der Eisvogel e.V. ist deutschlandweit sowie in Österreich und der Schweiz aktiv. Er vermittelt Patenschaften zwischen Betroffenen, verschickt Mutmacherpakete und schafft Räume, in denen niemand allein ist – auch für Angehörige, die so oft unsichtbar bleiben. Hier geht's zum Podcast von Anke & Kathrin: Lebe Jetzt. Kapitel 00:00 Haare weg, nicht vorbei00:55 Intro und Thema03:52 Das Tabu Krebs und erste Reaktionen04:55 Was wirklich hilft09:05 Diagnose Anke – Morbus Hodgkin11:59 Diagnose Katrin – und der Schock danach14:06 Krebs sagen: der Moment mit Familie und Freunden17:56 Der Eisvogel e.V. – Verein und Patensystem22:23 Was bleibt und was sich verändert28:27 Freundschaft, Hilfe und die richtigen Worte33:09 Angehörige brauchen eigenen Raum35:38 Nach der Therapie ist nicht alles normal37:19 Wording, Wörter und heute krebsfrei39:12 Abschluss Dieses Oster-Special wurde ermöglicht durch die Sparda-Bank Berlin – seit 1990 die einzige Bank, die ausschließlich in Ostdeutschland tätig ist, mit über 400.000 Mitgliedern und Engagement für nachhaltige Ideen in der Region, unter anderem durch ihre Tochtergesellschaft Ostwerk. Die Sparda-Bank Berlin engagiert sich seit 14 Jahren im Kampf gegen Krebs und unterstützt Initiativen wie den Eisvogel e.V. Über Ostwärts Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein – und spielt das echt immer noch eine Rolle? Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten" erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben überraschende, oft nachdenkliche Einblicke, die bisher in der Spannbreite wenig Gehör finden. Statt nur über den Osten zu sprechen, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort – ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt beleuchtet.