47 Min.

Stundenull-talk-093-Ute-Guetschow-zwei-schlimme-Unfaelle Stundenull-talk

    • Mentale Gesundheit

Ute GütschowZwei schlimme Unfälle - und ihr Leben war nicht mehr das geplante
Deine "Stundenull" - Warum ging es nicht weiter?
Zwei schlimme aufeinanderfolgende Schicksalsschläge veränderten mein Leben von einem Tag auf den anderen. An dem Tag, als ich den Schlüssel zu meiner ersten eigenen Agentur übernahm, wurde mein damals 12jähriger Sohn auf dem Schulweg angefahren, lebensgefährlich verletzt und fiel ins Koma. Ich bangte um sein Leben, saß jeden Tag an seinem Bett in der Intensivstation und verlor alles, was ich mir als Selbständige bis dahin aufgebaut hatte. Genau 1 Jahr später - als ich dabei war, mich wieder aufzubauen und zu festigen, bekam ich die schreckliche Nachricht, dass mein geliebter Bruder und bester Freund zugleich angefahren und tödlich verletzt wurde. Es war ebenfalls ein Fahrradunfall.
Bitte erzähle in 10-15 Zeilen Deine Geschichte vom "Phönix aus der Asche", der Du heute bist. Denke bitte auch an die überraschenden Klippen und die unerwarteten Learnings. *
Meine "Stunde Null" war zu dem Zeitpunkt gegenwärtig, als ich nach dem schrecklichen Unfall meines Sohnes alle meine finanziellen Reserven vollständig aufgebraucht hatte und vor dem Nichts stand. Eine unfassbare Herausforderung. Wir mussten unser Haus gegen eine kleine bezahlbare Wohnung tauschen und waren völlig mittellos. Ich suchte Gelegenheitsjobs. Um uns durchzubringen schrieb ich Lieferscheine in einer Spedition, kellnerte am Abend und half am Wochenende in einem Eiscafé aus. Aber vor allem lernte ich in jeder freien Minute. Ich brachte mir selbst Buchführungswissen bei und schaffte es, in einem Steuerbüro als Aushilfe unterzukommen und später sogar bis zur Festanstellung in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Leider musste ich diese bereits nach drei Monaten in der Probezeit wieder aufgeben, weil mich ein zweiter Schicksalschlag völlig aus der Bahn warf. Mein Bruder wurde ein Jahr nach dem schrecklichen Fahrradunfall meines Sohnes beim Fahrradfahren von einem Auto erfasst und verstarb während der anschließenden fünfstündigen Operation. Ich war gerade dabei, zu lernen, wieder klarzukommen, war im Begriff, loszulassen. Die mentalen Wunden waren weitestgehend abgeheilt, die Normalität langsam wieder eingekehrt und dann das. Für mich fühlte es sich an wie eine Wiederholung, nur dieses Mal ohne glücklichen Ausgang.
Trotzdem schaffte es, mich als Finanzbuchhalterin in einem mittelständischen Unternehmen zu beweisen und endlich wieder ein stabiles Einkommen zu erhalten und die Schulden abzubauen.
Nebenbei lernte ich und bildete mich weiter. Auf diese Weise gelang mir als ungelernte Quereinsteigerin ein gewaltiger Karrieresprung. Ich wurde Leiterin des Finanz- und Rechnungswesens einer Aktiengesellschaft mit sieben Tochtergesellschaften und hatte wieder ein hohes Einkommen.
15 Jahre später wagte ich den Absprung, um meinen Traum umzusetzen, wieder im Vertrieb tätig zu sein und direkt mit Menschen zu arbeiten. Ich wurde Außendienstlerin in einer Branche, in die ich mein ganzes betriebswirtschaftliches Wissen einbringen konnte. Ich war sehr schnell sehr erfolgreich, wurde sogar Head of Sales und hatte ein Stückchen meiner Freiheit zurückgewonnen, die ich während meiner Selbständigkeit so liebte.
Wie ich Ende 2016 über mich hinauswuchs, welchen Traum ich mir dann aus eigener Kraft erfüllte und was das mit meiner heutigen Selbständigkeit zu tun hat, das erzähle ich gerne im Interview.
Was ist die Sache, die Du am Anfang Deiner Karriere gerne gewusst hättest? *
Ich bin mein einziges Limit! Ich und mein eingeschränktes Mindset. Ich kann alles erreichen, wenn ich groß denke und schnell agiere.
Was ist Dein größter/schmerzhaftester Misserfolg, der gleichzeitig das meiste Learning für Dich gebracht hat? *
Ich bin ein Macher und habe mich von einem Träumer aufhalten lassen, einem "Trittbrettfahrer", der

Ute GütschowZwei schlimme Unfälle - und ihr Leben war nicht mehr das geplante
Deine "Stundenull" - Warum ging es nicht weiter?
Zwei schlimme aufeinanderfolgende Schicksalsschläge veränderten mein Leben von einem Tag auf den anderen. An dem Tag, als ich den Schlüssel zu meiner ersten eigenen Agentur übernahm, wurde mein damals 12jähriger Sohn auf dem Schulweg angefahren, lebensgefährlich verletzt und fiel ins Koma. Ich bangte um sein Leben, saß jeden Tag an seinem Bett in der Intensivstation und verlor alles, was ich mir als Selbständige bis dahin aufgebaut hatte. Genau 1 Jahr später - als ich dabei war, mich wieder aufzubauen und zu festigen, bekam ich die schreckliche Nachricht, dass mein geliebter Bruder und bester Freund zugleich angefahren und tödlich verletzt wurde. Es war ebenfalls ein Fahrradunfall.
Bitte erzähle in 10-15 Zeilen Deine Geschichte vom "Phönix aus der Asche", der Du heute bist. Denke bitte auch an die überraschenden Klippen und die unerwarteten Learnings. *
Meine "Stunde Null" war zu dem Zeitpunkt gegenwärtig, als ich nach dem schrecklichen Unfall meines Sohnes alle meine finanziellen Reserven vollständig aufgebraucht hatte und vor dem Nichts stand. Eine unfassbare Herausforderung. Wir mussten unser Haus gegen eine kleine bezahlbare Wohnung tauschen und waren völlig mittellos. Ich suchte Gelegenheitsjobs. Um uns durchzubringen schrieb ich Lieferscheine in einer Spedition, kellnerte am Abend und half am Wochenende in einem Eiscafé aus. Aber vor allem lernte ich in jeder freien Minute. Ich brachte mir selbst Buchführungswissen bei und schaffte es, in einem Steuerbüro als Aushilfe unterzukommen und später sogar bis zur Festanstellung in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Leider musste ich diese bereits nach drei Monaten in der Probezeit wieder aufgeben, weil mich ein zweiter Schicksalschlag völlig aus der Bahn warf. Mein Bruder wurde ein Jahr nach dem schrecklichen Fahrradunfall meines Sohnes beim Fahrradfahren von einem Auto erfasst und verstarb während der anschließenden fünfstündigen Operation. Ich war gerade dabei, zu lernen, wieder klarzukommen, war im Begriff, loszulassen. Die mentalen Wunden waren weitestgehend abgeheilt, die Normalität langsam wieder eingekehrt und dann das. Für mich fühlte es sich an wie eine Wiederholung, nur dieses Mal ohne glücklichen Ausgang.
Trotzdem schaffte es, mich als Finanzbuchhalterin in einem mittelständischen Unternehmen zu beweisen und endlich wieder ein stabiles Einkommen zu erhalten und die Schulden abzubauen.
Nebenbei lernte ich und bildete mich weiter. Auf diese Weise gelang mir als ungelernte Quereinsteigerin ein gewaltiger Karrieresprung. Ich wurde Leiterin des Finanz- und Rechnungswesens einer Aktiengesellschaft mit sieben Tochtergesellschaften und hatte wieder ein hohes Einkommen.
15 Jahre später wagte ich den Absprung, um meinen Traum umzusetzen, wieder im Vertrieb tätig zu sein und direkt mit Menschen zu arbeiten. Ich wurde Außendienstlerin in einer Branche, in die ich mein ganzes betriebswirtschaftliches Wissen einbringen konnte. Ich war sehr schnell sehr erfolgreich, wurde sogar Head of Sales und hatte ein Stückchen meiner Freiheit zurückgewonnen, die ich während meiner Selbständigkeit so liebte.
Wie ich Ende 2016 über mich hinauswuchs, welchen Traum ich mir dann aus eigener Kraft erfüllte und was das mit meiner heutigen Selbständigkeit zu tun hat, das erzähle ich gerne im Interview.
Was ist die Sache, die Du am Anfang Deiner Karriere gerne gewusst hättest? *
Ich bin mein einziges Limit! Ich und mein eingeschränktes Mindset. Ich kann alles erreichen, wenn ich groß denke und schnell agiere.
Was ist Dein größter/schmerzhaftester Misserfolg, der gleichzeitig das meiste Learning für Dich gebracht hat? *
Ich bin ein Macher und habe mich von einem Träumer aufhalten lassen, einem "Trittbrettfahrer", der

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