Herzlichen Dank für die Sendung zu ADHS, ein Thema, das in Deutschland nach wie vor zu emotional diskutiert wird. Hier ist eine Versachlichung wirklich gelungen, Dank der klugen Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Redaktion und die gute Moderation.
Für mich, als ebenfalls spät diagnostizierte Erwachsene wäre eins noch wünschenswert: Dass wenigstens einmal die medial nicht mehr so präsenten, ja man muss sagen “Vorkämpferinnen und Vorkämpfer”für eine gesellschaftliche Anerkennung von ADHS gewürdigt werden, die ihr ganzes Leben dafür gewidmet haben, dass ADHS heute so besprochen werden kann. Cordula Neuhaus aus Esslingen (Kohlhammer Verlag, Kolleg DAT in Münsingen, international vermutlich auf dem neusten Forschungsstand -ich bin selbst nicht vom Fach - und nach wie vor im Zentrum der eigenen Arbeit die konkrete Hilfe für Betroffene) und der unermüdliche Arzt Dr. Thomas Wirth (ADHS Zentrum für Erwachsene in Ludwigsburg). Beide sind inzwischen 70 Jahre alt und sind seit rund 40 Jahren unermüdlich in der praktischen Auseinandersetzung mit ADHS. Was diese erste Generation an Vorarbeit geleistet hat und das trotz kaum vorstellbarer Widerstände und persönlicher Angriffe ist beeindruckend, wenn man das Glück hatte, sie einmal sprechen zu dürfen. Ihnen würde ich die Anerkennung wünschen, die ihrem Lebenswerk gebührt, bevor es zu spät ist.