8 Folgen

Wie oft habe ich schon die Geschichte von der Auferstehung gehört? Mindestens mit jedem Lebensjahr einmal und dann noch in unzähligen Varianten. Das Kreuz in der Kirche erinnert daran, dass Jesus stirbt, dass Gott auf die Welt kommt und in ihr stirbt. Eigentlich eine dramatische Geschichte. Doch wir wissen ja: Er kommt wieder. Nach drei Tagen ist alles wie zuvor. Das Reich Gottes bricht an. Hallelujah!

Und dieses Jahr? Dieses Jahr ist Ostern kein Spielfilm, den man* sich immer wieder anschaut. Dieses Jahr ist Ostern live. Wie die Zeit ausgeht? Keine Ahnung. Was danach kommt? Grob bekannt, aber in seinen Einzelheiten ungewiss. Ich ertappe mich manchmal dabei, wie ich beim Fußball vorspulen will, um das Ergebnis zu sehen.

Unmöglich. Dieses Jahr lässt sich das Buch nicht von hinten lesen. Dieses Jahr müssen wir dadurch. Ja, Jesus ist auferstanden und damit wissen wir mehr als die Jünger und Jünger*innen damals. Aber was wir teilen, ist die Ungewissheit, wie es weiter geht.

Vom Ende und der Zeit danach Bistum Essen

    • Christentum

Wie oft habe ich schon die Geschichte von der Auferstehung gehört? Mindestens mit jedem Lebensjahr einmal und dann noch in unzähligen Varianten. Das Kreuz in der Kirche erinnert daran, dass Jesus stirbt, dass Gott auf die Welt kommt und in ihr stirbt. Eigentlich eine dramatische Geschichte. Doch wir wissen ja: Er kommt wieder. Nach drei Tagen ist alles wie zuvor. Das Reich Gottes bricht an. Hallelujah!

Und dieses Jahr? Dieses Jahr ist Ostern kein Spielfilm, den man* sich immer wieder anschaut. Dieses Jahr ist Ostern live. Wie die Zeit ausgeht? Keine Ahnung. Was danach kommt? Grob bekannt, aber in seinen Einzelheiten ungewiss. Ich ertappe mich manchmal dabei, wie ich beim Fußball vorspulen will, um das Ergebnis zu sehen.

Unmöglich. Dieses Jahr lässt sich das Buch nicht von hinten lesen. Dieses Jahr müssen wir dadurch. Ja, Jesus ist auferstanden und damit wissen wir mehr als die Jünger und Jünger*innen damals. Aber was wir teilen, ist die Ungewissheit, wie es weiter geht.

    Stille aushalten: Am offenen Fenster

    Stille aushalten: Am offenen Fenster

    Stille kann schmerzen. In den Momenten, in denen ich nur mich habe, höre ich alles was mir an Gedanken im Kopf herumschwirren. Die schönen, genauso laut, wie die schmerzhaften. Mit sich allein zu sein, Stille aushalten, bedeutet eben: Sich selbst aushalten.

    Im Podcast findest Du eine kleine Anleitungen für einen Ausstieg. Sie kann Dir helfen Dich in die Stille zu führen und Dich wieder hinausbegleiten. Dafür brauchst Du nur einen Platz am offenen Fenster.

    • 4 Min.
    Gründonnerstag – Input von Bischof Franz Josef Overbeck

    Gründonnerstag – Input von Bischof Franz Josef Overbeck

    Input von Bischof Franz Josef Overbeck

    • 2 Min.
    Input: Früchte nach dem Brennen

    Input: Früchte nach dem Brennen

    Ich liebe Whisky. Keine Angst, nicht flaschenweise, nicht im Übermaß und nicht jeden Tag. Aber zu Besonderheiten. Ich mag die Komplexität des Geschmacks. Das Karamell, die Vanille und die sanften Früchte, vor allem, wenn die Birne sich erschmecken lässt. Gerne auch mal so einen richtig Rauchigen. Wie der eine bekannte Whisky von Islay, der so richtig die Algen, das Meersalz und den Torf der Landschaft auf die Zunge bringt.

    Mit jedem neuen Whisky, den ich probiere, und jeder Tastingkarte, die ich dazu lese, entschlüsselt sich die Komplexität des Geschmacks. War der erste Whisky noch brennend, undifferenziert und verbarg seine Geschmäcker hinter einer nebulösen Wand von zu vielem, habe ich gelernt genauer hinzuschmecken. Zu differenzieren.

    Ich habe gelernt Dinge zu schmecken. Indem ich an allen Dingen gerochen habe, gelesen habe, was andere schmecken, nachgeprüft habe, ob ich das auch schmecken kann und mich immer wieder aufs Neue auf die Suche gemacht habe.

    Jetzt besteht Whisky für mich aus tausend Geschmäckern.Jetzt erst, obwohl schon seit dem ersten Schluck alles da war.

    • 1 Min.
    Input: Zwischen

    Input: Zwischen

    Zwischen ist so ein schönes Wort. Denn es beschreibt Übergänge, die mein Leben ausmachen. Das Studium gleitet in den Beruf über. Ein Zustand, den ich durchaus schätzen gelernt habe. Der aber an Tagen, die ich in den Räumen verbringe, die sieben Jahre lang mein Zuhause waren, Wellen der Nostalgie und des Selbstmitleides auslöst. Inzwischen verändert sich auch dieser Raum, wird umgebaut, und scheint sich damit dem gesamten Prozess, den man so als Uni-nach-7-Jahren-Beenderin durchmacht, anzupassen.

    Eine Übergangsphase, ein Umbau, unfertig. Zwischen alt und neu, zwischen Vergangenheit und Zukunft (wenn man das so episch sagen will). Ich überlege, ob es nicht immer nur ein Dazwischen gibt, ob dieser Mythos vom „Ankommen“ nicht völliger Quatsch ist. Immer kommt etwas Neues auf uns zu, immer liegt etwas anderes hinter uns, der Horizont (schon wieder so ein episches Wort) zieht.

    Es gibt Tage, da fällt das weniger auf, da erscheint mir das natürlich und selbstverständlich, immer auf was Neues zu schielen, mich auf Dinge vorzubereiten und die dann hinter mir zu lassen.

    An anderen Tagen ist das Dazwischen schwer zu ertragen. Wo bin ich denn zu Hause? Wo will ich eigentlich hin? Warum liegen so viele Sachen schon hinter mir? Warum bin ich nie zufrieden mit dem, was gerade ist?

    Dazwischen. Im Alten Testament bedeutet Gottes Name „Ich bin da.“ Und dass „da“ überall und nirgendwo ist, zeigt er immer wieder ziemlich eindrucksvoll im „Zwischen“. In den Zweigen des Dornbusches, der Feuer fängt, bei den Jüngern, die, nachdem Jesus gestorben war, kopflos durch die Gegend liefen. Und gerade ja auch zwischen den Zeiten, irgendwo zwischen Damals – Jetzt – Ewigkeit.

    Deshalb: Gott, auf ein Wort im Zwischen.

    • 2 Min.
    Input: Schlussstrich ziehen

    Input: Schlussstrich ziehen

    Es war nicht so einfach, aber das letzte Jahr habe ich nochmal gelernt Schlussstriche zu ziehen. Manche freiwillig, manche unfreiwillig. Manche unter die Geschichte mit einem Menschen, weil der Tod für einen kurzen Moment über ihr Leben siegte. Manche unter eigene Anforderungen, weil sie mehr lähmten als motivierten.

    Manche Schlussstriche unter Sätze, die mir nachgingen. Sätze, die mich lange begleiteten, ohne mir jemals geholfen zu haben. Die mir gerade dann in den Kopf schossen, wenn ich sie am wenigsten brauchte.

    Ich habe Schlussstriche gezogen unter Menschen, die Kraft raubten, ohne Halt zu geben. Die immer etwas wollten und ihre eigene Unfähigkeit hinter blumigen Wortgewändern versteckten.

    Schlussstriche unter Geschichten, die verletzt haben. Die immer noch verletzen. Wo der Schlussstrich angefangen hat und bis zum Ende des Jahres durchgezogen wird. Ein kleines ToDo bis Ostern.

    • 1 Min.
    Input: Julianmäßig (Palmsonntag)

    Input: Julianmäßig (Palmsonntag)

    Julian ist vier.

    Er steht auf einer Mauer, die doppelt so hoch ist wie er. Stolz und erhaben.
    Ich kenne ihn erst seit ein paar Stunden. Ich kann ihn nicht einschätzen. Ich habe Angst, dass er von der Mauer fällt. Sicherheitshalber breite ich die Arme aus.
    Ich will sagen: „Spring! Keine Angst! Ich fang Dich auf!“ Ich will ihm erklären, dass er ruhig springen kann. Dass er mir vertrauen kann, auch wenn er mich erst seit ein paar Stunden kennt.
    Ich will es ihm erklären. Ich beginne mit meiner Rede und sage: „Spring! … – “ Doch weiter komme ich nicht. Denn da habe ich Julian schon in den Armen. Einfach so. Meine Erklärungen über Vertrauen usw. konnte ich mir sparen.

    Für Julian war das keine große Sache. Doch ich war erst fassungslos und dann begeistert. Er hat mir vertraut. Einfach so. Ohne mich zu kennen und ohne, dass ich um sein Vertrauen werben musste.
    Vertrauen – das hängt für mich eng mit Glauben zusammen.
    Julian fällt das leicht – vertrauen: davon ausgehen, dass es im Endeffekt gut wird.
    Und genau damit tu ich mich manchmal schwer. Lieber weiß ich vorher ganz genau, worauf ich mich einlasse. Gerne höre ich mir erst mal Erklärungen an. Und erst dann will ich vertrauen.

    Doch bei Gott läuft das anders.
    Julianmäßig – so möchte ich gerne glauben können:
    Nicht auf Erklärungen warten.
    Ungewissheit aushalten.
    Vertrauen – auch dem, den ich vielleicht noch nicht zu Gesicht bekommen habe.

    • 1 Min.

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