28 min

Best of: «China und das Virus: Zensur, Propaganda und Kontrolle‪»‬ International

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Seit Beginn der Coronakrise bemüht sich die chinesische Regierung darum, nicht nur die Ausbreitung des Virus zu kontrollieren, sondern auch die Information. Während manche Chinesinnen und Chinesen den offiziellen Angaben vertrauen, versuchen andere, der Wahrheit auf den Grund zu gehen.

«In einigen Berichten heisst es, Chinas Zahlen seien falsch. In anderen heisst es, die Zahlen könnten verlässlich sein. Wie kann ich selbst herausfinden, was nun stimmt?», fragt Li Li, eine junge Frau, die als Analystin für eine Denkfabrik in Peking arbeitet.

Und es geht ihr wie vielen anderen. Die chinesische Regierung erzählt ihre ganz eigene Version der Geschehnisse: Sie löscht kritische Kommentare auf sozialen Netzwerken, beschwört den Zusammenhalt der Nation.
Und doch gibt es auch jene, die versuchen, sich ihr eigenes Bild zu machen. Wie etwa der Youtuber Chen Qiushi, der Ende Januar nach Wuhan reist und von dort berichtet.
«Ich habe mich schon vor der Ankunft hier auf zwei Dinge gefasst gemacht», sagt er im Gespräch. «Erstens: dass ich mich mit dem Virus anstecke. Und zweitens: dass ich hier festgenommen werde. Und sogar, wenn ich hier aus der Stadt wieder rauskomme, könnten mich die Behörden später noch festnehmen. Ich versuche jetzt jeden Tag so zu leben, als wäre es mein letzter.»
Wenige Tage nach diesem Interview wird es ruhig um Chen. Bis heute ist nicht klar, was mit ihm passiert ist.

(Erstausstrahlung: 4. September 2020)

Seit Beginn der Coronakrise bemüht sich die chinesische Regierung darum, nicht nur die Ausbreitung des Virus zu kontrollieren, sondern auch die Information. Während manche Chinesinnen und Chinesen den offiziellen Angaben vertrauen, versuchen andere, der Wahrheit auf den Grund zu gehen.

«In einigen Berichten heisst es, Chinas Zahlen seien falsch. In anderen heisst es, die Zahlen könnten verlässlich sein. Wie kann ich selbst herausfinden, was nun stimmt?», fragt Li Li, eine junge Frau, die als Analystin für eine Denkfabrik in Peking arbeitet.

Und es geht ihr wie vielen anderen. Die chinesische Regierung erzählt ihre ganz eigene Version der Geschehnisse: Sie löscht kritische Kommentare auf sozialen Netzwerken, beschwört den Zusammenhalt der Nation.
Und doch gibt es auch jene, die versuchen, sich ihr eigenes Bild zu machen. Wie etwa der Youtuber Chen Qiushi, der Ende Januar nach Wuhan reist und von dort berichtet.
«Ich habe mich schon vor der Ankunft hier auf zwei Dinge gefasst gemacht», sagt er im Gespräch. «Erstens: dass ich mich mit dem Virus anstecke. Und zweitens: dass ich hier festgenommen werde. Und sogar, wenn ich hier aus der Stadt wieder rauskomme, könnten mich die Behörden später noch festnehmen. Ich versuche jetzt jeden Tag so zu leben, als wäre es mein letzter.»
Wenige Tage nach diesem Interview wird es ruhig um Chen. Bis heute ist nicht klar, was mit ihm passiert ist.

(Erstausstrahlung: 4. September 2020)

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