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(70) Marktförmiger Extremismus: Wie tickt die Mitte der Gesellschaft‪?‬ Synapsen – ein Wissenschaftspodcast

    • Natural Sciences

Die Mitte der Gesellschaft ist ein sicherer Ort der Vernunft und der Demokratie - so wird es oft von Politiker*innen vermittelt. Ein Ort, zu dem sich am besten alle Menschen zugehörig fühlen sollten. Aber wie denkt die gesellschaftliche Mitte?
Diese Frage bearbeiten Forschende regelmäßig in den Mitte-Studien. Mit einem Katalog von Fragen werden dabei die Einstellungen abgefragt und untersucht. Klar wird: Eine deutliche Mehrheit der Gesellschaft lehnt rechtsextremes Denken ab, doch die Mitte zeigt sich auch nicht als "Ort der Solidarität und der Demokratie". Aus ihr, so sind sich die Forschenden sicher, kann ein großes antidemokratisches Potenzial hervorgehen. Außerdem werden menschenfeindliche Tendenzen wie Antiziganismus, die Abwertung von Asylsuchenden und Antisemitismus deutlich.
Im Gespräch mit Host Maja Bahtijarević analysiert Autor Patric Seibel die Ergebnisse der Mitte-Studien. Und er stellt das Konzept des "marktförmigen Extremismus" vor: Wer dieser Einstellung folgt, bewertet Wettbewerb höher als zum Beispiel Gleichheit und Solidarität und bewertet Menschen ausschließlich nach ihren Leistungen. Wir fragen: Warum erhöhen sich Menschen überhaupt über andere? Wie weit ist der Weg aus der Mitte nach rechts? Welche Rolle spielt die Politik in Sachen Menschenfeindlichkeit? Und wie könnte ein anderes gesellschaftliches Zusammenleben aussehen?
DIE HINTERGRUNDINFORMATIONEN
• Synapsen: Wer ist hier sozial schwach? https://www.ndr.de/podcastsynapsen210.html
• Die geforderte Mitte. Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2020/21: Küpper, B., Zick, A. (Hg.), herausgegeben für die Friedrich-Ebert-Stiftung von Franziska Schröter, Bonn: Dietz; 2021.
Kostenfreier Download: https://www.fes.de/referat-demokratie-gesellschaft-und-innovation/gegen-rechtsextremismus/mitte-studie-2021
• Die enthemmte Mitte. Autoritäre und rechtsextreme Einstellungen in Deutschland: Brähler, E., Decker, O., Kiess, J. (Hg.), Gießen: Psychosozial-Verlag; 2016.
Kostenfreier Download: https://www.boell.de/de/2016/06/15/die-enthemmte-mitte-studie-leipzig
• Ideologien der Ungleichwertigkeit: Heinrich Böll Stiftung, Schriften zur Demokratie, Band 42: Berlin
https://www.boell.de/de/2016/04/15/ideologien-der-ungleichwertigkeit
• Gekränkte Freiheit: Amlinger, C., Nachtwey, O., Frankfurt am Main: Suhrkamp; 2022
• Vorurteile haben immer nur die anderen: Degner, J., Berlin: Springer; 2022
• Das unternehmerische Selbst: Bröckling, U., Frankfurt am Main: Suhrkamp; 2007
• Theorie des Marktförmigen Extremismus | Groß, E., Hövermann, A., Marktförmiger Extremismus. Abwertung, Ausgrenzung und Rassismus vor dem Hintergrund einer Ökonomisierung der Gesellschaft, in: Gomolla, M., Menk, M., Kollender, E., (Hg.) Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland, 110 – 126, Weinheim: Beltz-Juventa 2018. https://www.researchgate.net/publication/323129042_Marktformiger_Extremismus_Abwertung_Ausgrenzung_und_Rassismus_vor_dem_Hintergrund_einer_Okonomisierung_der_Gesellschaft
• Vorurteile | Degner, J., Wentura, D., Die automatische Verarbeitung emotionaler Informationen, in: Magazin Forschung / Universität des Saarlands, Saarbrücken: 2006. https://www.researchgate.net/publication/237538807_Die_automatische_Verarbeitung_emotionaler_Informationen
• Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit | Groß, E., Krause, D., Zick, A.: Von der Ungleichwertigkeit zur Ungleichheit: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 16/17 (2012) S. 11-18 https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/130404/von-der-ungleichwertigkeit-zur-ungleichheit-gruppenbezogene-menschenfeindlichkeit/
• Broden, A., Anmerkungen zur Aktualität der Ungleichheit. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 16/17 ( 2012): S. 7-11 https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/130402/anmerkungen-zur-aktualitaet-der-ungleichheit-essay/
• Neue autoritäre Typen in verschiedenen Gesellschaften | Nachtwey, O., Heumann, M., Regressi

Die Mitte der Gesellschaft ist ein sicherer Ort der Vernunft und der Demokratie - so wird es oft von Politiker*innen vermittelt. Ein Ort, zu dem sich am besten alle Menschen zugehörig fühlen sollten. Aber wie denkt die gesellschaftliche Mitte?
Diese Frage bearbeiten Forschende regelmäßig in den Mitte-Studien. Mit einem Katalog von Fragen werden dabei die Einstellungen abgefragt und untersucht. Klar wird: Eine deutliche Mehrheit der Gesellschaft lehnt rechtsextremes Denken ab, doch die Mitte zeigt sich auch nicht als "Ort der Solidarität und der Demokratie". Aus ihr, so sind sich die Forschenden sicher, kann ein großes antidemokratisches Potenzial hervorgehen. Außerdem werden menschenfeindliche Tendenzen wie Antiziganismus, die Abwertung von Asylsuchenden und Antisemitismus deutlich.
Im Gespräch mit Host Maja Bahtijarević analysiert Autor Patric Seibel die Ergebnisse der Mitte-Studien. Und er stellt das Konzept des "marktförmigen Extremismus" vor: Wer dieser Einstellung folgt, bewertet Wettbewerb höher als zum Beispiel Gleichheit und Solidarität und bewertet Menschen ausschließlich nach ihren Leistungen. Wir fragen: Warum erhöhen sich Menschen überhaupt über andere? Wie weit ist der Weg aus der Mitte nach rechts? Welche Rolle spielt die Politik in Sachen Menschenfeindlichkeit? Und wie könnte ein anderes gesellschaftliches Zusammenleben aussehen?
DIE HINTERGRUNDINFORMATIONEN
• Synapsen: Wer ist hier sozial schwach? https://www.ndr.de/podcastsynapsen210.html
• Die geforderte Mitte. Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2020/21: Küpper, B., Zick, A. (Hg.), herausgegeben für die Friedrich-Ebert-Stiftung von Franziska Schröter, Bonn: Dietz; 2021.
Kostenfreier Download: https://www.fes.de/referat-demokratie-gesellschaft-und-innovation/gegen-rechtsextremismus/mitte-studie-2021
• Die enthemmte Mitte. Autoritäre und rechtsextreme Einstellungen in Deutschland: Brähler, E., Decker, O., Kiess, J. (Hg.), Gießen: Psychosozial-Verlag; 2016.
Kostenfreier Download: https://www.boell.de/de/2016/06/15/die-enthemmte-mitte-studie-leipzig
• Ideologien der Ungleichwertigkeit: Heinrich Böll Stiftung, Schriften zur Demokratie, Band 42: Berlin
https://www.boell.de/de/2016/04/15/ideologien-der-ungleichwertigkeit
• Gekränkte Freiheit: Amlinger, C., Nachtwey, O., Frankfurt am Main: Suhrkamp; 2022
• Vorurteile haben immer nur die anderen: Degner, J., Berlin: Springer; 2022
• Das unternehmerische Selbst: Bröckling, U., Frankfurt am Main: Suhrkamp; 2007
• Theorie des Marktförmigen Extremismus | Groß, E., Hövermann, A., Marktförmiger Extremismus. Abwertung, Ausgrenzung und Rassismus vor dem Hintergrund einer Ökonomisierung der Gesellschaft, in: Gomolla, M., Menk, M., Kollender, E., (Hg.) Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland, 110 – 126, Weinheim: Beltz-Juventa 2018. https://www.researchgate.net/publication/323129042_Marktformiger_Extremismus_Abwertung_Ausgrenzung_und_Rassismus_vor_dem_Hintergrund_einer_Okonomisierung_der_Gesellschaft
• Vorurteile | Degner, J., Wentura, D., Die automatische Verarbeitung emotionaler Informationen, in: Magazin Forschung / Universität des Saarlands, Saarbrücken: 2006. https://www.researchgate.net/publication/237538807_Die_automatische_Verarbeitung_emotionaler_Informationen
• Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit | Groß, E., Krause, D., Zick, A.: Von der Ungleichwertigkeit zur Ungleichheit: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 16/17 (2012) S. 11-18 https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/130404/von-der-ungleichwertigkeit-zur-ungleichheit-gruppenbezogene-menschenfeindlichkeit/
• Broden, A., Anmerkungen zur Aktualität der Ungleichheit. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 16/17 ( 2012): S. 7-11 https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/130402/anmerkungen-zur-aktualitaet-der-ungleichheit-essay/
• Neue autoritäre Typen in verschiedenen Gesellschaften | Nachtwey, O., Heumann, M., Regressi

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