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Frisches Salz in der Meinungssuppe! Der Podcast des Zentralkomitees der deutschen Katholiken bringt dir Materialien, Meinungen und Standpunkte für die Diskussion in Kirche und Gesellschaft. In Schriftform erscheinen die Salzkörner sechsmal im Jahr kostenfrei auf www.zdk.de/veroeffentlichungen/salzkoerner/

Die Salzkörner Zentralkomitee der deutschen Katholiken

    • Society & Culture

Frisches Salz in der Meinungssuppe! Der Podcast des Zentralkomitees der deutschen Katholiken bringt dir Materialien, Meinungen und Standpunkte für die Diskussion in Kirche und Gesellschaft. In Schriftform erscheinen die Salzkörner sechsmal im Jahr kostenfrei auf www.zdk.de/veroeffentlichungen/salzkoerner/

    Belarus im Umbruch: Warum gehen die Menschen in Weißrussland auf die Straße, und wie geht es dort weiter?

    Belarus im Umbruch: Warum gehen die Menschen in Weißrussland auf die Straße, und wie geht es dort weiter?

    Ein Meer von weiß-rot-weißen Fahnen in den Straßen von Minsk,
    Zehntausende, die Woche für Woche friedlich für Neuwahlen demonstrieren –
    vor wenigen Monaten hätte man sich solche Bilder in Belarus nicht
    vorstellen können. Als Konsequenz aus den manipulierten
    Präsidentschaftswahlen hat sich in kürzester Zeit eine Protestbewegung
    geformt, die sich durch staatliche Gewalt nicht mehr einschüchtern
    lässt. Frauen spielen eine besondere Rolle in dieser Entwicklung. Auch
    die katholische Kirche in Belarus erhebt ihre Stimme.


    Wir sprachen mit Dr. Angelika Schmähling von Renovabis am 28. November 2020 über die Lage in Belarus, Weißrussland. In Artikleform könnt ihr dies nachlesen auf https://www.zdk.de/veroeffentlichungen/salzkoerner/detail/Belarus-ein-Land-im-Umbruch--965I/




    ### Frisches Salz in der Meinungssuppe! ###

    Der Podcast des Zentralkomitees der deutschen Katholiken bringt dir Materialien, Meinungen und Standpunkte für die Diskussion in Kirche und Gesellschaft. In Schriftform erscheinen die Salzkörner sechsmal im Jahr kostenfrei auf www.zdk.de/veroeffentlichungen/salzkoerner/

    • 14 min
    Von der Kinderstadt zum Kinderdorf - mit dem Kölner Pfarrer Franz Meurer

    Von der Kinderstadt zum Kinderdorf - mit dem Kölner Pfarrer Franz Meurer

    Seit 1992 ist Franz Meurer Pfarrer der katholischen
    Kirchengemeinde St. Theodor und St. Elisabeth in den Kölner Stadtteilen
    Vingst und Höhenberg, die als „Problemviertel“ gelten: Dort leben rund
    23.000 Menschen, von denen knapp 4.000 Sozialhilfe erhalten; jeder
    Dritte ist Ausländer. Meurer initiierte zahlreiche Aktivitäten, von
    einer Kleiderkammer und einer Essensausgabe bis zu Ferienfreizeiten für
    630 Kinder – „HöVi-Land“ genannt. Er berichtet, wie die Ferienfreizeit
    trotz Corona stattfinden konnte.

    Es sollte die 27. Auflage unsere Kinderstadt HöVi-Land in den
    Sommerferien sein. Für die „Pänz“, wie Kinder in Köln heißen, ist sie
    das Highlight des Jahres. Ein kleines Mädchen brachte es für das
    ARD-Morgenmagazin genial auf den Punkt, als es auf die Frage der
    Reporterin, was denn am schönsten sei, antwortete: „Dass wir hier
    zusammenhalten – und all die anderen Dinge.“In der Tat ist es der
    Zusammenhalt, der das HöVi-Land auszeichnet. Der macht Ausflüge,
    Schwimmen, Basteln oder gemeinsam Kochen noch mal so schön.

    Die jugendlichen Leiterinnen und Leiter, die jedes Jahr eine
    intensive Ausbildung erfahren, sind Vorbilder für die Kinder. Die
    Abschiedstränen am letzten Tag der Ferienfreizeit beweisen es. Als
    zusätzliches Dankeschön erhält jede/r ein T-Shirt mit dem jeweiligen
    Motto. Heiß begehrte Sammlerobjekte. Ebenso das Armband, das jedes Kind
    zu Beginn erhält. Eine Jugendliche trägt mittlerweile elf
    HöVi-Land-Bänder am Handgelenk.

    Die Kinderstadt ist keine Kinderbespaßung für drei Wochen, sondern
    der real gewordene Traum eines solidarischen Gemeinwesens. Neben den
    jugendlichen Gruppenleiterinnen der 30 Gruppen engagieren sich auch rund
    300 Erwachsene. Natürlich ist alles ökumenisch. Und demokratisch. Für
    alle und mit allen Menschen guten Willens.

    Mit Corona geriet alles ins Wanken.

    Doch der wöchentlich sich treffende Pfarrgemeinderat entschied: „Wir
    machen für die Pänz, was irgend geht!“ Und so haben wir statt einer
    Kinderstadt ein Kinderdorf eröffnet. Leider konnten statt 630 Kindern,
    wie bisher, nur 210 teilnehmen und auch nur eine Woche statt drei. Die
    Gruppen mussten auf Abstand zueinander bleiben. Jeweils zehn Kinder
    waren in einer Gruppe, dazu drei Leiterinnen und Leiter. Jedem Kind
    mussten im geschlossenen Raum fünf Quadratmeter zur Verfügung stehen.
    Bei Aktivitäten draußen waren es zehn. Mittagessen ging nur jeweils in
    der kleinen Gruppe. Das Essen kam nicht von der Zeltküche, die immer für
    900 Personen gekocht hat, sondern wegen der strengen Hygieneregeln von
    einem Caterer.

    Der Kontakt zu den Kindern, die nicht mitkommen konnten, wurde über
    Bildschirm gehalten. Junge Menschen hatten ein Fernsehstudio
    eingerichtet, von dem aus Gesang, Sketche und morgendlicher Frühsport
    übertragen wurden.

    Besonders schön fand ich, dass etliche besser gestellte Familien auf
    die Teilnahme ihrer Kinder verzichteten, damit ärmere wenigstens eine
    schöne Ferienwoche erleben konnte. Das ist die Solidarität, die unseren
    Stadtteil zusammenhält.

    • 3 hr 9 min
    Jugendverbandsarbeit in der Corona-Pandemie

    Jugendverbandsarbeit in der Corona-Pandemie

    Ein Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt hat kürzlich eine Studie zum Thema Jugend und Corona veröffentlicht *1, die zeigt: Junge Menschen fühlen sich während der Corona-Pandemie nicht ausreichend gehört und ihre Interessen werden zu wenig berücksichtigt.
    Jugendliche werden in der Medienöffentlichkeit fast ausschließlich in ihrer Rolle als Schüler*innen wahrgenommen. Perspektiven auf die Lebensgestaltung zwischen Gleichaltrigen, Sport, Aktivitäten in Jugendverbänden, Vereinen und Netzwerken, die Teilnahme an und das Engagement in außerschulischer Bildung und die vielfältigen Angebote der Jugendarbeit spielen im öffentlichen Diskurs kaum eine Rolle.
    Jugendliche aus dem Blick verloren
    Junge Menschen kritisieren die Verletzung ihres Rechtes auf Partizipation an politischen Entscheidungsprozessen. Die bestehenden Wege der Beteiligung junger Menschen am Diskurs sind aufgrund der Kontaktbeschränkungen massiv eingeschränkt und digitale Formate nur ein unzureichender Ersatz. Auch die physischen Räume zur Gestaltung fehlen. Jugendbildungsstätten und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe waren bzw. sind geschlossen und kämpfen aufgrund langer Wartezeiten auf Überbrückungshilfen im Konjunkturpaket ums Überleben. Spätestens hier zeigt sich, dass auch nach Bewältigung der eigentlichen Pandemie die vielfältige Landschaft der Jugendarbeit gefährdet ist.
    Mit viel Kreativität und Engagement setzen sich Interessenvertreterinnen in den Jugendverbänden für den Erhalt der wertvollen Angebote ein, denn Bildung ist mehr als schulischer Unterrichtsstoff: Ethisches, soziales und politisches Lernen geschieht auch außerhalb der Schule. Die Gesellschaft und der Staat wären ohne ehrenamtliches Engagement junger Menschen kaum funktionsfähig. Unsere Demokratie funktioniert durch den solidarischen Einsatz von Menschen für die Gesellschaft. Junge Christinnen in den Jugendverbänden setzen sich nicht nur für ihre eigenen Belange ein, sondern wollen die Welt als Ganzes ein Stück besser machen: Beim Einsatz für eine zukunftsfähige Kirche im Synodalen Weg, mit Aktionen für den Erhaltung der Schöpfung oder in politischen Diskussionen – sie wollen die Gesellschaft lebenswerter und menschenfreundlicher gestalten. Was vor der Pandemie selbstverständlich war, wird jetzt an die aktuellen Umstände angepasst. Ein konkretes Beispiel ist der Einsatz des BDKJ Limburg und seiner Jugendverbände: Ein Hilfe-Netzwerk unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ wurde ins Leben gerufen. Menschen vor Ort werden während der Corona-Krise unterstützt. Junge Menschen kaufen für sie ein, tätigen Erledigungen, treffen sich mit ihnen zum Gebet und Gespräch oder helfen bei technischen Herausforderungen. 2 Auch die Malteser Jugend im Erzbistum Berlin hat in Kooperation mit dem BDKJ Berlin und dem Caritasverband ein Unterstützungsangebot ins Leben gerufen, und es hat sich das Projekt „72 gute Taten in 2020“ angeschlossen.3 So entstehen bundesweit Initiativen aus einer lebendigen und funktionieren Jugendverbandskultur heraus, in der junge Menschen Solidarität und Engagement aus dem christlichen Menschenbild erfahren und weitergeben.
    Wir sind dazu aufgerufen, auch in Zeiten der Krise die Stimme junger Menschen zu hören, ihre Belange zu berücksichtigen und sie an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Eine Demokratie, die auch in Zukunft auf den Einsatz ihrer Bürger*innen setzt, sollte deren Selbstbestimmung von Anfang an fördern und jungen Menschen Selbstwirksamkeitserfahrungen zugestehen. Und in einer Krise, in der es kreative Ideen, Solidarität und kluge Entscheidungen braucht, sollte die Kreativität, Energie und das Experimentieren junger Menschen Vorbild sein. Die Aufgabe der erwachsenen Menschen ist es, diese zuzulassen.
     

    • 28 min
    Reisen trotz und mit Corona.

    Reisen trotz und mit Corona.

    Themen wie „Urlaub“ und „Reise“ sind zur Zeit verbunden mit dem
    „Aber“-Wort! Urlaub ist okay (zumal im Sommer), aber … – Reisen sind
    notwendig (privat und geschäftlich), aber …! War das „Aber“ in den
    ersten Monaten des Jahres noch verbunden mit „Umwelt“, „Klima“ und
    „Greta Thunberg“, so hat sich das Bindemoment verändert: Das „Aber“ ist
    mittlerweile die sprachliche Vorwarnung zum Phänomen „Corona“. Das
    COVID-19-Virus hat sich nicht nur in menschliche Körper hineingedrängt,
    sondern bestimmt aktuell das Leben in der Gesellschaft und ihre
    Mobilität. Es ist prinzipiell die Absicht einer (Urlaubs-)Reise, einen
    anderen Ort aufzusuchen. Man erwartet nicht nur Ortswechsel, sondern
    auch Entspannung der besonderen Art, und mehr noch, das Erfahren ganz
    neuer Eindrücke.



    Reiseberichte“, mit diesem Titel erschien kürzlich ein Band des
    Suhrkamp-Verlegers Siegfried Unseld. Er versammelt 35 (von insgesamt
    1500 vorliegenden) Berichte des Verlagschefs an seine Mitarbeiter*innen.
    Urlaubsreisen kann man Unselds Touren nicht nennen, sondern es handelte
    sich vor allem um Besuche bei Autor*innen, Literaturschaffenden und
    gesellschaftlichen Größen. Unselds Reiseberichte erzählen kaum von der
    Schönheit der besuchten Orte oder vom Menü-Ablauf der vielen
    Arbeitsessen, sondern vielmehr von den Anliegen und Vorstellungen seiner
    Klient*innen. Henry Kissinger, Peter Handke, Max Frisch und wie sie
    alle hießen, mit denen Unseld auf seinen Reisen zu tun hatte, waren
    seine Gesprächspartner. Die Rapporte an seine Mitarbeiter*innen geben
    Anweisungen, wie in unterschiedlichsten Verlagsangelegenheiten zu
    verfahren ist. Man staunt beim Lesen, wie geschäftstüchtig die einen
    sind und wie sensibel die anderen.
    „Reisen bildet!“, heißt es. Und die Berichte des Verlagsleiters
    zeigen, wie sehr auch er profitiert vom Reisen. Flüchtige Beobachtungen
    der besuchten Orte wurden notiert, aber auch Museumsbesuche (oftmals
    gemeinsam mit den Gesprächspartner*innen) finden Erwähnung. Fast 40
    Jahre Geschäftsreisen der besonderen Art, auf hohem Bildungs- und
    Erfahrungsniveau – die Lektüre ließ mich neidisch und nachdenklich
    gleichzeitig werden …

    Reise: theologisch und spirituell gleichzeitig

    In Texten der Bibel und in vielen Mythen findet sich das Phänomen der
    Reise dokumentiert. Die Reise an sich hatte keineswegs den Charakter
    eines Erholungsurlaubs, sondern war trotz aller Strapazen Teil von Muße
    und Kontemplation. Beispielhaft seien genannt die Wanderung des
    Gilgamesch, das Unterwegssein in der Odyssee oder die Argonautensage,
    aber auch die verschiedenen Reisen, die in den neutestamentlichen
    Büchern beschrieben sind. So verorten sich Gemeinschaften durch die
    Reisemotivik als Herkunftsgemeinschaft und schreiben sie fort. Prozesse
    der Herkunft, Abreise und Wiederkehr spielen in der Literatur immer
    wieder eine Rolle, die Mythen bauen aufeinander auf, kopieren,
    fokussieren und erweitern ihre Perspektive. Es ist die Suche nach den
    Anders-Orten, welche die Reisen bestimmten. So beschreiben die
    Evangelisten die zielorientierte Wanderung Jesu. Die paulinischen
    Reisebeschreibungen gehen von einem theologisch motivierten Grundduktus
    aus. Das Werden des Christentums wird als Ausbreitungsgeschichte
    konzipiert, der Weg ist gleichsam ekklesiologisches Programm.

    Reisen – trotz und mit Corona

    Im Falle der COVID-19-Pandemie wurde man durch den Lockdown
    empfindlich daran erinnert, wie fragil das soziale Leben ist, auf dessen
    Rhythmus man sich im Laufe des Lebens eingestellt hat. Die gewohnten
    Prozesse der Arbeits- und Freizeit erfahren eine jähe Unterbrechung,
    wenngleich mit neuen Dimensionen – der kurze genehmigte Spaziergang um
    den Häuserblock erlaubt einen neuen unverstellten Blick für das
    Naheliegende. Dann wird die Reisesehnsucht in die große weite Wel

    • 7 min
    Wie geht es den Geflüchteten in Moria?

    Wie geht es den Geflüchteten in Moria?

    Das Lager Moria ist abgebrannt. Weit über zehntausend Menschen sind obdachlos, irren in den Straßen umher auf der Suche nach Wasser und Nahrung. Sebastian Eckert sprach mit Dr. James Jakob Fehr vom Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee. Er ist vor Ort - und berichtet über die unmenschliche Situation, in der die Geflüchteten seit Jahren in einem europäischen Lager mitten in Europa ausharren müssen. "Wie in einem Gefängnis", sei es dort.



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    • 21 min
    Corona und die Katholische Kirche - Spezialfolge zu den Regionenkonferenzen des Synodalen Wegs

    Corona und die Katholische Kirche - Spezialfolge zu den Regionenkonferenzen des Synodalen Wegs

    Corona hat die Katholische Kirche kräftig verändert. Auf den Regionenkonferenzen wurde über die Corona-Pandemie gesprochen. Ein Impulspapier mit dem Titel: "Das Evangelium und die Kirche in Zeiten der Corona-PandemieHerausforderungen für den Synodalen Weg haben Gregor Maria Hoff, Julia Knop und Thomas Söding verfasst.



    Wir sprachen mit Prof. Julia Knop und Prof. Thomas Söding über das Papier, Corona und die Digitalisierung.

    • 25 min

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