40 episodes

Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, Visionen - die Themen liegen in der Luft, nicht erst, aber besonders deutlich seit der Corona-Pandemie. Jede Folge widmet sich einer Frage unserer Zeit. rbbKultur-Redakteurin Natascha Freundel spricht jeweils mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch, aber nie abgehoben. Persönlich, aber nicht privat. Kritisch und konstruktiv. Hier soll es nicht knallen, sondern knistern. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.

Der Zweite Gedanke itunesu_sunset

    • Society & Culture

Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, Visionen - die Themen liegen in der Luft, nicht erst, aber besonders deutlich seit der Corona-Pandemie. Jede Folge widmet sich einer Frage unserer Zeit. rbbKultur-Redakteurin Natascha Freundel spricht jeweils mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch, aber nie abgehoben. Persönlich, aber nicht privat. Kritisch und konstruktiv. Hier soll es nicht knallen, sondern knistern. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.

    Die "Wannsee-Konferenz" - 80 Jahre später (1/3): Erinnerungskultur in Deutschland und Russland heute

    Die "Wannsee-Konferenz" - 80 Jahre später (1/3): Erinnerungskultur in Deutschland und Russland heute

    Die Debatte mit Natascha Freundel, Irina Scherbakowa und Michael Wildt -- Am 20. Januar 1942 kamen fünfzehn hochrangige Funktionäre der nationalsozialistischen Regierung und Verwaltung in einer Villa am Wannsee zu einer morgendlichen Besprechung über die "Endlösung der Judenfrage" zusammen. Zumeist Staatssekretäre – aus dem Justiz- und Innenministerium, dem Auswärtigem Amt, aus Partei- und Reichskanzlei –, Vertreter der Besatzungsverwaltungen in Polen und dem Baltikum sowie SS-Funktionäre, erstellten unter der Leitung von Reinhard Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamts, einen Plan zur Koordinierung des Genozids an den Juden, der schon im Herbst 1939 begonnen hatte. Protokoll führte SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, Referent für "Judenangelegenheiten". -- Die Vernichtung der europäischen Juden nahm seit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 staatlich organisierte, systematische Form an. Nicht zufällig ist von einem "Vernichtungskrieg" der Wehrmacht im Osten die Rede: dem historisch beispiellosen Feldzug gegen den "jüdischen Bolschewismus" fielen rund 27 Millionen Sowjetbürger zum Opfer, vor allem auf dem Gebiet der Ukraine und Belarus, davon knapp die Hälfte Soldaten. -- Im ersten von drei Teilen unserer Reihe zum 80. Jahrestag der "Wannsee-Konferenz" beleuchten wir, wie unterschiedlich der Vernichtungskrieg heute in Deutschland und Russland erinnert wird. -- Warum bezieht sich die Erinnerungskultur an den deutsch-sowjetischen Krieg hierzulande vor allem auf Russland und blendet die Ukraine und Belarus aus? Welchen Platz nimmt die Aufklärung dieses Kriegs in der neuen, "multidirektionalen Erinnerung" in der "Zeit der Dekolonisierung" (Michael Rothberg) ein? Wo steht die Aufarbeitung und Aufklärung des "Großen Vaterländischen Kriegs" in Russland heute? Wie sind die staatlichen Repressionen gegen die Menschenrechtsorganisation "Memorial" und ihrer Erinnerungsarbeit zum stalinistischen Terror einzuschätzen? Und müssen wir die sowjetische Vergangenheit aufklären, um die gegenwärtige Politik im Russland-Ukraine-Konflikt zu verstehen? --- Irina Scherbakowa, geboren 1949 in Moskau, ist Historikerin, Übersetzerin und Germanistin. Sie ist Gründungsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Historische Aufklärung, Menschenrechte und Soziale Fürsorge „Memorial“, die seit 2016 in Russland auf der Liste der "ausländischen Agenten" steht. Bei Memorial Moskau leitet Scherbakowa die Jugend- und Bildungsprogramme. Die promovierte Germanistin hat unter anderem Franz Kafka, Heinrich Böll und Christa Wolf ins Deutsche übersetzt. Ende der 1970er Jahre begann sie, Interviews mit Opfern des Stalinismus zu führen, seit 1991 forscht sie in den Archiven des KGB. Bis 2006 lehrte sie Oral History und visuelle Anthropologie an der Russischen Staatlichen Universität für Humanwissenschaften Moskau. Sie ist Autorin und Herausgeberin zahlreicher Bücher zu Stalinismus und Erinnerungskultur. In ihrem Buch "Die Hände meines Vaters" (Droemer, 2019) beschreibt sie die jüdisch-kommunistische Geschichte ihrer Familie. 2010 erschien von ihr: "Zerrissene Erinnerung. Der Umgang mit Stalinismus und Zweitem Weltkrieg im heutigen Russland" (Wallstein). Mit Karl Schlögel hat sie ein Buch über den "Russland-Reflex" geschrieben (Edition Körber-Stiftung 2015). 2005 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. -- Michael Wildt, geboren 1954 in Essen, ist Professor für Deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus an der Humboldt-Universität zu Berlin. Schwerpunkte seiner Forschung sind die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust, Antisemitismus, Fotografiegeschichte sowie soziale und politische Ordnungen im 20. Jahrhundert. 2002 erschien seine Studie über das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamts: "Generation der Unbedingten" (Hamburger Edition). Wildt hat sich intensiv mit den Konzepten "Volk" und "Volksgemeinschaft" beschäftigt. Da

    • 52 min
    Stadt oder Land - Wo leben wir nachhaltig?

    Stadt oder Land - Wo leben wir nachhaltig?

    Die Debatte mit Carla Spangenberg, Ernst Paul Dörfler und Gernot Wagner
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    Wiederholung vom 11.11. 2021
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    Wo ist nachhaltiges Leben möglich: in der Stadt oder auf dem Land? Was lange als Lifestyle-Entscheidung galt, ist nun eine Frage der Rettung von Natur und Überleben auf der Erde. Der Ökochemiker Ernst Paul Dörfler plädiert für einen Rückzug aufs Land. Klimaökonom Gernot Wagner hält dagegen: Nur ein effizientes urbanes Leben kann die Erde retten. In einem aber sind sich beide einig: Der absolute Klimakiller ist der Speckgürtel.

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    Ernst Paul Dörfler: "Die Stadt ist der Öko-Parasit: Die wichtigsten Dinge für unser Leben – Luft, Wasser Nahrung – kommen aus den ländlichen Räumen. Die ländlichen Räume sind der Versorger und die Stadt ist der Verbraucher."
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    Schreiben Sie uns gern Ihre Gedanken, Kritik und Anregungen an derzweitegedanke@rbbkultur.de

    • 40 min
    Jahresrückblick Debatten - Der Zweite Gedanke live mit Hörer*innen

    Jahresrückblick Debatten - Der Zweite Gedanke live mit Hörer*innen

    Was wird Ihnen aus dem Jahr 2021 am stärksten in Erinnerung bleiben?
    Was ist Ihr größter Wunsch für 2022? - Das wollten wir von Ihnen erfahren, in dieser Livesendung kurz vor dem Jahreswechsel. Eine Debatte mit Natascha Freundel, Redakteurin und Moderatorin von "Der zweite Gedanke".

    • 45 min
    Mission possible? Kirche heute

    Mission possible? Kirche heute

    Die Debatte mit Natascha Freundel, Theresa Brückner und Benedikt Zimmermann -- Alle Jahre wieder… gehen die Menschen hierzulande an Heiligabend in die Kirche. Wenn überhaupt. In diesem Jahr womöglich weniger denn je, nicht nur pandemiebedingt. Rund 400.000 Menschen treten Jahr für Jahr aus der – evangelischen oder katholischen – Kirchengemeinschaft aus. Prognosen deuten darauf hin, dass der Anteil der Christen in Deutschland bald unter 50 Prozent fällt. Grund zur Sorge? Wo bleibt die christliche Seelsorge als Kitt der Gesellschaft, wenn sich diese Gesellschaft in tiefem Misstrauen von der Kirche abwendet? Theresa Brückner, evangelische "Sinnfluencerin" und Pfarrerin für Kirche im digitalen Raum, und der Katholik Benedikt Zimmermann, Pastoralreferent und Gott*suchender, glauben an eine Kirche mit Zukunft. -- Theresa Brückner: "Man wird nicht zur Christin oder zum Christ, wenn man in die Kirche geht. Man wird auch nicht zum Auto, wenn man in einer Garage steht. Sondern das hat ganz viel damit zu tun, wie man sich verhält." -- Wir freuen uns über Ihre Gedanken - schreiben Sie an derzweitegedanke@rbbkultur.de. Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke

    • 45 min
    Weiterreden? Zum Umgang mit Verschwörungsmythen in Freundschaft und Familie

    Weiterreden? Zum Umgang mit Verschwörungsmythen in Freundschaft und Familie

    Die Debatte mit Natascha Freundel, Steffi Bahro und Ingrid Brodnig
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    „Wirkt auch, wenn man nicht daran glaubt. Die Booster Impfung gegen Covid 19“. Gutes Plakat, aber erreicht es auch diejenigen, die partout nicht daran glauben wollen? In dieser Folge geht es um ein Thema, das manche schon als das soziale Long Covid bezeichnen: Um die Brüche im Miteinander, auch zwischen Freunden und in der Familie. Wir sprechen über Verschwörungserzählungen und wie man dagegen Einspruch erheben kann, im engsten Kreis, ohne diesen Kreis zu sprengen.
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    Mit Ingrid Brodnig aus Wien, Expertin für Hass im Netz und Autorin mehrerer Bücher, zuletzt „Einspruch! Verschwörungsmythen und Fake News kontern, in der Familie, im Freundeskreis und online“ (Brandstätter). Und mit Steffi Bahro aus Potsdam, systemische Beraterin im Team von "Mitmensch - Beratung bei Konflikten im Zusammenhang mit Verschwörungserzählungen".
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    Schreiben Sie uns Ihre Gedanken gern an derzweitegedanke@rbbkultur.de. Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke

    • 56 min
    Alleinsein, Einsamkeit und der Wert der Freundschaft

    Alleinsein, Einsamkeit und der Wert der Freundschaft

    Die Debatte mit Carla Spangenberg, Daniel Schreiber und Jo Schück


    Kurz vor Weihnachten, dem Fest der Liebe und Familie, und nach bald zwei Jahren Corona-Pandemie kann sie uns überrollen: Die Einsamkeit. Vor allem für Alleinstehende wird sie mitunter zu einer schweren Belastung. Doch bedeutet Allein-Sein auch Einsam-Sein? Wie können sich Alleinstehende in Selbstgenügsamkeit üben? Ist die starre Paarbeziehung nicht ohnehin überholt und wird abgelöst von Freundschaften, die mehr Freiheit lassen und trotzdem Halt bieten? Und was ist, wenn auch die Freundschaft einmal endet?



    Daniel Schreiber: "Ich glaube, dass es eine der großen Aufgaben für viele Menschen ist, sich von bestimmten Träumen zu verabschieden und vielleicht auch das Ideal der Liebe zu überdenken."


    Jo Schück: "Nackt im Hotel - Wie Freundschaft der Liebe den Rang abläuft" - dtv,2020
    Daniel Schreiber: "Allein" - Hanser Berlin, 2021


    Ihre Gedanken, Kritik und Anregungen gerne an: derzweitegedanke@rbbkultur.de

    • 39 min

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