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Ein Podcast zu nationalsozialistischen Kontinuitäten im Recht und in der juristischen Ausbildung

Mal nach den Rechten schauen Autor:innenkollektiv Mal nach den Rechten schauen

    • Society & Culture

Ein Podcast zu nationalsozialistischen Kontinuitäten im Recht und in der juristischen Ausbildung

    Palandt umbenannt!

    Palandt umbenannt!

    Palandt umbenannt! Otto Palandt war ein hochrangiger Nazi-Funktionär. Ab 1934 war er Leiter des Reichsprüfungsamtes und hat in dieser Funktion die juristische Ausbildung im Sinne des Nationalsozialismus verändert. Nach ihm ist der wichtigste Zivilrechtskommentar zum BGB aus dem Hause Beck benannt -  bis jetzt. Nach fast 5 Jahren seit der Gründung der Intiative Palandt umbennenen kündigte der Beck Verlag nun an „Namen von Juristen, die in der NS-Zeit aktiv waren, werden auf den Titeln nicht beibehalten“. Wir haben Janwillem angerufen um mit ihm über diese Entwicklung zu sprechen. Diese Folge ist ein Update zu Folge 1 „Jura umbennenen!“.



    Shownotes:  

    Pressemitteilung C.H. Beck Verlag http://www.presse.beck.de/home/chbeck-wird-werke-aus-seinem-verlagsprogramm-umbenennen.aspx  

    Initiative Palandt umbenennen https://palandtumbenennen.de  

    MNDRS Folge 1 „Jura umbennenen!“ https://www.malnachdenrechtenschauen.de/podcast/jura-umbenennen/  

    ZEIT Online https://www.zeit.de/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Fgesellschaft%2F2021-07%2Fotto-palandt-verlag-umbenennung-gesetzbuch-werke-ns-juristen-nationalsozialismus  

    Süddeutsche Zeitung https://www.sueddeutsche.de/politik/justiz-nationalsozialisten-beck-verlag-ehrung-1.5364430

    • 14 min
    Widerstände

    Widerstände

    In unserer dritten Folge von ‚Mal nach den Rechten schauen‘ blicken wir auf das turbulente und spannende Wirken des Juristen Fritz Bauer. Als jüdischer Sozialdemokrat wird Fritz Bauer von den Nationalsozialisten festgenommen und kann später ins Exil nach Dänemark entkommen. Er überlebt den Krieg und kehrt 1949 zurück nach Deutschland, wo er schließlich als Generalstaatsanwalt in Frankfurt die Auschwitz-Prozesse initialisiert. Mit seinem Einsatz für die rechtliche Aufklärung der NS-Verbrechen schreibt er Geschichte. Doch trotzdem ist er vielen Jurastudent:innen heute unbekannt.

    Deswegen haben Elisa, Whitney und Nora Ronen Steinke eingeladen, um gemeinsam mit ihm Fritz Bauer und sein Denken in Erinnerung zu rufen. Ronen Steinke ist Jurist, Autor und Journalist und hat sich in seinem Buch ‚Fritz Bauer: oder Auschwitz vor Gericht‘ intensiv mit der Lebensgeschichte einer der wichtigsten Jurist:innen des 20. Jahrhunderts auseinandergesetzt.





    Shownotes:

    Lesetipp: Fritz Bauer – „Kampf um des Menschen Rechte“

    Lesetipp: Buch von Ronen Steinke “Fritz Bauer: oder Auschwitz vor Gericht” bei Piper erschienen

    Lesetipp: Fritz Bauer 1903-1968 – The prosecutor who found Eichmann and put Auschwitz on trial von Irmtrud Wojak

    https://www.topographie.de/ausstellungen/sonderausstellungen/#c6537

    https://www.fritz-bauer-institut.de/audioarchiv/das-unverstehbare-verstehen-der-holocaust-und-die-rechtsgeschichte

    Fritz Bauer - Generalstaatsanwalt. Nazi-Jäger | Dokumentation

    Fritz Bauer im Frankfurter Kellerklub 1964

    Infotipp: Das Frankfurter Fritz Bauer Institut hat unterschiedliche Publikationen von und über Fritz Bauer herausgegeben

    Lesetipp: Alexander Kluges Buch “Wer ein Wort des Trostes spricht, ist ein Verräter: 48 Geschichten für Fritz Bauer”

    Filmtipp: Der Staat gegen Fritz Bauer. Mit fiktionalen Momenten

    Lesetipp: Arno Lustiger: Zum Kampf auf Leben und Tod. Das Buch vom Widerstand der Juden 1933–1945

    • 46 min
    Weggefallen

    Weggefallen

    Schlägt man den § 175, welcher homosexuelle Handlungen von Männern unter Strafe stellte, im Strafgesetzbuch heute auf, findet sich dort nur noch ein einziges Wort: „weggefallen“, denn der Tatbestand wurde 1994 aufgehoben. Welche Geschichte hinter dem Wort „weggefallen“ jedoch eigentlich steckt, möchten wir in unserer zweiten Folge besprechen. Hinterfragen werden wir dabei vor allem, was der Paragraph für Betroffene bedeutete, wieso der Straftatbestand nach 1933 verschärft und auch erst 1994 gestrichen wurde. Mit unserem Interviewpartner Georg Härpfer, ehemaliges Vorstandsmitglied der Bundesinteressenvertretung Schwuler Senioren, werden wir zudem näher auf das Rehabilitierungsgesetz von 2017 eingehen und die Frage diskutieren, wieso es so lange dauerte, Betroffene zu rehabilitieren.



    Shownoteshttps://www.servat.unibe.ch/dfr/bv006389.html

    umfangreiche Literaturauswahl des BiSS: http://www.offene-rechnung.org/literatur-zum-thema/

    https://schwuleundalter.de

    https://mh-stiftung.de



    Fragen und Anmerkungen zur FolgeTwitter: @MNDRSpodcast

    E-Mail: info@malnachdenrechtenschauen.de

    • 40 min
    Jura umbenennen!

    Jura umbenennen!

    Jura umbenennen - oder zumindest ein paar Kommentare...





    In der ersten Folge unseres Podcasts "Mal nach den Rechten schauen" beschäftigen wir uns mit einer Person, an deren Namen man schon in der juristischen Ausbildung nicht vorbeikommt: Otto Palandt.







    Nach ihm ist der wichtigste Zivilrechtskommentar zum BGB aus dem Hause Beck benannt. Was jedoch viele nicht wissen: Otto Palandt war ein hochrangiger Nazi-Funktionär. Ab 1934 war er Leiter des Reichsprüfungsamtes und hat in dieser Funktion die juristische Ausbildung maßgeblich im Sinne des Nationalsozialismus verändert.





    Wie kann das sein? Und wie hat Otto Palandt die juristische Ausbildung verändert? Das wollen wir besprechen mit Janwillem van de Loo von der Initiative "Palandt Umbenennen".





    Quellen (Auswahl) und Links:

    Initiative Palandt Umbenennen: https://palandtumbenennen.de/Auf der Seite der Initiative findet sich eine ziemlich vollständige Literaturliste mit weiteren Quellen: https://palandtumbenennen.de/presse/

    Rechtshistorischer Podcast der Uni Trier: https://www.uni-trier.de/fileadmin/fb5/prof/ZIV008/11palandt.mp3Festschrift des Beck-Verlags zur 75. Auflage des Palandt (2016): https://rsw.beck.de/docs/librariesprovider57/default-document-library/palandt-festschrift_zur_75-_auflage.pdf

    • 42 min
    Intro: Mal nach den Rechten schauen

    Intro: Mal nach den Rechten schauen

    Willkommen beim Podcast „Mal nach den Rechten schauen“.

    Wir fragen nach Kontinuitäten der NS-Zeit im Recht und in der juristischen Ausbildung. Wir widmen uns den Lücken in der Aufarbeitung des Nationalsozialismus und dem Umgang von Behörden und juristischen Fakultäten mit regimetreuen Jurist*innen. Wir stellen dar, wie nationalsozialistische Rechtsvorstellungen implementiert wurden. Wir decken auf, an welchen Stellen auch heute noch nationalsozialistisches und damit rassistisches, antisemitisches, sozialdarwinistisches Gedankengut im deutschen Rechtssystem konserviert wird. In jeder Folge untersuchen wir ein Thema. Es geht um unseren Sprachgebrauch, feministische Perspektiven auf das Recht, die Biografien und Widerstandshandlungen antifaschistischer Jurist*innen damals und heute.

    Die Fragen nach der Rolle des Rechts im NS und den auch personellen Kontinuitäten war lange Zeit eine unbeachtete Randnotiz. Habt ihr im Studium ein Seminar zur Rolle des Rechts im NS besucht? Bei uns: Fehlanzeige. Ein angemessener Umgang mit Maunz oder Palandt? - Negativ. Gerade im etablierten rechtswissenschaftlichen Diskurs begegnet die Frage nach den Überbleibseln der NS Diktatur in Recht und Gesellschaft erheblichen Vorbehalten. Gerne schweigt der rechtswissenschaftliche Diskurs.

    Wir vom Podcast „Mal nach dem Rechten schauen“ wollen dieses Tabu brechen. Wir sind praktizierende und angehende Jurist*innen und laden Euch ein mit uns die Leerstellen aufzuspüren.

    Schön, dass du zuhörst.

    • 3 min

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