5 episodes

Der Podcast „Momentaufnahmen“ beleuchtet aktuelle künstlerische Positionen, die sich mit dem Medium Fotografie auseinandersetzen. Er ist im Zusammenhang der Ausstellung „The Incredible World of Photography“ entstanden, die eine grosse Auswahl an hauptsächlich historischen Fotografien zeigt. Die Bandbreite fotografischer Praktiken hat sich durch die technologische Transformation der letzten Jahrzehnte merklich vergrössert. Die Digitalisierung hat das Verhältnis von Bildproduzenten und Konsumenten fundamental verändert. Der erweiterte Fotografie-Begriff – auch „Post-Fotografie“ genannt – ist auch für die zeitgenössische Kunst äusserst relevant. Für „Momentaufnahmen“ trifft die Kunsthistorikerin Aïcha Revellat fünf Kunstschaffende aus Basel zum Gespräch, die sich mit dieser post-fotografischen Gegenwart auseinandersetzen. Zwei der Gespräche werden auf Englisch, die drei weiteren auf Deutsch geführt.

https://kunstmuseumbasel.ch/de/programm/themen/momentaufnahmen

Momentaufnahmen Aïcha Revellat, Kunstmuseum Basel

    • Society & Culture

Der Podcast „Momentaufnahmen“ beleuchtet aktuelle künstlerische Positionen, die sich mit dem Medium Fotografie auseinandersetzen. Er ist im Zusammenhang der Ausstellung „The Incredible World of Photography“ entstanden, die eine grosse Auswahl an hauptsächlich historischen Fotografien zeigt. Die Bandbreite fotografischer Praktiken hat sich durch die technologische Transformation der letzten Jahrzehnte merklich vergrössert. Die Digitalisierung hat das Verhältnis von Bildproduzenten und Konsumenten fundamental verändert. Der erweiterte Fotografie-Begriff – auch „Post-Fotografie“ genannt – ist auch für die zeitgenössische Kunst äusserst relevant. Für „Momentaufnahmen“ trifft die Kunsthistorikerin Aïcha Revellat fünf Kunstschaffende aus Basel zum Gespräch, die sich mit dieser post-fotografischen Gegenwart auseinandersetzen. Zwei der Gespräche werden auf Englisch, die drei weiteren auf Deutsch geführt.

https://kunstmuseumbasel.ch/de/programm/themen/momentaufnahmen

    Katrin Niedermeier

    Katrin Niedermeier

    Virtuell bezeichnet gemäss Duden etwas, was nicht echt, also nicht in Wirklichkeit vorhanden, aber dennoch echt erscheinend ist. In einer Post-Internet-Gegenwart scheint es jedoch fraglich, inwiefern die Unterscheidung zwischen simulierter und echter Wirklichkeit überhaupt noch greift. Katrin Niedermeiers Bildwelten, bestehend aus Animationen, Filmstills, Installationen, Malerei und Video entstehen zu grossen Teilen mithilfe digitaler Technologien. Sie zeigen Landschaften und Körper, die nicht nur in ihrer Erscheinung vertraut wirken, sondern sich auch auf konkrete analoge Gegebenheiten beziehen. In der 3D-Animation Blooming (2016) wird die Natur im Schlossgarten von Versailles als düstere, von Menschen gestaltete und kontrollierte Struktur dargestellt, sodass der Sehnsuchtsraum Garten einen dystopischen, an Computerspielästhetik erinnernden Unterton erhält. Die Avatare, die in Niedermeiers Arbeiten immer wieder auftauchen und von vorwiegend männlichen Designern digital entworfen werden, basieren auf Scans bzw. Fotografien realer menschlicher Frauenkörper. Dass Analog- und Digitalraum nicht zwei eindeutig voneinander trennbare Sphären darstellen, sondern sich in unserer westlichen Gegenwart auf unübersichtliche Art und Weise durchdringen und überlappen – sei es etwa in Bezug auf menschliches Begehren oder Bedingungen und Funktionsweisen kapitalistischer Systeme –, das wird in Niedermeiers Werken erfahrbar gemacht.

    • 18 min
    Emanuel Rossetti

    Emanuel Rossetti

    Wie Bilder generell zeichnen sich Fotografien nicht nur durch dasjenige, was sie zeigen, aus, sondern vor allen Dingen auch durch das, was sie nicht zeigen. Alles, was im Verborgenen bleibt, was ausserhalb des Sichtfeldes der Kamera angesiedelt ist, muss von den Betrachter*innen hinzugedacht werden. Bereits in den frühesten Arbeiten Emanuel Rossettis zeigt sich dessen Interesse an der Frage, wie abstrakte und konkrete Räumlichkeiten konstruiert werden und wie wir uns in diesen bewegen. In seinen Installationen verschwimmen Ausstellungs- mit Backstagebereichen, Alltagsobjekte wie Kaffeekannen und Scheren werden dem realen Raum und ihrer ursprünglichen Funktion enthoben und zu entfremdeten Readymades. Für die jüngste Fotoserie Walks (2020) nahm Rossetti mit einem Fischauge-Objektiv Stadt- und Stadtrandansichten auf, sodass anstelle der klassischen rechteckigen Tableau-Form kreisrunde Bilder in quadratischen Rahmen entstanden. Der verzeichnende Effekt der Fischaugenlinse schafft zusätzlich Distanz zwischen dem Fotografen und seinen Motiven, sodass die Bilder weder als von ihm konstruierte Kompositionen, noch als dokumentarische Verweise auf eine Wirklichkeit ausserhalb des Bildes gelten können.

    • 22 min
    Nele Stecher

    Nele Stecher

    Familienalben sind der Inbegriff von Amateurfotografie. Hier knüpft Nele Stecher für ihre Werkgruppe Die Organisation der Liebe (2008) an. Sie stellt die inszenierten Fotos ihrer Kindheit nach und nimmt dabei die Gesten und Posen ihrer Familienmitglieder ein, auch die des Vaters. Durch diesen Rollentausch werden Machtgefüge und Fragen nach der eigenen Identität innerhalb der Familie seziert und hinterfragt. Auch für ihr neuestes Projekt Deutsche Liebe (2020) geht Stecher von bestehendem Bildmaterial, genauer von Pressebildern rund um die Anschläge der RAS Terroristen, aus. Indem sie die Fotos auswählt und neu zusammenstellt entstehen Verbindungen und Narrative, die sich vom ursprünglichen Kontext des Fotojournalismus deutlich unterscheiden. Fragen zur Rolle der Fotografie für das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft und die Bildung von Mythen, die von solchen Bildern getragen werden, treten so in den Vordergrund.
    Die bildbegleitenden Texte enthalten Geschichten, die sich auf die abgebildeten Szenen beziehen. Für Stecher meint der Akt des Fotografierens weit mehr als mit der Kamera ein Bild aufzunehmen. So versteht sie sowohl das Verfassen der Texte als auch das Einscannen und Ausschneiden oder abfotografieren von vorgefundenen Fotos als Teil ihrer fotografischen Praxis.

    • 30 min
    Basim Magdy

    Basim Magdy

    Basim Magdy came to photography through his interest in film. He uses traditional analogue and Polaroid cameras which he likes to reassemble and and experiment with, pushing their the apparatus past what it was traditionally designed to do. Magdy creates elusive images of empty landscapes, monuments that allude to the human need to leave a mark on this earth and of people who seem eerily out of place in their environment. In works like Someone Tried to Lock up Time (2018) and Apology to a Love Story that crashed into a Whale (2016) a series of images and poetic texts make ambiguos references to the way in which history is being written, and perhaps to the role that photography plays in the construction of these perceived "truths" about the world. In addition to an acclaimed international exhibition activity, Magdy makes it a point to make many of his works, notably his films available online. While digital modes of displaying art has gained importance in recent times, he emphazises its potential for democrazising access to art.

    • 18 min
    Cassidy Toner

    Cassidy Toner

    "I use photography as a means of communication", Cassidy Toner says when asked about the role photography plays in her work. Her oeuvre, made up of sculptures, prints, drawings, paintings and photographs, is preceeded by an critical reflexion on viewership and participation. The works are intriguing and playful, filled with references to literature, philosophy and popular culture, attracting the viewers gaze, at the same time rejecting an immersive interaction. Wile E. Coyote, a Warner Bros. cartoon character Toner turned into a series of sculptures and prints personifies the tragical and comical way in which the pursuit of desired objects often plays out. The coyote desperately wants to catch and eat the Road Runner, a fast-running ground cockoo, but despite his elaborate scemes, his attempts are never successful. The large scale photographs of Toners live in atelier which was at the center of her solo show The Unstable 4th Wall in 2019 at PHILLIPZOLLINGER (Zurich) appear to give the spectators a glimpse behind the scenes of the artists work and private space. But the large tears which run across the Tyvek prints throw the viewers back into the gallery space, back upon themselves.

    • 22 min

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