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Interviews zu wichtigen politischen und gesellschaftlichen Themen in den aktuellen Kulturmagazinen von SWR2.

Politisches Interview SWR

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Interviews zu wichtigen politischen und gesellschaftlichen Themen in den aktuellen Kulturmagazinen von SWR2.

    Kommunen verlangen mehr Mitsprache bei der Integration

    Kommunen verlangen mehr Mitsprache bei der Integration

    Deutschlands Kommunen wollen mitbestimmen, meint die Politologin Malisa Zobel im Gespräch mit SWR2. Vor einem Treffen des Bündnis „Städte Sicherer Häfen“, dem 120 Städte und Gemeinden angehören, mit Beamten und Politikern im Bundesinnenministerium sagt Zobel: „Die Kommunen übernehmen einen Löwenanteil der Arbeit. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie ein größeres Mitspracherecht wollen“. Das freiwillige Angebot der Städte und Gemeinden sei nicht parteipolitisch geprägt, so Zobel, die an der Humboldt-Viadrina Governance Platform zur Flüchtlingsintegration forscht. Die Initiative, mehr Flüchtlinge aufzunehmen ist für die Expertin auch Folge der in den vergangenen Jahren aufgebauten Kapazitäten, die nun leer stünden. „Das ist natürlich für Menschen, die sich engagiert haben, für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, frustrierend“. Insgesamt überwiege bei dem Bündnis der humanitäre Impuls in Zeiten, in der Europas Regierungen blockiert sind.

    • 5 min
    75. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung: Gefahr einer Ritualisierung des Gedenkens

    75. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung: Gefahr einer Ritualisierung des Gedenkens

    Bei den Feiern zum Holocaust-Gedenktag besteht die Gefahr einer Ritualisierung, findet Professor Stephan Lehnstaedt. „Man muss auch schauen, dass den Symbolen konkrete Taten folgen“, so der Berliner Experte für Holocaust-Studien. Ein Zuviel an öffentlichem Gedenken gebe es nicht: „Das ist ein bisschen wie das Argument, dass die Juden selbst am Antisemitismus Schuld sind, weil sie so jüdisch sind“. Es bleibe festzuhalten, so Lehnstaedt, dass der Antisemitismus in Deutschland wieder salonfähiger geworden sei. „Es ist inzwischen eine Partei im Bundestag, die offen revisionistisch ist“, mahnt er mit Blick auf Äußerungen von AfD-Politikern. Was fehle, sei die Unterstützung von oben für sinnvolle Projekte. Am Beispiel des Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung erklärt Lehnstaedt: „Solange der Antisemitismus-Beauftragte keinen Haushalt hat, ist das reine Symbolpolitik“.

    • 7 min
    Bundeskanzlerin besucht türkischen Präsidenten Erdogan: Erster Warnschuss aus Ankara

    Bundeskanzlerin besucht türkischen Präsidenten Erdogan: Erster Warnschuss aus Ankara

    Das Flüchtlingsabkommen zwischen der Türkei und der EU stehe auf der Kippe, so der Soziologe Gerald Knaus in SWR2.

    • 6 min
    Moshe Zimmermann über Welt-Holocaust-Forum: Überlebende stehen am Rand

    Moshe Zimmermann über Welt-Holocaust-Forum: Überlebende stehen am Rand

    „Im Mittelpunkt stehen die Honoratioren“, urteilt Moshe Zimmermann über das Gesamtbild des Welt-Holocaust-Forums in Jerusalem. Der emeritierte Historiker sagt zur Rolle der Zeitzeugen: „Die Überlebenden sind dort, wo sie in der Regel in Israel sind - am Rande“. Zwar sei die Erinnerung an die Vernichtung des europäischen Judentums zentral für das Land, die Diskrepanz entstehe durch die Notwendigkeit, die Überlebenden finanzieren und unterstützen zu müssen. Auf die Ära nach dem Tod der letzten Zeitzeugen des Holocaust sei Israel vorbereitet: „Weil die Erinnerung im Erziehungssystem und in den Medien eine zentrale Rolle spielt“. Die Jugend sei „geschult und gedrillt, sehr oft an den Holocaust zu denken“, meint Zimmermann. Politisch benutze Israel den Holocaust als ultimatives Argument: „Kein Volk hat so etwas erlebt und mit dieser Erfahrung kann man das instrumentalisieren“.

    • 6 min
    Weltwirtschaftsforum in Davos: Zeit, in klimaneutrale Technik zu investieren

    Weltwirtschaftsforum in Davos: Zeit, in klimaneutrale Technik zu investieren

    Der Klimawandel und das Verhältnis von Ökonomie und Ökologie stehen im Vordergrund beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos. In SWR2 am Morgen sagte der Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Thomas Straubhar heute morgen, wichtig sei, das Wachstum, das den Ökonomen immer vorgeworfen werde, als Ziel zu verfolgen. „Es muss gelingen, ökonomisches Wachstum im Sinne von mehr Lebensqualität für mehr Menschen zu gerieren, ohne dass es zu einem Wachstum des Verbrauchs an ökologischen Ressourcen kommt”. Grundsätzlich sei er, anders als viele andere, optimistisch, was die Erreichung der Klimaziele angehe.„Jetzt ist ein exzellenter Zeitpunkt, um mit dramatischen Investitionen in neue, klimaneutrale Technik einen Schub nach vorne zu gehen und über Innovationen in neue Technologien dafür zu sorgen, dass wir die Klimaziele einhalten können”, betonte Straubhar. Er sehe den richtigen Ansatz darin, einerseits die Verschmutzung der Umwelt zu verteuern und auf der anderen Seite auf Investitionen zu setzen, die vermeiden und verhindern helfen, dass es zu diesen Emissionen kommt.

    • 6 min
    Jean Ziegler zu EU-Flüchtlingspolitik: Lager auf Lesbos schließen

    Jean Ziegler zu EU-Flüchtlingspolitik: Lager auf Lesbos schließen

    Die EU-Flüchtlingspolitik „ruiniert das moralische Fundament dieses kontinentalen Rechtsstaates“, sagt der Autor Jean Ziegler im Gespräch mit SWR2. Ziegler hatte im vergangenen Jahr im Rahmen des UN-Menschenrechtsrats das EU-Flüchtlingslager Moria auf Lesbos besucht. Die Zustände in diesem sogenannten Hotspot seien unmenschlich, 2019 seien vier Kinder erfroren, „es werden wieder Kinder erfrieren“, so Ziegler. Verantwortlich macht er die Europäische Union, deren Strategie sei es Flüchtlinge abzuschrecken. Zieglers Idee: „Die Hotspots müssten ersatzlos geschlossen werden“, außerdem müssten auch die osteuropäischen EU-Mitglieder Flüchtlinge aufnehmen. Sie könnten durch die Streichung von EU-Fördergeldern dazu gezwungen werden.

    • 5 min

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