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Das kontroverse Interview mit dem Gast der Woche. Oder die Sendung, die BundesrätInnen und ManagerInnen, Kulturschaffenden und PolitikerInnen die Gelegenheit gibt, ihre Position in mehr als einem kurzen Statement darzulegen.

 

Samstagsrundscha‪u‬ Schweizer Radio und Fernsehen

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Das kontroverse Interview mit dem Gast der Woche. Oder die Sendung, die BundesrätInnen und ManagerInnen, Kulturschaffenden und PolitikerInnen die Gelegenheit gibt, ihre Position in mehr als einem kurzen Statement darzulegen.

 

    Fredy Fässler zu den Krawallen in St.Gallen

    Fredy Fässler zu den Krawallen in St.Gallen

    Viele junge Erwachsende haben genug von den Corona-Einschränkungen. Eine zunächst friedliche Openair-Party in der St. Galler Innenstadt, bei welcher die Jugend Normalität feiern wollte, artete aus. Die Befürchtung ist gross, dass sich solche Krawalle an anderen Orten wiederholen könnten. 

    Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen leisten einen sehr grossen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise. Sie erkranken nur ganz selten ernsthaft an Corona. Trotzdem haben sie bis anhin die Einschränkungen weitgehend mitgetragen, aus Solidarität mit den älteren Generationen. Aber nun nimmt die Bereitschaft, sich einzuschränken ab. In St. Gallen führte dies zu Krawallen mit der Politik.

    Der Staat muss sich dabei verschiedene Fragen gefallen lassen: Hat die Politik die Jugendlichen beim Corona-Krisenmanagement bis anhin zu wenig miteinbezogen? Hat die Polizei in St. Gallen Fehler gemacht, dass es überhaupt soweit hat kommen können? Hat sie mit den weitgehenden Wegweisungen unverhältnismässig reagiert? Oder muss die Polizei die Jugendlichen in die Schranken weisen, weil sie ansonsten ihren Auftrag nicht erfüllen würde? Wie sind die Polizeikorps allgemein aufgestellt, wenn es auch anderen Orten in der Schweiz knallen sollte? Hat das alles auch etwas mit dem Corona-Management auch des Bundesrates zu tun? Erleben wir gerade einen Bruch in der gesamtgesellschaftlichen Solidarität?

    Fredy Fässler ist Chef des Sicherheits- und Justizdepartements in St. Gallen und Präsident der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz. Er ist Gast bei Oliver Washington.

    • 30 min
    Letzter Finanzplatz-Doyen, Walter Kielholz, tritt ab

    Letzter Finanzplatz-Doyen, Walter Kielholz, tritt ab

    Walter Kielholz hat den Schweizer Finanzplatz geprägt wie kaum ein Zweiter: Ein Vierteljahrhundert lang, bei Swiss Re und der Credit Suisse. Nun tritt er ab. Was würde er heute anders machen, etwa in der Finanzkrise oder beim anschliessenden Kampf gegen schärfere Regulierungen?

    Walter Kielholz gehört zum Zürcher Freisinn, ist HSG-Absolvent, Zünfter, Mitglied im Rotary-Club, spielt Golf – und er ist ein begnadeter Netzwerker. Er hat den Schweizer Finanzplatz mitgeprägt in wichtigen Funktionen bei der Credit Suisse und bei Suisse Re. In beiden Konzernen sass er jahrelang im Verwaltungsrat, lange Zeit auch als Präsident.

    Sein letztes grosses Amt, das Präsidium bei Swiss Re, gibt er an der Generalversammlung Mitte April ab. Damit verlässt er die grosse Finanzplatz-Bühne. Zeit für einen kritischen Rückblick auf das Wirken des wohl letzten grossen Doyens und Strippenziehers der alten Schule. Einiges hat sich in diesen letzten 20, 30 Jahren grundlegend verändert: So wurden Banken und Versicherungen nach der Finanzkrise viel strenger reguliert. Das sei nicht nur zum Besten gewesen, bilanziert Kielholz.

    Thema ist zudem die Frage, warum die (Rück-)Versicherungsbranche bei Pandemien nach dem Staat ruft: Stiehlt sie sich da etwa künftig aus der Verantwortung?

    Walter Kielholz nimmt Stellung in der «Samstagsrundschau» bei Eveline Kobler.

    • 28 min
    «Ist das nun die Wende, Herr Berset?»

    «Ist das nun die Wende, Herr Berset?»

    Diese Woche gab Bundesrat Alain Berset bekannt, dass bis im Juli mehr als acht Millionen Impfdosen der beiden Hersteller Moderna und Pfizer in die Schweiz geliefert werden. Die Impfkampagne, die lange nicht richtig vom Fleck kam, soll nun doch noch in die Gänge kommen.

    Ist Alain Berset sicher, dass dieses Mal wirklich alle versprochenen Impfdosen rechtzeitig in der Schweiz ankommen. Kommen mit dem Start auch erste Lockerungen, beispielsweise für Restaurants, Kinos oder Sportveranstaltungen? Umstritten ist auch die Frage, ob jene, die geimpft sind, früher von Lockerungen profitieren sollen als jene, die noch nicht geimpft sind. Welche Haltung verritt Alain Berset in dieser Frage?

    Trotz Corona gibt es auch noch andere wichtige Dossiers in Bersets Departement, beispielsweise die AHV-Revision. Was braucht es, dass die Erhöhung des Rentenalters für Frauen mehrheitsfähig wird. Wie will der SP-Bundesrat seine eigene Wählerschaft von diesem Schritt überzeugen?

    Alain Berset nimmt auch dazu Stellung.
     

    • 29 min
    Churer Bischof Bonnemain vor übermenschlicher Aufgabe?

    Churer Bischof Bonnemain vor übermenschlicher Aufgabe?

    Kaum ins Amt eingesetzt nimmt der neue Churer Bischof Joseph Maria Bonnemain Stellung, wie er sein tief gespaltenes Bistum einen will. Kann der 72jährige den gewaltigen Erwartungen gerecht werden? Und wie will er die Entfremdung der Gesellschaft von der katholischen Kirche stoppen?

    Joseph Maria Bonnemain übernimmt das schwierigste Amt, das die katholische Kirche in der Schweiz derzeit zu bieten hat: Das Bistum Chur ist tief gespalten. Die Gräben teilen die Basis von der Führung, aber auch den traditionalistischen Flügel in Chur vom progressiven Flügel in Zürich.

    Die Erwartungen an den gebürtigen Jurassier sind enorm gross: Er sei der Richtige, ein Brückenbauer, hiess es bei seiner Ernennung zum Bischof einhellig. Kann er diesen Erwartungen wirklich gerecht werden? Will er, der viele Jahre lang in Zürich gelebt und gearbeitet hat, den «Zürcher Flügel» aufwerten, beispielsweise mit einem zweiten Bischofssitz?

    Joseph Bonnemain kämpft aber nicht nur mit einer Spaltung in seinem Bistum. Er muss auch Rezepte finden, um der Entfremdung der Gesellschaft von der katholischen Kirche entgegenzuwirken. Denn mehrere Dogmen aus Rom kollidieren immer stärker mit der hiesigen Lebenswelt der Katholikinnen und Katholiken; etwa, wenn es um die Gleichstellung, die Rolle der Frau oder den Umgang mit Homosexuellen geht.

    Bischof Bonnemain nimmt am Tag 1 in seinem neuen Amt Stellung zu seinen Plänen. Er ist live zu Gast in der «Samstagsrundschau» bei Eveline Kobler.

    • 30 min
    Ist die FDP auf Schlingerkurs, Herr Walti?

    Ist die FDP auf Schlingerkurs, Herr Walti?

    Die FDP hat ein Problem: In kantonalen Wahlen verliert sie deutlich, und im Parlament ist nicht klar, was die Partei will. Letzteres zeigte sich bei der Frage, ob ein fixes Lockerungsdatum ins Covid-Gesetz soll oder nicht. Ist die Partei von Fraktionspräsident Beat Walti auf Schlingerkurs?

    Was war das doch für eine Monsterdebatte: Stundenlang hat der Nationalrat Anfang Woche über das Covid-Gesetz diskutiert. Die FDP fiel dabei mit einem Zickzack-Kurs auf. Mehrere Parteimitglieder hatten sich in den vorberatenden Kommissionen noch dafür ausgesprochen, ein fixes Lockerungsdatum ins Covid-Gesetz zu schreiben und die Kommunikation der wissenschaftlichen Taskforce einzuschränken. Doch im Rat krebsten sie dann zurück.

    Was sagt FDP-Fraktionspräsident Beat Walti zu diesem Hin und Her: Mäandriert die Partei etwa konzeptlos durch die wohl wichtigste Debatte in dieser Session?

    Nicht nur im Parlament gibts Probleme, sondern auch bei kantonalen Wahlen: Die Partei verliert kontinuierlich Sitze, so auch am letzten Wochenende. Wie gedenkt die Parteispitze das Ruder herumzureissen?

    FDP-Fraktionspräsident Beat Walti nimmt Stellung in der «Samstagsrundschau» bei Eveline Kobler.

    • 29 min
    Gerhard Pfister zur politischen Corona-Krise

    Gerhard Pfister zur politischen Corona-Krise

    Der Diktatur-Vorwurf der SVP an den Bundesrat ist deplatziert. Aber die Frage, welche Rolle das Parlament bei der Bewältigung der Corona-Krise spielen soll, ist berechtigt. 

    Eine wichtige Rolle spielen dabei auch Mitte-Politiker, zum Missfallen von Parteipräsident Gerhard Pfister.

    Gerhard Pfister hat bis anhin dem Bundesrat den Rücken gestärkt. In einer Krise sei die Exekutive die Krisenmanagerin. Aber reicht es für die Legitimation von so weitreichenden Eingriffen in die persönliche Freiheit, wenn der Bundesrat solche Entscheide hinter verschlossenen Türen fällt? Oder müsste nicht das Parlament – als Volksvertretung – eine viel wichtigere Rolle spielen?

    Vor zwei Wochen preschte dann tatsächlich die Gesundheitskommission des Nationalrates vor. Sie forderte im Gesetz ein Datum, wann etwa Restaurants wieder öffnen dürfen. Die Forderung kam von der SVP und war eine Reaktion auf die Unzufriedenheit mit dem Bundesrat. Aber auch FDP und Mitte-Parlamentarier unterstützten diese Forderung. Zwar hiess es später von der Rennleitung der Mitte-Partei, dass sie keine fixen Daten im Gesetz fordere. Doch nur kurze Zeit später stimmte auch die Wirtschaftskommission des Nationalrates dieser Forderung zu; ebenfalls mit tatkräftiger Mithilfe mancher Parlamentarier der Mitte-Partei. Und diese Woche hiess die Mehrheit des Nationalrates eine Erklärung gut, welche den Bundesrat ebenfalls zu rascherem Handeln auffordert. Auch dies geschah mit der Unterstützung zahlreicher Mitte-Parlamentarier und gegen den Willen von Parteipräsident Gerhard Pfister. Was ist los? Warum hat die Partei-Leitung die eigenen Leute nicht im Griff? Hat nach der erfolgten Fusion zwischen der CVP und der BDP die neue Mitte-Partei ihren Kompass verloren, so dass verschiedene Exponenten in unterschiedliche Richtungen drängen? Wie will Pfister – diesen Widerständen zum Trotz – das Profil seiner Partei stärken?

    Gerhard Pfister ist Gast bei Oliver Washington in der «Samstagsrundschau».

    • 30 min

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