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Junge Leute wollen heute anders arbeiten als ihre Eltern: Sie fragen im Vorstellungsgespräch nicht mehr nach dem Dienstwagen, sondern nach der 4-Tage-Woche. Sie sind bereit, sich zu verausgaben – sofern der Job sie erfüllt.

Verena Töpper und Florian Gontek reden in unserem Job-Podcast abwechselnd mit jungen Menschen über ihre Arbeit: Was treibt sie an? Was bedeutet Karriere und Work-Life-Balance für sie?

Und was machst du? Der Job-Podcas‪t‬ DER SPIEGEL

    • Society & Culture
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Junge Leute wollen heute anders arbeiten als ihre Eltern: Sie fragen im Vorstellungsgespräch nicht mehr nach dem Dienstwagen, sondern nach der 4-Tage-Woche. Sie sind bereit, sich zu verausgaben – sofern der Job sie erfüllt.

Verena Töpper und Florian Gontek reden in unserem Job-Podcast abwechselnd mit jungen Menschen über ihre Arbeit: Was treibt sie an? Was bedeutet Karriere und Work-Life-Balance für sie?

    Zimmerin Katja, 22: Hohes Azubi-Gehalt für hohes Berufsrisiko

    Zimmerin Katja, 22: Hohes Azubi-Gehalt für hohes Berufsrisiko

    Katja Wiesenmüller hat eine Lehre zur Zimmerin gemacht. Schon in der Ausbildung verdient man in der Branche im Schnitt 1240 Euro – davon können viele Azubis nur träumen. Für Katja aber nur ein schöner Nebeneffekt. Die 22-Jährige lebt derzeit in Kassel, wo sie die Meisterschule besucht. Dabei wäre sie fast Lehrerin geworden. Erst im Abitur entdeckte sie das Zimmerhandwerk – und entschied sich gegen ein Studium. Bereut hat sie das bisher nicht: »Etwas mit den Händen zu schaffen, das macht schon richtig Spaß.« Nun ist Katja Wiesenmüller sogar die erste Frau, die in der Nationalmannschaft startet.

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    • 32 min
    Tanzlehrer Rafael, 23: Warum er in seinem Job auch manchmal Paartherapeut spielen muss

    Tanzlehrer Rafael, 23: Warum er in seinem Job auch manchmal Paartherapeut spielen muss

    Rafael Krause war 15 Jahre alt, als er zum ersten Mal einen Tanzkurs besuchte. Eine Freundin habe ihn gefragt, ob er Lust hätte, sie als ihr Tanzpartner zu begleiten, erzählt er heute. Schnell habe sich gezeigt, dass er sehr viel mehr Freude an den Tanzstunden hatte als sie: Er trainierte fast täglich, tanzte Discofox, Cha-Cha-Cha, Walzer, fing an, auf Turniere zu gehen.

    Heute, mit 23 Jahren, hat Rafael Krause sein Hobby zum Beruf gemacht: Er arbeitet als Tanzlehrer für Paartanz in einer Tanzschule in Bergisch Gladbach.

    Für manche Menschen, etwa seine Großmutter, sei »Tanzlehrer« kein richtiger Beruf, sagt Krause. Ihr erzähle er dann, er sei kaufmännischer Angestellter an einer Tanzschule. Ganz unwahr ist das nicht: Krauses Job besteht nicht nur daraus, seinen Schülerinnen und Schülern das Tanzen beizubringen. Er hilft auch bei der Buchhaltung, beantwortet Kundenanfragen, konzipiert Veranstaltungen und führt sie durch, etwa die Abschlussbälle der Tanzschule. In der Corona-Pandemie produziert er außerdem Videos, damit den Schülerinnen und Schülern die Tanzschritte auch im Shutdown im Gedächtnis bleiben.

    Sein Hauptziel, sagt Krause, sei aber ein anderes: Die Menschen, die in seine Kurse kommen, sollen eine gute Zeit haben. Er will sie »entertainen«, wie er selbst sagt. Denn Krause ist überzeugt: »Die wenigsten Leute gehen in die Tanzschule, um wirklich tanzen zu lernen.« Vielmehr gehe es ihnen darum, eine gute Zeit mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin zu haben, Menschen kennenzulernen, den Alltag zu vergessen.

    Wie schafft er es, dass seine Schülerinnen und Schüler sich bei ihm und in der Gruppe wohlfühlen? Was macht er, wenn sich Paare in seinen Tanzstunden streiten? Und wie schwierig ist es, das richtige Maß an körperlicher Nähe zu finden?

    Über diese und weitere Fragen haben wir mit Rafael Krause gesprochen.

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    • 35 min
    Masseurin Janika, 30: Warum wir mehr berührt werden sollten und wie sie mit sexueller Belästigung in ihrem Job umgeht

    Masseurin Janika, 30: Warum wir mehr berührt werden sollten und wie sie mit sexueller Belästigung in ihrem Job umgeht

    Janika Löschner kommt ihren Kundinnen und Kunden nah, hautnah. »Im wahrsten Sinne des Wortes begeben sich die Menschen nackt in unsere Hände«, sagt die 30-jährige Bremerin. Sie arbeitet als Masseurin in einem Spa, dem Bremer Badehaus, wo sie auch ausbildet.

    Löschner beschäftigt sich bereits ihr halbes Leben mit Menschen und ihren Körpern. Mit 16 begann sie eine Ausbildung zur Physiotherapeutin, arbeitete danach in Physiotherapie-Praxen, Krankenhäusern und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Doch die Arbeit war ihr nicht ganzheitlich genug. Es habe sie gestört, dass sie im 20-Minuten-Takt lediglich einzelne Körperteile behandeln sollte, sagt Löschner im Rückblick. Sei das Kniegelenk eines Patienten oder einer Patientin operiert worden, sei auch nur dieses therapiert worden. »Ich habe mich gefühlt wie in einer Autowerkstatt, wo man nur einen Fehler sucht.« Dabei habe sie eigentlich auf die Bedürfnisse ihrer Patientinnen und Patienten eingehen und ihre Sorgen ernst nehmen wollen.

    Also kündigte Löschner ihren Job als Physiotherapeutin und begann, in einem Wellnesscenter in Bremen zu arbeiten. Nebenbei absolvierte sie mehrere Fortbildungen. Mittlerweile beherrscht sie alle gängigen Massagetechniken wie Hamam, Ayurveda, Hot Stone oder die Thai Massage. Spezialisiert hat Löschner sich auf die hawaiianische Lomi-Lomi-Massage. Dabei handelt es sich um eine 90- bis 120-minütige Ölmassage des kompletten Körpers, bei der es nicht allein um die Entspannung geht – vielmehr sollen Körper, Geist und Seele in Einklang gebracht werden.

    Wie fühlt es sich an, Fremden körperlich so nah zu kommen? Wie erkennt sie Verspannungen im Körper? Schmerzen abends ihre Finger vom vielen Massieren? Und wie geht sie mit sexueller Belästigung in ihrem Job um?

    Über diese und weitere Fragen haben wir mit Janika Löschner gesprochen.

     

    Ergänzung: Da Janika selbstständig ist und nicht genau sagen konnte, wie viel Masseurinnen und Masseure verdienen, möchten wir folgendes ergänzen. Das Einstiegsgehalt liegt zwischen 1500 und 1800 Euro brutto im Monat. Mit steigender Berufserfahrung sind zwischen 2300 und 2600 Euro brutto möglich. Im öffentlichen Dienst verdienen Masseurinnen und Masseure monatlich etwa 3000 Euro brutto.

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    • 42 min
    Dolmetscherin Anne, 29: Warum sie im Job ein Adrenalinjunkie sein muss

    Dolmetscherin Anne, 29: Warum sie im Job ein Adrenalinjunkie sein muss

    Anne Berres` Job ist so anstrengend, dass sie sich bei der Arbeit nicht länger als 30 Minuten am Stück konzentrieren kann. Ihre Aufgaben sind so anspruchsvoll, dass sie oft nur im Team zu bewältigen sind. Und das Arbeitspensum für jeden ihrer Aufträge ist so hoch, dass sie nicht mehr als 70 Tage im Jahr im Einsatz ist – und damit gut ausgelastet.

    Anne Berres arbeitet als freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch und Englisch.

    Meistens dolmetscht sie simultan, das bedeutet, sie übersetzt Reden und Vorträge in Echtzeit. Berres war schon bei Beratungen des Fußballverbands UEFA zum Einsatz von Videoschiedsrichtern dabei und hat auf Hauptversammlungen von börsennotierten Unternehmen und Banken gedolmetscht. Dabei sitzt sie in der Regel in einer verglasten, schallisolierten Kabine, von der aus sie den Redner oder die Rednerin sehen kann. Das Gesagte hört sie über einen Kopfhörer, die Übersetzung spricht sie fast zeitgleich in ein Mikrofon.

    Um das leisten zu können, muss sie hoch konzentriert sein, darf keine Sekunde gedanklich abschweifen. Und sie muss inhaltlich so gut vorbereitet sein, dass sie nicht lange überlegen muss, wie sie ein Wort oder eine Formulierung in die jeweils andere Sprache übersetzen würde. Als Freiberuflerin übernimmt Berres die verschiedensten Aufträge mit ganz unterschiedlichen Inhalten, sie muss also ein breites Spektrum an Themen abdecken können: Von technischen Vorträgen in der Automobilindustrie über die Vorstellung von Modekollektionen bis hin zu Dolmetscher-Jobs in Schiedsgerichten ist alles dabei.

    Ist sie nach vier Jahren im Beruf immer noch vor jeder Konferenz nervös? Was kann sie tun, wenn ihr doch mal ein Fehler unterläuft? Und wie reagiert sie, wenn sie Vorträge übersetzten muss, deren Inhalt nicht mit ihren eigenen Wertvorstellungen zusammenpasst?

    Über diese und weitere Fragen haben wir mit Anne Berres gesprochen.

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    • 37 min
    Landschaftsgärtnerin Elena, 25: Warum sie gern auf Bäume klettert und wie der Klimawandel ihre Arbeit beeinflusst

    Landschaftsgärtnerin Elena, 25: Warum sie gern auf Bäume klettert und wie der Klimawandel ihre Arbeit beeinflusst

    Bäume pflanzen und Blumen gießen – diese Vorstellung hatte Elena Shahidinejad von ihrem zukünftigen Beruf, bevor sie ihre Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin begann. Doch der Garten- und Landschaftsbau ist viel mehr als das: Entwässerungsrohre verlegen, Wege pflastern, Mauern und Terrassen bauen – das alles gehört genauso zum Job, wie Pflanzen zu pflegen. Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner arbeiten eher auf einer Baustelle als einfach nur in einem Garten.

    Laut der Langzeitstudie »Good Work Project« von Harvard-Professor Howard Gardner sind Gärtnerinnen, neben Floristen, am glücklichsten in ihrem Beruf – trotz der schweren körperlichen Arbeit und der eher durchschnittlichen Bezahlung. Shahidinejad kann Gardners Ergebnis für sich bestätigen: »Ich finde es wunderschön, in der Natur zu sein.«

    Shahidinejad sagt, sie sei schon als Kind gern auf Bäume geklettert oder habe sich beim gemeinsamen Spazierengehen mit dem Vater Pflanzen erklären lassen. Daheim im Kinderzimmer habe sie am liebsten gebastelt und gezeichnet.

    Mittlerweile kann die 25-Jährige ihre Leidenschaften auch beruflich ausleben. Nachdem sie vor zwei Jahren ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, studiert sie mittlerweile Landschaftsarchitektur in Geisenheim und arbeitet nebenbei in der Baumpflege. Das heißt, sie steigt – gesichert an einem Seil oder mithilfe einer Hebebühne – auf Bäume, um Äste abzusägen und den Baum so gesund zu halten.

    Wie motiviert sie sich, selbst bei Kälte und Regen draußen zu arbeiten? Wie beeinflusst der Klimawandel ihre Arbeit? Gärtnert sie auch privat? Und kennt sie die Namen aller heimischen Pflanzen?

    Über diese und weitere Fragen haben wir mit Elena Shahidinejad gesprochen.

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    • 36 min
    Agile Coach Benjamin, 33: Wie er die Arbeitsprozesse seiner Kunden verbessert und welche Rolle Post-Its dabei spielen

    Agile Coach Benjamin, 33: Wie er die Arbeitsprozesse seiner Kunden verbessert und welche Rolle Post-Its dabei spielen

    Bevor Benjamin Godbersen das erste Mal mit agilem Arbeiten in Berührung kam, arbeitete er als Produktmanager bei einem großen deutschen Industrieunternehmen. Seine Arbeit dort habe sich zäh und starr angefühlt, erzählt der 33-Jährige. Jeder Arbeitsschritt habe sich gezogen und wenn ein Projekt endlich fertig gewesen sei, hätten sich die Anforderungen oft schon verändert gehabt und das Produkt sei so nicht mehr gebraucht worden. Nach knapp vier Jahrenkündigte Godbersen.

    Das Start-up, zu dem er wechselte, arbeitete agil. Obwohl er diesen Begriff damals noch nicht gekannt habe, habe ihn die Dynamik des Unternehmens sofort begeistert, sagt Godbersen. Heute arbeitet er als Manager für agiles Arbeiten, als sogenannter Agile Coach, und hilft Unternehmen, diese Art des Arbeitens zu implementieren.

    Das Konzept des agilen Arbeitens kommt ursprünglich aus der IT und ist erst knapp 20 Jahre alt: 2001 entwarfen 17 Softwareentwickler aus den USA das "Manifest für agile Softwareentwicklung". Darin sind vier Werte und zwölf Prinzipien gelistet, die das Konzept greifbarer machen sollen.

    Agiles Arbeiten beschreibt eine Art zu denken, ein Mindset. Es basiert auf ständiger Reflexion und Austausch: innerhalb eines Teams, aber auch zwischen Auftraggebern und denjenigen, die den Auftrag ausführen. Ist das Team bei der Entwicklung eines Produkts auf dem richtigen Weg? Entsprechen die Fortschritte den Wünschen der Auftraggeberinnen? Wo muss die Arbeit angepasst werden?

    Konkrete Werkzeuge des agilen Arbeitens sind Methoden wie Scrum oder Kanban. Der Scrum-Methode etwa liegt der "Scrum Guide" zugrunde, ein Regelwerk, das von den beiden Softwareentwicklern Jeff Sutherland und Ken Schwaber konzipiert wurde. Beide sind auch Teil der Gruppe von Programmierern, die das "Manifest für agile Softwareentwicklung" entworfen haben.

    Bei Scrum werden die Entwicklungsschritte bis zum fertigen Produkt in sogenannte Sprints aufgeteilt, also Zeitabschnitte von höchstens einem Monat. Für jeden Sprint setzt sich das Team ein Ziel – am Ende aller Sprints soll das Produkt fertig sein. Zwischen den Sprints wird die Arbeit und der eingeschlagene Weg zum Produkt immer wieder hinterfragt und gegebenenfalls angepasst.

    Doch seine Arbeit ständig infrage zu stellen ist auch mühsam: Wie geht man als Agile Coach mit Menschen um, die lieber nach klaren Regeln arbeiten, als immer wieder eine neue Richtung einzuschlagen? Welche Aufgaben hat man als Agile Coach genau? Wo liegen die Grenzen des agilen Arbeitens? Und ist agiles Arbeiten für junge Menschen einfacher umzusetzen als für ältere?

    Über diese und weitere Fragen haben wir mit Benjamin Godbersen gesprochen.

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    • 31 min

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3 Ratings

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librarian in headphones ,

Interesting and genuine

I started listening to this podcast as a way to practice my German and it’s quickly become my favorite of all the German podcasts I subscribe to. The interviews are well done, the guests are interesting and varied, the questions are both funny and deep, and the sound quality is great.

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