UNFILTERED Podcast

Benedikt Böhnke, Daniel Kormann

In diesem Business-Podcast geht es um ungefilterte Gespräche von erfolgreichen Persönlichkeiten. Gespräche, die inspirieren, bewegen und der jungen Generation Mut machen.

  1. Aug 8

    Ep. 28, Michael Käfer über den Preis, das eigene Erbe kaufen zu müssen

    Michael Käfer hat sein Familienunternehmen nicht geerbt. Er hat es gekauft. Anfang der Neunziger wollten sein Vater und sein Onkel verkaufen. An einen Investor. Michael hat einen Kredit aufgenommen und ihnen den Feinkosthandel, den Party-Service und die Wiesn-Schänke abgekauft. Wie von Fremden, sagt er selbst. Die letzte Rate hat er 2012 gezahlt, fast zwanzig Jahre später. Und das Erste, was er als Eigentümer getan hat, war nicht aufbauen. Es war abreißen. Die Schreinerwerkstatt weg. Die eigene Automechanik weg. Die Zeltflotte weg. Alles Dinge, die sein Vater über Jahrzehnte zusammengetragen hatte. Sein Satz dazu, ohne Beschönigung: Im Nachhinein war alles richtig. Aber für jemanden, der da sein Herzblut drin hat, war es nicht einfach. Wir sitzen im Stammhaus in der Prinzregentenstraße, und irgendwann ist es kein Interview mehr. Es sind zwei Söhne starker Väter, die sich gegenseitig erzählen, wie das ist. Wenn der Vater nicht loslassen kann. Wenn man Entscheidungen trifft, die den eigenen Vater verletzen. Und wenn man irgendwann merkt, dass man selbst inzwischen auf der anderen Seite sitzt. Michael erzählt außerdem von der Nacht, in der er als 15-Jähriger im Wald 30 Weißwürste platzen ließ. Von einem Feuerlöscher, der in einem Lastwagen aufging und ein komplettes Buffet zerstörte, drei Stunden vor der Kommunion. Von Bill Clinton, der ihm auf der Wiesn zwei Minuten lang das Gefühl gab, die wichtigste Person im Raum zu sein. Von Jeff Koons, der jeden Abend im P1 saß und dem er nie ein Bild abgekauft hat. Und von etwas, das er den geliehenen Freund nennt. Bei einer Hochzeit ist er wochenlang Teil der Familie. Er kennt den Budgetstreit, die Brautmutter, die Konfliktherde. Und wenn das Fest vorbei ist, ist es vorbei. Von beiden Seiten. Seine Söhne sind 15 und 16. Er sagt, er wird ihnen die Chance geben. Und er sagt genauso deutlich, dass ein anderer Weg vollkommen in Ordnung wäre. Eine Folge über Verantwortung, über Loslassen, und über den Preis, den man zahlt, wenn man den eigenen Namen weiterträgt.

    Ep. 28, Michael Käfer über den Preis, das eigene Erbe kaufen zu müssen
  2. Aug 2

    Ep. 27, Beatrice Handte − Nur 2 % der Influencer verdienen wirklich Geld" - we love pr

    Es gibt einen Satz aus diesem Gespräch, den ich seit der Aufnahme nicht mehr loswerde: „Hätte mir vorher jemand gesagt, wie anstrengend Personal ist, wäre ich vielleicht nicht so groß geworden.“ Das sagt Beatrice Handte, nachdem sie genau das getan hat. 18 Jahre lang hat sie ihre Agentur we love pr aufgebaut, ohne Investor, nur mit neuen Kunden, bis auf heute rund 70 Mitarbeitende in München und Hamburg. Auf ihrer Kundenliste stehen Marken wie Deichmann, Pandora, Skechers, Bonprix und Honest Beauty. Ich habe selten jemanden getroffen, der so ehrlich über das Unternehmerleben spricht. Beatrice erzählt nicht die polierte Gründergeschichte, die man sonst überall hört. Sie erzählt von den Jahren, in denen sie sich selbst kein Gehalt ausgezahlt hat. Von der Phase zwischen 20 und 30 Mitarbeitern, die sie die anstrengendste ihres Lebens nennt, weil du zu klein für ein Mittelmanagement bist und trotzdem 20 Menschen führst, die alle direkt mit dir arbeiten wollen. Und von der berühmten Freiheit der Selbstständigkeit, über die sie ganz trocken sagt: „Diese Freiheit habe ich nicht so oft gespürt.“ Ihr Weg dahin klingt fast ausgedacht. Gastarbeiterkind, der Vater kam Ende der 50er aus Spanien. Das Sportstudium hat sie sich selbst finanziert, eigentlich wollte sie Sportmoderatorin werden, aber für Frauen war da damals kein Platz. Stattdessen kam sie als Personal Trainerin des CEOs zu Puma und landete später bei Red Bull, als die deutsche Organisation gerade mal rund 15 Leute hatte und Sebastian Vettel als Nachwuchsathlet noch keinen Führerschein besaß. Was mich am meisten beeindruckt hat: Sie sitzt mir mit über 50 gegenüber, ist nach all den Jahren nicht ausgebrannt und macht ihre Kaltakquise immer noch selbst. Gleichzeitig gibt es bei ihr im Unternehmen keine Überstunden. Sie sagt, sie hatte in ihrem Leben so viele davon, dass sie manchmal nicht mehr wusste, welcher Tag ist. Genau das will sie ihrem Team ersparen. Und weil ihre Agentur jeden Tag mit Influencern arbeitet, räumt sie nebenbei mit ein paar Illusionen auf. Höchstens zwei Prozent der Influencer in Deutschland verdienen aus ihrer Sicht wirklich Geld, während sich bei ihr täglich rund 50 bewerben. Sie hat mit Pamela Reif schon eine Deichmann-Kollektion gemacht, als die 70.000 Follower hatte, und erzählt, wie ein einziger Post an einem Tag einen hohen sechsstelligen Umsatz gebracht hat. Ihre Botschaft dahinter ist dieselbe wie beim Agenturaufbau: Erst kommt die Arbeit, dann das Geld.

    Ep. 27, Beatrice Handte − Nur 2 % der Influencer verdienen wirklich Geld" - we love pr
  3. Jun 27

    „150 Menschen kontrollieren 70% aller Gelder der westlichen Welt" – Ulrich Schumacher über Finanzsystem, Medien und warum Deutschland verliert | Part 2

    Ulrich Schuhmacher ist einer der wenigen Menschen in Deutschland, der das westliche Finanzsystem wirklich von innen kennt. Er hat in Silicon Valley gearbeitet als Milliarden auf Zuruf verschoben wurden. Er hat bei Francisco Partners gesessen als der Fonds kurz vor dem Abgrund stand und über Nacht gerettet wurde, weil ein Partner einfach kurz rumtelefoniert hat. Und er hat ausgerechnet, dass 150 Menschen 70% aller Gelder der westlichen Hemisphäre kontrollieren. In Part 2 sagt er Dinge, die in Deutschland kaum jemand laut ausspricht. Er erklärt, warum Tesla an der Börse 1.500 Milliarden wert ist, obwohl dieselben Metriken wie bei VW nur 40-50 Milliarden hergeben würden. Er beschreibt wie das Finanzsystem Kleinanleger systematisch melkt, die kommen rein wenn die Richtigen schon längst draußen sind. Wer auf dem Achterdeck der Titanic noch Party feiert, während die Ersten Klasse schon längst in den Rettungsbooten sitzt. Dazu spricht er über Deutschland. Über Talkshow-Säle, die gezielt mit NGO-Mitarbeitern befüllt werden damit der Eindruck entsteht, das sei die Meinung des Volkes. Über Moderatoren, die Politiker unterbrechen bevor sie einen Satz beenden können. Über ein Schulsystem das Kinder anhält andere dumm zu halten und dann im Unternehmen plötzlich Teamplay verlangt. Über eine Infrastruktur so marode, dass Mallorca heute bessere Autobahnen hat als Deutschland. Und über KI-Patente und Kernindustrien die Deutschland verlässt, weil es hier keinen Sinn mehr macht zu forschen. Am Ende über das Einzige was er wirklich für wichtig hält: Kritisch denkende, stabile, in sich ruhende Menschen. Kinder die nicht glauben was man ihnen vorsetzt. Eine Gesellschaft die wieder anfängt, selbst nachzudenken. Sein letzter Satz: Glaub erstmal nicht. Denk selbst drüber nach. Dann kannst du immer noch glauben was du willst. Unfiltered by Unhyde ; keine PR, keine Filter. Quellen & Links: Erbschaftssteuer Statistik: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/08/PD25_320_736.html Erbschaftssteuer Gefahr für Familienunternehmen: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama/archiv/2026/erbschaftssteuer-gefahr-fuer-familienunternehmen,erbschaftssteuer-familienunternehmen-100.html Diskussion Erbschaftssteuer: https://www.youtube.com/watch?v=CcomTYRLQVQ Musik: Trailer Cinematic by LiteSaturation: https://freesound.org/s/785658/ Modern Trailer by LiteSaturation: https://freesound.org/s/785655/ High Impact by ArcticFoxMusic

    „150 Menschen kontrollieren 70% aller Gelder der westlichen Welt" – Ulrich Schumacher über Finanzsystem, Medien und warum Deutschland verliert | Part 2
  4. Jun 13

    Ep 23, Christopher Oster - Der Mann der Versicherungen sexy gemacht hat

    Christopher Oster, Gründer von Clark – 250 Absagen. Dann Unicorn. Es beginnt mit einem Versicherungsvertreter, der in den Hörsaal der EBS kommt. Er verspricht Cocktails für die Abschlussparty — und verkauft dafür Versicherungspakete an zweiundzwanzigjährige Studenten für bis zu 10.000 Euro pro Person. Christopher Oster war einer dieser Studenten. Und dieser Moment hat ihn nicht mehr losgelassen. Jahre später, nach BCG, nach Rocket Internet, nach Vimdu, gründet er Clark. Den digitalen Versicherungsmanager, der dieses System von Grund auf neu denkt. 76 Tage von der ersten Idee bis zum Launch. Dann 250 Investorengespräche, alle ohne Erfolg. Dann Media-for-Equity-Deals mit ProSieben und Axel Springer, weil kein VC Geld geben wollte. Und am Ende: Unicorn-Bewertung, fast 1.000 Mitarbeiter, internationales Geschäft. In diesem Gespräch erzählt Christopher, wie er als Doktorand im Schlafanzug in einem Zug nach Berlin saß und nie wieder zurückgekommen ist. Wie 250 Nein-Antworten einen Menschen fast brechen — und warum man trotzdem weitermacht. Und warum er überzeugt ist: Wenn man sich nicht vorstellen kann, dass es wirklich groß wird, sollte man gar nicht erst anfangen. Er ist bodenständig, ehrlich und gibt mehr preis als die meisten Gründer je würden. UNFILTERED by UNHYDE – Der Unternehmer-Podcast für die nächste Generation.Neue Folgen immer auf Spotify, YouTube und Apple Podcasts.www.unhyde.me

    Ep 23, Christopher Oster - Der Mann der Versicherungen sexy gemacht hat

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