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Was macht große Kunst aus? Darf man Beuys einen Scharlatan nennen? Muss man Botticelli lieben? Mit Leidenschaft, Fachwissen und Witz entführen die beiden Gastgeber alle 14 Tage ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in die wunderbare Welt der Kunst. Jede Folge widmet sich einem Künstler oder einer Künstlerin, ihren biografischen Wendungen, ihren besten Werken, ihren seltsamsten Ansichten. Überraschende Telefonjoker bieten jeweils neue Einblicke. Und am Ende hat jeder – auch mit geschlossenen Augen – einen Kopf voller Bilder.

Florian Illies schreibt, seit er denken und sehen kann, über Kunst. Er gründete nach seinem Kunstgeschichtsstudium das Magazin “Monopol” und war lange Jahre Leiter des Auktionshauses Villa Grisebach. Er ist Autor der Bücher “1913" und “Generation Golf” und Mitglied des Herausgeberrats der ZEIT.

Giovanni di Lorenzo ist Chefredakteur der ZEIT und ein leidenschaftlicher Kunstliebhaber.

Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.

Augen zu ZEIT ONLINE

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Was macht große Kunst aus? Darf man Beuys einen Scharlatan nennen? Muss man Botticelli lieben? Mit Leidenschaft, Fachwissen und Witz entführen die beiden Gastgeber alle 14 Tage ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in die wunderbare Welt der Kunst. Jede Folge widmet sich einem Künstler oder einer Künstlerin, ihren biografischen Wendungen, ihren besten Werken, ihren seltsamsten Ansichten. Überraschende Telefonjoker bieten jeweils neue Einblicke. Und am Ende hat jeder – auch mit geschlossenen Augen – einen Kopf voller Bilder.

Florian Illies schreibt, seit er denken und sehen kann, über Kunst. Er gründete nach seinem Kunstgeschichtsstudium das Magazin “Monopol” und war lange Jahre Leiter des Auktionshauses Villa Grisebach. Er ist Autor der Bücher “1913" und “Generation Golf” und Mitglied des Herausgeberrats der ZEIT.

Giovanni di Lorenzo ist Chefredakteur der ZEIT und ein leidenschaftlicher Kunstliebhaber.

Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.

    Durch das Verhüllen die Fantasie enthüllt – Christo und Jeanne-Claude

    Durch das Verhüllen die Fantasie enthüllt – Christo und Jeanne-Claude

    Das nennt man Vorsehung: An genau demselben Tag, und zwar am 13. Juni 1935, kommen in Bulgarien und in Casablanca sowohl Christo als auch seine spätere kongeniale Partnerin Jeanne-Claude zur Welt. Nachdem die beiden sich im Paris der frühen 1960er Jahre ineinander verliebt hatten, verhüllten sie fortan gemeinsam für sechs Jahrzehnte Gebäude und Brücken und Täler und Inseln. Was war Ihr Ziel, was wollten Sie damit enthüllen? Das diskutieren Florian Illies und Giovanni di Lorenzo in der neuesten Folge von "Augen zu", dem Kunstpodcast von ZEIT und ZEIT ONLINE.

    Im Juni 1995 bescherten Christo und Jeanne-Claude mit ihrer Verhüllung des Deutschen Reichstages den Deutschen einen seltenen Moment heiterer Selbstreflexion. Indem sie das Parlamentsgebäude, das zuvor symbolisch für die Last der deutschen Geschichte stand, für zwei kurze sommerliche Wochen in unschuldiges Weiß verpackten, gelang es ihnen, das Ende der Bonner und den Beginn der Berliner Republik symbolisch einzuleiten. Im Podcast "Augen zu" erzählt die damalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, wie es in einem zähen, jahrzehntelangen Ringen gelang, eine Mehrheit im deutschen Bundestag für diesen einzigartigen Akt der Verhüllung eines staatlichen Symbols zu organisieren.

    Alle Verpackungen von Christo und Jeanne-Claude sind Festspiele der Vergänglichkeit, also mindestens so sehr Werke des Barock wie der Konzeptkunst. Dass sie im kollektiven Gedächtnis bleiben, verdanken wir Wolfgang Volz, dem deutschen Fotografen, der seit 1971 an Seite von Christo und Jeanne-Claude steht. Er berichtet als zweiter "Telefonjoker" in "Augen zu", wie es ihm gelang, als junger Fotografiestudent den gigantischen Vorhang in einem Tal in den Rocky Mountains zu fotografieren, bevor ihn der Wind zerfetzte.

    In Spätsommer 2021 vollendete sich das Œuvre von Christo und Jeanne-Claude mit der Verhüllung des Arc de Triomphe in Paris. Auch dies war, wie der "Wrapped Reichstag" ein jahrzehntelang vorbereitetes und viel diskutiertes Projekt. Als er 2021 durch weiß-leuchtende Stoffbahnen den Blicken der Gegenwart entzogen wurde, um die Fantasie zu enthüllen, da konnten dies seine Schöpfer selbst nicht mehr miterleben, da sie 2009 und 2020 gestorben waren.

    Die große Frage ist nun: Was bleibt von diesem Künstlerpaar, wenn nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Werke von der Erde verschwunden sind? Genau diese Frage diskutieren Florian Illies und Giovanni di Lorenzo.

    Alle vier Wochen widmet sich "Augen zu" dem Lebenswerk einer großen Künstlerpersönlichkeit. Stellt die Biografie ebenso vor wie die wichtigsten Werke. In der nächsten Folge wird sich Augen zu Jan Vermeer zuwenden, der zur Zeit mit einer großen Ausstellung in Dresden gefeiert wird.

    Sie erreichen den Podcast mit Anregungen und Fragen über die E-Mailadresse augenzu@zeit.de.

    • 47 min
    Nie war Amerika mehr in sich selbst versunken als bei Edward Hopper

    Nie war Amerika mehr in sich selbst versunken als bei Edward Hopper

    Kein Künstler steht so sehr für das andere Amerika, für das Melancholische, das Abwartende, das Insichgekehrte wie Edward Hopper. Fast fünfzig Jahre lang lebte und malte er in demselben kleinen Atelier am Washington Square in New York und schuf dort zwischen den Zwanzigerjahren und seinem Tod im Jahre 1967 ein eindrückliches Werk voll erzählerischer Kraft.

    Seine "Nighthawks", also die verlorenen Figuren in einer nächtlichen Bar, sind zu einem der zentralen Bildsymbole des 20. Jahrhunderts geworden – dieser Zustand des ziellosen "Warten auf Godot", diese Figuren in Hotelzimmern, an Tankstellen und diese Häuser, die in der Landschaft stehen wie bestellt und nicht abgeholt – immer wieder thematisiert Edward Hopper in seinen kleinen Gemälden die Verlorenheit des modernen Menschen in der von Menschenhand gestalteten Umgebung (https://www.artic.edu/artworks/111628/nighthawks). In der neuesten Folge von "Augen zu", dem Kunstpodcast von ZEIT und ZEIT ONLINE, diskutieren Florian Illies und Giovanni di Lorenzo über die Besonderheiten dieses Künstlers, über seine Stärken, seine Einflüsse – und seine Schwächen.

    Hopper war ein besessener Kinogänger – und seine Gemälde selbst sehen darum oft auch aus wie die film stills aus nie gedrehten Filmen. Umgekehrt hat sein cineastischer Blick auf die Wirklichkeit, sein Aushöhlen der Häuser zu Kulissen eine magische Wirkung auf Filmregisseure gehabt – von Alfred Hitchcock über Roman Polanski bis Wim Wenders ließen sich die Größten ihres Faches immer wieder von diesem kauzigen, amerikanischen Maler und seinen Bildkompositionen inspirieren.

    Worin liegt der eigentümliche Reiz seiner Kunst? Warum sehen seine Menschen nie wie Menschen, sondern immer wie Stereotypen aus? Warum malt er die Häuserfassaden genauer und zärtlicher als die menschlichen Gesichtszüge? Und ist es eigentlich wirklich große Malerei, die Edward Hopper geschaffen hat? Florian Illies und Giovanni di Lorenzo diskutieren diese Fragen sehr lebhaft und kommen zu ganz unterschiedlichen Antworten.

    Der Podcast beleuchtet auch die seltsame Ehe von Edward Hopper und seiner Frau Josephine Nivison, die selbst eigentlich eine vielversprechende Malerin war, aber von Hopper künstlerisch zum Verstummen gebracht und zum weiblichen Modell all seiner Gemälde degradiert wurde.

    Die größte Anziehungskraft von Hoppers zeitlosen Gemälden geht von dem Zwischenzustand aus, in dem er die Menschen einfängt. Lisa Zeitz, die Chefredakteurin der Zeitschrift "Weltkunst", ist als Telefonjokerin zugeschaltet und beschreibt sehr genau, wie Hopper seine Figuren immer in jenem Moment zu erfassen scheint, der nach oder vor einer Aktion liegt, wodurch der Betrachter zum Komplizen einer Ungewissheit wird.

    Im Kunstpodcast "Augen zu" entführen alle 14 Tage Florian Illies, Kunsthistoriker und Herausgeber der ZEIT, und Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT, ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in die wunderbare Welt der Kunst. Jede Folge widmet sich einem Künstler oder einer Künstlerin – ihren kühnsten biografischen Wendungen und ihren wichtigsten Bildern. Und am Ende hat jeder – auch mit geschlossenen Augen – den Kopf voller Bilder.

    Mit Fragen oder Anregungen zum Podcast erreichen Sie die Moderatoren unter augenzu@zeit.de

    • 42 min
    Vincent van Gogh – kann ein Verrückter ein Genie sein?

    Vincent van Gogh – kann ein Verrückter ein Genie sein?

    Das abgeschnittene Ohr, das Malen wie im Fieberwahn – denken wir an Vincent van Gogh, dann haben wir sofort einen Maler vor Augen, der besessen um sein Leben zu malen scheint. War das wirklich so? Und warum ist er eigentlich so berühmt? Das fragen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo in der neuesten Folge von "Augen zu", dem Kunstpodcast von ZEIT und ZEIT ONLINE.

    Erst war Vincent van Gogh Kunsthändler, dann war er Prediger und erst in der Zeit um 1880 wird er zum Maler. Ihm bleiben kaum zehn Jahre, um sein Gesamtwerk zu schaffen, bevor er 1890 stirbt – mit einer Kugel in der Brust. Diesem tragischen und leidvollen Leben widmet sich "Augen zu" in seiner neuen Folge. Es wird gefragt, aus welchen Verhältnissen Vincent van Gogh gekommen ist, wie sein Werk zu verorten ist zwischen Begriffen wie Impressionismus und Expressionismus, und wie es gekommen ist, dass in seinem Fall die Lebensgeschichte so gut zu einem Leben als Märtyrer taugt. Der Kunsthistoriker Stefan Koldehoff berichtet als Telefonjoker darüber, wie sehr früh durch die Bücher von Julius Meier-Graefe und dann durch den Film von Kirk Douglas die Legende vom gepeinigten, wahnsinnigen Künstler in unser aller Köpfe gedrungen ist – und was das mit der Wirklichkeit zu tun hat.

    In "Augen zu" zeichnen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo den Lebensweg dieses Ausnahmekünstlers nach. Wir folgen ihm von den Niederlanden über Paris bis in den Süden Frankreichs wo er zwischen Zypressen, Nachtcafés und Irrenanstalten 1890 auf tragische Weise aus dem Leben scheidet. Mit dem zweiten Telefonjoker klären wir dann die große Frage, welche psychische Erkrankung diesen großen Künstler eigentlich gepeinigt hat. Claas-Hinrich Lammers, Ärztlicher Direktor der Psychiatrie und Psychotherapie der Hamburger Klinik Nord in Ochsenzoll, analysiert nach den Tagebuchaufzeichnungen und Briefen van Goghs welche klinische Diagnose man dem Künstler wohl heute stellen würde.

    Vor allem aber geht es auch in diesem Podcast wieder um die Kunst – also um die Frage, was die Werke von van Gogh so einzigartig macht, wie es ihm gelungen ist, seinen züngelnden Pinselstrich zu entwickeln, mit dem er in seinen beiden letzten Lebensjahren die Weizenfelder und die Himmel in einen Farbenrausch und Sog verwandelt, in dem er letztlich versunken ist.

    • 45 min
    Paula Modersohn-Becker: die erste Frau, die sich selbst nackt malte

    Paula Modersohn-Becker: die erste Frau, die sich selbst nackt malte

    Wenn man die Kunstgeschichte der Moderne schreibt, dann gehört dort ein eigenes Kapitel der deutschen Künstlerin Paula Modersohn-Becker: Die früh, schon mit 31 im Wochenbett verstorbene Malerin, die zwischen Worpswede und Paris hin- und herpendelte, hat in den Jahren nach 1900 einen radikal neuen Blick auf die eigene Weiblichkeit geworfen. Doch nicht nur der erste weibliche Selbstakt, den sie 1906 schuf, ist das Thema in der neuen Folge von "Augen zu", dem Kunstpodcast von Florian Illies und Giovanni di Lorenzo.

    Auf anschauliche Weise wird erzählt, wie Paula Becker erst unter der Anleitung und dann schon bald an der Seite des Worpsweder Landschaftsmalers Otto Modersohn sich die einsame Landschaft des deutschen Nordens erschließt, die Moore, die Kanäle, die Birken, die verlorenen Menschen darin. Anders als die klassische Kunstgeschichtsschreibung es deutete, ist Otto Modersohn auch keineswegs der störrische Mann, der dem Kunststreben seiner Frau im Wege steht. Nein, er fördert sie, unterstützt sie, kann – gerade weil er selbst ein herausragender Künstler ist – genau erkennen, warum seine Frau auf ihren Leinwänden im Stillen eine ganz neue malerische Radikalität entwickelt. Es entstehen grobe, kühne, holzschnittartige Menschenbildern, die geschult sind an den großen Vorbildern in Paris, die Paula Modersohn-Becker in der Zeit um 1900 so genau studiert wie kaum ein anderer Künstler ihrer Zeit.

    In "Augen zu", dem Kunstpodcast von ZEIT und ZEIT ONLINE, erzählen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo von ihren wichtigsten Werken, ihrem kurzen Leben und ihren inneren und äußeren Kämpfen. Wie in jeder Folge machen zwei "Telefonjoker" das Leben der Künstlerin anschaulich: So berichtet Antje Modersohn, die Enkelin Otto Modersohns, nicht nur davon, wie die neu ausgewerteten Tagebücher ihres Großvaters endlich ein vorurteilsfreies Bild seiner Ehe mit Paula Becker ermöglichen – nein, sie berichtet auch von den zahlreichen Besuchen des ehemaligen Bundeskanzlers und ZEIT-Herausgebers Helmut Schmidts in Worpswede. Schmidt reiste jahrzehntelang immer wieder zur Familie Modersohn um vor den Werken Ottos und auch Paulas seine, wie er es sagte, "inneren Kraftquellen" neu aufzuladen. Moritz Rinke, der berühmte deutsche Dramatiker und Schriftsteller, erzählt anschaulich aus seiner eigenen Kindheit und Jugend – denn er ist in jenem legendären Worpswede aufgewachsen und damit hautnah mit dem Erbe von dessen größtem Malerpaar. Natürlich spielt auch dieser besondere Geist von Worpswede eine große Rolle in dieser Folge von "Augen zu", denn parallel zu Paula und Otto Modersohn bildeten sich dort auch die Ehen von Clara Westhoff und dem Dichter Rainer Maria Rilke und von Heinrich und Martha Vogeler. Diese drei Paare schufen in den Jahren nach 1900 in dem verschwiegenen kleinen Ort bei Bremen eine Künstlerkolonie voll Poesie: Gedichte und Gemälde mit Kindern, die an Birken lehnen, und der dunkle Ton der Moore erdet jede Utopie. Paula Modersohn-Beckers Kunst aber ragt aus all dem heraus wie ein kantiger Solitär.


    Zum Abschluss geben Florian Illies und Giovanni di Lorenzo ihren Zuhörerinnen und Zuhörern wie immer praktische Hinweise: In welchen Museen und in welchen Büchern kann man Paula Modersohn-Becker am besten kennenlernen.

    Das Selbstbildnis von Paula Modersohn-Becker finden Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Paula_Moderson-Becker_-_Selbstbildnis_am_6_Hochzeitstag_-_1906.jpeg

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    • 44 min
    War Pablo Picasso wirklich der größte Maler des 20. Jahrhunderts?

    War Pablo Picasso wirklich der größte Maler des 20. Jahrhunderts?

    Fast acht Jahrzehnte lang, von 1895 bis 1973, bestimmte Pablo Picasso die Kunst des 20. Jahrhunderts: Warum? Was zeichnet diesen baskischen Franzosen aus, wie gelang es ihm, sich immer wieder künstlerisch zu erneuern und auch von zwei Weltkriegen und unzähligen Avantgarden nicht aus der Spur bringen zu lassen? Das fragen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo in der neuesten Folge ihres Kunst-Podcastes "Augen zu".

    Seine "Blaue Periode" und seine "Rosa Periode" haben Kunstgeschichte geschrieben, sein Gemälde "Demoiselles d'Avignon" hat 1907 den Kubismus begründet und sein Antikriegsbild "Guernica" von 1937 ist zum Symbol des "Age of Extremes", des extremen 20. Jahrhundert geworden. Pablo Picasso hat mit Zehntausenden von Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Keramiken und Skulpturen der Kunstgeschichte seinen Stempel aufgedrückt wie kein Zweiter: In "Augen zu", dem Kunstpodcast von ZEIT und ZEIT ONLINE erzählen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo von den wichtigsten Werken seiner Karriere, seinem Leben und seinen Kämpfen. Jede seiner neuen Werkphasen hing unmittelbar mit dem Auftauchen einer neuen Frauengestalt in seinem Leben zusammen. Im Interview als "Telefonjokerin" berichtet Rose-Maria Gropp, Kunstkritikerin der "FAZ" und intime Picasso-Kennerin, wie der Künstler die Musen und Ehefrauen in seinem Leben für seine Kunst "gebraucht" hat - im doppelten Sinne. Sobald sie ihre Schuldigkeit für sein Werk getan hatten und Inspiration für zeitlose Werke von größter Schönheit wurden, wurden sie von der nächsten Frauenfigur abgelöst.

    Thema sind auch die berühmten Tierbilder Picassos: Der Dackel aus einem Strich, die Friedenstaube und der Ziegenschädel, den er aus einem Fahrradlenker formte, alles drei Kunstwerke, die so spielerisch sind wie genial.

    Zum Abschluss des wilden Ritts durch ein spektakuläres Künstlerleben geben Florian Illies und Giovanni di Lorenzo ihren Zuhörerinnen und Zuhörern wie immer praktische Hinweise: In welchen Museen in Spanien, Frankreich und Deutschland lässt sich Picasso am besten erleben, durch welche Bücher am besten verstehen. Und am Ende hat jeder – auch mit geschlossenen Augen – den Kopf voller Bilder.

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    • 54 min
    Caspar David Friedrich – eher so der romantische Typ

    Caspar David Friedrich – eher so der romantische Typ

    Caspar David Friedrich revolutionierte die deutsche Malerei der Romantik mit einer neuartigen Natursicht: Er fand in der Dämmerung der Ostsee und an der Elbe um Dresden jene Landschaften, die er zuvor schon vor seinem inneren Auge erträumt hatte. Mit dem "Mönch am Meer", dem "Kreidefelsen auf Rügen" und dem "Wanderer über dem Nebelmeer" erschuf Friedrich einige der wichtigsten Bildmotive der deutschen Malereigeschichte überhaupt. Es sind immer Kompositionen, die von der schicksalhaften Verbindung zwischen Mensch und Natur erzählen und von den Erlösungssehnsüchten des modernen Menschen. So gelingen Friedrich kleine Gemälde voll größter Zeitlosigkeit, die in ihren besten Momenten den Betrachter einen Zipfel des Überirdischen erspüren lassen.

    Wie immer bereichern zwei Telefonjoker das Gespräch zwischen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo in "Augen zu", dem Kunstpodcast von ZEIT und ZEIT ONLINE: Diesmal sind es Birte Frenssen vom Pommerschen Landesmuseum in Greifswald, die von den Orten der Ostsee erzählt, die Friedrich zu seinen Gemälden inspirierten, und László Földényi, der berühmte ungarische Essayist und Friedrichkenner, der erklärt, warum bei Friedrich die Natur immer in Anführungszeichen gesetzt ist.

    Im Kunstpodcast "Augen zu" entführen alle 14 Tage Florian Illies, Kunsthistoriker und Herausgeber der ZEIT, und Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT, ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in die wunderbare Welt der Kunst. Jede Folge widmet sich einem Künstler oder einer Künstlerin – ihren biografischen Wendungen und ihren wichtigsten Werken. Diesmal erfährt man auch, an welchen drei Orten in Deutschland man Caspar David Friedrich am eindrucksvollsten erleben kann. Und am Ende hat jeder – auch mit geschlossenen Augen – den Kopf voller Bilder.

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    • 47 min

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