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«International» befasst sich wöchentlich mit internationaler Politik und Gesellschaft. Seit 1978 am Radio und von Anbeginn auch online.

Reportagen, Analysen und Geschichten zur internationalen Aktualität, meist erzählt von Auslandskorrespondenten und -korrespondentinnen von Radio SRF.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

International Schweizer Radio und Fernsehen

    • Nyheter

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    Lauschangriff – Made in Israel

    Lauschangriff – Made in Israel

    Israel vollbringt spitzentechnologische Höchstleistungen, das kleine Land gehört zu den führenden Nationen im Bereich Cybersoftware. Doch die ausgeklügelten Hacking-Tools gelangen auch in Länder, die keine Rechtsstaaten sind und Oppositionelle aushorchen.

    Kurz nach der Jahrtausendwende kamen die ersten richtigen Smartphones auf den Markt. Seither setzten Geheimdienste in aller Welt darauf, in diese einzudringen, sagt Yotam Gutman, der Vermarktungschef der israelischen Firma «Sentinel One». Sie ist eine von vielen Cyberfirmen der selbsternannten Start-up-Nation. «Sentinel One» arbeitet nicht am digitalen Angriff, sondern an der Verteidigung: Die Firma schützt Unternehmen auf der ganzen Welt vor Hackerangriffen. Es gibt andere, die stehen auf der offensiven Seite: Firmen, die Software programmieren oder Hardware herstellen, welche Cyberangriffe ermöglichen.

    Dass das kleine Israel in der Cyberbranche weltweit führt, sei nicht Zufall sondern Notwendigkeit, sagt Gutman: «In unserer Konfliktregion mussten wir schlicht solche Instrumente entwickeln, um die Oberhand zu gewinnen.» Das Land verfügt über exzellente Universitäten; eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Technologie spielt aber auch die israelische Armee, deren Cybereinheiten jungen Israelis hochspezialisierte Ausbildung vermitteln.

    Die Hacking-Tools helfen Ermittlungsbehörden weltweit im Kampf gegen die Kriminalität. Allerdings, sie stossen auf Interesse auch bei repressiven Regimes, die Oppositionelle verfolgen, kritische Journalistinnen und Menschenrechtsaktivisten zum Schweigen bringen wollen.

    • 26 min
    Die Niederlande ringen mit ihrer Sklaverei-Vergangenheit

    Die Niederlande ringen mit ihrer Sklaverei-Vergangenheit

    Die Niederlande sind im 17. und 18. Jahrhundert reich geworden mit ihren Kolonien. Dass ein Teil dieses Vermögens mit Sklaverei erwirtschaftet wurde, war bisher kaum Thema im Land. Doch die karibische Gemeinschaft verschafft sich zunehmend Gehör und stösst damit langsam aber sicher ein Umdenken an.

    Sensationelle 160 Millionen Euro haben die beiden lebensgrossen Portraits eines Brautpaars aus der Mitte des 17. Jahrhunderts gekostet. Der Louvre und das Rijksmuseum haben sie gemeinsam gekauft. Schwarz gekleidet mit riesigen gestickten Kragen präsentieren sich die beiden Adeligen - Gold, Perlen und Seide zeugen von riesigem Reichtum: Es ist das Werk Rembrandts, des Nationalheiligen der Niederländerinnen und Niederländer. Die beiden Kunst-Ikonen kennen in den Niederlanden viele, als Ehrenleute blühender Zeiten, selbst als Playmobilfiguren gibt es sie zu kaufen. Aber nur wenige dürften beim Betrachten der Werke an Sklaverei denken. Valika Smeulders aber kann diese Gemälde nicht betrachten, ohne das menschenverachtende System der Unterdrückung mitzudenken, das den Niederländern in der Kolonialzeit einst dank Zuckerrohr- und Tabaksplantagen viel Reichtum brachte.

    «Wenn du ein solches Gemälde siehst, dann bist du dir immer dessen bewusst, dass dies jene Menschen waren, die ins karibische Gebiet kamen, um es zu erobern», sagt die Niederländerin mit karibischen Wurzeln. Und so kamen die beiden Portraits in eine Ausstellung im Rijksmuseum mit dem Titel «Sklaverei». Das allein ist schon ein grosser Schritt für die Niederlande und er zeigt, dass sich in Sachen Aufarbeitung der Kolonialzeit gerade Einiges tut.

    Aber das reiche nicht, sagt Haydie. Sie ist die Ur-Ur-Enkelin einer Leibeigenen aus Surinam. Jedes Jahr nimmt Haydie am 1. Juli an «Keti Koti» teil, dem Gedenktag, der an die Abschaffung der Sklaverei erinnert. Es wäre an der Zeit, dass sich die Niederlande entschuldigten: Für das grosse Unrecht und Leid, das sie in den fernen Kolonien, aber auch zu Hause in Amsterdam an Leibeigenen begangen haben.

    • 28 min
    Ghana will die Hilfe hinter sich lassen

    Ghana will die Hilfe hinter sich lassen

    Viele afrikanische Länder sind von Hilfe von aussen abhängig. Ghana will das ändern. Die Entwicklung soll künftig von innen kommen und selbstbestimmt sein. Kann das funktionieren?

    In der Provinz verstauben Computer, nachdem ein ausländisches Projekt zu Ende gegangen und die Helfer und Helferinnen abgezogen sind. Gespendete Medikamente und Pandemie-Sets liegen unbenutzt herum. Sie haben das Ablaufdatum überschritten. Die Beispiele aus Ghana zeigen: Ausländische Hilfe ist oft nicht nachhaltig. Man habe sich zu sehr an die Hilfe gewöhnt, sagt Samuel Adams, Professor für öffentliche Verwaltung in Ghanas Hauptstadt Accra. Doch Entwicklung müsse von innen kommen, damit sie längerfristig wirke.

    Ghanas Präsident hat deshalb das Programm «Ghana beyond aid» gestartet. Er will ein Ghana, das nicht mehr auf Wohltätigkeit angewiesen ist, sondern das vollkommen eigenständig funktioniert und das gesamte Staatsbudget aus eigenen Mitteln bestreitet. Erreicht werden soll das mit mehr Steuereinnahmen, mehr Agrarproduktion und verstärkter Industrialisierung. So soll Ghana nicht mehr nur Rohmaterial wie zum Beispiel Kakao exportieren, sondern die Rohstoffe selbst verarbeiten. Erste Schritte in die Richtung sind gemacht, und Ghanas Idee wird bereits von anderen Ländern kopiert. Die Sendung zeigt das Potential des Vorhabens «Ghana beyond aid», aber auch die Schwierigkeiten auf dem Weg dorthin.

    • 25 min
    Inselgruppe unter Druck: Die Kanaren und die Bootsmigranten

    Inselgruppe unter Druck: Die Kanaren und die Bootsmigranten

    Allein letztes Jahr sind etwa 23'000 auf den Kanarischen Inseln angekommen: Menschen in Booten, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Es ist schwierig, sie auf den Inseln unterzubringen. Und Berichte von Übergriffen gegen Migranten zeigen: Die Stimmung auf den Kanaren könnte kippen.

    Die Migranten kommen unter anderem aus Marokko, Mali oder Senegal. Auf den Kanaren angekommen erzählen sie von einer lebensgefährlichen Überfahrt. Erwartet werden sie von den spanischen Behörden und von Helfern. Auf der kleinen Insel El Hierro etwa, die sich einem grossen Migrationsdruck ausgesetzt sieht.

    Der Tourismus ist derweil zum Erliegen gekommen. Am «Playa del Inglés» auf Gran Canaria leben nun die Migranten in den Hotels. Gedacht war dies als Übergangslösung. Doch die Camps und Unterkünfte für die Migranten werden nur langsam fertig.

    Mehrere Unterkünfte hat der Staat in Las Palmas errichtet – ausgerechnet in den Stadtvierteln mit den grössten sozialen Problemen. Die Stimmung dort droht zu kippen: Es gibt Berichte von Zusammenstössen und von Übergriffen auf die Migranten, angeheizt durch die Botschaften von populistischen Parteien.

    Die Migranten wollen weiterreisen aufs europäische Festland. Doch jetzt werden sie von den Behörden daran gehindert. Sie bleiben auf den Inseln. Die Kanaren sind zum europäischen Migrations-Hotspot geworden.

    • 28 min
    «Das ist nicht Europa»: Samos und die Flüchtlingskrise

    «Das ist nicht Europa»: Samos und die Flüchtlingskrise

    Vor den Ägäis-Inseln patrouilliert die griechische Küstenwache - entschlossen, die Grenze zur Türkei zu sichern. Auf Samos sitzt Sera aus Syrien mit ihrer Familie fest im Elend einer überfüllten Flüchtlingsunterkunft. Fünf Jahre EU-Migrationsabkommen mit der Türkei. Was haben sie wem gebracht?

    Im Bretterverschlag unter Plastikplanen – so sieht das prekäre Zuhause der 29jährigen Sera und ihrer vierköpfigen kurdischen Familie aus dem syrischen Kobane aus, seit mehr als einem Jahr. Ohne Strom, fliessendes Wasser, umgeben von Ratten und Schlangen am Rand des offiziellen Flüchtlingscamps auf der griechischen Insel Samos. Noch immer leben fünfmal so viele Menschen im Camp und wild um das Camp herum wie ursprünglich vorgesehen. «Wir begegnen Menschen, die grosse Hoffnung hatten, als sie ankamen», sagt Andrea Contenta von der Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen». Doch die unwürdigen Lebensbedingungen, das lange Warten, das Asylverfahren, dessen Regeln sich immer wieder ändern, all das verwirre die Menschen und nach einem oder zwei Jahren seien sie nur noch verzweifelt.

    Giorgos Stantzos, der Bürgermeister von Samos, sagt, er habe zu Beginn der Krise selbst Bootsflüchtlinge in Not aus dem Wasser gezogen. Heute hätte er am liebsten keine Migrantinnen und Migranten mehr auf der Insel. Die lokale Bevölkerung fühlt sich im Stich gelassen, fordert europäische Solidarität.

    Vor fünf Jahren beschloss die Europäische Union mit der Türkei ein Flüchtlingsabkommen, um die Situation zu verbessern. Doch für wen? Auf Samos zeigen sich einige der grossen Probleme der europäischen Migrationspolitik wie im Brennglas. Die Reportage.

    • 26 min
    Frauen in Jordanien: «Früher hatten wir mehr Selbstvertrauen».

    Frauen in Jordanien: «Früher hatten wir mehr Selbstvertrauen».

    Vor 100 Jahren wurde das heutige Jordanien gegründet. Die Frauen im Land haben allerdings – auf den ersten Blick – wenig zu feiern. Zwar setzten sich Jordanierinnen schon früh für ihre Rechte ein. Aber heute stecken sie fest. Was ist passiert?

    1956 war für viele Frauen in Jordanien ein Jahr des Aufbruchs. Sie kämpften öffentlich für Frauenrechte. Und heute? «Heute sind sie verhüllt und rufen «Gott ist der Grösste» – ohne Inhalt», sagt die Historikerin Suhair al Tal. Sie hat ein Buch über die Frauenbewegungen in Jordanien geschrieben.

    Frauen in Jordanien haben heute das Wahlrecht, sie sind in der Verfassung den Männern gleichgestellt. An den Universitäten schliessen mehr Frauen ein Studium ab als Männer. Und doch: von wirklicher Gleichberechtigung sind die Frauen in Jordanien weit weg.

    «Als Frau im politischen Kontext des Nahen Ostens kann man sich nicht wirklich frei für oder gegen das Kopftuch entscheiden», sagt die Aktivistin Sara Abaza. Als Teenager legte sie das Kopftuch ab.
    «Frauen sorgen für die Kinder, putzen. Ich komme nicht viel raus. Das ist unsere Tradition», sagt die Beduinin Alia Amamre. Für Frauenrechte zu demonstrieren – davon hält sie nichts.

    «Ich will nicht nach den Männern essen», sagt die Politikerin Zainab Salameh al-Moussa. Sie kämpft gegen die Marginalisierung der Frauen.

    Was ist passiert? Da sind Traditionen. Sie sind stark. Aber da ist auch der Einfluss von aussen. Auch von westlichen Ländern.

    • 28 min

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