Zuhause in mir

Andrea Huson

In unregelmäßigen Abständen erwarten dich Folgen rund um die Regulation deines Nervensystems, körperorientierte Ansätze, pragmatisches Wissen und alltagstaugliche Impulse für kleinere Übungen. Warum ich darüber spreche? Für mich ist Trauma-Sensibilität eine Haltung, die meiner Meinung nach in alle Bereiche unserer Gesellschaft Einzug erhalten muss, für einen feinfühligeren Umgang miteinander und dem Erleben von sicheren Räumen, in denen das eigene So-Sein Platz hat. Jede und jeder, die bzw. der das eigene Nervensystem immer wieder unterstützt zu regulieren, wird dazu beitragen und etwas verändern: für sich selbst, die eigene Familie, Kinder und Freunde, verändern gegenüber Kolleginnen und Kollegen, verändern für … gerne setze fort. Dafür möchte ich meinen Beitrag leisten und vielleicht auch dich anstecken dürfen.

Episodes

  1. 02/25/2024

    Dem vermeidenden Bindungsstil auf der Spur.

    In dieser Folge bleibe ich persönlich und möchte mit dir über ein Thema sprechen, das vielleicht auch dich betrifft: den vermeidenden Bindungsstil. Sei es, dass du dich darin selbst erkennst, oder Menschen, die dir nahe sind darunter zählen kannst Ich möchte meine persönliche Reise mit dir teilen, wie ich begonnen habe, dieses Muster in meinem eigenen Leben zu erkennen und vielleicht auch dich inspirieren, genauer hinzuschauen, wie du Bindung, Nähe und Kontakt lebst.   Als ich anfing, meine Beziehungsmuster zu reflektieren, stellte ich fest, dass ich oft dazu neigte, mich zurückzuziehen, wenn der Kontakt zu eng oder intim wurden. Ich fühlte mich unwohl bei emotionaler Nähe und hatte Schwierigkeiten damit, meine eigenen Gefühle zuzugeben oder auszudrücken. Es war, als ob ich eine Mauer um mich herum errichtet hätte, um mich vor Verletzungen zu schützen.   Durch Selbstreflexion und dank professioneller Unterstützung begann ich zu erkennen, wie mein vermeidender Bindungsstil meine Beziehungen beeinflusste. Ich fragte mich: Wie reagiere ich auf Nähe und Intimität? Wie gehe ich mit Konflikten um? Und wie war meine frühe Bindungserfahrung?   Diese Fragen halfen mir dabei, meine eigenen Verhaltensweisen und Muster besser zu verstehen. Ich erkannte, dass mein vermeidender Bindungsstil teilweise auf frühe Erfahrungen zurückzuführen war, aber auch durch meine persönliche Herangehensweise an Beziehungen verstärkt wurde.   Es war keine leichte Reise, doch durch Reflexion und Spiegelung, Kommunikation, neuen Erfahrungen mit einem sicheren Gegenüber und dem Erlernen von Wahlmöglichkeiten konnte ich beginnen, mein Erleben zu verändern. Ich lernte, offener über meine Gefühle zu sprechen und mich auf emotionale Intimität einzulassen, präsent zu bleiben, auch wenn mehr, als neu für mich mir war.   Heute möchte ich dich ermutigen, deine eigenen Beziehungsmuster zu reflektieren und zu erkennen, ob der vermeidende Bindungsstil bei dir aktiv ist. Sei liebevoll zu dir selbst und suche bei Bedarf Unterstützung von Freunden, Familie oder einer professionellen Therapeutin bzw. einem Therapeuten.   Ich hoffe, dass diese Folge dich darin unterstützt, ein besseres Verständnis für den vermeidenden Bindungsstil zu entwickeln und welche ersten Schritte mögliche Optionen für dich sind. Eine Folge zum sicheren Bindungsstil sowie eine Meditation, findest du bereits im Podcast.

    34 min
  2. 01/08/2024

    Die Macht deiner Orientierung.

    Wie reagierst du auf eine Gefahr? Bist du generell eher schreckhaft, übermäßig wachsam in deinem Erleben? Oder blendest du Reize von Gefahr, Unwissen und Bedrohung eher aus, in Form einer Vermeidung? Wenn du z.B. einen lauten Knall hörst, was machst? In welchem Verhalten erkennst du dich wieder? Wenn du in Balance bist, dürfte ein erstes Innehalten mit einem direkten oder verzögerten Erschrecken spürbar sein. Da will etwas von dir bemerkt und eingeschätzt werden. Da ist etwas Unbekanntes, Unsicheres, was dich in eine Aktivierung bringt, eine Vorbereitung auf eine ggf. möglich Handlung. Bevor du jedoch handelst, will etwas in dir sich einen Überblick verschaffen: Was ist es? Wo ist es? Wie nah, oder weit? Wie schnell, statisch, oder in Bewegung? Du kannst dabei beobachten, wie du beginnst deinen Nacken auszustrecken und deinen Kopf ein klein wenig schräg stellst, um mit allen Sinnen zu erkunden. Wach und präsent, doch auf Sicherheit bedacht. Je nachdem welche Erfahrungen du machen musstest, ist diese Form der Orientierung nicht mehr so natürlich in dir angelegt. Ein Nacken, der kollabiert ist unter einer starken Anspannung, ein Nacken, der überwachsam ist. All das trägt gute Gründe in sich, doch darf vielleicht auch wieder verlernt werden. Für dich. Für deine Neugierde. Für die Entspannungsfähigkeit deines Nackens. Eine kleine ÜBUNG ist dafür das Orientieren im Raum. Ein Umschauen, bei dem du deine Augen, deinen Kopf, deinen Nacken und vielleicht sogar deine Schultern und damit deine Brustwirbelsäule mitnimmst. Langsam. Gemütlich. Nach oben schaust. Nach unten schaust, nach rechts und links, nach vorne und hinten. Langsam und ein wenig länger, als dein Kopf es braucht. Vergiss das Atmen dabei nicht. Wie verändert sich dein Zustand, alleine jetzt in diesem Moment, in dem du diese kleine Übung vielleicht für dich nutzt? Was wäre, wenn du sie in deinen Alltag mitnimmst, wann immer du den Platz, den Ort wechselst, es ausprobierst? Was würdest du beobachten können mit Blick auf dein Orientierungsverhalten in stressigen Situationen?

    18 min

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In unregelmäßigen Abständen erwarten dich Folgen rund um die Regulation deines Nervensystems, körperorientierte Ansätze, pragmatisches Wissen und alltagstaugliche Impulse für kleinere Übungen. Warum ich darüber spreche? Für mich ist Trauma-Sensibilität eine Haltung, die meiner Meinung nach in alle Bereiche unserer Gesellschaft Einzug erhalten muss, für einen feinfühligeren Umgang miteinander und dem Erleben von sicheren Räumen, in denen das eigene So-Sein Platz hat. Jede und jeder, die bzw. der das eigene Nervensystem immer wieder unterstützt zu regulieren, wird dazu beitragen und etwas verändern: für sich selbst, die eigene Familie, Kinder und Freunde, verändern gegenüber Kolleginnen und Kollegen, verändern für … gerne setze fort. Dafür möchte ich meinen Beitrag leisten und vielleicht auch dich anstecken dürfen.

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