12 episodes

Zweispuriges ist ein Projekt, welches sich damit beschäftigt die Klänge, Texturen und Töne unserer Umgebung einzufangen. Aufnahmen für das Entspannen, virtuelle Reisen und zum Träumen.

zweispuriges | field recording Ulrich Habel

    • Society & Culture

Zweispuriges ist ein Projekt, welches sich damit beschäftigt die Klänge, Texturen und Töne unserer Umgebung einzufangen. Aufnahmen für das Entspannen, virtuelle Reisen und zum Träumen.

    Silvester im Niemandsland

    Silvester im Niemandsland

    Es ist der Silvester Abend um 18 Uhr im Niemandsland. Es sollte doch eigentlich eine recht ruhige Angelegenheit sein. Ich habe die Mikrofone noch einmal eingepackt und genieße die Stille draußen bevor die Knallerei losgeht. Ich treffe Hunde-Besitzer, die mit ihren Zweibeinern noch eine schnelle letzte Runde drehen und höre Vögel, größtenteils Gänse und Möwen und dann und wann den einen oder anderen Knaller.
    Ich glaube, ich habe noch nie so viele Vögeln zu dieser Zeit gehört, auch viele Hunde machen sich bemerkbar und bellen. Dann und wann hört man den einen oder anderen Knallkörper und den passenden Silvester Böller. Normalerweise biete ich auf zweispuriges immer die stillen Töne, Atmosphäre für euch hörbar gemacht. Mir war es wichtig einfach einmal eine Aufnahme davon zu haben wie sich ein Silvester Abend so anhört und was draußen so los ist. Daher gibt es in der definitiv letzten Folge des Jahres 2023 einmal einen Podcast der anderen Art.
    Kommt bitte gut rüber, wir hören uns dann drüben in 2024 wieder mit einem Jahreswechsel. Ich verneige mich, danke, dass ihr mich dieses Jahr begleitet habt. 2024 soll hier einiges passieren und jetzt versuche ich mir erst einmal nicht die Finger am Raclette zu verbrennen.

    • 11 min
    Ein Wintermorgen im Berumerfehner Moor

    Ein Wintermorgen im Berumerfehner Moor

    Die ersten Lichtstrahlen haben gerade das Dunkel der Nacht durchbrochen als ich das Fahrzeug für Expeditionen durch die Landschaft Niedersachsens steuere. Die Wiesen stehen unter Wasser und ein Fahrzeug mit Allrad Antrieb ist durchaus für die Feldwege empfehlenswert. Das heutige Ziel ist das Berumerfehner Moor im Norden von Aurich. Mitten in dem kleinen Waldgebiet gibt es einen kleinen See und ich hoffe das Erwachen der Tierwelt aufnehmen zu können.
    Das Expeditionsmobil stelle ich auf gesichertem Grund am Rande eines Feldwegs ab. Meine Sorge, dass ich einseitig einsinken werde, wird sich zum Glück nicht bestätigen. Nach ein paar Minuten über vollkommen unter Wasser stehende Wiesen erreichen wir das kleine Waldstück. Moorgebiet, die Bezeichnung trifft es recht gut. Karge Birkenstämme stehen im Wasser und tragen aufgrund des Winters kein Blatt mehr. Ein bisschen Nebel noch dazu und die Szenarien wäre prima für einen Film geeignet. Wenn man ganz genau hinsieht, könnte man denken, dass durch das Moor Menschen auf einen zu kommen. Genug davon - nach ein paar weiteren Minuten taucht der Weiher auf eine Handvoll Enten fühlt sich durch meine Anwesenheit gestört. Nach dem Aufbau der Mikros, des Recorders und dem Einpegeln starte ich die Aufnahme. Es ist gut zu hören wie der See und der Wind erwachen. Erst hört man nur den Wind wie er durch die kleinen feinen Birkenzweige streicht und dabei ein helles Rauschen hinterlässt, mehr und mehr Tiere sind zu hören und ein neuer Tag am See beginnt.

    • 22 min
    Sturm in Nessmersiel

    Sturm in Nessmersiel

    Es ist nicht sehr kalt heute Morgen, es ist ein wenig neblig und das fahle Licht taucht die Landschaft in ein tristes Grau an diesem Dezember Morgen. Der Wind ist im Laufe der Morgenstunden erwacht und bläst konstant über die Felder in Richtung der See. Zeitweilig mischen sich Boen dazu, die heftigst an allem zerren, was sich ihnen entgegenstellt.
    An dem heutigen Morgen gehe ich seit langer Zeit mal wieder früh raus und nehme dich mit ans Meer mit. Gemäß dem Wetterbericht soll es in etwa Ebbe sein, wenn wir in Nessmersiel ankommen, der Wind soll dort bereits konstant mit fünf Windstärken wehen. Gestern wurde in diversen Wetterberichten noch vor starken Boen gewarnt, sieben bis acht Windstärken sollen es werden können. Die Fahrt nach Nessmersiel führt uns über tristes, graues Land. Das Auto wird immer wieder von den Boen erfasst und die Fahrt erfordert aktives Gegenlenken - so weit, so gut. Meine Gedanken drehen sich immer wieder um den Windschutz an den Mikrofonen - wird der Windschutz diesen Boen standhalten können oder werde ich ausschließlich das Grummeln von übersteuerten Mikrofonen aufnehmen? Bei Ankunft heißt es alles zusammenzuraffen, ein paar dicke warme Kleidungsschichten sollen mich vor dem Wind und der Kälte schützen, das Thermometer im Auto zeigte eine Außentemperatur von 4 Grad Celsius, alles andere als sehr warm. Der wärmende Kaffee kommt ebenfalls mit und nach zirka 20 Minuten Fußweg sind wir an dem Spot angekommen. Offen und ungeschützt - nicht gut! Eine kleine Buschreihe verspricht ein bisschen Schutz und nach ein bisschen Herumsuchen ist der passende Platz gefunden. Der Aufbau nach fast einem Jahr ohne aktive Folge geht ein wenig langsamer. Einpegeln der Mikrofone, windsicheres Befestigen der Kabel, Festlaschen von beweglichen Dingen, ohne dass sie Klappern oder Rascheln können und: Aufnahme.
    Nach rund 40 Minuten stoppe ich die Aufnahme, der Wind ist immer stärker geworden, ich ahne böses. Der Kaffee ist mittlerweile deutlich dezimiert worden, mir ist kalt und ich spüre wieviel Kraft es kostet bei diesen Bedingungen: kalt, windig und feucht vom Nebel, sich hier aufzuhalten und sich nicht zu bewegen. Hier ist sie nun, die neuste Ausgabe des Podcasts und ich freue mich auf viele weitere Folgen. Die Aufnahme ist wild, laut und macht sehr schön die Natur hier oben in Ostfriedland hörbar. Wild, ungezügelt und mit vielen Tieren.

    • 15 min
    Sonnenaufgang auf Rügen

    Sonnenaufgang auf Rügen

    Es ist noch früh auf der Ostseeinsel Rügen. Alle schlafen noch tief und fest. Mein Wecker klingelte heute sehr früh, ich packe meinen Thermobecher mit Kaffee und schleiche mich auf den Strand, baue meine Mikrofone auf und warte auf den Sonnenaufgang. Ganz langsam schiebt sich die Sonne über den Horizont.
    Auch wenn das frühe Licht noch nicht wärmt, stellt sich dennoch das Gefühl der Wärme und der Geborgenheit ein. Ein neuer Tag beginnt und durchflutet mich mit Licht. Auch wenn die See gar nicht so sehr aufgewühlt ist und damit eigentlich ganz still sein sollte, erzeugen die Wellen eine intensive Geräuschkulisse, wenn sie auf den Strand laufen. Heute verwende ich zum ersten Mal das Lom Geofon Mikrofon. Ein Mikrofon, welches niederfrequente Töne für uns hörbar macht. Die Tonspur dieses Mikrofons werde ich später den Wellen untermischen, um ihre gewaltige Kraft hörbar zu machen. Nach 40 Minuten Aufnahme schließe ich ab - mit einem Lächeln, es war schön! Kein Hund, kein Flugzeug und kein künstlicher Lärm schleicht sich in die Mikrofone. Ich fühle mich erfrischt, hängt das mit der fehlenden (künstlichen) Geräuschkulisse zusammen? Geräusche sind genug zu hören, minutenlang fokussiere ich meine Ohren auf die verschiedenen Schallquellen. Die Möwen, die Raben, das Rauschen der Wellen, das Brechen der Wellen und das Gluckern des Wassers am Strand. Ich freue mich auf das Frühstück. Nach langer Zeit habe ich es wieder einmal nach draußen für eine Aufnahme geschafft. Warum gönnt man sich solche Momente eigentlich nicht öfter?

    • 17 min
    Auricher Wiesen

    Auricher Wiesen

    Mittlerweile ist einige Zeit in das Land gegangen und es ist Frühling geworden. Die Sonne ist noch nicht lange am Himmel und taucht die Umgebung in ein warmes, goldenes Licht. Der Wind ist bereits aufgewacht und zerrt an dem Windschutz des Mikrofons.
    Die Blätter in den umgebenden Bäumen rascheln aufgeregt und das Gras der Wiese wiegt sanft in dem Wind. Es ist wärmer geworden, ich baue alles auf, drücke die Aufnahmetaste und schaue verträumt auf die Wiese, die teilweise in der Morgensonne liegt. Ein Schluck am heißen Kaffee - Niedersachsen in den Morgenstunden, hier im nördlichen Teil, kann schon wundervoll sein.

    • 9 min
    Aufwachen im Kloster Ihlow

    Aufwachen im Kloster Ihlow

    Es sollte ein weiterer Versuch der Aufnahme der Klangräume rund um das Kloster Ihlow werden. Vornehmlich die Glocke hatte es mir angetan. Aus vergangenen Ausflügen wusste ich in etwa wann ich da sein wollte: 8 Uhr am Morgen. Komm mit, packe dir einen heißen Tee oder Kaffee ein und wir wachen mit dem Kloster Ihlow auf.
    Klar, mal wieder kalt. Die letzten Tage kam immer mal wieder die Sonne durch und man konnte es tagsüber bei zweistelligen Temperaturen sehr gut aushalten. Heute, zum Aufnahmetag am Kloster Ihlow begrüßte mich das Expeditionsfahrzeug mit vereisten Scheiben. Prima! Mir war danach warm und die Scheiben so mittel eisfrei. Die paar Minuten zum Kloster Ihlow gingen schnell vorbei, Ostfriesland lag unter einer dicken Frostschicht. Noch war die volle Pracht der Einkristalle auf den Bäumen noch nicht zu erkennen, Sonnenaufgang sollte irgendwo um 8 Uhr morgens herum sein. Ich war das einzige Auto auf dem riesigen Parkplatz. Schnell das ganze Aufnahmezeug geschultert und los in Richtung des Klosters.
    Auf dem Weg zum Kloster kommt man an einer Installation vorbei - “Friesische Freiheit” von Monika Kühling 2003. Auch wenn ich dort schon häufiger entlang ging, bleibe ich jedes Mal stehen und suche mir Zeile für Zeile zusammen. Kaum ist die letzte Zeile gelesen geht es schon wieder weiter - durch einen noch schlafenden Wald. Viele der Vögel sind noch nicht auf und schlafen noch, der Trageesel ist schon wach! Nachdem ich die letzten Male direkt in dem Kloster aufgebaut hatte und von der Ergebnissen nicht ganz überzeugt war, baute ich diesmal ein paar Meter entfernt vom Kloster auf der Wiese auf.
    Die Wiese war noch tief verfroren, die Kabel wurden innerhalb von kurzer Zeit vollkommen steif. Hoffentlich wird die Batterie des Recorders halten, war mein erster Gedanke. Nach kurzer Zeit war alles zusammengesteckt, die Mikrofone waren ausgerichtet, ich drückte die Aufnahme Taste und entfernte mich von der Aufnahmestelle. Ich habe gelernt, dass selbst die kleinste Bewegung ein Rascheln an der Jacke erzeugt, welches sich anschließend garantiert in der Aufnahme wiederfindet.
    Endlich, die Glocke schlägt laut und deutlich, es ist acht Uhr morgens. Mit der Glocke wachen alle Vögel auf und in den nächsten Minuten darf ich einem tollen Vogel Konzert beiwohnen. Zahlreiche Spechte (3) sorgen für den erforderlich Rhythmus, schlagende Äste im Wind sorgen für weitere Percussion Elemente. Leider kamen auch zu dieser Zeit immer wieder Spaziergänger vorbei, die mehr oder minder laut Moin riefen. Oder da war noch das Auto, welches zum Museumsbetrieb gehört, welches um kurz vor acht ankam und wenige Sekunden nach der Glocke wieder abfahren sollte.
    Ich hatte zwar ein tolles Gefühl bezüglich der Aufnahme, wusste jedoch nicht, ob ich die Glocke laut und klar aufgenommen habe, ob ich die Spaziergänge werde entfernen können. Nach vielen Stunden des Editierens, Mischens und Masterings bin ich zufrieden und schließe damit ein Kapitel: Kloster Ihlow. Danke für die Momente, die ich dort erleben konnte, die Vögel, die Glocke, die ersten Sonnenstrahlen und auch danke für die kalten Füße. Es war schön nach einer langen Arbeitswoche wieder einmal herauszukommen und sich sanft von den ersten Sonnenstrahlen streicheln zu lassen.

    • 12 min

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