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Der Musikjournalist, Autor und Klangkünstler Michael Rüsenberg lädt Jazzgrößen zu einem interessanten Austausch ein. Der Titel der Reihe „Speak Like A Child“ geht zurück auf das Titelstück des legendären Herbie Hancock-Albums von 1968, und ist eine Referenz an die musikalische Grundfarbe des Stadtgartens. Der Titel soll dem Gespräch viel headroom erlauben. Selbstverständlich sollen Gäste & Gastgeber nicht „kindisch“ sprechen, aber doch unbefangen und offen. Und nuanciert, wie in Hancocks Arrangement.

Speak Like A Child Stadtgarten Köln

    • Musik
    • 5,0 • 2 Bewertungen

Der Musikjournalist, Autor und Klangkünstler Michael Rüsenberg lädt Jazzgrößen zu einem interessanten Austausch ein. Der Titel der Reihe „Speak Like A Child“ geht zurück auf das Titelstück des legendären Herbie Hancock-Albums von 1968, und ist eine Referenz an die musikalische Grundfarbe des Stadtgartens. Der Titel soll dem Gespräch viel headroom erlauben. Selbstverständlich sollen Gäste & Gastgeber nicht „kindisch“ sprechen, aber doch unbefangen und offen. Und nuanciert, wie in Hancocks Arrangement.

    Speak Like A Child: Alexander von Schlippenbach

    Speak Like A Child: Alexander von Schlippenbach

    Der Musikjournalist, Autor und Klangkünstler Michael Rüsenberg lädt Jazzgrößen bei „Speak Like A Child“ zu einem interessanten Austausch ein. Der Titel der Reihe geht zurück auf das Titelstück des legendären Herbie Hancock-Albums von 1968 und ist eine Referenz an die musikalische Grundfarbe des Stadtgartens. Jetzt gibt es die beliebte Interviewreihe auch als Podcast.

    Mit Alexander von Schlippenbach, einem der bedeutendsten Vertreter des FreeJazz in Europa, assoziiert man gerne „Berlin“. Aber er ist auch Kölner; jedenfalls hat er hier das Abitur gemacht und von 1959-64 an der Musikhochschule Komposition studiert. Die weitaus bedeutendere Assoziation allerdings lautet „Globe Unity“. 1966 lediglich der Titel einer Komposition, ist es bis heute der Name der wohl bedeutendsten Großformation der europäischen Jazz-Avantgarde.

    Alexander von Schlippenbach ist als Pianist ein eigener Stilist. Seine größten Einflüsse sind Cecil Taylor, andererseits Thelonious Monk; 1996/97 hat er das Gesamtwerk von Monk (70 Stücke) mit einem Quintett eingespielt. Legendär sein über fünf Jahrzehnte existierendes Trio mit Evan Parker (Sopransaxofon) und Paul Lovens (drums), später Paul Lytton. Er ist auch in seinem neunten Lebensjahrzehnt noch unterwegs, u.a. mit seiner Ehefrau, der Pianistin Aki Takase, gelegentlich auch mit seinem Sohn Vincent, alias DJ Illvibe.

    Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. Albert Mangelsdorff-Preis 1994, SWR-Jazzpreis 2007, 2017 Bundesverdienstkreuz. Das Gespräch mit Alexander von Schlippenbach fand statt am Ostermontag, 10. April 2023, in der Lounge des Stadtgarten, drei Tage nach seinem 85. Geburtstag. Das war um 18 Uhr, vor Publikum; um 20 Uhr saß er am Flügel auf der Bühne des Stadtgarten mit The Bridge, dem Quartett des portugiesischen Saxophonisten Rodrigo Amado.

    • 38 Min.
    Speak Like A Child: in memoriam Gerd Dudek (1938-2022)

    Speak Like A Child: in memoriam Gerd Dudek (1938-2022)

    Der Musikjournalist, Autor und Klangkünstler Michael Rüsenberg lädt Jazzgrößen bei „Speak Like A Child“ zu einem interessanten Austausch ein. Der Titel der Reihe geht zurück auf das Titelstück des legendären Herbie Hancock-Albums von 1968 und ist eine Referenz an die musikalische Grundfarbe des Stadtgartens. Jetzt gibt es die beliebte Interviewreihe auch als Podcast.



    Wenn es je einen „musicians' musician“ im deutschen Jazz gab, dann Gerd Dudek. Der Saxophonist, insbesondere am Tenor, technisch ausgereift, elegant und stilistisch extrem adaptionsfähig, von der Filmmusik bis zum Free Jazz, zog viel Bewunderung von Kollegen auf sich. Der Trompeter Woody Shaw (1944-1989) wird zitiert mit den Worten über ihn: „Ich möchte einmal so spielen können, wie Du spielen kannst!“

    Dudek hatte, verglichen mit heute, eine Schmalspurausbildung an der Musikschule Hilchenbach (bei Siegen). Mit 20 spielt er beim NDR Jazzworkshop mit Oscar Pettiford und Kenny Clarke, 1960-1964 im Orchester Kurt Edelhagen. Parallel dazu stößt er in Köln auf den Kreis um Manfred Schoof und Alexander von Schlippenbach. Ja, er gehört zur ersten Garde des deutschen Free Jazz; 1966 Globe Unity Orchestra, und 1968 ist er, was kaum jemand weiß, bei der Premiere von Brötzmanns „Machine Gun“ in Frankfurt dabei.

    Anfangs von Stan Getz, später von John Coltrane und, nach eigenem Bekunden, auch von Albert Ayler beeinflusst („das Horn muss singen!“), findet Dudek zu einem sehr eigenen Ausdruck - weitgehend unbemerkt von einem größeren Publikum. Nur wenige Stücke und Alben sind von ihm überliefert, Ehrgeiz zu einer „richtigen“ Karriere war ihm fremd; er blieb, wie Joachim Kühn zutreffend formuliert, „der ewige sideman“. Gerhard Rochus „Gerd“ Dudek, geboren am 28. September 1938 in Groß Döbbern bei Breslau, starb am 3. November 2022 in Köln an den Folgen eines Herzinfarktes. Er wurde 84 Jahre alt



    Michael Rüsenberg unterhielt sich mit acht Gesprächspartnern zu Gerd Dudek. Diese waren, in der Reihenfolge der Gespräche im Podcast, Manfred Schoof, Peter Brötzmann, Joachim Kühn, Alexander von Schlippenbach, Jasper van't Hof, Martin Sasse, Paul Heller und Oswald Dudek.



    Text: Michael Rüsenberg

    • 40 Min.
    Speak Like A Child: Kris Davis

    Speak Like A Child: Kris Davis

    Der Musikjournalist, Autor und Klangkünstler Michael Rüsenberg lädt Jazzgrößen bei „Speak Like A Child“ zu einem interessanten Austausch ein. Der Titel der Reihe geht zurück auf das Titelstück des legendären Herbie Hancock-Albums von 1968 und ist eine Referenz an die musikalische Grundfarbe des Stadtgartens. Jetzt gibt es die beliebte Interviewreihe auch als Podcast, zu hören hier auf dieser Website, Spotify und iTunes.

    Wenn das zeitgenössische Jazzpiano erörtert wird, dann fällt - jenseits aller Gender-Aspekte - immer auch ihr Name: Kris Davis. Über das Studium von Herbie Hancock, Keith Jarrett, Bill Evans (deren Einfluss man so gut wie nicht hört), aber auch über György Ligeti und Morton Feldman hat sie zu einem eigenen Stil gefunden, als Pianistin und Komponistin.

    Sie kommt aus dem kanadischen Westen, geboren 1980 in Vancouver, aufgewachsen in Calgary; Bachelor in Jazzpiano in Toronto; 2014 - da arbeitet sie schon mehr als ein Jahrzehnt in New York City - ein Master in Klassischer Komposition am City College. 2018 wählt die New York Times einen Satz aus ihrer Solo-Piano-Suite „Eight Pieces for the Vernal Equinox“ (gespielt von Rory Cowal) unter die „25 Best Classical Music Tracks of 2018“.

    Unter den Ausgezeichneten im selben Jahr, in derselben Kategorie, mit einem Orchesterstück: Ingrid Laubrock, eine befreundete, langjährige Partnerin, neben John Zorn, Tyshawn Sorey, John Hollenbeck und und und…

    Kris Davis hat zwei Dutzend Alben veröffentlicht, betreibt inzwischen ein eigenes Label (Pyroclastic) und wurde 2021 mit dem mit 275.000 $ dotierten Doris Duke Artist Award ausgezeichnet. Im selben Jahr folgt sie der Einladung von Terri Lyne Carrington nach Boston, an das Berklee Institute of Jazz and Gender Justice. Sie, die in einem Interview sagt, keine Benachteiligung erfahren zu haben, unterrichtet dort Ensembles und Solisten. Sie ist außerdem beteiligt an der Sammlung „New Standards - 101 Lead Sheets by Women Composers“.

    Das Gespräch mit Kris Davis fand statt am 20. September 2022 im „Jaki“, dem Club des Stadtgarten, ein Tag vor dem Konzert ihres Quintetts „Save Your Breath“ im Rahmen des „Multiphonics“-Festivals.

    • 23 Min.
    Speak Like A Child: Mingus 100 Festival

    Speak Like A Child: Mingus 100 Festival

    Am 22. April 2022 wäre Charles Mingus 100 Jahre alt geworden; als Bassist, Komponist und Bandleader eine historische Jazzgröße. Aus diesem Grund und aus Anlaß ihres im Juni 2022 veröffentlichten Tribut-Albums „The Mingus Sessions“ haben Denis Gäbel und Robert Landfermann ein zweitägiges Festival im Stadtgarten organisiert, „Mingus 100“.

    Es gelang ihnen, dafür einen sehr authentischen Artist In Residence zu gewinnen: Charles McPherson. Der Altsaxophonist tourte von Ende 1959 bis 1972 mit Mingus, ein letztes Mal spielte er mit ihm in einem Studio 1978, ein Jahr vor dessen Tod. Charles McPherson spricht über seinen persönlichen Bezug zur Musik von Charles Mingus, die Jahre mit ihm sowie die Erfahrung aus diesem Projekt im Stadtgarten. Im Anschluß einige der Kölner Teilnehmer:innen von „Mingus 100“.

    Die Gespräche wurden am 5. und 6. Oktober 2022 aufgezeichnet.



    1. Charles McPherson (00:00 - 13:36)



    Charles McPherson, (evtl. Foto) geb. 1939 in Missouri, kam als 20jähriger aus Detroit nach New York zu Charles Mingus, als Nachfolger von Eric Dolphy. Er war auch früher schon in Köln, als Gast der WDR Big Band. Er lebt heute in San Diego.



    2. Theresia Philipp (13:36 - 19:26)



    Theresia Philipp stammt aus Sachsen und hat in Köln an der Musikhochschule studiert. Sie wurde ausgezeichnet mit dem Kölner Jazzpreis (2020) sowie dem WDR Jazzpreis (2022).

    Theresia Philipp spielte bei „Mingus 100“ mit ihrem Quartett featuring Charles McPherson, as, mit Felix Hauptmann p, Nick Dunston, b, Lukas Akintaya, dr.



    3. Denis Gäbel (19:27 - 25:06)



    Denis Gäbel hat in Amsterdam studiert und ist seit 2022 Mitglied der hr Big Band. Denis Gäbel spielte bei „Mingus 100“ u.a. mit Shannon Barnett, tb, Norbert Scholly , g, Robert Landfermann, b, Christian Ramond, b, Leif Berger, dr.



    4. John Goldsby (25:07 - 34:18)



    John Goldsby, geb. 1958 in Kentucky, ist seit 1994 Mitglied der WDR Big Band in Köln. Der Bassist unterrichtet u.a. an der Folkwang Hochschule für Musik in Essen, er hat mehrere Lehrbücher geschrieben, z.B. „The Jazz Bass Book“.

    John Goldsby spielte bei „Mingus 100“ in einem Quintett mit Charles McPherson, as, Axel Schlosser, tp, Billy Test, p, Mareike Wiening, dr.



    5. Elisabeth Coudoux (34:19 - 40:54)



    Elisabeth Coudoux spielt das Instrument, das Mingus' erstes war (noch vor dem Bass): das Cello. Sie hat in Dresden und Köln studiert. Elisabeth Coudoux spielte bei „Mingus 100“ im Low Strings Syndicate, einem frei improvisierenden Streich-Quartett, mit Robert Landfermann, b, Sebastian Gramss, b, Christian Ramond, b.

    • 40 Min.
    Speak Like A Child: Ingrid Laubrock

    Speak Like A Child: Ingrid Laubrock

    Ingrid Laubrock, geboren 1970 in der westfälischen Provinz, dürfte die renommierteste deutsche Jazzmusikerin sein. Ihr Weg von Stadtlohn über Berlin (kurz) und London (20 Jahre) schließlich nach New York City (ab 2009) ist beispiellos.

    Obendrein, wenn man bedenkt, dass sie erst mit 19 Jahren das Instrument zu spielen beginnt, über dessen Beherrschung ihr Schweizer Saxophon-Kollege Omri Ziegele ins Schwärmen gerät. Ihr Weg ist auf einzigartige Weise vom Prinzip des „learning by doing“ bestimmt. Sie sagt, sie sei „eigentlich auto-didaktisch auf dem Saxophon“, sie hat von Anfang an davon gelebt, sie hat keinen Abschluß an einer der berühmten Lehrstätten des Jazz.

    Sie hat bald drei Dutzend Alben als Leader bzw. Co-Leader veröffentlicht, mehrere mit dem Schlagzeuger Tom Rainey, ihrem Ehemann, sowie mit der Pianistin Kris Davis. Gegenwärtig gehört sie zum neuen Saxophon-Quartett von Anthony Braxton. Ein Stück aus ihrem ersten Orchesterwerk „Contemporary Chaos Practices“ zählt die New York Times zu den „25 Best Classical Music Tracks of 2018“.

    Gerade hat sie ihr erstes Streichquartett komponiert. Sie unterrichtet Jazz - und wird unterrichtet: während der Pandemie hat sie ein Masterstudium in klassischer Komposition aufgenommen. Sie baut quasi vor, denn Ingrid Laubrock kann sich durchaus eine Zukunft rein als Komponistin vorstellen.

    Das Gespräch mit Ingrid Laubrock fand am 24. Juni 2022 in Monheim statt, am Rande der Monheim Triennale 2022.

    Text: Michael Rüsenberg

    • 35 Min.
    Speak Like A Child: Achim Fink

    Speak Like A Child: Achim Fink

    Der Musikjournalist, Autor und Klangkünstler Michael Rüsenberg lädt Jazzgrößen bei „Speak Like A Child“ zu einem interessanten Austausch ein. Der Titel der Reihe geht zurück auf das Titelstück des legendären Herbie Hancock-Albums von 1968 und ist eine Referenz an die musikalische Grundfarbe des Stadtgartens. Jetzt gibt es die beliebte Interviewreihe auch als Podcast.

    Achim Fink, geboren 1954 in Engers bei Neuwied, kommt nicht nur aus derselben Stadt, sondern aus derselben Straße wie Norbert Stein. Wie jener studiert er an der Musikhochschule Köln (1973-1979), allerdings klassische Posaune, und dies eher im Sinne der Neuen Musik bei Vinko Globokar.

    In Köln spielen beide auch in denselben Bands, bei NoNett (1979-1984) und bei den Pata Horns. 1994 führt Fink das Holz- und Blechbläserquartett als Talking Horns weiter, es existiert bis heute und hat die halbe Welt bereist. Eine andere Langzeitpartnerschaft, die er seit 1991 bis heute pflegt, ist die mit dem Pianisten Martin Kübert.

    Achim Fink bezeichnet sich selbst als „nicht so jazzy“; vielleicht deshalb dürfte er der einzige Jazzmusiker in Köln sein, der den grossen Graben überspringt: er spielt auch Dixieland. Ja, er spricht sogar von der „großen Freiheit unter dem Strohhut“.

    Er gehört anderseits seit Jahren zum Ensemble des renommierten Theaterregisseurs Robert Wilson. Als Gründungsmitglied der Initiative Kölner Jazzhaus e.V. ist Achim Fink Teil der Konzertreihe „Past & Present“. In dem Konzert am 2. April 2022 spielte er zunächst im Duo mit Martin Kübert, danach mit den Talking Horns (Andreas Gilgenberg, as, bcl, Bernd Winterschladen, ts, bars, Stephan Jochen Schulze, tb, btb, tuba), er selbst an Posaune, Tenortrompete und Tuba. In der Pause seine Musik, elektronisch transformiert, zu Videos aus der Tiefsee - eine neue seiner vielen Baustellen.

    Das Gespräch mit Achim Fink fand statt am 9. August 2022 im Club „Jaki“, im Souterrain des Stadtgarten.

    Text: Michael Rüsenberg

    • 31 Min.

Kundenrezensionen

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2 Bewertungen

2 Bewertungen

Alf Marholm ,

Speak like a Child

Diese Reihe leistet etwa, was die ÖR Anstalten nicht mehr leisten: gute Gespräche nicht nur führen, sondern auch dauerhaft zugänglich machen.

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