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Der Musikjournalist, Autor und Klangkünstler Michael Rüsenberg lädt Jazzgrößen zu einem interessanten Austausch ein. Der Titel der Reihe „Speak Like A Child“ geht zurück auf das Titelstück des legendären Herbie Hancock-Albums von 1968, und ist eine Referenz an die musikalische Grundfarbe des Stadtgartens. Der Titel soll dem Gespräch viel headroom erlauben. Selbstverständlich sollen Gäste & Gastgeber nicht „kindisch“ sprechen, aber doch unbefangen und offen. Und nuanciert, wie in Hancocks Arrangement.

Speak Like A Child Stadtgarten Köln

    • Musik
    • 4,5 • 2 Bewertungen

Der Musikjournalist, Autor und Klangkünstler Michael Rüsenberg lädt Jazzgrößen zu einem interessanten Austausch ein. Der Titel der Reihe „Speak Like A Child“ geht zurück auf das Titelstück des legendären Herbie Hancock-Albums von 1968, und ist eine Referenz an die musikalische Grundfarbe des Stadtgartens. Der Titel soll dem Gespräch viel headroom erlauben. Selbstverständlich sollen Gäste & Gastgeber nicht „kindisch“ sprechen, aber doch unbefangen und offen. Und nuanciert, wie in Hancocks Arrangement.

    Speak Like A Child: Mingus 100 Festival

    Speak Like A Child: Mingus 100 Festival

    Am 22. April 2022 wäre Charles Mingus 100 Jahre alt geworden; als Bassist, Komponist und Bandleader eine historische Jazzgröße. Aus diesem Grund und aus Anlaß ihres im Juni 2022 veröffentlichten Tribut-Albums „The Mingus Sessions“ haben Denis Gäbel und Robert Landfermann ein zweitägiges Festival im Stadtgarten organisiert, „Mingus 100“.

    Es gelang ihnen, dafür einen sehr authentischen Artist In Residence zu gewinnen: Charles McPherson. Der Altsaxophonist tourte von Ende 1959 bis 1972 mit Mingus, ein letztes Mal spielte er mit ihm in einem Studio 1978, ein Jahr vor dessen Tod. Charles McPherson spricht über seinen persönlichen Bezug zur Musik von Charles Mingus, die Jahre mit ihm sowie die Erfahrung aus diesem Projekt im Stadtgarten. Im Anschluß einige der Kölner Teilnehmer:innen von „Mingus 100“.

    Die Gespräche wurden am 5. und 6. Oktober 2022 aufgezeichnet.



    1. Charles McPherson (00:00 - 13:36)



    Charles McPherson, (evtl. Foto) geb. 1939 in Missouri, kam als 20jähriger aus Detroit nach New York zu Charles Mingus, als Nachfolger von Eric Dolphy. Er war auch früher schon in Köln, als Gast der WDR Big Band. Er lebt heute in San Diego.



    2. Theresia Philipp (13:36 - 19:26)



    Theresia Philipp stammt aus Sachsen und hat in Köln an der Musikhochschule studiert. Sie wurde ausgezeichnet mit dem Kölner Jazzpreis (2020) sowie dem WDR Jazzpreis (2022).

    Theresia Philipp spielte bei „Mingus 100“ mit ihrem Quartett featuring Charles McPherson, as, mit Felix Hauptmann p, Nick Dunston, b, Lukas Akintaya, dr.



    3. Denis Gäbel (19:27 - 25:06)



    Denis Gäbel hat in Amsterdam studiert und ist seit 2022 Mitglied der hr Big Band. Denis Gäbel spielte bei „Mingus 100“ u.a. mit Shannon Barnett, tb, Norbert Scholly , g, Robert Landfermann, b, Christian Ramond, b, Leif Berger, dr.



    4. John Goldsby (25:07 - 34:18)



    John Goldsby, geb. 1958 in Kentucky, ist seit 1994 Mitglied der WDR Big Band in Köln. Der Bassist unterrichtet u.a. an der Folkwang Hochschule für Musik in Essen, er hat mehrere Lehrbücher geschrieben, z.B. „The Jazz Bass Book“.

    John Goldsby spielte bei „Mingus 100“ in einem Quintett mit Charles McPherson, as, Axel Schlosser, tp, Billy Test, p, Mareike Wiening, dr.



    5. Elisabeth Coudoux (34:19 - 40:54)



    Elisabeth Coudoux spielt das Instrument, das Mingus' erstes war (noch vor dem Bass): das Cello. Sie hat in Dresden und Köln studiert. Elisabeth Coudoux spielte bei „Mingus 100“ im Low Strings Syndicate, einem frei improvisierenden Streich-Quartett, mit Robert Landfermann, b, Sebastian Gramss, b, Christian Ramond, b.

    • 40 Min.
    Speak Like A Child: Ingrid Laubrock

    Speak Like A Child: Ingrid Laubrock

    Ingrid Laubrock, geboren 1970 in der westfälischen Provinz, dürfte die renommierteste deutsche Jazzmusikerin sein. Ihr Weg von Stadtlohn über Berlin (kurz) und London (20 Jahre) schließlich nach New York City (ab 2009) ist beispiellos.

    Obendrein, wenn man bedenkt, dass sie erst mit 19 Jahren das Instrument zu spielen beginnt, über dessen Beherrschung ihr Schweizer Saxophon-Kollege Omri Ziegele ins Schwärmen gerät. Ihr Weg ist auf einzigartige Weise vom Prinzip des „learning by doing“ bestimmt. Sie sagt, sie sei „eigentlich auto-didaktisch auf dem Saxophon“, sie hat von Anfang an davon gelebt, sie hat keinen Abschluß an einer der berühmten Lehrstätten des Jazz.

    Sie hat bald drei Dutzend Alben als Leader bzw. Co-Leader veröffentlicht, mehrere mit dem Schlagzeuger Tom Rainey, ihrem Ehemann, sowie mit der Pianistin Kris Davis. Gegenwärtig gehört sie zum neuen Saxophon-Quartett von Anthony Braxton. Ein Stück aus ihrem ersten Orchesterwerk „Contemporary Chaos Practices“ zählt die New York Times zu den „25 Best Classical Music Tracks of 2018“.

    Gerade hat sie ihr erstes Streichquartett komponiert. Sie unterrichtet Jazz - und wird unterrichtet: während der Pandemie hat sie ein Masterstudium in klassischer Komposition aufgenommen. Sie baut quasi vor, denn Ingrid Laubrock kann sich durchaus eine Zukunft rein als Komponistin vorstellen.

    Das Gespräch mit Ingrid Laubrock fand am 24. Juni 2022 in Monheim statt, am Rande der Monheim Triennale 2022.

    Text: Michael Rüsenberg

    • 35 Min.
    Speak Like A Child: Achim Fink

    Speak Like A Child: Achim Fink

    Der Musikjournalist, Autor und Klangkünstler Michael Rüsenberg lädt Jazzgrößen bei „Speak Like A Child“ zu einem interessanten Austausch ein. Der Titel der Reihe geht zurück auf das Titelstück des legendären Herbie Hancock-Albums von 1968 und ist eine Referenz an die musikalische Grundfarbe des Stadtgartens. Jetzt gibt es die beliebte Interviewreihe auch als Podcast.

    Achim Fink, geboren 1954 in Engers bei Neuwied, kommt nicht nur aus derselben Stadt, sondern aus derselben Straße wie Norbert Stein. Wie jener studiert er an der Musikhochschule Köln (1973-1979), allerdings klassische Posaune, und dies eher im Sinne der Neuen Musik bei Vinko Globokar.

    In Köln spielen beide auch in denselben Bands, bei NoNett (1979-1984) und bei den Pata Horns. 1994 führt Fink das Holz- und Blechbläserquartett als Talking Horns weiter, es existiert bis heute und hat die halbe Welt bereist. Eine andere Langzeitpartnerschaft, die er seit 1991 bis heute pflegt, ist die mit dem Pianisten Martin Kübert.

    Achim Fink bezeichnet sich selbst als „nicht so jazzy“; vielleicht deshalb dürfte er der einzige Jazzmusiker in Köln sein, der den grossen Graben überspringt: er spielt auch Dixieland. Ja, er spricht sogar von der „großen Freiheit unter dem Strohhut“.

    Er gehört anderseits seit Jahren zum Ensemble des renommierten Theaterregisseurs Robert Wilson. Als Gründungsmitglied der Initiative Kölner Jazzhaus e.V. ist Achim Fink Teil der Konzertreihe „Past & Present“. In dem Konzert am 2. April 2022 spielte er zunächst im Duo mit Martin Kübert, danach mit den Talking Horns (Andreas Gilgenberg, as, bcl, Bernd Winterschladen, ts, bars, Stephan Jochen Schulze, tb, btb, tuba), er selbst an Posaune, Tenortrompete und Tuba. In der Pause seine Musik, elektronisch transformiert, zu Videos aus der Tiefsee - eine neue seiner vielen Baustellen.

    Das Gespräch mit Achim Fink fand statt am 9. August 2022 im Club „Jaki“, im Souterrain des Stadtgarten.

    Text: Michael Rüsenberg

    • 31 Min.
    Speak Like A Child: Raimund Kroboth

    Speak Like A Child: Raimund Kroboth

    Der Musikjournalist, Autor und Klangkünstler Michael Rüsenberg lädt Jazzgrößen bei „Speak Like A Child“ zu einem interessanten Austausch ein. Der Titel der Reihe geht zurück auf das Titelstück des legendären Herbie Hancock-Albums von 1968 und ist eine Referenz an die musikalische Grundfarbe des Stadtgartens. Jetzt gibt es die beliebte Interviewreihe auch als Podcast.

    Der Gitarrist Raimund Kroboth gehört 1978 zu den Gründungsmitgliedern der Initiative Kölner Jazzhaus e.V. Ein Jahr zuvor war er aus Landshut (Niederbayern) an den Rhein gekommen. Er gilt nicht nur als „der Bayer“, er liebt und pflegt das Image, wobei - den Dialekt hat er erst in der Domstadt gelernt. Gepaart mit großem Humor haftet dem Bairischen, wie Kroboth es vertritt, nichts Hinterwäldlerisches an.

    Er ist ein Kosmopolit. Es dürfte kaum einen anderen Kölner Jazzmusiker geben, der - meist im Auftrag des Goethe Institutes - so viele Ländern bereist hat wie Raimund Kroboth. Zumeist allerdings nicht mit Jazzmusik, auch nicht im weiteren Sinne, sondern mit je spezifischen, die Farben wechselnden Formen von „Weltmusik“.

    Gleichwohl, sein Einstieg in Köln war Jazzrock mit der prominent besetzten Band NoNett (Reiner Michalke, Norbert Stein, Reiner Winterschladen u.a.), 1979-1984. Mit Heinz, 1986-1992, rückt er vom Jazzrock schon ab (CD-Titel u.a. „Bavarian Backbeat“).

    Mit der Schäl Sick Brass Band, 1995-2013, betritt er das Feld, das er seitdem in zahlreichen Varianten bestellt: Weltmusik oder auch „Songs from überall“.

    2009-2019 war dies das Tabadoul Orchestra, seit 2005 sind das die Tzaziken, ein weibliches Vokal-Sextett, begleitet vom einem JazzmusikerInnen-Sextett.

    Kroboth ist der spiritus rector; er hört was im Song-Fundus der Welt, er sucht & findet, er schreibt um, arrangiert, gibt Anstösse. Authentizität beansprucht er nicht („Aus A und B wird C“.)

    Wer die Tzaziken erlebt, kann sich deren Sog guter Laune nicht entziehen. Das Gespräch mit Raimund Kroboth fand statt am 29. März 2022 im Club „Jaki“, unterhalb des Stadtgarten, zwei Tage vor seinem 70. Geburtstag.

    Text: Michael Rüsenberg

    • 24 Min.
    Speak Like A Child: Dieter Manderscheid

    Speak Like A Child: Dieter Manderscheid

    Dieter Manderscheid, geboren am 31. März 1956 in Trier, gehört zu den Gründungsmitgliedern der Initiative Kölner Jazz Haus e.V. Er hat auch vier Jahrzehnte in Köln gewohnt - aber zugleich Trier niemals verlassen. Der Zeitpunkt des Gespräches mit ihm (29. März 2022) war ein symbolischer: gerade hatte er das Wohnungsübergabeprotokoll unterzeichnet, danach machte er sich auf den Weg zurück in seine Heimatstadt.

    Dieter Manderscheid hat, das darf man wohl sagen, in der Domstadt einen prominenten Fußabdruck hinterlassen, als Bassist in etlichen Kontexten, vielleicht sogar nachhaltiger noch als Bass-Lehrer. Man findet mehrere intonationssichere Bassisten in der Stadt, von denen man auch deshalb vermuten kann: sie wurden von Dieter Manderscheid ausgebildet.

    1980 kam er nach Köln, um ein in Saarbrücken begonnenes Studium des Kontrabasses fortzusetzen. Sein Name ist danach auf zahlreichen Tonträgern zu finden, mit Wittek-Kaiser-Manderscheid, Thomas Heberer, Tome XX, Peter Brötzmann, Klaus König, Sebastian Sternal und vielen weiteren. 1991 beginnt er eine Lehrtätigkeit an der Musikhochschule Frankfurt am Main, 1994 an der Hochschule für Tanz und Musik in Köln. Von 2002 bis 2022 hatte er dort eine Professur für Jazz-Bass. Nachfolger ist einer seiner Schüler: Robert Landfermann.

    Das Gespräch mit ihm beginnt - ohne dass ein Konzert in der Reihe „Past & Present“ dafür Anlass wäre - gleichwohl mit „The Music of Dieter Manderscheid“: seine Rolle darin als Komponist und Bassist. Und es verweilt eine ganze Zeit lang bei Technik, Ästhetik und Pädagogik dieses Instrumentes, über das Manderscheid wie kein zweiter Auskunft geben kann. Das Gespräch fand am 29. März 2022 im Club „Jaki“, unterhalb des Stadtgarten statt.

    • 29 Min.
    Speak Like A Child: Rolf Kühn

    Speak Like A Child: Rolf Kühn

    Die „FAZ“ spricht vom „Gentleman an der Klarinette“, die „Welt“ nennt ihn „Deutschlands coolsten Jazzer“. Ganz sicher war er dessen weltläufigster Repräsentant. Mehr noch, er hat zuletzt die Geschichte dieser Gattung verkörpert wie kaum jemand sonst, auch nicht in Amerika.

    Denn - bitte festhalten - wer konnte reklamieren, sowohl mit Benny Goodman und Ornette Coleman als auch mit Michael Brecker und Christian Lillinger gespielt zu haben? Wer konnte mit einer so grandiosen Anekdote aufwarten, nach dem Verlust des Hausschlüssels bei der Nachbarin geklingelt zu haben (einer Nachbarin namens Billie Holiday) als Rolf Kühn? Von 1956 bis 1962 hat er in New York City gelebt.

    Geboren ist er in Köln. Die meisten seiner Aufnahmen für das legendäre Label MPS hat er in der Domstadt produziert. Ein kölscher Jung aber ist er nicht, aufgewachsen ist er in Leipzig. Dort hat ihn eine Frau 1947 zum Jazz geführt, die Pianistin Jutta Hipp (1925-2003).

    Hauptpartner war bis zuletzt sein 14 Jahre jüngerer Bruder, der Pianist Joachim Kühn.

    Sein Instrument, die Klarinette, übte er zwei Stunden täglich, „mindestens“; lange Jahre im RIAS, in den letzten beiden Jahren, pandemie-bedingt, im Badezimmer seiner Wohnung. Kostete ihn das Überwindung? „Niemals! Überwiegend ist die Neugierde: was kann man noch alles mit diesem Instrument machen?“

    Auf einzigartige Weise hat er sich damit sowohl in der Jazz-Tradition als auch in der -Avantgarde behauptet. Selbst Ausflüge in die „Funktionsmusik“ (er hat für „Tatort“ und „Derrick“ komponiert und das Musical „Hair“ auf Deutsch adaptiert) haben seinem Ruf nicht geschadet.

    Mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war er per Du. Gleichwohl, im Gegensatz zu Manfred Schoof, Klaus Doldinger, den Brüdern Albert und Emil Mangelsdorff wurde ihm das Bundesverdienstkreuz nicht verliehen; außer dem Kulturpreis einer Berliner Lokalzeitung und dem Echo Jazz

    (2001) hat er eine wirklich nennenswerte Auszeichnung erstaunlicherweise nicht erhalten, auch die renommierteste Auszeichnung des deutschen Jazz, der Albert Mangelsdorff-Preis, blieb ihm verwehrt.

    Rolf Kühn, geboren am 29. September 1929 in Köln, ist am 18. August 2022 in Berlin gestorben. Er wurde 92 Jahre alt.

    Das Gespräch mit Rolf Kühn fand am 5. Dezember 2021 in seiner Wohnung in Berlin-Charlottenburg statt.

    Fotocredits: Rolf Kühn © Gregor Fischer, picture alliance

    • 43 Min.

Kundenrezensionen

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2 Bewertungen

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Alf Marholm ,

Speak like a Child

Diese Reihe leistet etwa, was die ÖR Anstalten nicht mehr leisten: gute Gespräche nicht nur führen, sondern auch dauerhaft zugänglich machen.

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