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Katholische Akademie in Berlin e.V.

Nicht pünktlich und aktuell, sondern rechtzeitig zu spät und auf den Punkt. Kurz und knapp, Erde und Himmel im Blick. Immer wieder mittags zwei Minuten nach 12. Eine Unterbrechung des Tages, mit interessanten Gästen auf eine kurze Stunde nur…

zwei nach zwölf. Gespräch über Gott und die Welt Katholische Akademie in Berlin e.V.

    • Gesellschaft und Kultur
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Katholische Akademie in Berlin e.V.

Nicht pünktlich und aktuell, sondern rechtzeitig zu spät und auf den Punkt. Kurz und knapp, Erde und Himmel im Blick. Immer wieder mittags zwei Minuten nach 12. Eine Unterbrechung des Tages, mit interessanten Gästen auf eine kurze Stunde nur…

    Felicitas Hoppe: „Ich komme aus einer katholischen Familie von Tag- und Nachtträumern“

    Felicitas Hoppe: „Ich komme aus einer katholischen Familie von Tag- und Nachtträumern“

    Felicitas Hoppe ist als drittes von fünf Kindern schlesischer Flüchtlinge in der katholischen Diaspora Niedersachsens aufgewachsen. Das Katholische prägt ihre Literatur, aber als katholische Schriftstellerin möchte sie sich nicht bezeichnen. Mit ihr spreche ich über ihren – wie sie einmal schreibt – „vermutlich leichtfertigen, also ziemlich katholischen“ Umgang mit Literatur und Religion, über die katholische Welt der Liturgie, über Schutzpatrone und Heilige, über das „Ohr Gottes“, den Balken im eigenen Auge, die Plätze am runden Tisch des Abendmahls und das Jüngste Gericht.

    Und über Träume, denn sie stammt aus einer Familie „von schlesischen Vielrednern auf der Flucht, die auch ihre Träume einander nicht vorenthielten.“ Wobei sich die dringende Frage stellt, von was für einem Katholizismus wir heute eigentlich träumen?

    Felicitas Hoppe lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Seit 1996 veröffentlicht sie Erzählungen, Romane, Kinderbücher und Feuilletons; sie ist auch als Übersetzerin tätig. Sie ist Trägerin des Georg-Büchner-Preises und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zuletzt erhielt sie ein Ehrendoktorat der Leuphana Universität Lüneburg. Veröffentlichungen u.a.: Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm (2021, S. Fischer-Verlag); Fährmann, hol über! Oder wie man das Johannesevangelium pfeift. Mit einem Essay von Thomas Brose erscheint (2021, Herder-Verlag) und Fieber 17 (2021, Dörlemann Verlag).

    Tags:

    Katholizismus, ökumenisch, Bad Pyrmont, Krise, Kirche, Glaube, Religion, Schlesien, Literatur, Vertrauen

    • 48 Min.
    Ulrich Lehner: Katholische Aufklärung. Und die Kirche heute

    Ulrich Lehner: Katholische Aufklärung. Und die Kirche heute

    Wie kann ich katholisch und gleichzeitig modern sein? Diese Frage wurde nicht erst im Zweiten Vatikanischen Konzil gestellt, sondern in der Katholischen Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Der Rückzug der katholischen Kirche in ein intellektuelles Ghetto nach den Erfahrungen der Französischen Revolution und die anschließende Abwehrstellung der Kirche gegen die Moderne hat die Katholische Aufklärung vergessen lassen.

    Mit seinem Gast Ulrich Lehner spricht Joachim Hake ich über die vergessene Geschichte der reformfreudigen Katholiken des 18. Jahrhunderts in Nord- und Südamerika, Europa und Asien, die gegen Aberglauben kämpften und für die Ideale von Demokratie, Gleichheit der Geschlechter und den Wert der Naturwissenschaften einstanden.

    Die Katholische Aufklärung tanzte auf „vielen Hochzeiten“, aber nach Lehner macht dies gerade den Ernst und Reiz dieses Jahrhunderts aus, denn die Kirche war immer dann am kreativsten „wenn sie sich offen einem eklektischen Dialog mit der Kultur ihrer Zeit stellte“. Was bedeutet dies für die heutige Reform der Kirche?

    Prof. Dr. Ulrich L. Lehner ist spezialisiert auf Religionsgeschichte und Theologie der Frühen Neuzeit, der Aufklärung und des 19. Jahrhunderts. Er ist Inhaber des William K. Warren Lehrstuhls für Theologie an der US-amerikanischen Universität von Notre Dame und Verfasser zahlreicher Werke, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Veröffentlichung u.a. Die Katholische Aufklärung - Weltgeschichte einer Refombewegung, Schöningh-Verlag 2017 und Gott ist unbequem - Eine Herausforderung, Herder-Verlag 2019.

    • 52 Min.
    Heinz Schilling: Das Christentum und die Entstehung des modernen Europa

    Heinz Schilling: Das Christentum und die Entstehung des modernen Europa

    War das Christentum zu Beginn der Neuzeit in Fundamentalfeindschaft zerrissen und Grund schwerer Konflikte, nahm es im Verlauf des 30jährigen Krieges eine Wende zu Frieden und rechtlicher Anerkennung. Es ebnete damit dem pluralen Europa der Gegenwart den Weg.  

    Heinz Schilling nimmt uns mit auf eine eindrucksvolle Zeitreise von der Reformation bis in die beginnende Moderne. Er erzählt anhand zahlreicher Beispiele, wie aus der einen lateinischen Christenheit das multikonfessionelle Europa der Frühen Neuzeit hervorging. Er schildert die Machtkämpfe um das Verhältnis von Politik und Kirche und veranschaulicht, wie diese Konflikte die weltanschauliche Pluralität der Moderne hervorbringen – ein Prozess, der unsere Welt bis heute entscheidend prägt.  Sein neues Werk ist eine fesselnde und der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Entstehungsgeschichte der modernen Welt aus den Wurzeln des Christentums, in der sich der Autor einmal mehr als ein Meister seines Fachs erweist.  

    Heinz Schilling ist em. Professor für Europäische Geschichte der frühen Neuzeit an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zuletzt publiziert: Das Christentum und die Entstehung des modernen Europa, Herder 2022, 1517 – Weltgeschichte eines Jahres, C.H. Beck Verlag 2017 (Italienische Übersetzung: Rovereto 2017) und Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs. Eine Biographie, C.H. Beck Verlag 2016 (4. Aufl. 2017).



    Shownotes:

    Das Christentum muss in die Welt wirken und sich in ihr bewähren.



    Tags:

    Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Orthodoxie, Judentum, Pluralismus, Vielheit, Säkularisierung, Minderheiten, Konfession, Freiheit, Luther, Calvin, Moderne, Aufklärung, Reformation, Staatenbildung, Frühe Neuzeit, Mittelalter, Gegenwart, Religion und Politik, Krieg in der Ukraine, Migration, Migrationskirche, Synodaler Weg

    • 56 Min.
    Detlef Pollack: Religion und Moderne. Und die Kirchen?

    Detlef Pollack: Religion und Moderne. Und die Kirchen?

    „Ich habe eine hohe Meinung von den Kirchen.“ Detlef Pollack  

    Die Bedeutung des Christentums in Deutschland geht zurück. Immer mehr Menschen fremdeln mit der Kirche, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit und über die Konfessionen hinweg. Die Coronakrise und vor allem der Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche lassen das Vertrauen in die Kirche weiter drastisch zurückgehen.  Anlässlich der im März 2022 erscheinenden Neuauflage des Buches von Detlef Pollack und Gergely Rosta, Religion und Moderne (2015, 2022) spricht Joachim Hake mit dem Religionssoziologen Detlev Pollack über die (schwindende) Kraft der Kirchen im Horizont der Frage nach Religion und Moderne.  

    Detlef Pollack arbeitet empirisch, historisch und theoretisch – wie er schreibt – „multiparadigmatisch“. Er ist grundsätzlich skeptisch gegenüber allzu weiträumigen Großerzählungen und legt konkrete Fallstudien zu Ländern wie Italien, Niederlande, Deutschland, Polen, Russland, USA, Südkorea und Brasilien vor. Dabei macht er erstaunliche Entdeckungen, über die Schwächung und Stärkung religiöser Bindungen.

    Shownotes

    Religion leistet die Unterscheidung von Immanenz und Transzendenz und die Symbolisierung der Transzendenz in der Immanenz.

    Wie wird das Transzendente lebensweltlich relevant? Nicht dadurch, dass es sich als das Transzendente selber zeigt, sondern indem es sich symbolisiert. Wir sprechen auch von Codes oder von Chiffren. Das heißt, dass die Transzendenz durch die Unterscheidung zwischen dem Profanen und dem Heiligen irgendwo auch zu einem Bestandteil der Immanenz wird und dadurch eben auch erfahrbar, kommunizierbar, erlebbar, also etwas, was den Menschen bewegen kann. Die Grundidee der katholischen Kirche verstehe ich genauso: Es ist eben nicht nur die Transzendenz, von der gesprochen wird, sondern man spricht auch von der heiligen Kirche, an die man glauben kann, und in der sich irgendetwas von dieser Transzendenz manifestiert. Und wenn es sich nicht manifestiert, dann hat die Kirche ein Problem, dann gibt es möglicherweise auch die Anfrage, inwieweit sie überhaupt ihrem Anspruch gerecht wird.

    Wir haben in den letzten Jahren in vielen Ländern, die wir in unserem Buch als religiös relativ stabil und vital dargestellt haben, dramatische Prozesse der Entkirchlichung und Säkularisierung festgestellt, also in den USA, in Italien, in Polen, in Irland. Man könnte weitere Länder aufführen. In den USA ist inzwischen der Anteil derjenigen, die sich als nicht religiös bezeichnen in etwa so hoch wie in Westdeutschland. Etwa ein Drittel der Amerikaner, sagen, sie können mit Religion nichts anfangen.

    Wir können in Westeuropa eigentlich kaum Phänomene beobachten, die die These der sogenannten Markttheorie bestätigen, nämlich das mit einer Erhöhung des Grades der erhöhten Pluralität auch die Vitalität der Religion ansteigt. Das Gegenteil ist der Fall: Wir haben in Europa eine zunehmende religiöse Pluralität, aber das Religiositätsniveau sinkt nach wie vor.

    Die katholische Kirche kann sich reformieren und reformieren und reformieren und zeigen, wie wandlungsfähig sie ist, und trotzdem wird dieser Abwärtstrend ganz gewiss nicht gestoppt werden können.

    Die Mehrheit derjenigen, die die katholische Kirche für ihre derzeitige Gestalt kritisieren, haben eine unglaublich starke Kirchenbindung.

    Ich kann mir keine katholische Kirche vorstellen, die sich nicht über ihren Anspruch auf Heiligkeit definiert.

    Die Institution kann zur Fessel werden, aber sie ist auch ein Ermöglichungsraum. Und davon lebt nicht nur der fromme konventionelle Kirchenchrist, davon leben auch die Kritiker an der Kirche. Auch sie nutzen die Kanäle der Kirche, auch sie profitieren davon, dass die Kirche so viel Infrastruktur bereitstellt, wie das der Fall ist.

    • 55 Min.
    Annette Schavan: Weltkirche – politisch und diplomatisch

    Annette Schavan: Weltkirche – politisch und diplomatisch

    Die Katholische Kirche ist der älteste globale Player der Welt. Da verwundert es, dass katholische Weltkirche vor allem als religiöse Größe wahrgenommen wird und oftmals Unkenntnis über ihr politisches und diplomatisches Wirken besteht?  

    Mit Annette Schavan spricht Joachim Hake über ihre Arbeit als Botschafterin in Rom und die einzigartigen Chancen der Diplomatie des Heiligen Stuhls, über die theologische Bedeutung Europas und die politische Bedeutung der Kurie wie der weltweit tätigen Orden und geistlichen Gemeinschaften wie Sant’ Egidio oder dem Souveränen Malteserorden.  

    Das Pontifikat von Papst Franziskus hat den Blick auf die Weltkirche tiefgreifend verändert. Nach Franziskus sollte sich Theologie hier als ein „kulturelles Laboratorium“ (Veritatis Gaudium 2017) verstehen, also auch als anspruchsvolle Deutung der religiösen und politischen Erfahrungen einer Weltkirche und ihrer Transformationen vor allem in Afrika und Asien. Was schließlich bedeutet diese Veränderung für die katholische Kirche in Deutschland und Europa?  

    Weitere Themen:

    Dialog mit China, synodaler Weg, Barmherzigkeit, Volkskirche, Insolvenzrhetorik

    Annette Schavan war 25 Jahre in Politik und Diplomatie tätig, u.a. als Bundesministerin für Bildung und Forschung (2005-2013) sowie als Botschafterin Deutschlands beim Heiligen Stuhl (2014-2018). Heute ist sie international tätig, nimmt seit 2014 eine Gastprofessur an der Shanghai International Studies University wahr, von wo aus Sie sich für den Dialog mit China einsetzt, und ist u.a. die Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft in Berlin.

    • 54 Min.
    Detlev Ganten: Das Erbe der Charité

    Detlev Ganten: Das Erbe der Charité

    Anlässlich des 200. Geburtstags von Rudolf Virchow und Hermann von Helmholtz spricht Joachim Hake mit Detlev Ganten über die große medizinische Tradition der Gesundheitsstadt Berlin, über das Ineinander von Medizin, Öffentlichkeit und Politik, über ein ganzheitliches und soziales Verständnis von Gesundheit und Krankheit sowie über die Erfahrungen des World Health Summit, der nicht zufällig in Berlin gegründet wurde. Worin besteht das Erbe der Charité und wie werden wir ihm unter den Bedingungen der Corona-Pandemie gerecht?  

    Detlev Ganten ist ehem. Vorstandsvorsitzender der Charité, des Max Delbrück Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und Gründungspräsident des World Health Summit. Er ist Autor zahlreicher Bücher, zuletzt zusammen mit Ernst Peter Fischer: "Die Idee des Humanen. Rudolf Virchow und Hermann von Helmholtz. Das Erbe der Charité", Hirzel Verlag, Stuttgart 2021.

    • 54 Min.

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