32 Min.

Zwischen Tränen und Triumph - Denise Herrmann und Julia Taubitz über ihre Olympia-Momente Dreierbob

    • Sport

Yanqing. Die Tränen sind getrocknet, also fast. Zwei Tage nach ihrem folgenschweren Sturz, der sie mindestens die erhoffte Medaille kostete, wenn nicht gar den Olympiasieg, kann Julia Taubitz schon wieder lächeln. "Ich habe ganz, ganz tolle Nachrichten bekommen und viel Zuspruch. Ich war sehr überrascht, wie viele Leute mit mir gelitten haben", sagt sie im Wintersportpodcast "Dreierbob" bei Sächsische.de und stellt zugleich fest: "Mir geht es aber immer noch sehr bescheiden."

Die Winterspiele in Peking - das sollte ihre große Chance sein, erst recht nach einer starken Saison und dem Sieg im Gesamtweltcup. "Ich bin eigentlich eine echt gute Rodlerin und bin in zwei von vier Läufen bei den Olympischen Spielen auch Bestzeit gefahren. Doch davon kann ich mir überhaupt nichts kaufen, denn am Ende fahre ich mit leeren Händen nach Hause", erzählt Taubitz im und spricht von einem Gefühlschaos mit immer wieder auch Tränen.

Eine Medaille sollte es sein, am Ende war es Platz sieben. "Das ist Olympia, und irgendwie ist es doch auch schön, dass so viele Emotionen rauskommen", sagt sie, äußerlich erstaunlich gefasst.

Und tatsächlich, bei Olympia gibt es Heldengeschichten wie die von Teamkollegin Natalie Geisenberger, die knapp zwei Jahre nach der Geburt von Sohn Leo zum fünften Olympiasieg rodelte, und zugleich zerplatzen regelmäßig die schönsten Medaillenträume, nicht nur im Eiskanal. Skispringerin Katharina Althaus versammelt beides in einer Person: erst im Einzel zu Silber gesprungen, dann im Teamwettbewerb wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert.

Triumph und Tragik - das lag am Montag speziell aus sächsischer Sicht ganz nah beieinander. Denn zwei Stunden vor dem Sturz der Annabergerin wurde die Oberwiesenthalerin Denise Herrmann völlig überraschend Olympiasiegerin in der Königsdisziplin der Biathleten, dem Einzel über 15 Kilometer.

"Ich habe das anfangs gar nicht mitbekommen, mich dann aber riesig gefreut für Denise. Und ich muss ehrlich sagen, das hat mich noch mal richtig gepusht und motiviert. Ich dachte, jetzt läuft's für Sachsen so richtig", erzählt Taubitz. Es kam anders.

Nach Bahnrekord im ersten Lauf und auf dem Weg zur nächsten Bestzeit passierte es in der ominösen Kurve 13, die selbst Olympiasiegerin Geisenberger bis zuletzt zittern ließ. Taubitz stürzt und rutscht dann bäuchlings mit dem Schlitten auf dem Rücken ins Ziel. Aus der Traum vom Siegerpodest.

"Ich bin umgefallen", antwortet sie salopp auf die Frage, wie das passieren konnte. Die Erklärung folgt direkt im Anschluss: "Es war einfach nur ein kleiner Fahrfehler. Das hatte nichts mit Nerven oder sonstigem zu tun. Ich hatte den Schlitten in Kurve 13 ein bisschen zu früh ausgelenkt und dadurch einen Linkszug bekommen. Den Kipper konnte ich noch echt gut abfangen und dachte, ich hab's wieder. Doch dann kam der kleine Buckel in Kurve 16 - und da hast du keine mehr."

Am liebsten hätte sie in dem Moment 30 Sekunden zurückspulen wollen, um noch mal alles richtig zu machen. "Es geht halt ganz schnell, von Top auf Flop", meint Taubitz.

Dass sie im vierten Lauf wieder die Laufbestzeit erzielt, ging unter im Jubel um Geisenberger und Anna Berreiter, die die Gunst der Stunde nutzte und den zweiten Platz belegte. "Es war ein versöhnlicher letzter Lauf für mich, im Großen und Ganzen bin ich trotzdem enttäuscht", sagt Taubitz.

Im Podcast-Gespräch erzählt sie außerdem vom Leben im olympischen Dorf ("ziemlich geil"), das sie am Tag nach dem Wettkampf schon verlassen musste (die Bobfahrer kommen), und sie zieht Bilanz ihrer ersten Winterspiele. Ihre Kampfansage mit Blick auf Olympia 2026 im italienischen Cortina d'Ampezzo: "Nach den Spielen ist vor den Spielen. Ich habe es auch auf meinen Schlitten geschrieben: Jetzt erst recht."

Außerdem im Podcast: Was Biathletin Denise Herrmann über ihren Sieg und das Leben bei Olympia unter Coronabedingungen sagt.

Yanqing. Die Tränen sind getrocknet, also fast. Zwei Tage nach ihrem folgenschweren Sturz, der sie mindestens die erhoffte Medaille kostete, wenn nicht gar den Olympiasieg, kann Julia Taubitz schon wieder lächeln. "Ich habe ganz, ganz tolle Nachrichten bekommen und viel Zuspruch. Ich war sehr überrascht, wie viele Leute mit mir gelitten haben", sagt sie im Wintersportpodcast "Dreierbob" bei Sächsische.de und stellt zugleich fest: "Mir geht es aber immer noch sehr bescheiden."

Die Winterspiele in Peking - das sollte ihre große Chance sein, erst recht nach einer starken Saison und dem Sieg im Gesamtweltcup. "Ich bin eigentlich eine echt gute Rodlerin und bin in zwei von vier Läufen bei den Olympischen Spielen auch Bestzeit gefahren. Doch davon kann ich mir überhaupt nichts kaufen, denn am Ende fahre ich mit leeren Händen nach Hause", erzählt Taubitz im und spricht von einem Gefühlschaos mit immer wieder auch Tränen.

Eine Medaille sollte es sein, am Ende war es Platz sieben. "Das ist Olympia, und irgendwie ist es doch auch schön, dass so viele Emotionen rauskommen", sagt sie, äußerlich erstaunlich gefasst.

Und tatsächlich, bei Olympia gibt es Heldengeschichten wie die von Teamkollegin Natalie Geisenberger, die knapp zwei Jahre nach der Geburt von Sohn Leo zum fünften Olympiasieg rodelte, und zugleich zerplatzen regelmäßig die schönsten Medaillenträume, nicht nur im Eiskanal. Skispringerin Katharina Althaus versammelt beides in einer Person: erst im Einzel zu Silber gesprungen, dann im Teamwettbewerb wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert.

Triumph und Tragik - das lag am Montag speziell aus sächsischer Sicht ganz nah beieinander. Denn zwei Stunden vor dem Sturz der Annabergerin wurde die Oberwiesenthalerin Denise Herrmann völlig überraschend Olympiasiegerin in der Königsdisziplin der Biathleten, dem Einzel über 15 Kilometer.

"Ich habe das anfangs gar nicht mitbekommen, mich dann aber riesig gefreut für Denise. Und ich muss ehrlich sagen, das hat mich noch mal richtig gepusht und motiviert. Ich dachte, jetzt läuft's für Sachsen so richtig", erzählt Taubitz. Es kam anders.

Nach Bahnrekord im ersten Lauf und auf dem Weg zur nächsten Bestzeit passierte es in der ominösen Kurve 13, die selbst Olympiasiegerin Geisenberger bis zuletzt zittern ließ. Taubitz stürzt und rutscht dann bäuchlings mit dem Schlitten auf dem Rücken ins Ziel. Aus der Traum vom Siegerpodest.

"Ich bin umgefallen", antwortet sie salopp auf die Frage, wie das passieren konnte. Die Erklärung folgt direkt im Anschluss: "Es war einfach nur ein kleiner Fahrfehler. Das hatte nichts mit Nerven oder sonstigem zu tun. Ich hatte den Schlitten in Kurve 13 ein bisschen zu früh ausgelenkt und dadurch einen Linkszug bekommen. Den Kipper konnte ich noch echt gut abfangen und dachte, ich hab's wieder. Doch dann kam der kleine Buckel in Kurve 16 - und da hast du keine mehr."

Am liebsten hätte sie in dem Moment 30 Sekunden zurückspulen wollen, um noch mal alles richtig zu machen. "Es geht halt ganz schnell, von Top auf Flop", meint Taubitz.

Dass sie im vierten Lauf wieder die Laufbestzeit erzielt, ging unter im Jubel um Geisenberger und Anna Berreiter, die die Gunst der Stunde nutzte und den zweiten Platz belegte. "Es war ein versöhnlicher letzter Lauf für mich, im Großen und Ganzen bin ich trotzdem enttäuscht", sagt Taubitz.

Im Podcast-Gespräch erzählt sie außerdem vom Leben im olympischen Dorf ("ziemlich geil"), das sie am Tag nach dem Wettkampf schon verlassen musste (die Bobfahrer kommen), und sie zieht Bilanz ihrer ersten Winterspiele. Ihre Kampfansage mit Blick auf Olympia 2026 im italienischen Cortina d'Ampezzo: "Nach den Spielen ist vor den Spielen. Ich habe es auch auf meinen Schlitten geschrieben: Jetzt erst recht."

Außerdem im Podcast: Was Biathletin Denise Herrmann über ihren Sieg und das Leben bei Olympia unter Coronabedingungen sagt.

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