41 Folgen

Der "Dreierbob" ist der Wintersport-Podcast von Sächische.de, moderiert von Tino Meyer und Fabian Deicke. Die beiden Reporter laden Akteure unterschiedlichster Disziplinen zu Gesprächen ein. Es geht um Perspektiven, Einblicke und Meinungen zu aktuellen Entwicklungen und Ergebnissen. Neben sportlichem Wettkampf steht vor allem der Sport und sein gesellschaftlicher Stellenwert im Vordergrund.

Der Podcast geht im Winter 2021/22 in seine dritte Saison. Erstmals erschienen ist er im Februar 2020 anlässlich der Bob- und Skeleton-WM in Altenberg. Auch im Februar 2021 drehte es sich in dem Format um die aufgrund von Corona erneut in Altenberg stattfindende Bob-WM. Im olympischen Winter wird es von November 2021 bis März 2022 weiter gehen - mit Fakten, Hintergründen und vielen spannenden Gesprächen aus der Welt des Wintersports und insbesondere des Bobsports.

Dreierbob Sächsische.de

    • Sport

Der "Dreierbob" ist der Wintersport-Podcast von Sächische.de, moderiert von Tino Meyer und Fabian Deicke. Die beiden Reporter laden Akteure unterschiedlichster Disziplinen zu Gesprächen ein. Es geht um Perspektiven, Einblicke und Meinungen zu aktuellen Entwicklungen und Ergebnissen. Neben sportlichem Wettkampf steht vor allem der Sport und sein gesellschaftlicher Stellenwert im Vordergrund.

Der Podcast geht im Winter 2021/22 in seine dritte Saison. Erstmals erschienen ist er im Februar 2020 anlässlich der Bob- und Skeleton-WM in Altenberg. Auch im Februar 2021 drehte es sich in dem Format um die aufgrund von Corona erneut in Altenberg stattfindende Bob-WM. Im olympischen Winter wird es von November 2021 bis März 2022 weiter gehen - mit Fakten, Hintergründen und vielen spannenden Gesprächen aus der Welt des Wintersports und insbesondere des Bobsports.

    Corona, Drama und viele Medaillen - die starke deutsche Olympiabilanz

    Corona, Drama und viele Medaillen - die starke deutsche Olympiabilanz

    Die Olympischen Spiele in Peking sind Geschichte. Aus rein sportlicher Sicht fällt die deutsche Bilanz überwiegend positiv aus: 27 Medaillen hat Team D gesammelt; zwölf goldene, zehnmal Silber und fünfmal Bronze. Nur Norwegen war besser.

    Beim genauen Hinsehen fallen in der deutschen Edelmetallsammlung jedoch zwei Dinge auf. Erstens: Mit allein 16 Medaillen, die im Eiskanal von Yanqing gewonnen wurden, tragen die Kufensportlern (Bob, Rodeln, Skeleton) den größten Teil zur erfolgreichen deutschen Bilanz bei. Und zweitens: Acht Medaillen haben sächsische Athletinnen und Athleten geholt.

    Einen Tag nach der Abschlussfeier ist im Wintersportpodcast "Dreierbob" bei Sächsische deshalb ein guter Zeitpunkt für ein Resümee.

    Mit dabei in dieser Folge:

    - Axel Jungk: Der Dresdner Skeletoni hat in Peking Silber gewonnen. In einem ausführlichen Interview spricht er im "Dreierbob" über seinen langen und entbehrungsreichen Weg zu der Medaille, und wie kurz vor Olympia eine Corona-Infektion fast alle Träume hätte zerplatzen lassen.

    - Francesco Friedrich: Nur wenige Augenblicke nach dem Gewinn der Goldmedaille im Viererbob spricht der Pirnaer Bobpilot kurz mit SZ-Reporter Tino Meyer darüber, was ihm der Doppelerfolg in Peking bedeutet, wie gefeiert wird, und ob er weitermacht.

    - Christian Dahms: Der Chef des Landessportbundes Sachsen würdigt die Leistungen der sächsischen Athletinnen und Athleten - insbesondere auch derer, die neben Medaillen auch gute Platzierungen eingefahren haben.

    Mit dieser Folge "Dreierbob" endet auch die Olympiareise unseres Reporters Tino Meyer. Nach drei Wochen in der Blase berichtet er noch ein letztes Mal aus Peking und zieht ein Fazit. Neben einem Bericht über einen letzten gewagten Exkurs in die chinesische Küche schildert er, wie das Arbeiten und Leben inmitten eines Landes war, das er eigentlich gar nicht richtig betreten hat. Aber hören Sie selbst ...

    • 55 Min.
    Vier sächsische Olympia-Geschichten zwischen Triumph und Tränen

    Vier sächsische Olympia-Geschichten zwischen Triumph und Tränen

    So viel ist schon zwei Wettkampftage vor dem Ende der Olympischen Spiele in Peking klar: Die sächsische Bilanz ragt heraus. Dreimal Gold, dreimal Silber, einmal Bronze. Bisher sieben Medaillen gibt es mit sächsischer Beteiligung. Doch nicht nur zählbares Edelmetall liefert Stoff für besondere Geschichten. Es sind auch persönliche Dramen mit Höhen und Tiefen, die sinnbildlich für den vielzitierten und doch manchmal auch leider platzenden "Traum von Olympia" stehen.

    Um vier solche Geschichten geht es in der neuen Folge des Wintersportpodcasts "Dreierbob" bei Sächsische.de.

    In dieser Folge zu hören sind:

    - Katharina Hennig: Die im Erzgebirge geborene und aufgewachsene Ski-Langläuferin gewann Silber in der Staffel und gemeinsam mit Victoria Carl (Thüringen) Gold im klassischen Team-Sprint. Die 25-Jährige berichtet von den Erfolgen und mit noch heiserer Stimme, wie es dazu kam.

    - Jens Benedict: Der Bürgermeister Oberwiesenthals schätzt die Bedeutung der Medaillen von Athletinnen und Athleten aus dem Erzgebirge ein. Er sei nicht nur "stolz", sondern sehe in den erbrachten Leistungen auch den Beleg dafür, dass sich das sportliche Engagement seiner Region auszahle und zukunftsweisend sei. "In Denise Herrmann und Katharina Hennig sehen unser Nachwuchssportler, dass wir in Oberwiesenthal Olympiastarter - und Sieger hervorbringen."

    - Anna Seidel: Die Dresdner Shorttrackerin spricht hörbar emotional berührt über ihr frühes Aus bei ihrem Rennen auf der 1.500-Meter-Strecke. Die 23-Jährige war im ersten Lauf gestürzt und ausgeschieden. "Ich kann das noch gar nicht begreifen und wollte am liebsten noch mal starten", sagt sie unter Tränen.

    - Eric Frenzel: Der Kombinierer erlebt in Peking die "Olympischen Corona-Spiele". Direkt nach der Ankunft muss er wegen zweier positiver Tests in Quarantäne. Zwölf Tage verbringt er in Isolation. Im Team-Wettbewerb holt er sich schließlich Silber nach einem nervenaufreibendem Rennen, das er selbst im Nachhinein als "das schwerste der Karriere" bezeichnet.

    Ob diesen emotional wie sportlich außergewöhnlichen Geschichten aus sächsischer Perspektive am verbleibenden letzten Olympia-Wochenende noch eine hinzu kommt, daran besteht kaum Zweifel.

    Am Sonntag fällt im Viererbob-Wettbewerb die Entscheidung. Im Blickpunkt: der Pirnaer Francesco Friedrich, der mit einer weiteren Goldmedaille seinen insgesamt vierten Olympiasieg und die Wiederholung des Doppel-Erfolgs von 2018 klarmachen kann.

    Doch bevor das sicher ist, muss er genauso wie alle anderen mit hohen Ambitionen auf den Sieg startenden deutschen Bobs vier möglichst fehlerfreie Läufe in den Eiskanal von Yanqing drücken. Ob das gelingt, darum geht es in der nächsten Folge "Dreierbob".

    • 28 Min.
    Friedrichs Gold-Geheimnis: Der Bobtausch mit Pilotin Kim Kalicki

    Friedrichs Gold-Geheimnis: Der Bobtausch mit Pilotin Kim Kalicki

    Der späte Dienstagabend am olympischen Eiskanal von Yanqing ist ein besonders aufregender. Und das in vielerlei Hinsicht:

    - Dem Pirnaer Bobpiloten Francesco Friedrich gelingt mit Anschieber Thorsten Margis die Wiederholung ihres Erfolgs im Zweierbob. Sie werden wie 2018 in Südkorea auch jetzt bei den Spielen in China Olympiasieger.

    - Mit Lochner/Bauer sowie Hafer/Sommer rasen zwei weitere deutsche Duos aufs Podest. Ein kompletter Medaillensatz in einem Wettbewerb für eine Nation, das hat es seit Beginn der olympischen Bobwettkämpfe 1924 noch nie gegeben.

    - Und schließlich wird ein kurzfristiger Schlittentausch zu einer dieser speziellen Olympiageschichten. Friedrich ist mit dem Bob von Teamkollegin Kim Kalicki gestartet.

    Schnell taucht an dem Abend der Begriff "Frauenbob" auf. Doch gibt es diesen überhaupt? Und was ist tatsächlich das Einzigartige an dieser schließlich zum Erfolg führenden taktischen Entscheidung? Darum geht es in der aktuellen Folge des Wintersportpodcasts "Dreierbob" bei Sächsische.de.

    SZ-Sportreporter Tino Meyer, der aktuell in Peking bei den Olympischen Spielen vor Ort ist, erklärt, was in den Bobs steckt, wieso ein teaminterner Tausch unabhängig der Geschlechter von den Pilot:innen überhaupt möglich ist - und was das nun für Kim Kalicki bedeutet.

    Bobpilotin Kim Kalicki: Mit ihrem Zweierbob hat Francesco Friedrich Olympiagold gewonnen.
    Die 24-jährige Wiesbadenerin geht am Freitag mit exakt dem Schlitten an den Start, den sie an Friedrich verliehen hat. Der Pirnaer sagt, und auch im Podcast zu hören, dass er Kalicki "unheimlich dankbar" ist, und verspricht: "Sie wird jeden Tipp von uns kriegen, den sie haben will. Und vielleicht klären wir auch noch ein paar Material-Geschichten."

    Wer die Karriere von Friedrich verfolgt, weiß, dass den Sachsen neben aller athletischer Klasse vor allem eben die "Material-Geschichten" zu dem machen, was er ist: den aktuell Besten in seiner Sportart. Ob das nun eher Bürde oder doch Vorteil für die junge Kalicki ist, die vor ihrem ersten olympischen Bobrennen steht? Hören Sie selbst ...

    Außerdem Themen in dieser Folge "Dreierbob":

    - Friedrich-Trainer Gerd Leopold spricht über den Anteil der Mannschaft am Erfolg
    - Wie sich die Männer auf das Vierer-Rennen am Samstag und Sonntag vorbereiten
    - Gold-Sensation der deutschen Teamsprinterinnen Hennig und Carl im Langlauf

    • 26 Min.
    Olympia in Sachsen: Wieso eigentlich nicht?

    Olympia in Sachsen: Wieso eigentlich nicht?

    Die Vision ist nicht neu, doch sie kommt überraschend. Olympia in Sachsen, das hatte Riesas Oberbürgermeister Wolfram Köhler vor ziemlich genau 20 Jahren schon mal vorgeschlagen. Leipzig ging schließlich in den internationalen Wettbewerb für die Sommerspiele 2012, die dann in London stattfinden.

    Ein Jahr später wagt Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten erneut einen Vorstoß, diesmal für die Winterspiele 2026. Weil er das für den Sport zuständige Innenministerium nicht einweiht, scheitert die Initiative, bevor sie richtig Fahrt aufnehmen kann. Im Dreierbob, dem Wintersport-Podcast von Sächsische.de, bringt Rainer M. Jacobus das Thema nun wieder auf die Tagesordnung.

    "Olympia in Sachsen, warum denn eigentlich nicht?", fragt der Vereinsvorsitzender des BSC Sachsen Oberbärenburg, Verein von Bobdominator Francesco Friedrich und einer der erfolgreichsten Wintersportklubs weltweit.

    Er will seine Aussagen zunächst einmal ausschließlich als Gedankenspiel verstanden wissen, hat allerdings auch schon konkrete Ideen: Die Hallenwettbewerbe könnten demnach vor allem in Dresden ausgetragen werden, Eiskunstlaufen am Traditionsstandort Chemnitz, das Skispringen in Klingenthal, die alpinen Wettbewerbe im tschechischen Riesengebirge. "Und das Eishockey-Finale findet in Prag statt. Mit Tschechien hätte man zudem eine wintersportbegesiterte Nation dabei", sagt Jacobus. Und mit dem Altenberger Eiskanal gäbe es auch schon eine international anerkannte Sportstätte für Bob, Rodeln und Skeleton.

    Ebenfalls in dem Podcast-Gespräch dabei ist Harald Czudaj. Der Viererbob-Olympiasieger von 1994, der mit Hobby-Anschieber Jacobus in Altenberg regelmäßig bei großen Wettkämpfen im Spurschlitten im Einsatz ist, ergänzt: "Ich denke, die Menschen wollen doch gar nicht diese Mega-Olympischen Spiele. Und es gibt doch schon Weltcups, die hier als olympiatauglich durchgehen könnten. Da müssten nicht extra Millionen investieren werden, nur weil man fünf Ringe drauf klebt."

    Jacobus geht noch einen Schritt weiter. "Wir müssen Olympia neu denken", sagt er. Und da gehe es nicht im Spitzensportbereich los. "Zuallererst muss über den Stellenwert des Sports bei uns in der Gesellschaft diskutiert werden", sagt Jacobus, der jahrelang als stellvertretender Vorsitzender im deutschen Bob- und Schlittenverband tätig war und international sehr gut vernetzt ist.

    Statt die Winterspiele in China zu kritisieren, da sind sich beide einig, müsse man sich vielmehr fragen, warum bei der Vergabe 2015 lediglich Peking und das kasachische Almaty zur Wahl standen. Auch München hatte eine Bewerbung für 2022 geplant, scheiterte aber an einer Bürgerbefragung. "Dabei sind in der Region dort Wettkampfstätten von internationaler Spitzenklasse vorhanden", so Jacobus.

    Dass es trotz dieser Voraussetzungen eine Olympiabewerbung schwer habe, zeige für Jacobus, wieso man in Deutschland wieder mehr für den Sport tun müsse. "Ich frage mich ganz ernsthaft, welchen Stellenwert hat der Sport, wenn selbst bei Vorliegen solcher Voraussetzungen und bei der Möglichkeit für die örtliche Wirtschaft auf ökonomisch interessante Winterspiele, die Bevölkerung das ablehnt?"

    Für eine mögliche sächsische Bewerbung, so Jacobus und Czudaj sinngemäß, sei das Nachbessern im gesellschaftlichen Bereich nötig. Würde man an der Idee festhalten, kämen für Spiele in Sachsen frühestens die im Jahr 2034 infrage.

    Natürlich geht es in dem Podcast-Gespräch auch um sportliche Fragen. Welche Chancen hat Francesco Friedrich jetzt bei den Wettbewerben im Eiskanal von Yanqing? Undwie sieht es überhaupt aus mit dem Bobsport in Sachsen? Czudajs Sohn Alexander, Jugend-Olympiasieger von 2020, ist eines der großen Talente. Olympia 2034 in Sachsen – er wäre dann im besten Pilotenalter.

    • 43 Min.
    Anna Seidel: Deutschlands beste Shorttrackerin und ihr Leidensweg nach Peking

    Anna Seidel: Deutschlands beste Shorttrackerin und ihr Leidensweg nach Peking

    Etwas ungewöhnlich ist diese Geschichte schon. Genauso auch die Rahmenbedingungen, unter denen dieses Gespräch im "Dreierbob" aufgrund der Corona-Regeln bei den Olympischen Spielen in Peking geführt wird. Aber der Reihe nach: In dieser Folge des Wintersportpodcasts von Sächsische.de beschreibt die Dresdner Shorttrackerin Anna Seidel, wieso diese Spiele ihre bisher emotionalsten sind.

    Mit gerade einmal 23 Jahren steht Seidel vor ihrer dritten Olympia-Teilnahme. Kommende Woche Mittwoch beginnt ihr Wettkampf über die 1.500 Meter. Dass sie überhaupt starten kann, davon war vergangenes Jahr nicht unbedingt auszugehen. Anfang März 2021 hat sie sich bei einem Trainingsunfall schwer verletzt, Schien- und Wadenbein gebrochen.

    Nach Operation und Reha kämpft sie sich zurück. Trotz nur halb erfüllter Olympianorm nominiert der DOSB Seidel schließlich. "Genau das alles ist es auch, was es diesmal emotional für mich alles ein bisschen anders macht. Verglichen mit den Jahren davor, nehme ich alles bewusster wahr und genieße es."

    Genießen muss Seidel ihre dritte Olympiateilnahme allerdings fast allein. Sie ist die einzige, die im Team D in Peking im Shorttrack antritt. Begleitet wird sie von einem Trainer, der zugleich auch für ihr Material zuständig ist. "Das macht die Sache schon nicht immer so einfach. Zumal auch der ganze Druck jetzt auf mir lastet", sagt sie.

    Dennoch ist Seidel optimistisch. "Man muss halt einen Weg finden, dass man das nicht als Druck sieht. Ich bin einfach froh, überhaupt hier sein zu können." Als persönliches Ziel steckt sich die Dresdnerin den Einzug ins Halbfinale und merkt an: "Im Shorttrack sind Vorhersagen immer schwierig. Und Olympia hat eigene Gesetze." Vielleicht kann Seidel diese Gesetze zu ihren Gunsten nutzen.

    Apropos Gesetz. Ein eisernes schreiben die Corona-Regeln bei Olympia vor: Dass man sich mit Sportlerinnen und Sportlern nur in der für Interviews vorgesehenen Mixed-Zone treffen kann. Und so kommt es auch für die Aufnahme in diesem Podcast so, dass man sich im Gespräch in der Eishalle in Peking zwar sehen, aber nicht nah kommen kann. Getrennt durch Gitterzäune, unter den Augen eines Volonteers und auf gut zwei Meter Abstand, ist immerhin, Interviews zu führen. Mit allen Besonderheiten und Tücken, die das mit sich bringt. Aber hören Sie selbst ...

    • 20 Min.
    Zwischen Tränen und Triumph - Denise Herrmann und Julia Taubitz über ihre Olympia-Momente

    Zwischen Tränen und Triumph - Denise Herrmann und Julia Taubitz über ihre Olympia-Momente

    Yanqing. Die Tränen sind getrocknet, also fast. Zwei Tage nach ihrem folgenschweren Sturz, der sie mindestens die erhoffte Medaille kostete, wenn nicht gar den Olympiasieg, kann Julia Taubitz schon wieder lächeln. "Ich habe ganz, ganz tolle Nachrichten bekommen und viel Zuspruch. Ich war sehr überrascht, wie viele Leute mit mir gelitten haben", sagt sie im Wintersportpodcast "Dreierbob" bei Sächsische.de und stellt zugleich fest: "Mir geht es aber immer noch sehr bescheiden."

    Die Winterspiele in Peking - das sollte ihre große Chance sein, erst recht nach einer starken Saison und dem Sieg im Gesamtweltcup. "Ich bin eigentlich eine echt gute Rodlerin und bin in zwei von vier Läufen bei den Olympischen Spielen auch Bestzeit gefahren. Doch davon kann ich mir überhaupt nichts kaufen, denn am Ende fahre ich mit leeren Händen nach Hause", erzählt Taubitz im und spricht von einem Gefühlschaos mit immer wieder auch Tränen.

    Eine Medaille sollte es sein, am Ende war es Platz sieben. "Das ist Olympia, und irgendwie ist es doch auch schön, dass so viele Emotionen rauskommen", sagt sie, äußerlich erstaunlich gefasst.

    Und tatsächlich, bei Olympia gibt es Heldengeschichten wie die von Teamkollegin Natalie Geisenberger, die knapp zwei Jahre nach der Geburt von Sohn Leo zum fünften Olympiasieg rodelte, und zugleich zerplatzen regelmäßig die schönsten Medaillenträume, nicht nur im Eiskanal. Skispringerin Katharina Althaus versammelt beides in einer Person: erst im Einzel zu Silber gesprungen, dann im Teamwettbewerb wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert.

    Triumph und Tragik - das lag am Montag speziell aus sächsischer Sicht ganz nah beieinander. Denn zwei Stunden vor dem Sturz der Annabergerin wurde die Oberwiesenthalerin Denise Herrmann völlig überraschend Olympiasiegerin in der Königsdisziplin der Biathleten, dem Einzel über 15 Kilometer.

    "Ich habe das anfangs gar nicht mitbekommen, mich dann aber riesig gefreut für Denise. Und ich muss ehrlich sagen, das hat mich noch mal richtig gepusht und motiviert. Ich dachte, jetzt läuft's für Sachsen so richtig", erzählt Taubitz. Es kam anders.

    Nach Bahnrekord im ersten Lauf und auf dem Weg zur nächsten Bestzeit passierte es in der ominösen Kurve 13, die selbst Olympiasiegerin Geisenberger bis zuletzt zittern ließ. Taubitz stürzt und rutscht dann bäuchlings mit dem Schlitten auf dem Rücken ins Ziel. Aus der Traum vom Siegerpodest.

    "Ich bin umgefallen", antwortet sie salopp auf die Frage, wie das passieren konnte. Die Erklärung folgt direkt im Anschluss: "Es war einfach nur ein kleiner Fahrfehler. Das hatte nichts mit Nerven oder sonstigem zu tun. Ich hatte den Schlitten in Kurve 13 ein bisschen zu früh ausgelenkt und dadurch einen Linkszug bekommen. Den Kipper konnte ich noch echt gut abfangen und dachte, ich hab's wieder. Doch dann kam der kleine Buckel in Kurve 16 - und da hast du keine mehr."

    Am liebsten hätte sie in dem Moment 30 Sekunden zurückspulen wollen, um noch mal alles richtig zu machen. "Es geht halt ganz schnell, von Top auf Flop", meint Taubitz.

    Dass sie im vierten Lauf wieder die Laufbestzeit erzielt, ging unter im Jubel um Geisenberger und Anna Berreiter, die die Gunst der Stunde nutzte und den zweiten Platz belegte. "Es war ein versöhnlicher letzter Lauf für mich, im Großen und Ganzen bin ich trotzdem enttäuscht", sagt Taubitz.

    Im Podcast-Gespräch erzählt sie außerdem vom Leben im olympischen Dorf ("ziemlich geil"), das sie am Tag nach dem Wettkampf schon verlassen musste (die Bobfahrer kommen), und sie zieht Bilanz ihrer ersten Winterspiele. Ihre Kampfansage mit Blick auf Olympia 2026 im italienischen Cortina d'Ampezzo: "Nach den Spielen ist vor den Spielen. Ich habe es auch auf meinen Schlitten geschrieben: Jetzt erst recht."

    Außerdem im Podcast: Was Biathletin Denise Herrmann über ihren Sieg und das Leben bei Olympia unter Coronabedingungen sagt.

    • 32 Min.

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