Immobiléros - Der Podcast für die Immobilienszene

Michael Rücker

Alle 7 Tage Geschichten, Helden und Brains aus der Immobilienwirtschaft. Immobiléros stellt Menschen aus allen Bereichen der Immobilienwirtschaft vor. Entwickler, Bestandshalter, Investoren Wissenschaftler... Und es geht um alle Segmente der Immobilienbranche: Wohnen, Büro, Handel, Logistik und so weiter und sofort. Wir wollen wissen - was wird da gerade gemacht, warum, was treibt die Menschen an, was ist neu, was ist spannend. Und wie gesagt: das alles rund um die Immobilie.

  1. Alexandra Busch, Podcasterin, Journalistin: "Einfach nur schnell und günstig bauen, halte ich für fatal"

    21h ago

    Alexandra Busch, Podcasterin, Journalistin: "Einfach nur schnell und günstig bauen, halte ich für fatal"

    „Ich befürchte, dass es eine ganze Menge Leute gibt, die sagen, wir müssen schnell sein und wir müssen günstig bauen. Das halte ich wirklich für fatal.“ Alexandra Busch ist Architektin, Journalistin und Podcasterin. Mit ihr mache ich den Stresstest für relevante Themen. Zum Beispiel serielles Bauen: Alex warnt, wie im Intro gehört, vor einem Narrativ, dass die Wirklichkeit dann eben in den Quartieren nicht abbildet. Weil man dort, wie sie sagt, nicht leben will. Oder Beton: Dem sagt sie ein langes Baustoffleben voraus, denn: „Ohne ihn werden wir nicht auskommen.“ Sie liebe Holz, Aluminium attestiert sie gute Recycelbarkeit, erzählt, warum Kreislaufwirtschaft im Architektur-Bereich gerade sehr angesagt ist. Wenn beispielsweise aus Abbruch etwas Neues wird, alte Fenster aufgearbeitet werden: „Dann entsteht ein ganz neuer Charme.“ Und ja, wir reden auch über Künstliche Intelligenz. Nicht als Untergang der Architektur, sondern als Werkzeug, das im Ausland viel selbstverständlicher ausprobiert wird. Über Fassaden- und Volumenstudien, Varianten in Minuten, erste Büros, die KI schon über frühe Phasen hinaus einsetzen. Gleichzeitig bleibt der Punkt: Wer ein kleines Büro führt und BIM verdaute, dem macht die nächste Welle natürlich erstmal Angst. Ein düsteres Bild malt sie von den Universitäten und der Ausbildung. Denn hier ist die Jetzt-Zeit, also vor allem KI und deren Möglichkeiten, noch nicht wirklich angekommen. Was nicht gerade optimistisch macht. In der derzeitigen Krise sieht Alex eine Chance, weil „alle sich mal auf den Popo setzen mussten“ und darüber nachdenken, wie sie jetzt arbeiten wollen. Wir sprechen über Begriffe, die sich abgenutzt haben: innovativ, disruptiv, Superlative. Über Architektur als Modewort in Stellenausschreibungen und warum IT-Systemarchitekt so eine Wortverbindung ist, die nervt. Alex verrät auch, warum sie den Begriff Immobilie nicht besonders mag.

    39 min
  2. Anett Gregorius, Apartmentservice: "Long Stay ist leider nicht mehr das Herz bei Serviced Apartments"

    Jun 1

    Anett Gregorius, Apartmentservice: "Long Stay ist leider nicht mehr das Herz bei Serviced Apartments"

    „Wir können Shortstay, wir können Midstay und wir können Longstay.“ Mit diesem Satz beschreibt Anett Gregorius, Gründerin von Apartmentservice und prägende Stimme des Segments, die neue Realität der Serviced Apartments. Was nach Stärke klingt, ist in Wahrheit Ausdruck eines tiefgreifenden Umbruchs. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist von 19 Nächten im Jahr 2022 auf neun Nächte 2024 und zuletzt auf sieben Nächte im Jahr 2025 gefallen. Damit verschiebt sich nicht nur das Geschäft, sondern auch die ursprüngliche Definition des Produkts. Parallel dazu rückt das Segment immer näher an die klassische Hotellerie heran. Shortstay gewinnt an Bedeutung, nicht zuletzt wegen höherer Margen, während Longstay wegen fehlender Corporates und internationaler Gäste an Gewicht verliert. Neue Zielgruppen bringen Chancen, erhöhen aber zugleich den Druck auf Produkt, Betrieb und Positionierung. Dass die Auslastung 2025 am Ende doch wieder knapp über 80 Prozent lag, ist vor allem einem starken vierten Quartal zu verdanken. Auch auf der Angebotsseite zeigen sich Spannungen. Leipzig hat sich nach Anzahl der Apartments in die Top5 geschoben, bei gleichzeitig stagnierender Nachfrage. Für Anett ist das ein klares Warnsignal. Ihr Urteil ist eindeutig: für Investoren derzeit kein Markt für weiteres Wachstum. München und Berlin bleiben die stabilsten Standorte, Hamburg steht weiterhin ganz oben auf den Expansionslisten, Frankfurt am Main leidet weiter an Überangebot. Das Gespräch ist ein kleiner Vorgeschmack auf die SO!APART am 18. und 19. November in Berlin. IMMOBILÈROS ist Medienpartner und ich bin gespannt, wie die Branche diese Verschiebungen selbst einordnet: wie viel Flexibilität das Produkt wirklich verträgt, wo die Grenzen liegen und was vom ursprünglich so geschätzten Gastgebertum am Ende bleibt.

    46 min
  3. Markus Sack, DORNIEDEN Gruppe: "Wir steigen heute konsequent aus und realisieren woanders"

    May 25

    Markus Sack, DORNIEDEN Gruppe: "Wir steigen heute konsequent aus und realisieren woanders"

    „Viele potentielle Erwerber wissen nicht, dass sie nicht durch die Finanzierung kommen“: Markus Sack, Leiter der Niederlassung Nord der DORNIEDEN Gruppe, legt den Finger in die Wunde. Und er geht noch von einer weiteren Welle aus, bestehend aus all denen, die ihre Anschlussfinanzierung nicht mehr bezahlen können. Wohnen im Eigenheim bleibt weiter der Traum vieler, doch so einfach werden Träume nicht wahr. Gleichzeitig zeigt Markus, wie auf diese Lage reagiert werden kann „Ein einziger Architektenentwurf in irgendeinem Bundesland, in einer Stadt, an einer Straße bringt dir nicht den Hebel, den du brauchst“, sagt er, „sondern du musst dieses Gebäude am besten vielfach gebaut haben, dadurch reduzieren sich die Baukosten.“ Was in der Theorie nach Skalierung klingt, stößt in der Praxis schnell an Grenzen. „Wir haben mal versucht, einen Grundriss zu konzipieren, der über vier, fünf Bundesländer funktioniert hätte. Irgendwann haben die Architekten aufgegeben, weil es einfach zu kompliziert war.“ Das gilt auch für Förderungen: Wenn man dann endlich die Baugenehmigung hat, gibt es die Förderung nicht mehr. Natürlich sprechen wir über den Bauturbo und über die Kommunen. Eigentlich ist das Instrument gut gedacht, meint Markus, doch dann: ist bald Kommunalwahl, muss man mal darüber nachdenken und schon „bin ich in der Warteschleife“, so Markus. Also geht DORNIEDEN auch ganz eigene Wege, über einen sprechen wir: als ein Partner bei der Gründung einer Wohnungsgenossenschaft in Meerbusch. Ein langfristiges Projekt, was aber auch nur mit Verlässlichkeit funktionieren kann.

    37 min
  4. Reinhard Müller, EUREF Campus: "Tegel wäre, wenn ich es gemacht hätte, schon lange fertig"

    May 18

    Reinhard Müller, EUREF Campus: "Tegel wäre, wenn ich es gemacht hätte, schon lange fertig"

    „Wenn ich Tegel gemacht hätte, wäre es längst fertig“: Reinhard Müller hat bewiesen, dass er es kann. Er ist der Ideengeber hinter dem EUREF Campus in Berlin und in Düsseldorf. Der studierte Architekt besteht darauf: „Das ist keine Raketentechnik, das ist einfach nur unternehmerisches Wollen und Umsetzen.“ Über 600 Millionen flossen in das Berliner Projekt, das am Anfang eben auch von einer Bürgerinitiative gestoppt werden sollte, die von den Grünen initiiert war. Mehr als 7.500 Menschen arbeiten inzwischen auf dem Areal, das aus einem ehemaligen Gaswerksgelände entstanden ist und heute als Reallabor für Energie, Mobilität und neue Arbeitswelten gilt. „Ich wollte zeigen, dass regenerative Energie günstiger sein kann als fossile.“ Das hat er geschafft, auch wenn ihm viele einen Knall im Kopf unterstellten. Er beschreibt, warum Düsseldorf der richtige Standort ist, welcher noch in Deutschland in Frage kommen würde. Wie er junge Menschen für das Projekt begeistert und warum Kunst eine so große Rolle auf dem Campus spielt. Reinhard Müller könnte das Motto erfunden haben: Machen ist wie Wollen, nur krasser. Und irgendwie ist es das auch, wenn Reinhard Müller sagt: „Was ich gemacht habe, können sie alles auf der Hannover Messe kaufen, das müssen sie nur einsetzen und es einfach tun.“ Wenn doch alles so einfach wäre. Ein Podcast-Gast, der klar verlangt: Weniger palawern, mehr machen.

    36 min

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