Immobiléros - Der Podcast für die Immobilienszene

Michael Rücker

Alle 7 Tage Geschichten, Helden und Brains aus der Immobilienwirtschaft. Immobiléros stellt Menschen aus allen Bereichen der Immobilienwirtschaft vor. Entwickler, Bestandshalter, Investoren Wissenschaftler... Und es geht um alle Segmente der Immobilienbranche: Wohnen, Büro, Handel, Logistik und so weiter und sofort. Wir wollen wissen - was wird da gerade gemacht, warum, was treibt die Menschen an, was ist neu, was ist spannend. Und wie gesagt: das alles rund um die Immobilie.

  1. Norbert Hermanns, Landmarken AG: „Wenn wir weiter regulieren, wird Wohnen nicht günstiger, sondern unmöglich"

    MAR 9

    Norbert Hermanns, Landmarken AG: „Wenn wir weiter regulieren, wird Wohnen nicht günstiger, sondern unmöglich"

    „Es ist keine Raketenwissenschaft: 5.000 Euro Baukosten mal fünf Prozent Rendite, das sind über 20 Euro Miete.“ So nüchtern rechnet Norbert Hermanns, Aufsichtsratsvorsitzender der Landmarken AG, die Wohnungsdebatte herunter und stellt damit die politische Logik gleich mit infrage. Wir sprechen über Baukostensteigerungen, über Normen, die Wohnungen verteuern, ohne sie besser zu machen. Also Dreifachverglasung oder Brandschutz. Wie sagt Norbert so schön: „Das Feuer ist nicht anders geworden.“ Es geht um immer neue Standards, die „außer Kontrolle geraten“ sind. Wir reden über den Bauturbo zwischen erstem Genehmigungsfall und administrativer Vollbremsung. Und über Mietpreisbremsen sowie die Vergesellschaftungsdebatte in Berlin. Dabei fällt der Satz: „Wenn wir weiter regulieren wie in den letzten zehn Jahren, wird Wohnen nicht günstiger, sondern unmöglich.“ Also fordert Norbert – wie schon so oft – die Rückkehr zu den Standards von 2015. Möge er gehört werden. Zudem kritisiert er die Klientelpolitik, spricht über eine Branche, die sich für ihn zu schnell über Politik beklagt und zu selten die eigenen Strukturen hinterfragt. Und er stellt die viel bedeutendere Frage: Ist der Staat überhaupt noch handlungsfähig, wenn selbst kleine Korrekturen Jahre dauern? Und es geht um die strategische Neuausrichtung von Landmarken, ein Unternehmen, das sich nie als reiner Büro- oder Wohnbauer verstanden hat, sondern als kreativwirtschaftlicher Akteur mit Baukompetenz. Da wundert es kaum, dass Norbert etwas Neues präsentiert, nämlich eine neue Assetklasse. Nicht mehr und nicht weniger. Unter dem Namen EPIX Spaces, den wollte er im Podcast noch nicht verraten, sollen nun Orte entstehen, die Sport, Gesundheit und Gemeinschaft als festen Bestandteil von Quartiersentwicklung begreifen. Zehn solcher Standorte plant Landmarken bis 2032.

    45 min
  2. Dr. Christoph Schneider, IWG Deutschland: "Wir alle wissen nicht, wie wir in fünf oder zehn Jahren arbeiten wollen"

    MAR 2

    Dr. Christoph Schneider, IWG Deutschland: "Wir alle wissen nicht, wie wir in fünf oder zehn Jahren arbeiten wollen"

    „Wir alle wissen nicht, wie wir in fünf oder zehn Jahren arbeiten wollen“: Das sagt Dr. Christoph Schneider. Der CEO Deutschland von IWG ergänzt direkt: „Das Büro hat ja einen Zweck und wenn der Zweck sich ändert, dann muss sich auch das Büro ändern.“ Es geht also um die Assetklasse, die in den vergangenen Jahren enorm unter Druck geraten ist. Flexibilität ist das Stichwort. Jetzt, gerade. Ein Beispiel: Früher galt Open Space als Königsweg. Möglichst offen, möglichst wenig Wände, alle zusammen. Dann kamen Videokonferenzen, Calls, permanente Erreichbarkeit. Und plötzlich wurde klar: Der geschlossene Raum ist kein Rückschritt, sondern ein funktionales Gegenmodell. Daraus ergibt sich eine zentrale Frage für Eigentümer und Nutzer: Was heute als Zehn-Jahres-Ausbaupaket geplant wird, kann in zwei oder drei Jahren schon nicht mehr passen. Wie müssen also Gebäude gestaltet sein, damit sie die Anforderungen erfüllen, die heute noch gar nicht definiert sind. Und warum sind bereits heute selbst A-Lagen nicht von diesem Strukturwandel ausgenommen? Christoph analysiert genau das. Und er benennt, was IWG möchte: Expansion. Weltweit hat das Unternehmen über 4.000 Standorte, in Deutschland rund 150 Center in mehr als 40 Städten. Die Strategie hinter dem Wachstum ist simpel und radikal zugleich: Dort sein, wo Menschen produktiv arbeiten wollen. Nicht nur in Metropolen, sondern auch im Speckgürtel, in kleineren Städten, an jeder Milchkanne, wie Christoph das nennt.

    38 min
  3. Sven Köllmann, FIBONA & LÉGÈRE: „Unser Einfluss auf die Politik scheint extrem limitiert zu sein“

    FEB 23

    Sven Köllmann, FIBONA & LÉGÈRE: „Unser Einfluss auf die Politik scheint extrem limitiert zu sein“

    „Unser Einfluss auf die Politik scheint extrem limitiert zu sein“: Mit dieser Diagnose beschreibt Sven Köllmann ziemlich nüchtern, wo die Immobilienbranche aktuell steht. Den Bauturbo bezeichnet er als „Rohrkrepierer“. Gute Idee, schlechte Umsetzung, zu viele Rechtsunsicherheiten in den Kommunen und am Ende wenig Wirkung in der Praxis. Wir sprechen über politische Fehlanreize im Immobilienmarkt, über Regulierung als Dauerlösung und über die wachsende Politikverdrossenheit in der Branche und der Gesellschaft und welche Konsequenzen das für Investitionen, Vertrauen und die wirtschaftliche Stabilität hat. Als CEO von FIBONA zog Sven Köllmann 2022 die Reißleine. Nach der Fertigstellung des LÉGÈRE-Hotels in Erfurt reagierte er auf die steigende Inflation und den absehbaren Druck auf die Zinsmärkte mit einer radikalen Entscheidung: Alle geplanten Bauvorhaben wurden gestoppt. Projekte aus der Pipeline auf Eis gelegt, der Fokus stattdessen auf Sanierungen und Umbauten verschoben. Viele hielten das für übertrieben, manche für unnötig. Heute sagt er: Genau dieser Schritt war richtig. Auch deshalb konnte Sven ein Neubau-Hotel-Projekt in Lindau am Bodensee starten. Ein Standort, der vor wenigen Jahren kaum verfügbar gewesen wäre, was er übersetzt mit: eine Chance in der Krise. Parallel dazu ordnet Sven Köllmann den Zusammenbruch von Revo ein, als Folge eines Marktes, in dem schnelles Wachstum lange wichtiger war als Substanz. Gemeinsam mit CFC in Hamburg ist FIBONA seit 2024 auch in Restrukturierung und Distressed Investments aktiv. Wir sprechen über ein Beispiel des erfolgreichen Joint Ventures, die Transformation eines ehemaligen Shoppingcenters in Berlin-Steglitz zu einem vermieteten Fachmarktzentrum. Weitere Ankäufe – nicht nur Immobilien – sollen folgen. Am Ende wird Sven noch einmal grundsätzlich. Der Rückzug aus dem Healthcare-Segment ist kein Stimmungswechsel von ihm, sondern auch wieder eine bewusste unternehmerische Entscheidung: „Diese Asseklasse ist extrem beeinflusst von politischen Vorgaben.“ Er fragt sich, ob eigentlich die Implikationen allen klar sind. Die Antwort liegt für ihn auf der Hand.

    37 min
  4. Alexandre Grellier, Drooms: "Viele große Unternehmen haben sich kleines Proptech gehalten"

    FEB 16

    Alexandre Grellier, Drooms: "Viele große Unternehmen haben sich kleines Proptech gehalten"

    „Es ist einfacher, eine gute Idee zu haben, als eine Idee wirklich zum Fliegen zu bringen.“ Mit diesem Satz eröffnet Alexandre Grellier, CEO von Drooms, ein Gespräch, in dem es nicht um Start-up-Romantik und Digitalisierung um ihrer selbst willen geht. Sondern um die Frage, welche Technologien in der Immobilienbranche tatsächlich Probleme lösen und wofür der Markt, gerade in einer angespannten Phase, bereit ist zu zahlen. Nicht jedes PropTech ist ein Start-up. Und nicht jedes Start-up mit Immobilienbezug ist ein PropTech. Diese begriffliche Unschärfe verdeckt, laut Alex, oft den Kern: Wirtschaftlichkeit, belastbare Geschäftsmodelle und Lösungen, die im Alltag funktionieren. Der Erwartung, komplexe Probleme ließen sich per Plug-and-Play lösen, begegnet er klar: „Das ist naiv.“ Ein zentrales Thema ist die Finanzierung. Alex beschreibt sie mit dem Bild des Lemming-Prinzips: Einer geht voran, nimmt Geld in die Hand, andere folgen. Lange funktionierte das. Sein Gegenmodell orientiert sich an der schwäbischen Hausfrau: ein präziser Blick auf Kosten, Cashflow und reale Tragfähigkeit. Wachstum ja, aber nicht um jeden Preis. Wir sprechen darüber, wie Expansion unter diesen Voraussetzungen dennoch gelingt. Über zweistellige Zuwächse von Drooms beispielsweise in Frankreich und Deutschland. Über Unterschiede zwischen europäischen Märkten. Über die USA, vor denen Alex keine Scheu hat. Und darüber, warum Deutschland nicht so schwarz ist, wie es derzeit oft gezeichnet wird. Am Ende geht es um ESG, um Vertrauen in Technologie und um die Erkenntnis, dass die Immobilienbranche hier noch Luft nach oben hat. Der prägnanteste Satz des Gesprächs bringt es auf den Punkt: Man muss nicht gleich das Unternehmen kaufen, das einem Software anbietet. Schließlich kommt auch niemand auf die Idee, Microsoft zu kaufen.

    40 min

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