Immobiléros - Der Podcast für die Immobilienszene

Michael Rücker

Alle 7 Tage Geschichten, Helden und Brains aus der Immobilienwirtschaft. Immobiléros stellt Menschen aus allen Bereichen der Immobilienwirtschaft vor. Entwickler, Bestandshalter, Investoren Wissenschaftler... Und es geht um alle Segmente der Immobilienbranche: Wohnen, Büro, Handel, Logistik und so weiter und sofort. Wir wollen wissen - was wird da gerade gemacht, warum, was treibt die Menschen an, was ist neu, was ist spannend. Und wie gesagt: das alles rund um die Immobilie.

  1. 3d ago

    Markus Schäfer, Lührmann Düsseldorf: "Die Alternative ist Leerstand"

    „Ich glaube, die Innenstadt muss nicht jeden Tag ein Event sein. Erst mal müssen die Basics funktionieren.“ Markus Schäfer, Geschäftsführer von Lührmann Düsseldorf, sieht den stationären Handel deutlich weniger pessimistisch, als er häufig diskutiert wird. Internationale Marken expandieren weiter in Deutschland, nur eben nicht mehr mit 100 Läden, sondern vielleicht mit zehn. Und diese Brands schauen inzwischen sehr genau hin: auf Gebäudequalität und Architektur, auf den Vermieter, die Entwicklung einer Lage und darauf, wer nebenan sitzt. Das gilt auch für die Eigentümer. Gerade in den 1A-Lagen treffen teilweise Immobilien aus jahrzehntelangem Familienbesitz auf einen Markt, in dem erst einmal viel Geld investiert werden muss, um am Ende womöglich die gleiche oder sogar eine niedrigere Miete zu erzielen. Eine Rechnung, die nicht jedem gefällt. Markus hält dagegen: Die Alternative kann Leerstand sein. Und dass Städte Investitionen mit anderthalbjährigen Genehmigungsverfahren oder Diskussionen über einen halben Zentimeter Fassade ausbremsen, macht die Sache nicht einfacher. Wir reden über Warenhäuser, bei denen die Geschichte vielleicht zu Ende erzählt ist, und über Shoppingcenter, bei denen selbst Markus teilweise keine Fantasie mehr hat, was daraus werden soll. Aber auch über das Crown Cologne, wo aus einem ehemaligen Kaufhaus mit Stadtbibliothek, Fitness, Handel und neuen Flächenkonzepten wieder ein funktionierendes Haus geworden ist. Und natürlich musste er mir verraten, wie und wo er einkauft.

    Markus Schäfer, Lührmann Düsseldorf: "Die Alternative ist Leerstand"
  2. Jul 6

    Björn Fries, Drees & Sommer NRW: „Halte nichts vom Bashing der öffentlichen Hand, Probleme sind systemischer Natur"

    „Wir werden in fünf Jahren nicht fertig sein. Wir werden in fünf Jahren auch nicht bei der Hälfte sein.“ Das sagt Björn Fries, Senior Teamleiter bei Drees & Sommer, studierter Architekt und Experte für Schulbau. Ist also das Sondervermögen für Infrastruktur doch nur Augenwischerei und eben nicht der ‚süße Brei‘ für die Immobilienbranche? Björn arbeitet seit Jahren direkt mit Kommunen und sieht, wie das Sondervermögen nun in der Praxis ankommt: Leider viel zu langsam, als langwieriger Prozess, der durch Verfahren, Vorgaben und fehlende Grundlagen geprägt ist. Die Mittel stehen bereit, treffen jedoch auf ein System, in dem beispielsweise die losweise Vergabe weiterhin der Regelfall ist. Gleichzeitig wächst der Druck, Abläufe anders zu organisieren: gebündelt über Total- und Generalunternehmer, mit weniger Schnittstellen und kürzeren Wegen. Ergänzend kommen Public Private Partnership und Investorenverfahren hinzu, vor allem dort, wo Städte und Gemeinden nicht selbst entwickeln können, weil Flächen fehlen oder sich nicht sichern lassen. In diesen Konstellationen verschiebt sich die wirtschaftliche Logik. Private Partner kalkulieren mit Rendite, während viele Kommunen ihre eigenen Aufwände nur eingeschränkt abbilden können, beispielsweise bei den Betreiberkosten für Immobilien. Entscheidungen entstehen unter Unsicherheit, innerhalb enger rechtlicher Vorgaben und begrenzter Spielräume. Und genau an diesem Punkt wird Veränderung schwierig. „Wenn man den Status quo ändern möchte, dann gibt es halt immer jemanden, der dagegen ist.“

    Björn Fries, Drees & Sommer NRW: „Halte nichts vom Bashing der öffentlichen Hand, Probleme sind systemischer Natur"
  3. Jun 22

    Daniel Schneider, Monoplan: „Wenn du gut bist, kann dich KI noch besser machen"

    „Selbst ungelernte Nicht-Architekten können sehr schnell ganz tolle Bilder generieren“: Daniel Schneider steht KI, im Gegensatz zu vielen anderen, positiv gegenüber. Architektur wird sich wandeln. Während BIM nur wenig disruptiv Prozesse veränderte, tun die neuen Entwurfs- und Gestaltungstools genau das. Daniel beschreibt eine Entwicklung, dass der Architekt nicht mehr zwingend alles selbst entwerfen muss, sondern stärker einordnet, steuert und entscheidet, mehr zu Experte und Berater wird. Wir sprechen über die Unternehmensgründung der Monoplan AG und die WG mit seinem Partner Philip Wohlfarth, wie es zu der Spezialisierung auf Hotels und den Claim 'Leading in Hospitality' kam, über mehr als 25 Hotels, die gerade von dem Team bearbeitet werden. „Du musst deine Gästegruppe versuchen zu Fans zu entwickeln“, sagt Daniel und erklärt, warum all die vielen Brands ihre Berechtigung haben. Weil sich der Markt verschiebt: Luxus läuft, Budget funktioniert, die Mitte gerät unter Druck. „Manchmal ist es wie beim Date, dann matchen Liegenschaft und Produkt“, beschreibt Daniel Umwidmung und Revitalisierung. Er habe beide Gehirnhälften, die des Architekten und die des BWLers, also Emotion und Zahlen, was sehr oft hilfreich sei. Und dann verlassen Daniel und ich Europa, es geht nach New York. Dort arbeitet er mit seinem Team an einem Boutiquehotel, das Ende 2026 Eröffnung feiern wird. Mal schauen, ob es mit einem Podcast dort klappt.

    Daniel Schneider, Monoplan: „Wenn du gut bist, kann dich KI noch besser machen"

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