Gestern waren wir mit einigen Schwestern in Rahrbach, einem kleinen Dorf hier im Sauerland. Und mitten im Dorf steht eine Kirche, die vor fast 800 Jahren von ihren Einwohnern erbaut worden ist. Und auf einer Tafel außen an der Wand wird an die Bewahrung vor einem großen Brand erinnert. Und es wird beschrieben als das Rahrbacher St. Agatha-Wunder vom Freitag dem 17. Mai 1737. Und in der altehrwürdigen Kirche sind viele verschiedene Heiligenfiguren aus sehr verschiedenen Zeiten, in denen sie gerade "up to date" waren, wie die Frauen berichtet haben, die uns alles gezeigt haben. Sie wollten sagen, der Kirchbau an sich ist schon so geblieben, aber die Innenausstattung hat sich immer gewandelt, je nach Epoche, je nach Geschmack, je nach den Intentionen der Spender.Und jetzt hat eine Gruppe von Frauen, die sich seit vielen Jahren für Ihre Kirche und Gemeinde engagieren, eine wunderbare Idee umgesetzt. Der äußere Kirchbau ist geblieben und die Innenausstattung auch, aber es ist etwas dazugekommen. Es gibt jetzt im Eingangsbereich ein Pult, an dem man per Klick verschiedene Beleuchtungen, Musik, Andachten, Texte und Lieder anschalten kann. Und wir haben uns mit den alten Schwestern eine zehnminütige Ansprache mit einem Lied zum Thema "Es ist genug" angehört. Zwischendurch wechselte ganz langsam die Lichtfarbe der angestrahlten Wände und Pfeiler und somit das Empfinden von Raum und Zeit. Es war danach noch länger still, weil es uns gutgetan hat und wir zum Nachdenken über diese Worte und Gedanken gekommen sind.Und die Frauen haben erzählt, dass ja überall immer weniger Menschen zu den üblichen Gottesdiensten kommen und sie deshalb überlegt haben, was man denn tun könne. Und tatsächlich wollten sie etwas anbieten, was Menschen anspricht und zum Verweilen einlädt, zum Hören, Schauen, Staunen und Nachdenken. Und sie nennen die Kirche jetzt "Lichtkirche" mitsamt ihrer mehrfachen Bedeutung. Zum einen wollen sie mit den vielen Lichtmöglichkeiten eine andere Sichtweise vermitteln. Dann wollen sie auf das Wort Jesu verweisen der, gesagt hat: Ich bin das Licht der Welt. Und dann sagten sie mit einem Schmunzeln, dass sie hoffen, dass dem einen oder anderen Besucher dabei ein Licht aufgeht und er oder sie von diesem Licht mit in seinen Alltag nehmen kann.Das uralte Gebäude der Kirche ist geblieben, aber wie in den Jahrhunderten vorher wird der Innenraum neu gefüllt mit den Dingen, die zurzeit IN sind: Licht, Musik, Texte ohne vorgefertigte Strukturen oder Abläufe. Damit jeder, der die Kirche besucht, etwas finden kann: bei sich selbst, bei Gott und für den Nächsten, die oder der mit ihm zu tun hat.