Felgendreher & Friends - Diskussionen für Supply Chain Fans

Boris Felgendreher

Wenn ihr Lust auf die Themen Logistik und Supply Chain Management habt, dann seid ihr bei Felgendreher & Friends genau richtig. Denn hier hört ihr regelmäßig spannende und unterhaltsame Diskussionsrunden mit Supply Chain und Logistik Experten. Gemeinsam analysieren, kommentieren und diskutieren wir aktuelle Wirtschaftsthemen aus dem Blickwinkel von Logistik und Supply Chain Management. Die Stammgäste sind: - Knut Alicke. Knut ist Partner bei McKinsey, Professor für Supply Chain Management an der Uni Köln und Karlsruhe, Co-Author des Bestsellers “From Source to Sold” und passionierter Saxophonist. - Erik Wirsing. Erik ist global für den Innovationsbereich bei DB Schenker verantwortlich und ist daher unser Fachmann für neue Ideen und Technologien in der Logistik. - Frank Vorrath. Frank ist Vice President Supply Chain Services bei Danfoss und war in seiner Laufbahn schon bei UTI-DSV, DHL, Johnson Controls und Gartner. - Prof. Dr. Christoph Tripp. Christoph lehrt und erforscht das Thema Distributions- und Handelslogistik an der TH Nürnberg und ist unser Experte für alles was mit Handel und E-Commerce zu tun hat. Das ist natürlich eine geballte Ladung Expertise und Erfahrung die uns dabei hilft, die Themen, die die Branche bewegen, aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und vor allem auch meinungsstark zu diskutieren. Moderiert wird das Ganze von Boris Felgendreher.

  1. May 22

    Vibe Coding in der Supply Chain: Warum und wie Fachexperten jetzt ihre eigenen Software Anwendungen bauen

    KI in der Supply Chain ist längst kein theoretisches Zukunftsthema mehr. Während viele Unternehmen noch darüber diskutieren, ob sie nicht erst einmal ihre Stammdaten aufräumen müssen, bauen Subject Matter Experts in der Praxis schon heute eigene Anwendungen und lösen Probleme, die seit Jahren auf der IT-Roadmap liegen. In dieser Felgendreher & Friends Live-Folge aus München diskutiert Boris Felgendreher mit Knut Alicke und Volker Dörsam von Infineon, was heute mit Vibe Coding wirklich möglich ist, wo die Grenzen liegen und wie Supply Chain Verantwortliche den Einstieg konkret angehen können. Ergänzt wird das Gespräch durch Erfahrungsberichte aus dem Publikum. Eine Folge für alle, die KI nicht nur kommentieren, sondern in der eigenen Supply Chain anwenden wollen. Unter anderem geht es um folgende Themen: - Trägt der Mythos "Erst die Stammdaten in Ordnung bringen, dann KI nutzen" heute noch? - Wie sich die Rolle der CIOs verändert hat und warum der Innovationsdruck heute aus den Fachabteilungen kommt - Was Vibe Coding ist und warum es Supply-Chain-Experten ohne Programmierkenntnisse in die Lage versetzt, eigene Applikationen zu bauen - Wie man im Dialog mit einem LLM einen Forecast oder eine Planungslösung entwickelt - Warum man mit einem LLM sprechen sollte wie mit einem smarten Data-Science-Absolventen - Wo die Grenzen liegen: Vibe Coding ist noch nicht reif für den großflächigen Produktiveinsatz - Volkers Rückblick auf die Entwicklung der Datenkompetenz bei Infineon, von Excel-Pivots bis zu LLM-Anwendungen - Warum fachliche Expertise unverzichtbar bleibt, weil LLMs plausibel klingen, aber nicht immer korrekt sind - Wie ein Laie generierten Code beurteilen und sinnvoll an die IT übergeben kann - Warum Coding-Aufgaben aus dem Outsourcing zurück nach Europa wandern - Die These, dass Standardplanungssysteme nur 50 bis 70 Prozent der Probleme lösen und wo Vibe Coding wirklich Mehrwert bringt - Cross-funktionale Anwendungsfälle als Sweet Spot, etwa zwischen Supply Chain, Quality, Finance und Sales - Case Study einer Produktionsplanerin, die ihr Excel-Problem mit ChatGPT in drei Wochen zu 80 Prozent gelöst hat - Wie sich aus dem Dialog mit dem LLM ein Specs-Dokument für Software-Anbieter generieren lässt Integration mit ERP-Systemen über lesenden Zugriff und Reporting Layer - Wie LLMs bei Stammdatenproblemen und Ähnlichkeitsanalysen unterstützen können - Praxisbeispiel Infineon: Chatbot für Stammdatenabfragen in natürlicher Sprache - Die größten Hindernisse beim Einstieg: veraltete Tools und fehlende Neugier in den Teams - Knuts konkrete Anleitung für den Einstieg mit Claude Code, Codex oder Gemini - Welche Rolle das Executive Team bei KI-Adoption spielt und wo Top-Down-Steuerung nötig ist - Erfahrungsbericht Rosenberger Hochfrequenztechnik: Rüstoptimierung bei der Kabelproduktion, weltweit ausgerollt - Wie BSH Hausgeräte über spielerische Challenges AI-Champions aufbaut - Wie bei Ludwig Meister ein OKR-Manager in nur vier Tagen neu programmiert wurde - Erfahrungsbericht Ifm: warum der wahre Wettbewerber des Vibe Codings das Excel-Bastler-Tool ist, nicht das APS-System - Agentic AI in der Praxis: automatisierte Supplier-Kommunikation per E-Mail mit Rückschreibung ins SAP Die Zukunft der Architektur: ERP und APS bleiben Backbone, ein GenAI Layer übersetzt zwischen User und System - Wie LLMs Vertrauen schaffen, indem sie Forecast-Ergebnisse und bestehenden Code verständlich erklären Hilfreiche Links: Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/ Knut Alicke auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/knut-alicke/

    58 min
  2. Apr 23

    Innovationen in der Supply Chain: Wie man eine interne Digitalisierungseinheit aufbaut, die wirklich liefert

    In der Industrie hört man oft den Vorwurf, dass es viel zu lange dauert, bis Innovationen und neue Technologien, die am Markt längst verfügbar sind, tatsächlich im Unternehmen ankommen. Warum ist das so? Und wie schafft man es, als Supply Chain Verantwortlicher den Wandel tatsächlich ins Unternehmen zu tragen? In dieser Folge spricht Boris mit Abdirahman Ikar, der seit über 15 Jahren in jeder seiner Stationen eigene Innovations- und Digitalisierungseinheiten aufgebaut hat. Abdi ist Supply Chain Leader mit Stationen unter anderem bei Leica, Magna, Deutz und Pepperl+Fuchs. Zudem ist er als Kurator/Board Advisor beim Fraunhofer in Magdeburg tätig. Sein Credo lautet "Just do it by yourself". Statt darauf zu warten, dass Berater Konzepte auf PowerPoint bringen oder Startups die perfekte Lösung liefern, baut Abdi interne Teams, die End-to-End Supply Chain neu denken, Silos aufbrechen und Millionen an Einsparungen realisieren. Unter anderem geht es um folgende Themen: - Warum Innovationen aus dem Markt und der Startup-Szene zu selten den Weg in die Industrie finden Abdis Formel "Just Do It by yourself" und wie man Innovation inhouse adaptiert statt nur zu beobachten - Der Aufbau eigener Innovationsabteilungen bei Leica, Magna und Deutz ab 2011 - Wie man Widerstände in Begeisterung verwandelt und Silos aufbricht - Warum 99 Prozent seiner Teams aus bestehenden Mitarbeitern bestehen und was das über interne Talente verrät - Fallbeispiel: Ein 18-Personen-Team als internes Consulting aus Analytics, Einkauf, Planung, IT, Controlling und Vertrieb - Wie Daten aus Vietnam und Singapur zu echten Business-Entscheidungen werden - Misaligned Incentives: Warum der Einkauf Millionenbestände produziert und Material verschrottet wird - Value Engineering in der Praxis: 6 Mio. € Einsparung mit nur 3 Mitarbeitern - Die Rolle von Transparenz, Playbooks und klaren KPIs wie Lead Time, Operational Cost und Verschrottungsrate - Fehlerkultur als Grundvoraussetzung für echte Innovation - Globale Hotspots jenseits von Europa: Vietnam, China, Malaysia und Afrikas Vorreiterrolle beim Mobile Payment - Risikobereitschaft mit Leitplanken: Board, Budget und Partnerschaften mit Fraunhofer, Universitäten und Startups - Warum der End-to-End-Ansatz für die Supply Chain zur Überlebensfrage wird Drei Take-aways: - Innovation ist keine Stabsfunktion, die man delegieren kann. Sie gehört direkt an die Leadership-Ebene angedockt. - Die wertvollsten Ideen liegen oft schon im Unternehmen. Man muss nur den Rahmen schaffen, in dem sie ausgesprochen und umgesetzt werden dürfen. - End-to-End denken heißt, die Silos zwischen Vertrieb, Planung, Einkauf und Logistik konsequent aufzubrechen und globale Diversität als Innovationsmotor zu nutzen. Hilfreiche Links: Abdirahman Ikar auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/abdirahman-ikar-b437317/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/

    53 min
  3. Apr 8

    Brauchen wir in Zukunft überhaupt noch Logistiksoftware?

    In dieser Folge des Felgendreher & Friends Podcasts geht es um die Frage, wie stark KI die Welt der Logistiksoftware verändern wird und ob klassische Softwarelösungen in Zukunft überhaupt noch gebraucht werden. Boris Felgendreher spricht mit Philipp Hüning von Logistikbude über Investorenperspektiven, technologische Umbrüche, den konkreten Einsatz von KI im Behältermanagement und darüber, warum der wahre Wert moderner Logistiksoftware oft viel tiefer liegt als nur im sichtbaren Frontend. Konkret geht es unter anderem um folgende Themen: - Brauchen wir in Zukunft überhaupt noch klassische Logistiksoftware, oder übernehmen KI-Agenten und individuell gebaute Lösungen? - Logistikbudes Series-A-Finanzierung über 5 Millionen Euro und was Investoren heute von Software-Startups im KI-Zeitalter erwarten - Was Logistikbude eigentlich macht: Aufbau einer neuen Softwarekategorie für das Ladungsträgermanagement (LCMS) - Warum der eigentliche Wert nicht im Frontend liegt, sondern in Datenintegration, Prozessautomatisierung und Netzwerklogik - Wie sich Venture-Capital-Bewertungen durch KI verändert haben und warum heute viel stärker auf Verteidigbarkeit und echten Mehrwert geschaut wird - Moat-Frage: Wie leicht lässt sich spezialisierte Logistiksoftware heute mit KI nachbauen? - Warum Behälter- und Palettenmanagement in vielen Unternehmen noch extrem manuell läuft. Mit E-Mails, PDFs, Excel und fragmentierten Daten - Welche Arten von Software in der Logistik besonders unter Druck geraten könnten und wo KI besonders schnell Low-Hanging-Fruit hebt - Wie Logistikbude KI heute bereits konkret einsetzt, etwa beim Auslesen und Verbuchen von Belegen Prompting statt eigenes Foundation Model: Wie bestehende Modelle wie OpenAI, Gemini oder Anthropic praktisch in die Software eingebunden werden - Individuelle Dashboards per Spracheingabe statt starrer Standard-Ansichten - Business Process Automation im Ladungsträgermanagement, z. B. bei Kontenabstimmung, Inventuren und Nachbeschaffung - Operations in Times of AI: Wie Logistikbude intern Prozesse, Organisation und Wachstum unter KI-Bedingungen neu denkt - Warum Kultur, intrinsische Motivation und Technologieoffenheit wichtiger sind als reine Fachskills - Die Zukunftsvision: Ladungsträgermanagement weitgehend automatisiert, mit minimalem manuellem Aufwand und Software als unsichtbare Infrastruktur im Hintergrund - KI als Chance für mehr Unternehmertum in Deutschland, weil Prototypen und neue Produkte heute viel schneller gebaut werden können Hilfreiche Links: Philipp Hüning auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/philipphuening/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/

    44 min
  4. Mar 30

    Leschaco hat Gegenwind: Wie man einen Spezial-Logistiker durch den Wandel in Chemie und Automotive führt

    Heute zu Gast im Felgendreher & Friends Podcast ist Constantin Conrad. Constantin führt Leschaco, ein Bremer Logistikunternehmen mit 145 Jahren Geschichte, 3.500 Mitarbeitern und rund einer Milliarde Umsatz, in dritter Generation. Drei Viertel des Umsatzes kommen aus der Chemiebranche, und genau da liegt das Problem: Die Exportvolumen liegen unter dem Niveau von 2019, Produktion wandert ab, und auch das zweite Standbein Automotive wackelt. In dieser Folge spricht Constantin darüber, wie er nach dem plötzlichen Tod seines Vaters früher als geplant die Führung übernehmen musste, warum die Strategie 2030 komplett neu gedacht werden muss und wo er trotz allem Wachstumschancen sieht. Von Lateinamerika über Kontraktlogistik bis hin zur Frage, was KI für einen Mittelständler bedeutet, der zwischen Langfristinvestition und technologischem Umbruch navigiert. Unter anderem geht es um folgende Themen: - Der ungeplante Generationenwechsel: Constantins Vater verstarb 2022 plötzlich, drei Jahre früher als die geplante Übergabe - Rolle als CDO und das laufende TMS-Projekt: Ablösung des Eigensystems, zweimal Anbieterwechsel, bis heute nicht abgeschlossen - Krise der Chemiebranche: drei Viertel des Umsatzes aus der Chemie, Exportvolumen unter 2019er-Niveau. Struktureller Wandel, nicht nur Konjunkturdelle - Geopolitische Verwerfungen: Irankrieg, Ölpreis-Allzeithoch, Zölle. Auswirkungen auf Chemie und Automobil Automobilbranche unter Druck: Joint Venture mit VW in Emden, Stellenabbau, Zollkonflikte - Pharma als neues strategisches Vertical zur Diversifizierung - Leschaco 2026 im Überblick: 24 Länder, 3.500 Mitarbeiter, ca. 1 Mrd. Umsatz, 145 Jahre Geschichte - Von der Spedition zum End-to-End-Partner: Investments in Kontraktlogistik, Tankcontainer und Luftfracht Globalisierungsstrategie: seit 1978 international, heute lokale Kunden weltweit. Lateinamerika und Südostasien als dynamischste Wachstumsmärkte - Strategie 2030 auf dem Prüfstand: De-Globalisierung, China-Konkurrenz und drei Jahre Stagnation in Deutschland waren nicht absehbar - Gefahrgutlager Bremen: größte Einzelinvestition der Firmengeschichte. Ein Mehrgenerationenprojekt und Bekenntnis zum Standort - Wachstumszwang trotz Krise: steigende Anforderungen an Compliance, Nachhaltigkeit und IT-Sicherheit erfordern Größe - KI in der Logistik: Riesenchance erkannt, aber bewusst kein Frontrunner. Logistik als "People's Business" wird sich verändern, TMS-Langfristinvestitionen im KI-Zeitalter schwer zu rechtfertigen - Persönlicher Ausblick: das Unternehmen so weiterentwickeln, dass die nächste Generation Freude daran hat Hilfreiche Links: https://www.leschaco.com/de/start.html Constantin Conrad auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/constantin-conrad-a98740aa/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/

    48 min
  5. 12/02/2025

    BVL Supply Chain CX Community Diskussion über Resilienz, Cybersecurity und warum KI kein schneller Gamechanger ist

    Am Rande der BVL Supply Chain CX in Berlin haben Boris Felgendreher, Prof. Christoph Tripp und Prof. Knut Alicke mit einer Gruppe von über 30 Supply Chain und Logistik Verantwortlichen aus 28 Industrie und Handelsunternehmen über folgende Themen diskutiert: - Warum sind Lieferketten trotz fünf Jahren Dauerkrise immer noch so fragil? Haben wir wirklich aus Pandemie, Chipkrise und geopolitischen Schocks gelernt? Oder stolpern wir weiter in die gleichen Fallen? - Wie bekommt Supply Chain endlich dauerhaft „a seat at the table“ im Top-Management? Warum rutschen Supply-Chain-Teams nach der Pandemie wieder Richtung Nebenrolle, obwohl sie das Rückgrat globaler Unternehmen sind? Und was müssen sie tun, um auf Augenhöhe mit Finance und Sales zu bleiben? - Weshalb steht plötzlich Cybersecurity ganz oben auf der Supply-Chain-Agenda? Cybersecurity wurde im Branchentrendreport als wichtigster Trend genannt. Das wirft Fragen auf: Warum ist dieses Thema so dominant geworden? Warum fühlen sich Logistiker trotzdem oft „nicht zuständig“? Wie weit reicht ein Security-Problem in einem Zulieferer-Kettenglied, bis ganze Netzwerke stillstehen? Die Diskussion macht klar: Der „digitale Virus“ ist genauso real wie der physische, und deutlich schneller. - Wie kann man eine Organisation für Cyberrisiken sensibilisieren – ohne in Paranoia zu kippen? Die Community diskutiert Phishing-Tests, veraltete Update-Routinen, menschliche Fehler als Einfallstor, Cloud-Abhängigkeiten und die Notwendigkeit, dass Führungskräfte selbst grundlegendes IT-Verständnis entwickeln. - Was taugt KI heute wirklich in der Supply Chain? Und was ist nur Buzzword-Nebel? KI wird gewaltige Veränderungen bringen, aber nicht über Nacht. Erwartungshaltungen waren überzogen. Viele „KI-Projekte“ sind eigentlich nur bessere statistische Modelle im neuen Gewand. Wirkliche Fortschritte entstehen dort, wo reale Probleme gelöst werden, nicht dort, wo man „KI der KI wegen“ einführt. Vision-Systeme, automatisiertes Picking und Planungsassistenz zeigen erste echte Wirkung. - Wie bringt man KI in die reale Logistik, die nun mal robust und kostensensibel sein muss? Die Community stellt eine schlichte, aber harte Frage: Was nützt die beste KI, wenn sie nicht billig genug, stabil genug und einfach genug ist, um einen chaotischen Lageralltag zu überleben? Der Realitätscheck sorgt für Bodenhaftung. - Werden KI-Agenten irgendwann echte „digitale Mitarbeiter“ in Supply Chains?** Die Community skizziert Zukunftsbilder: Agenten, die Prozesse beobachten und Vorschläge zur Verbesserung machen. Avatare, die Planern helfen, statt sie zu ersetzen. Systeme, die operative Entscheidungen in Echtzeit treffen. - Wie verändert sich die Partnerlandschaft im Transport – Make-or-Buy, Multi-Sourcing, langfristige Verträge? Riskanter Markt ⇒ neue Vorsicht ⇒ neue Strategien. Unternehmen denken wieder stärker in langfristigen Partnerschaften, reduzieren Single-Sourcing und erkennen: Preis ist nicht alles, Resilienz zählt. - Wie viel geopolitische Neuordnung müssen wir in Lieferketten einpreisen? Die multipolare Welt, USA–China-Blockbildung, Europas Investitionslücke – all das schwebt wie eine geopolitische Wetterfront über der Debatte. Die Frage lautet: Wie plant man Supply Chains, wenn das Fundament selbst wackelt? - Wie wird diese Diskussion in einem Jahr anders aussehen? Die Prognose der Runde: Die Themen bleiben dieselben. Aber wir werden klüger sein, weil wir mehr ausprobiert, mehr gescheitert und mehr gelernt haben. KI wird normaler, greifbarer, unaufgeregter – und genau dadurch wirkungsvoller. Cybersecurity wird kein Randthema mehr sein, sondern ein obligatorischer Teil von Resilienz-Management. Hilfreiche Links: Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/ Prof. Christoph Tripp auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/prof-dr-christoph-tripp-508b37172/ Prof. Knut Alicke auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/knut-alicke/

    56 min
  6. 11/26/2025

    Was bei Innovationen und bei der Digitalisierung von Supply Chains und Logistik schiefläuft und wie man es besser macht

    Erik Wirsing und Boris Felgendreher diskutieren mit einer Gruppe von Supply Chain und Logistik Verantwortlichen aus Industrie und Handel darüber, was bei Innovationen und bei der Digitalisierung von Supply Chains und Logistik schiefläuft und wie man es besser macht. Unter anderem geht es dabei um folgende Themen: - Was läuft schief bei der Digitalisierung? Technologie wird oft als Selbstzweck verfolgt (RFID, KI, Cloud), ohne Problemverständnis. Grundlagen wie Datenqualität, Stammdaten, Verantwortlichkeiten fehlen. - Die „Digitalisierungs-Treppe“ Erik beschreibt den Weg: Daten erfassen -> standardisieren -> Transparenz schaffen -> optimieren -> automatisieren -> autonomisieren. - Unterschied: Logistikdienstleister vs. Industrieunternehmen Industrie hat seltener digitale Logistikkompetenz als Kernfunktion. Logistikabteilungen oft weiter unten in der Hierarchie, was Innovation bremst. - Zusammenarbeit mit Startups: Viele Startups überleben nicht; trotzdem wertvoll für Kulturwandel und Mut. Wichtig: vom Problem aus denken (Pull), nicht Technologie reinpressen (Push). - Stimmen und Praxisbeispiele aus der Community: - Stada: In Ausschreibungen explizite Anforderungen zu AI/Technologie. Dienstleister muss Innovationsroadmap zeigen. - Rittal: Kleine Innovationsabteilung, Zusammenarbeit mit Fraunhofer & jungen, kleinen Beratungen statt großer Häuser. - Pepperl+Fuchs: Aufbau einer eigenen 16–18-köpfigen Digital-/Innovationseinheit für Supply Chain; Fokus auf KI-Tools, Startup-Kooperationen, crossfunktionale Teams. - Merck: Hürden in klassischen Logistikprozessen (z. B. Slot-Management, RFID) bleiben seit Jahren bestehen. - Herausforderungen & interne Politik: Innovationsbereiche müssen nah am Kerngeschäft sein; Widerstände hängen von Kultur, Budgetdruck und Priorisierung ab. - KI als Thema: Großes Potenzial v. a. für Planung, Einkauf, Tourenoptimierung. Reifegrad vieler Lösungen noch niedrig. KI ersetzt nicht Menschen – sondern Menschen, die KI besser nutzen, ersetzen jene, die es nicht können. - Chancen von KI für Nachhaltigkeit: AI-gestützte Routenoptimierung spart Fahrzeuge ein – größter unmittelbarer ESG-Hebel. - Umgang mit Ängsten und Jobveränderungen: Aktive Weiterbildung nötig; Mitarbeitende sollen KI-Entscheidungen beurteilen lernen statt KI zu fürchten. Hilfreiche Links: Erik Wirsing auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/erik-wirsing/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/

    47 min
  7. 11/20/2025

    KI-Blase, KI-Natives und die Zukunft der Softwareentwicklung in Supply Chain Management und Logistik (Prof. Knut Alicke)

    Prof. Knut Alicke (McKinsey) und Boris Felgendreher diskutieren mit einer Gruppe von Supply Chain und Logistik Verantwortlichen aus Industrie und Handel über die Rolle von KI in der Supply Chain und wie stark sie Arbeitsweisen, Talentbedarf und Technologieentscheidungen verändert. Die Runde diskutiert, warum viele Unternehmen zögern, welche Chancen KI praktisch schon eröffnet und wie sich Organisationen auf eine zunehmend KI-getriebene Logistik vorbereiten können. Unter anderem geht es dabei um folgende Themen: • Rückblick: Knuts frühe Arbeit zu KI-Methoden (Constraint Satisfaction) und Abgrenzung alter Algorithmen zu heutiger KI. • Hype oder Blase? Diskussion, ob KI im Supply-Chain-Kontext überhaupt überhypt ist oder die Branche eher zögerlich agiert. • Deutsche Zurückhaltung: Risiko, dass “Blasen”-Argumente als Ausrede dienen, um Innovation zu vermeiden. • Einfluss der CEO-Nutzung: Wenn Top-Management KI aktiv nutzt, entstehen realistischere Erwartungen und echte Pilotprojekte. • Verbot vs. Befähigung: Firmen, die KI-Tools sperren, behindern Lernen; sinnvoller ist kontrolliertes Experimentieren. • Arbeitsmarktveränderungen: Einstiegsjobs verschwinden teilweise, KI-Natives werden wichtiger; klassische Karrierepfade verändern sich. • Schwieriger Einstieg ohne Routinejobs: Wie Nachwuchs trotz wegfallender “Excel-Pflichtjahre” Unternehmensprozesse schnell erlernen kann. • Beispiel KI-Native: 17-jähriger, der mithilfe von KI ein Videospiel programmiert – als Beleg für den Kompetenzsprung junger Talente. • Recruiting-Praxis: Einige Unternehmen selektieren bereits nach KI-Offenheit; andere noch kaum. • Technologiefirmen im Handel: Fall Picnic – radikal eigene Softwareentwicklung; geringe Abhängigkeit von Standardtools. • Zukunft von Softwareentwicklung: KI als Multiplikator → “8 Milliarden Programmierer”-Gedanke, Fachbereiche programmieren mit. • Talentproblem in Deutschland: Schwierigkeit, Weltklasse-Entwickler zu finden; Nearshoring/Offshoring als gängige Praxis. • Strategische Frage: Muss jedes Unternehmen Tech-Expertise inhouse aufbauen oder stärker auf Dienstleister setzen? • Gefahr der Abhängigkeit: Wer KI-Kompetenz komplett auslagert, kann Dienstleister nicht challengen. • Debatte über Realismus: Können traditionelle Firmen wirklich attraktiv für KI-Talente werden? • Praxisbeispiel: Interner Entwickler löst Aufgaben schneller/effizienter als gekaufte Software; zeigt Potenzial kleiner Teams unter KI-Nutzung. • Wandel der Softwareanbieter: Weniger “Code-Fabrik”, mehr eingebettete Expertise; KI übernimmt Dokumentation, Tests, Compliance. • Knuts Projekt: Aufbau eines “digitalen Supply-Chain-Avatars”, der Meetings analysiert und Prozessfehler erkennt. • Szenario: KI beobachtet Demand-Review-Meetings, erkennt Muster (z. B. Forecast-Manipulation) und gibt Feedback. • Rolle von LLMs: Unterstützung, aber nicht Ersatz für numerische Modelle; Vorsicht wegen Halluzinationen. • Beispiele aus der Praxis: KI hilft bereits stark bei Excel-Analysen, Ad-hoc-Szenarien, Störungsbehebung. • Wunsch-Anwendungen: KI-gestützte Prozessanalysen, schnelle Due-Diligence-Bewertungen, automatische Netzwerkanalysen bei Zukäufen. • Trend zur Entkopplung: Nicht mehr alles auf ein großes ERP zwangsvereinheitlichen; KI als Übersetzungs- und Integrationsschicht. Hilfreiche Links: Prof. Knut Alicke auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/knut-alicke/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/

    52 min
  8. 11/05/2025

    Die digitale Transformation der internationalen Logistik von Tchibo (Phillip Ahrend, Tchibo)

    Auf einer Felgendreher & Friends Supply Chain Community Veranstaltung in Hamburg hat unser Host Boris Felgendreher mit Phillip Ahrend, dem Head of International Logistics bei Tchibo und einer Gruppe von Logistik und Supply Chain Verantwortlichen über die digitale Transformation der internationalen Logistik bei Tchibo diskutiert. Dabei ging es unter anderem um folgende Themen: - Struktur der Tchibo-Logistik: Drei Hauptbereiche – B2B (Filialversorgung), B2C (Onlinehandel) und internationale Logistik (Beschaffung, Import/Export). - Rückblick auf den Start vor 13 Jahren: Viele manuelle Prozesse, Faxe, Papierdokumente, isolierte Systeme, kaum Digitalisierung. - Erste Digitalisierungsversuche: Einführung von E-Mail statt Fax, erste kleine Schritte zur Effizienzsteigerung, Anbindung an die Hamburger Hafenplattform für Transparenz. - Strategische Neuausrichtung (vor ca. 5–6 Jahren): Erkenntnis, dass Insellösungen nicht mehr ausreichen → Entscheidung zur Einführung eines Transport Management Systems (TMS) als Fundament der Logistik. - Auswahl & Implementierung: Unterstützung durch das Fraunhofer-Institut, schrittweise Umsetzung in Teilprojekten, Umstellung auf agilere Projektmethodik statt großer Releases. - Ergebnisse & Fortschritte: - Deutlich mehr Transparenz und Performance in der Lieferkette. - Einführung eines zentralen Datenmodells für Echtzeit-Transparenz (u. a. durch Supply-Chain-Krise beschleunigt). - Automatisierte Datenintegration statt Excel-basierten Reports. - Aktuelle Herausforderungen: - Zoll- und Compliance-Systeme noch nicht vollständig integriert. - Weiterhin manuelle Dokumentenprüfungen. - Ziel: mehr Exception Management und KI-gestützte Dokumentenprüfung. - KI-Projekte: Einsatz von KI zur automatischen Dokumentenprüfung, Zolltarifierung und Verarbeitung unstrukturierter E-Mails/PDFs von Spediteuren. - Zusammenarbeit Logistik–IT: Aufbau eines gemeinsamen Prozess- und IT-Teams, organisatorische Learnings, Notwendigkeit von Ressourcen und offener Kommunikation. - Prozessgestaltung: Diskussion über Standardsoftware vs. individuelle Prozesse; Balance zwischen Anpassung an Systeme und Bewahrung sinnvoller Eigenprozesse. - Fehler & Learnings: Zu große Projektbrocken und starre Pläne führen zu Verzögerungen; agile, kleinere Releases sind effektiver. - Change Management & Mitarbeitereinbindung: - Wichtigkeit offener Kommunikation bei Rückschlägen. - Workshops, Teamtage, Schulungen, Videos zur Einarbeitung. - Mischung aus Skepsis und Akzeptanz im Wandel. - Kooperation mit Dienstleistern: Unterschiedliche Akzeptanz; langfristige Partnerschaften erleichtern Integration ins TMS; hohe Zufriedenheit der Lieferanten laut Umfrage. Hilfreiche Links: Phillip Ahrend auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/phillip-ahrend-078a8a248/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/

    58 min

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