Bildungspolitik

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Gegenwarts- und Zukunftsfragen in der Schul- und Bildungspolitik

  1. 02/16/2022

    20 Debatten um Bildungssteuerung: ein Zwischenfazit

    In zwei Staffeln und insgesamt 20 Sitzungen wurde im WZB-Kolloquium „Wunsch und Wirklichkeit deutscher Bildungspolitik – Steuerung auf dem Prüfstand“ über die Probleme in der Steuerung von Bildungsprozessen, über die verschiedenen Handlungsebenen und mögliche Lösungsansätze gesprochen. Das Format setzte in jeder Sitzung systematisch auf einen Input fachkundiger Wissenschaftler:innen und eine Kommentierung durch eine:n erfahrene:n Bildungspraktiker:in bzw. Bildungspolitiker:in. Auf der Praxisseite haben sich Schulleitungen, Schulaufsichten, Staatssekretär:innen und Minister:innen der Bildungsverwaltung sowie KMK-Generalsekretär und KMK-Präsidentin eingebracht. Zum Abschluss der zweiten Staffel wollen wir aus wissenschaftlicher und bildungspraktischer Sicht ein kritisches Zwischenfazit ziehen und im (moderierten) Gespräch mit allen interessierten Teilnehmer:innen des Kolloquiums nach dem Ertrag der Reihe fragen. Aus wissenschaftlicher Sicht stellte sich etwa die Frage nach Transferhindernissen von Erkenntnissen in die Praxis und von Forschungslücken wie etwa auf Ebene der Schulaufsichten. Auf schulpraktischer Seite rückte zuletzt die Frage nach der systemischen Angst vor Strukturfragen und die Flucht in Schulfrieden und Kompensationsprogrammen in den Vordergrund. Wo hat das Kolloquium neue Einsichten, Fragen oder Ansätze befördert, wo hat es ggf. Grenzen von Steuerungsmöglichkeiten aufgezeigt? Welche Themen sollten in einer etwaigen weiteren Staffel in den Blick genommen werden? Diese und weitere, von Ihnen einzubringende Fragen wurden im offenen Format mit den Organisatoren des Kolloquiums online diskutiert. Aus dem Kreis der Organisator:innen erfolgte ein erstes Resümee aus wissenschaftlicher Sicht durch Benjamin Edelstein (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am WZB), aus bildungspolitischer Sicht durch Mark Rackles (Staatssekretär a.D. und Fellow am WZB). Stefan Immerfall, Professor für Soziologie an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, stellte seinen Blick als Zuschauer auf das Kolloquium vor.

    41 min
  2. 02/10/2022

    Schulpolitik gegen Bildungsungleichheit – Was tun Bund und Länder?

    Seit Jahrzehnten wird die enge Verbindung von soziale Herkunft und Bildungsarmut in Deutschland politisch thematisiert. In den letzten Sitzungen des Kolloquiums wurden die Steuerungsmöglichkeiten gegen Bildungsungleichheit auf schulischer Ebene, auf Ebene der Schulträger und auf Ebene der Schulverwaltung beleuchtet und diskutiert. In der anstehenden  Sitzung soll aus einer länderübergreifenden Ebene gefragt werden, was gegen Bildungsungleichheiten getan wird bzw. getan werden könnte. Die Debatte scheint sich über die Jahre von einer Debatte um Strukturen (wie etwa zu Mehrgliedrigkeit des Schulsystems) zu einer Debatte um Programme verschoben zu haben. KMK und BMBF haben 2019 das Programm „Schule macht stark“ aufgelegt (300 Schulen). Die neue Ampel-Regierung hat 2021 das „Startchancen“-Programm für 4.000 Schulen aufgelegt und für weitere 4.000 Schulen „in benachteiligten Regionen und Quartieren“ zusätzliche Personalstellen angekündigt. Ist von diesen milliardenschweren Programmen ein Abbau von Bildungsungleichheit zu erwarten und was lässt sich länderübergreifend steuern? Hierüber diskutierten wir mit Isabelle van Ackeren, Professorin für Bildungssystem- und Schulentwicklungsforschung an der Universität Duisburg-Essen und Helmut Holter, Minister für Bildung, Jugend und Sport in Thüringen. Moderiert wurde die Sitzung von Mark Rackles, Staatssekretär a.D. und Fellow am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB).

    58 min
  3. 02/07/2022

    Landespolitische Maßnahmen zur Verminderung sozialer Disparitäten

    Die hohe Abhängigkeit des schulischen Bildungserfolgs in Deutschland von der sozialen Herkunft ist ein Befund, der von der Bildungsforschung seit Jahrzehnten immer wieder erneuert wurde. Auch der vergleichsweise hohe Anteil von bildungsarmen jungen Menschen besteht, trotz gradueller Verbesserungen, fort. Darüber hinaus ist gerade in großstädtischen Räumen eine erhebliche und weiter zunehmende soziale Segregation zwischen einzelnen Stadtteilen und Schulen zu verzeichnen. Das (Un-)Wort von der „Brennpunktschule“ gehört mittlerweile zum festen Repertoire der bildungspolitischen Debatten. Von einzelnen Bundesländern sind mittlerweile Maßnahmen ergriffen worden, das Problem zu adressieren und Bildungsungleichheiten abzubauen. Zu nennen sind – neben etlichen Einzel- und Modellprogrammen - insb. sozialindizierte Mittelzuweisungen an Schulen (KESS-Index, Bonusprogramm) oder auch die Schaffung neuer Schulformen (bspw. Sekundar- und Gemeinschaftsschulen). Welche Wirkung hatten und haben diese und andere Maßnahmen? Welche landespolitischen Maßnahmen wären nötig, um soziale Ungleichheiten tatsächlich abzubauen? Was ist in den kommenden Jahren von den Ländern – auch mit der Rückendeckung neuer Bundesprogramme – zu erwarten? Über diese Fragen diskutieren Gabriele Bellenberg, Professorin für Schulforschung und Schulpädagogik an der Ruhr-Universität Bochum und Martina Diedrich, Direktorin des Instituts für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) der Hansestadt Hamburg. Moderiert wird die Sitzung von Michael Wrase, Professor für Öffentliches Recht an der Universität Hildesheim und Senior Researcher am WZB.

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