36 min

DDCAST 198 - Deborah Schnabel "TikTok & politische Bildung‪"‬ DDCAST - Was ist gut? Design, Kommunikation, Architektur

    • Design

Deborah Schnabel hat die ersten 18 Jahre ihres Lebens in Deutschland, Frankfurt verbracht. Sie ist jüdisch sozialisiert und hat Wurzeln in Polen, Italien und Litauen. Ihre Großeltern sind Holocaust Überlebende. Flucht war ein elementarer Bestandteil ihres Lebens. Das hat Deborah Schnabel sicherlich ebenso geprägt wie die Tatsache, dass sie auch selbst Antisemitismus erfahren hat. Daraus entstand früh der Wunsch, sich für mehr Gerechtigkeit, soziales Miteinander und Demokratie einzusetzen. So hat sie sich während ihrer Schulzeit bei Amnesty International und später als Mentorin für Geflüchtete eingesetzt. Mit ihrem heutigen Partner, der selbst aus Eritrea geflüchtet und muslimisch ist, hat sie sich für den muslimisch-jüdischen Dialog engagiert.

Andere Kulturen und Länder haben Deborah Schnabel schon immer fasziniert, weshalb sie nach dem Abitur zunächst einige Monate nach Spanien und dann in die USA gereist ist. Sie hat Auslandspraktika in Belgien, China sowie Studienaufenthalte in den Niederlanden absolviert. Während ihres Studiums reiste sie mehrfach länger nach Asien und die Pazifik Region. Ihre akademische Karriere hat Deborah Schnabel in verschiedenen Bereichen der Psychologie absolviert. Dazu gehört der Bereich Medienpsychologie, Personal- und Organisationspsychologie sowie die Interkulturelle Psychologie. Ihre Dissertation hat sie zur Messung und Entwicklung Interkultureller Kompetenzen in verschiedenen Sprachen und Ländern verfasst. Nachdem sie mehrere Jahre im Bereich der interkulturellen Kompetenzvermittlung gearbeitet hat, entschied Sie sich stärker in den Bereich der Digitalen Bildung einzutauchen. Schon immer hatte Sie eine sehr hohe digitale Affinität: „Mich faszinieren die Schnelligkeit, der Fortschritt, die neuen Möglichkeiten. Gleichermaßen ist es mir ein Anliegen, die Herausforderungen und Gefahren zu erforschen und aktiv dazu beizutragen, diesen entgegenzuwirken.“

Zunächst hat Sie sich mit den Möglichkeiten der digitalen Bildung sowie den Bedarfen am Erwerb sogenannter 21st Century Skills beschäftigt. In diesem Bereich hat sie ein Start-up gegründet, dass sie bis 2021 erfolgreich geführt hat. Nachdem sie einige Jahre in der Hochschulwelt verbracht hat und mit 31 Jahren zur Professorin für Angewandte

Psychologie berufen wurde und 2 Jahre lang als solche gearbeitet hat, entschied sich Deborah Schnabel Ende 2019 aufgrund der sich in Deutschland politisch verschärften Lage (siehe Erfolg der AfD etc.) in den Bereich der Politischen Bildungsarbeit zu wechseln. So trat sie 2020 als Stellvertretende Direktorin in die Bildungsstätte Anne Frank ein. Dort hatte sie ein sehr spannendes Arbeitsfeld: „Ich sollte den Bereich Digitales komplett neu aufbauen. Dazu zählte es, digitale Bildung zu etablieren, aber auch Radikalisierung und Diskriminierung im Netz zu erforschen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu etablieren.“
Dabei entstand eine Reihe digitaler Projekte (siehe unten):

Das Smartphone Serious Game „Hidden Codes” zur Radikalisierungsprävention im Netz
Die Kampagne #GemeinsamgegenAntisemitismus auf TikTok
Social Media Bildungsangebote zur Radikalisierungsprävention in teilöffentlichen Gruppen auf Facebook und Telegram im Rahmen des Aktionsplans Rechtsextremismus der Deutschen Bundesregierung

Zudem hat Deborah Schnabel interne Strukturen, Formate und Kompetenzen aufgebaut, die es uns heute ermöglichen, zu den Vorreitern in Deutschland in diesem Feld zu gehören.

Seit Ende 2021 leitet Deborah Schnabel die Bildungsstätte als Direktorin.
Aktuell befasst sie sich unter anderem damit, wie sich auf TikTok seit Jahren ein mediales Paralleluniversum rechter bis rechtsextremer Accounts herausgebildet, das auf die Meinungsbildung junger Menschen einen maßgeblichen Einfluss hat. Zudem beschäftigt sich Deborah damit welche Auswirkungen künstliche Intelligenz auf die Demokratie hat.
Dazu ist kürzlich der Sammelband Code und Vorurteil u.a. von ihr herausgegeben wo

Deborah Schnabel hat die ersten 18 Jahre ihres Lebens in Deutschland, Frankfurt verbracht. Sie ist jüdisch sozialisiert und hat Wurzeln in Polen, Italien und Litauen. Ihre Großeltern sind Holocaust Überlebende. Flucht war ein elementarer Bestandteil ihres Lebens. Das hat Deborah Schnabel sicherlich ebenso geprägt wie die Tatsache, dass sie auch selbst Antisemitismus erfahren hat. Daraus entstand früh der Wunsch, sich für mehr Gerechtigkeit, soziales Miteinander und Demokratie einzusetzen. So hat sie sich während ihrer Schulzeit bei Amnesty International und später als Mentorin für Geflüchtete eingesetzt. Mit ihrem heutigen Partner, der selbst aus Eritrea geflüchtet und muslimisch ist, hat sie sich für den muslimisch-jüdischen Dialog engagiert.

Andere Kulturen und Länder haben Deborah Schnabel schon immer fasziniert, weshalb sie nach dem Abitur zunächst einige Monate nach Spanien und dann in die USA gereist ist. Sie hat Auslandspraktika in Belgien, China sowie Studienaufenthalte in den Niederlanden absolviert. Während ihres Studiums reiste sie mehrfach länger nach Asien und die Pazifik Region. Ihre akademische Karriere hat Deborah Schnabel in verschiedenen Bereichen der Psychologie absolviert. Dazu gehört der Bereich Medienpsychologie, Personal- und Organisationspsychologie sowie die Interkulturelle Psychologie. Ihre Dissertation hat sie zur Messung und Entwicklung Interkultureller Kompetenzen in verschiedenen Sprachen und Ländern verfasst. Nachdem sie mehrere Jahre im Bereich der interkulturellen Kompetenzvermittlung gearbeitet hat, entschied Sie sich stärker in den Bereich der Digitalen Bildung einzutauchen. Schon immer hatte Sie eine sehr hohe digitale Affinität: „Mich faszinieren die Schnelligkeit, der Fortschritt, die neuen Möglichkeiten. Gleichermaßen ist es mir ein Anliegen, die Herausforderungen und Gefahren zu erforschen und aktiv dazu beizutragen, diesen entgegenzuwirken.“

Zunächst hat Sie sich mit den Möglichkeiten der digitalen Bildung sowie den Bedarfen am Erwerb sogenannter 21st Century Skills beschäftigt. In diesem Bereich hat sie ein Start-up gegründet, dass sie bis 2021 erfolgreich geführt hat. Nachdem sie einige Jahre in der Hochschulwelt verbracht hat und mit 31 Jahren zur Professorin für Angewandte

Psychologie berufen wurde und 2 Jahre lang als solche gearbeitet hat, entschied sich Deborah Schnabel Ende 2019 aufgrund der sich in Deutschland politisch verschärften Lage (siehe Erfolg der AfD etc.) in den Bereich der Politischen Bildungsarbeit zu wechseln. So trat sie 2020 als Stellvertretende Direktorin in die Bildungsstätte Anne Frank ein. Dort hatte sie ein sehr spannendes Arbeitsfeld: „Ich sollte den Bereich Digitales komplett neu aufbauen. Dazu zählte es, digitale Bildung zu etablieren, aber auch Radikalisierung und Diskriminierung im Netz zu erforschen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu etablieren.“
Dabei entstand eine Reihe digitaler Projekte (siehe unten):

Das Smartphone Serious Game „Hidden Codes” zur Radikalisierungsprävention im Netz
Die Kampagne #GemeinsamgegenAntisemitismus auf TikTok
Social Media Bildungsangebote zur Radikalisierungsprävention in teilöffentlichen Gruppen auf Facebook und Telegram im Rahmen des Aktionsplans Rechtsextremismus der Deutschen Bundesregierung

Zudem hat Deborah Schnabel interne Strukturen, Formate und Kompetenzen aufgebaut, die es uns heute ermöglichen, zu den Vorreitern in Deutschland in diesem Feld zu gehören.

Seit Ende 2021 leitet Deborah Schnabel die Bildungsstätte als Direktorin.
Aktuell befasst sie sich unter anderem damit, wie sich auf TikTok seit Jahren ein mediales Paralleluniversum rechter bis rechtsextremer Accounts herausgebildet, das auf die Meinungsbildung junger Menschen einen maßgeblichen Einfluss hat. Zudem beschäftigt sich Deborah damit welche Auswirkungen künstliche Intelligenz auf die Demokratie hat.
Dazu ist kürzlich der Sammelband Code und Vorurteil u.a. von ihr herausgegeben wo

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