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In "Frisch an die Arbeit" stellen Leonie Seifert und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit.

Frisch an die Arbeit ZEIT ONLINE

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In "Frisch an die Arbeit" stellen Leonie Seifert und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit.

    Warum sagen Sie als Hirnforscher, dass wir bei der Arbeit träumen sollten, Bernd Hufnagl?

    Warum sagen Sie als Hirnforscher, dass wir bei der Arbeit träumen sollten, Bernd Hufnagl?

    "Mut, nichts zu tun, ist ein trivialer, aber wertvoller Tipp", sagt der österreichische Neurobiologe und Autor Bernd Hufnagel, 51 Jahre, im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Acht Wochen Urlaub im Jahr habe er sich daher selbst verordnet – um nicht zu einem der Kandidaten zu werden, die er in seinem Berufsalltag oft trifft: erschöpfte und enttäuschte Manager. Im Anschluss an sein Studium der Biologie und Medizin hatte sich Hufnagl zunächst der Forschung verschrieben: "Ich war getrieben von der Unfähigkeit, dass man das eigene Gehirn nicht versteht", sagt er. Seine Arbeit war mit vielen Rückschlägen verbunden – und mit Tierversuchen. "Die fünf, sechs Jahre Forschung an der Netzhaut haben kein positives Ergebnis gebracht. Mir war das zu wenig, dass man dafür Tiere umbringt", erzählt er. Deshalb gab er seinen sicheren, verbeamteten Job auf und wechselte in die Gesundheitsberatung. Sein Fokus: die Wichtigkeit des Tagträumens und der Pausen. "In Zeiten der Reizüberflutung müssen wir wieder lernen, tagzuträumen", sagt Hufnagl im Podcast. Mittlerweile ist er vor allem als Vortragsredner unterwegs. "Ich liebe den Applaus. Man wirft mir vor, ich sei eine Rampensau", sagt Hufnagl. Dass er dabei nicht mehr in der biologischen Forschung aktiv ist, sei für ihn in Ordnung: "Ich bin ich ein Übersetzer der Erkenntnisse meiner forschenden Kollegen", sagt er.

    • 37 min
    Wie wird man ein international erfolgreicher Comiczeichner, Flix?

    Wie wird man ein international erfolgreicher Comiczeichner, Flix?

    "Comics zu zeichnen ist in Deutschland ein schwieriges Geschäft", sagt Felix Görmann, der unter dem Künstlernamen Flix zu den erfolgreichsten Comiczeichnern Deutschlands gehört. Der Verkauf von Comics reiche oft nicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, sagt der 43-Jährige im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Flix studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken. Dort habe er als erster Studierender überhaupt einen Comic als Abschlussarbeit eingereicht. Später veröffentlichte er den Comic, das war der Anfang seiner Karriere. Als der französische Comicverlag Dupuis, der die Rechte an der Comicreihe Spirou und Fantasio hält, vor einigen Jahren auf der Suche nach einem Zeichner gewesen sei, habe Flix' deutscher Verleger ihn vorgeschlagen. "Das ist, wie wenn die Nasa anruft und fragt: Möchtest du zum Mond fliegen?!", erinnert sich Flix im Podcast. Er habe sofort zugesagt, schließlich seien diese Figuren der Grund, warum er Comiczeichner geworden sei: "Ich hab die als Kind gelesen, geliebt und durchgepaust." Für ihn seien die Spirou-Comics wie Tim und Struppi – "nur deutlich überdrehter, wie James Bond auf Speed", erzählt Flix.

    • 43 min
    Wie erfindet man glutenfreies Brot, Ava Celik?

    Wie erfindet man glutenfreies Brot, Ava Celik?

    "Ich wusste nicht, was ein Sauerteig überhaupt ist", sagt Ava Celik über ihre Anfänge als Bäckerin. Die 30-Jährige hat ein glutenfreies Sauerteigbrot entwickelt, das sie heute in ihrer eigenen Bäckerei in Berlin verkauft. Damit war sie in den letzten Jahren Tag und Nacht beschäftigt. Dabei hatte Celik eigentlich etwas anderes mit ihrem Leben vor. Schon vor dem Abitur arbeitete sie als Schauspielerin. Später studierte sie Philosophie- und Filmwissenschaften und nahm privaten Schauspielunterricht. Unter anderem spielte sie im Tatort mit. Doch sie stellte ihren Beruf infrage: "Ich war auf einer Preisverleihung und dachte: Was mache ich hier?" Zu diesem Zeitpunkt war bei Celik bereits eine Glutenunverträglichkeit festgestellt worden. Herkömmliches Brot konnte sie nicht mehr essen, alle Alternativen schmeckten ihr nicht. Da habe sie gedacht: "Entweder mache ich das selbst besser oder ich esse gar kein Brot mehr." Mit viel Aufwand, täglichen Versuchen und langen Tabellen erarbeitet sie, mit welchem Mehl aus Hirse, Buchweizen oder Reis und bei welcher Temperatur glutenfreies Brot so gut wird wie traditionelles Vollkornbrot. "Ich habe zwei Jahre am Rezept gearbeitet – ich habe nichts anderes gemacht, nur gelesen und gebacken." Mit einem Bankkredit eröffnete sie eine Bäckerei und beliefert heute Restaurants und Cafés, schickt Brote an Kunden in ganz Europa. Ihr Rezept will sie nicht verkaufen: "Man muss lernen, nein zu sagen", sagt Celik. "Das ist der Grund, warum ich heute glücklich bin."

    • 36 min
    Wie gut sind Ministeramt und Familie zu vereinbaren, Hubertus Heil?

    Wie gut sind Ministeramt und Familie zu vereinbaren, Hubertus Heil?

    "In Sitzungswochen des Bundestages geht es morgens zwischen sieben und acht Uhr los", sagt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Es sei nicht leicht, den Ministerberuf mit der Familie zu vereinbaren – "ich will meine Kinder ja nicht erst bei der Abiturfeier wiedersehen". Hilfreich sei dabei, sich über die Endlichkeit politischer Karrieren im Klaren zu sein. "Ich bin nicht süchtig nach Politik. Ich habe einen Plan B", sagt er. Hubertus Heil wurde in Hildesheim geboren. Als Schülersprecher hielt er auf Schülerdemonstrationen in seiner niedersächsischen Heimat Reden. Mit 26 Jahren wurde Heil das erste Mal Bundestagsabgeordneter. "Als junger Abgeordneter hätte ich nicht gedacht, dass ich innerhalb weniger Monate über den Kampfeinsatz der Bundeswehr im Kosovo abstimmen müsste. Das hat mir viele schlaflose Nächte bereitet. Als Arbeitsminister leitet Heil heute das Ministerium mit dem größten Etat und ist für viele der großen gesellschaftlichen Themen zuständig: Rente, Arbeitslosenversicherung, soziale Grundsicherung, die Arbeitsagenturen. Die schönsten Arbeitstage seien die, "wenn ich mit Menschen spreche, deren Lebensalltag durch Politik positiv beeinflusst wurde", sagt Heil. Für das Gespräch mit Menschen, erzählt er, brauche er keine spezielle Vorbereitung, "bei aller Rhetorik, ich bin ja kein Schauspieler". Vor einem Fernsehduell mit politischen Gegnern aber müsse er sich nicht nur inhaltlich, sondern auch mental vorbereiten, sagt Heil. Er habe im Auto auch schon mal "Eye of the Tiger" gehört, um sich in die richtige Stimmung zu versetzen.

    • 46 min
    Oliver Kienle, wie schreibt man eine Serie wie Bad Banks?

    Oliver Kienle, wie schreibt man eine Serie wie Bad Banks?

    "Keiner wusste, dass Bad Banks ein Erfolg wird", sagt der Drehbuchautor und Regisseur Oliver Kienle, der die preisgekrönte Serie um die junge Bankerin Jana Liekam, gespielt von Paula Beer, geschrieben hat. "Viele, mich eingeschlossen, dachten sogar, dass die Quote der Serie eher schlecht wird." Die wichtigste Folge beim Drehbuchschreiben, erzählt der 38-Jährige, sei immer die allererste Folge – weil diese die Produktionsfirmen, die beteiligten Sender und auch die Schauspieler und Schauspielerinnen überzeugen müsse. Entsprechend viel Zeit sei in die erste Folge von Bad Banks geflossen: "Von der ersten Folge der ersten Staffel habe ich fünfzehn Fassungen geschrieben", sagt Kienle. Schon als Teenager habe er wie manisch begonnen, Geschichten zu schreiben: "Bis ich neunzehn war, hatte ich neun Romane geschrieben, die bestimmt alle scheiße waren." Mit Anfang zwanzig schrieb er auf eigene Faust und ohne jegliche finanzielle Unterstützung die ersten Filme. Bei seiner Arbeit muss Kienle heute auch immer viel Kritik einstecken. "Ich fordere sehr viel Feedback ein, auch wenn es nervt und einen anstrengt", sagt er. Sich einschränken lassen will Kienle sich bei seiner Arbeit am liebsten von niemandem. "Unter Karrieregesichtspunkten habe ich auch heikle Entscheidungen getroffen", erzählt er. So habe er etwa nach seinem Debütfilm einen Tatort abgesagt. "Ich will meine Geschichten erzählen, ich muss keine Karriere machen", sagt Kienle.

    • 45 min
    Warum ist es nicht schlimm, im Büro zu weinen, Magdalena Rogl?

    Warum ist es nicht schlimm, im Büro zu weinen, Magdalena Rogl?

    Ganz lange habe ich versucht, zu verheimlichen, dass ich kein Abi und nicht studiert habe", sagt Magdalena Rogl im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Die 34-Jährige, die heute als Head of Digital Channels bei Microsoft arbeitet, war keine gute Schülerin. Mit 16 Jahren entschied sie sich dazu, die Schule abzubrechen. Sie wollte Kindererzieherin werden und begann eine Ausbildung. Mit 24 Jahren war sie zweifache Mutter, alleinerziehend und arbeitete Vollzeit in einer Krippe. Doch das ging nicht lange gut: Das Geld habe nicht gereicht, sie sei nur noch traurig gewesen. "Wenn man den ganzen Tag mit kleinen Kindern arbeitet und abends sind da schon wieder Kinder, da verliert man irgendwann die Liebe", erinnert Rogl sich im Podcast.
    Rogl begann sich auf andere Stellen zu bewerben, schrieb über 50 Bewerbungen – und kassierte nur Absagen. "Da hatte ich richtig Angst. Ich hatte das Gefühl, das wird nichts mehr." Schließlich klappte es doch, im Jahr 2016 bekam sie eine Zusage von Microsoft Deutschland. Heute sitzt sie auf vielen Podien, tritt bei Konferenzen auf und spricht über Digitalisierung, Diversität und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im Podcast spricht Rogl auch über Gefühlsausbrüche im Büro. Sie sagt: "Ich finde es nicht schlimm, wenn man auf der Arbeit heult.

    • 58 min

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