17 episodes

Im Deep Technology Podcast spricht Manuel Stagars mit Menschen in der Schweiz über den Einfluss neuer Technologien wie Digitalisierung, Apps, künstliche Intelligenz, Robotik, Drohnen, Cleantech oder Biotech auf ihr Leben. Sie teilen ihre Ansichten, Hoffnungen und Zweifel am Einfluss von Technologie auf den Alltag und die Gesellschaft.

Dieser Podcast ist möglich dank Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz, der Ernst Göhner Stiftung und Kultur Wetzikon. Produktion: 8GR8.

Deep Technology Podcast Manuel Stagars

    • Technology

Im Deep Technology Podcast spricht Manuel Stagars mit Menschen in der Schweiz über den Einfluss neuer Technologien wie Digitalisierung, Apps, künstliche Intelligenz, Robotik, Drohnen, Cleantech oder Biotech auf ihr Leben. Sie teilen ihre Ansichten, Hoffnungen und Zweifel am Einfluss von Technologie auf den Alltag und die Gesellschaft.

Dieser Podcast ist möglich dank Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz, der Ernst Göhner Stiftung und Kultur Wetzikon. Produktion: 8GR8.

    Wie denkt ein Food Architect über neue Technologien? Tilo Hühn

    Wie denkt ein Food Architect über neue Technologien? Tilo Hühn

    Tilo Hühn ist Leiter des Zentrums für Lebensmittelkomposition und -prozessdesign an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Food Architect. Wir sprechen über den Zusammenhang zwischen Technologie und Lebensmitteln, Trends in der Lebensmittelkomposition, und warum es ein neues Bewusstsein für Lebensmittel braucht.

    Kernaussagen dieser Episode:

    Der Preisdruck auf Lebensmittel hat dazu geführt, dass unnötige Zusatzstoffe eingesetzt werden. Die Produktion von Lebensmitteln befindet sich in einer Abwärtsspirale. Ökologische Systeme sind ausgebeutet, man muss sich um die Bodengesundheit Sorgen machen.

    Es gibt heute Lebensmittel, die in einem Tank wachsen können, sogenannte Zellkulturtechnik oder Cellular Agriculture. Mit Wein geht das beispielsweise, und auch mit Schokolade, die aus dem Tank kommt. In 28 Tagen kann man eine Zelle ernten, und daraus Produkte herstellen. Das hat viele Vorteile, unter anderen auch eine kontinuierliche Produktion, nicht nur zweimal pro Jahr eine Ernte. Die Zellen selbst sind natürlich und werden einfach durch eine bestimmte Kultivierung vermehrt in einem Bioreaktor. Es braucht keine Transporte, keine Pflanzenschutzmittel, es ist keine Feldarbeit nötig. Unsere Vorstellung ist eine sogenannte Kulturei, wie eine Brauerei, in deren Tanks Zellkulturen für Lebensmittel wachsen.

    Food Waste ist eines der grössten Probleme für die weltweiten Emissionen. Wir sollten Lebensmittelrohstoffe immer zu Lebensmitteln verarbeiten, die von Menschen konsumiert werden können. dafür setzen wir Technologie ein. Lebensmittel müssen aber auch schmecken, sonst haben sie keinen Erfolg im Markt.

    Das Fliessband kommt nicht aus der Automobilindustrie, sondern aus der Lebensmittelherstellung, der Fleischverarbeit. Automatisierung und Digitalisierung sind sehr wichtig für ein nachhaltiges Nahrungssystem. Neue Drohnen, die Quadratzentimeter-genau Felder dokumentieren, selbstfahrende Schlepper, die mechanisch Unkraut entfernen, Roboter, Pflanzenschutztechnik: sehr viel Computertechnologie und Robotik fliesst ein in die Lebensmittelverarbeitung.

    Lebensmittel sind heute auch Mittel zur Identifikation und Selbstinszenierung. Das war schon immer so; Luxusgüter, wie Wein oder Schokolade waren früher etwas besonderes, aber heute sind sie massentauglich.

    Selber Denken macht schlau, und man muss sich auch über seinen eigenen Bias bewusst sein. Wir sind in einer sehr guten Position und haben so viele Möglichkeiten, auch mit Lebensmitteln, doch man kann sich in diesem Dschungel regelmässig verlaufen. Es braucht Feedback von Freunden und aus der Gesellschaft, dass man sich seiner blinden Flecken bewusst wird.

    ---

    Im Deep Technology Podcast sprechen Menschen in der Schweiz über die Rolle neuer Technologien in ihrer Arbeit und ihrem Leben.

    Projekt- und Medienpartner dieser Episode: Digitale Gesellschaft (www.digiges.ch) und nau.ch (www.nau.ch). Dieser Podcast ist möglich dank Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz, der Ernst Göhner Stiftung und Kultur Wetzikon. Konzept und Produktion: 8GR8 Story-Driven Science, Manuel Stagars. Mehr Infos zum Projekt und neue Episoden sind abrufbar auf www.deeptechnology.ch.

    • 37 min
    Drogen und neue Technologien. Daniel Gnägi

    Drogen und neue Technologien. Daniel Gnägi

    Daniel Gnägi ist Programmierer und Administrator des Online-Forums Eve & Rave zur Aufklärung über Drogenkonsum. Wir sprechen über den Einfluss von Technologie auf Drogenkonsum und Drogenkultur und warum Drogen sowohl gefährlicher wie auch weniger gefährlich geworden sind.

    Kernaussagen dieser Episode:

    Es gibt viele Klischees mit Drogen, das stört mich. Nicht nur Bankangestellte konsumieren Kokain oder Hippies LSD, es gibt alle Schattierungen, das sieht man im Forum.

    Ecstasy, Amphetamin, Kokain sind immer ein Thema in unserem Forum. Opiode und Downer haben ein Revival, das hat auch etwas damit zu tun mit Popkultur, in der der Konsum von Pillen glorifiziert wird.

    Technologie beeinflusst den Drogenkonsum stark. Früher musste man jemand kennen oder auf der Gasse kaufen, jetzt kann man alles online kaufen. Die Drogen sind potenter geworden und Streckmittel seltener, auch dank dem Onlinehandel. Wenn ein Drogendealer online schlechte Qualität verkauft, dann sieht man das sofort als Bewertung, wie zum Beispiel auf Amazon. 

    Im Verkauf und Vertrieb hat sich mit Technologie viel verändert. Es gibt Darknetmarketplätze, Telegram-Vertriebsstrukturen, Dealer auf Instagram. Technologie macht die Lieferketten kürzer.

    Man kann ja immer noch Drogen auf der Strasse kaufen, das ist nicht verschwunden. Mit den neuen Vertriebswegen ist es für die Behörden viel schwieriger geworden. Die Nadel im Heuhaufen findet man nicht, und ich beneide die Polizei nicht, die diese Nadel finden muss. Ich sehe ihre Arbeit als einen verlorenen Kampf.

    Das Internet ist immer noch eine grosse Spielwiese. Die Strafverfolgung hat das Darknet jetzt mehr im Griff, doch das Dealen hat sich mehr und mehr auf Social Media verschoben. So fehlen auch die positiven Elemente des Darknets, wie beispielsweise die Bewertungenssyteme, die sich positiv auf die Qualität ausgewirkt haben. Das ist nicht gut für Konsumenten, da sie eher schlechtere Qualität angeboten bekommen.

    Konsum und Handel mit Substanzen kann man nicht verbieten, das ist ein Kampf gegen Windmühlen. Es braucht konstruktive neue Ansätze. Das Internet kann uns zeigen, dass Drogenkonsum eine gesellschaftliche Tatsache ist, die wir mit Repressalien nicht loswerden können.

    Neue Drogen sind nicht zwingend gefährlicher geworden, denn es gibt mehr Wissensaustausch heute und eine Onlinecommunity, in der man sein Wissen teilen kann. Ich sehe mehr Vorteile, Drogen online zu kaufen anstatt auf der Strasse.  

    Der Staat hat die Verantwortung, eine Struktur zu schaffen, so dass wegen neuen Technologien niemand auf der Strecke bleibt. Ich bin Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens. Das ist notwendig, finde ich.

    Die Politik hinkt immer hintendrein. Es ist schwierig, künstliche Intelligenz international zu regulieren, und Parlamentarier können das auch gar nicht.

    ---

    Im Deep Technology Podcast sprechen Menschen in der Schweiz über die Rolle neuer Technologien in ihrer Arbeit und ihrem Leben.

    Projekt- und Medienpartner dieser Episode: Digitale Gesellschaft (www.digiges.ch) und nau.ch (www.nau.ch). Dieser Podcast ist möglich dank Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz, der Ernst Göhner Stiftung und Kultur Wetzikon. Konzept und Produktion: 8GR8 Story-Driven Science, Manuel Stagars. Mehr Infos zum Projekt und neue Episoden sind abrufbar auf www.deeptechnology.ch.

    • 24 min
    Wie denkt eine Psychiaterin über neue Technologien? Esther Pauchard

    Wie denkt eine Psychiaterin über neue Technologien? Esther Pauchard

    Esther Pauchard ist Psychiaterin und Krimiautorin. Wir sprechen über neue Technologien in der Psychotherapie, wie Fortschritt und Sucht zusammenhängen, gesellschaftlich konditionierten Narzissmus und warum wir mehr über unsere Werte nachdenken sollten.  

    Kernaussagen dieser Episode:

    Psychotherapie ist noch nicht gross verändert durch Technologie. Therapie-Apps sind noch Science Fiction. Thema ist die Frage der Fern-Psychotherapie, das wäre möglich, doch als Psychiaterin brauche ich direkten Kontakt für die Diagnose, per Email bleiben nur noch die Worte, und das ist eine Verarmung.

    Eine Psychologie-App kann nicht die Psychotherapie ersetzen, damit könnte der Eindruck entstehen, dass wir gar kein Personal mehr brauchen. Die negativen Effekte merkt man erst später. 

    Es sollte kein Wettlauf sein: wer ist die bessere Maschine, der Mensch oder der Computer? Stell dir vor, du hättest im Leben noch nie Fehler gemacht, dann würde man nichts lernen. Es geht nicht darum im Leben, möglichst effizient zu sein. 

    Neue Technologien können Sucht auslösen, vielleicht sogar auch Substanzensucht. Einige Substanzen sind wie Doping, und das passt zu einer Welt, in der immer alles schneller sein muss. Aber reden wir da von Sucht oder einfach nur von Leistungssteigerung? Die Grenze ist fliessend zwischen Krankheit und Lifestyle.

    Biotech treibt die Grundannahme weiter, dass Sterben ein Kunstfehler ist. Diese Richtung finde ich nicht gut. Das Leben ist endlich. Es gibt Leute, die nicht mehr leben können aus Angst vor dem Sterben. Wir leben nicht besser, wenn wir keinen natürlichen Zugang mehr haben zu den Zyklen des Lebens.

    Wir hören die Geschichten von neuen Technologien immer wieder und glauben dann, sie ist wahr. Das Credo vom stetigen Wachstum geht einfach nicht auf. Was braucht es, dass wir es endlich lernen? Das was uns von Maschinen unterscheidet macht uns Menschlich.

    Was hat einen Wert? In der heutigen Zeit leider vor allem Geld und Effizienz. Doch wozu? Wir suchen nach dem "Genug", doch es kommt nie. Wir sollten back to the roots gehen, doch diese Entwicklung sehe ich leider nicht. Wir plappern einfach nach und überlegen uns zu wenig. Alles geht so schnell, da wird das Nachdenken gar nicht gefördert.

    Viele Staatsführer und berühmte Unternehmer heutzutage haben mindestens eine psychiatrische Diagnose. In der westlichen Gesellschaft lohnt es sich ein Narzisst zu sein und manisch gerade auch noch, das sind Werte, die belohnt werden bei uns. Wer auffällig und etwas seltsam ist, wird gewählt. Das ist ein Fehler im System. 

    ---

    Im Deep Technology Podcast sprechen Menschen in der Schweiz über die Rolle neuer Technologien in ihrer Arbeit und ihrem Leben.

    Projekt- und Medienpartner dieser Episode: Digitale Gesellschaft (www.digiges.ch) und nau.ch (www.nau.ch). Dieser Podcast ist möglich dank Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz, der Ernst Göhner Stiftung und Kultur Wetzikon. Konzept und Produktion: 8GR8 Story-Driven Science, Manuel Stagars. Mehr Infos zum Projekt und neue Episoden sind abrufbar auf www.deeptechnology.ch.

    • 28 min
    Wie denkt ein Zukunftsforscher über neue Technologien? Lars Thomsen

    Wie denkt ein Zukunftsforscher über neue Technologien? Lars Thomsen

    Lars Thomsen ist Zukunftsforscher. Wir sprechen über die Geschwindigkeit neuer Technologien und wo sich diese noch schneller entwickeln sollten, den Unsinn von Work-Life-Balance, eine partizipative Politik und wie unser Leben in 200 Wochen aussehen könnte.

    Kernaussagen:

    Das Problem heute ist die rasende Geschwindigkeit der Innovation. Es ist wie Popcorn, wo überall ständig neue Ideen aufpoppen, und das führt zu Exzessen. Wir brauchen Regulation von künstlicher Intelligenz oder auch der Effizienzgewinne durch Robotik, sodass unsere Gesellschaft nicht auseinanderbricht. 

    In 200 Wochen wird das Thema Robotik überall sein, wir haben nicht mehr viel Zeit, diese Diskussionen zu führen. Die Frage ist nicht, ob wir Roboter annehmen oder ablehnen, sondern, wie kein neues Gesellschaftsmodell aussieht, das die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz erhalten und auch allen ein gutes Leben ermöglichen kann. 

    Die Digitalisierung ist schon wieder vorbei. In den letzten 20 Jahren ist alles digital geworden. Der nächste Schritt ist, dass Computer intelligent werden und selbst lernen. Jeder Mensch wird in 200 Wochen eine künstliche Assistenz haben in Form einer KI mit der er oder sie spricht, wie mit einem Menschen. Die Art, wie wir mit Maschinen und nicht-Menschen umgehen, wird sich dramatisch verändern.

    Maschinen werden von selbst intelligenter. Das beginnt im Kleinen, dass beispielsweise der Toaster weiss, wie ich den Toast gerne mag, aber es wird so kommen, dass wir wirklich eine persönliche Assistenz haben, die für uns mitdenkt.

    Wir werden schon im Jahr 2030 keine Stundenwoche mehr haben, das kommt aus der Zeit der Dampfmaschine. Man kann gar nicht mehr genau sagen, wieviele Stunden wir wirklich pro Tag produktiv arbeiten. Meistens reicht ja eine gute Idee, und das ist das Wertvollste vom ganzen Tag.

    Eine Work-Life-Balance gibt es nicht: Arbeit, Gesundheit, Wohlempfinden, das gehört alles zusammen. Arbeit soll nicht belasten und Stress bringen und vermieden werden, wir sollten das ändern, so dass Menschen Arbeit als Erfüllung empfinden. 

    In vielen Bereichen sind wir noch total steinzeitlich unterwegs, beispielsweise, wie wir mit Tieren umgehen. Fleischproduktion ist nicht nachhaltig. Man kann heute aus Pflanzen künstliches Fleisch herstellen, das besser schmeckt als jeder Burger. Es geht auch darum, wie wir nachhaltig Nahrung für alle Menschen der Welt produzieren können. In der Schweiz können wir uns Fleisch leisten, aber für alle Menschen ist das unmöglich, nur schon wegen dem Methanausstoss der Tiere. Wir müssen mit Technologie die grossen Themen angehen.

    Wir wollen nicht in einem Museum leben, in dem man sehen kann, wie es früher war. Politiker*innen sollten neugieriger sein. Ihre Aufgabe ist nicht, etwas zu verwalten oder eine Wahl zu gewinnen, es geht darum, eine schöne Zukunft zu ermöglichen. Sie müssen die Schweiz im Jahr 2030, 2040, 2050 verstehen. 

    ---

    Im Deep Technology Podcast sprechen Menschen in der Schweiz über die Rolle neuer Technologien in ihrer Arbeit und ihrem Leben.

    Projekt- und Medienpartner dieser Episode: Digitale Gesellschaft (www.digiges.ch) und nau.ch (www.nau.ch). Dieser Podcast ist möglich dank Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz, der Ernst Göhner Stiftung und Kultur Wetzikon. Konzept und Produktion: 8GR8 Story-Driven Science, Manuel Stagars. Mehr Infos zum Projekt und neue Episoden sind abrufbar auf www.deeptechnology.ch.

    • 46 min
    Wie denkt ein Bauer über neue Technologien? Martin Jucker

    Wie denkt ein Bauer über neue Technologien? Martin Jucker

    Martin Jucker ist Bauer auf der Juckerfarm. Wir sprechen darüber, wie Digitalisierung und Automatisierung in der Landwirtschaft ankommt, welche Rolle Daten und künstliche Intelligenz spielen, wie er Social Media einsetzt, Live-Streams in den Stall, und was er sich für eine nachhaltige Zukunft wünscht.

    Kernaussagen:

    Die Wissenschaft versteht erst etwa fünfzig bis siebzig Prozent von dem, was über dem Boden passiert und knapp zehn Prozent von dem, was im Boden passiert. Künstliche Intelligenz, Daten, Machine Learning, das ist sehr nützlich für die Landwirtschaft, doch wir benutzen es noch viel zu wenig.

    Daten in der Landwirtschaft, das ist ein riesiges brachliegendes Potenzial. Wir haben noch immer eine zu kurze Datenhistory, es ist nie ein Ankommen, wir sind ständig am Optimieren.

    Unser Hof ist schon ziemlich digitalisiert, zum Beispiel für die Vorhersage von Besuchern und in der Vermarktung, sodass wir Food Waste vermindern können. Es braucht nicht nur ein einziges Programm, sondern ein digitales Ökosystem, in dem man Daten austauschen kann auf dem Bauernhof.

    Jedes Jahr geht auf der ganzen Welt ein bisschen vom fruchtbaren Boden verloren, bis irgendwann gar nichts mehr da ist. Das Umdenken in der Landwirtschaft ist das einzige, was es ermöglicht, dass wir die Welt langfristig ernähren kann. Man kann nicht einfach die alten Prozesse digitalisieren oder automatisieren. Ein schlechtes System kann man nicht optimieren.

    Die Zeit der Werbeföteli und Werbefilmli ist vorbei in der Landwirtschaft. Man muss glaubwürdig sein, zum Beispiel mit einem Livestream direkt in den Stall.

    Veränderungen machen vielen Angst. Auf kurzfristige Bedrohungen reagieren wir sofort, aber wenn es zwanzig Jahre in der Zukunft liegt, dann machen wir nichts, wie beispielsweise beim Klimaschutz. Man sollte endlich vorwärts machen, ohne Angst zu haben.

    Veränderungen sind exponentiell, nicht linear. Es wird ganz plötzlich grosse Veränderungen geben, zum Beispiel wird schon bald keiner mehr ein normales Auto kaufen, sondern nur noch Elektroautos. Doch es gibt extrem starke Lobbies, die alles daran setzen, dass sich nichts verändert.

    Kein Politiker interessiert sich dafür, was genau in zehn Jahren ist, weil sie oder er dann vielleicht gar nicht mehr im Amt ist.

    Die Unternehmer müssen die Zukunft gestalten, nicht die Politiker. Es waren schon immer die Unternehmer, die die Gesellschaft verändert haben, die Politik muss vorallem Rahmenbedingungen schaffen.

    Mein Wunsch ist, dass man Veränderungen mit weniger Angst begegnet. Man sollte nicht immer Angst haben, etwas zu verlieren.

    ---

    Deep Technology ist ein Podcast, in dem Menschen in der Schweiz über Technologien wie künstliche Intelligenz, Apps, virtuelle Welten, selbstfahrende Autos, Robotik, Drohnen, Cleantech oder Biotech sprechen. Im Podcast kommt ein Querschnitt der Bevölkerung zu Wort: Schüler*innen, Lehrpersonen, Auszubildende, Menschen im Berufsleben, Unternehmer*innen, Politiker*innen und Künstler*innen. Sie teilen ihre Ansichten, Hoffnungen und Zweifel am Einfluss von Technologie auf den Alltag.  

    Medienpartner dieser Episode: watson. Dieser Podcast ist möglich dank Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz. Konzept und Produktion: 8GR8 Story-Driven Science, Manuel Stagars.   Mehr Infos zum Projekt und neue Episoden sind abrufbar auf https://www.deeptechnology.ch.

    • 42 min
    Wie denkt eine Kochbuchautorin über neue Technologien? Nadia Damaso

    Wie denkt eine Kochbuchautorin über neue Technologien? Nadia Damaso

    Nadia Damaso ist Kochbuchautorin und kreativer Kopf in alle Richtungen. Wir sprechen über ihre Ansichten zu Social Media, Essen aus der Natur und aus dem Labor, den Einfluss von Filmen und Medien auf die Zukunft und auch darüber, warum sie künstliche Intelligenz unnötig findet.

    Kernaussagen: 

    Auf Instagram musst du eigentlich immer “on” sein, doch ich nehme es nicht so ernst. Ich bin das nicht als Mensch, ich mag nicht den ganzen Tag das Handy vor dem Gesicht haben, ich finde das zu anstrengend.

    Influencer, die andere beinflussen, das finde ich nicht positiv. Je mehr man sich beeinflussen lässt, desto mehr vergisst man seine eigenen Stärken und Talente. Man vergleicht sich auch viel zu stark of Social Media. Es wäre glaub für alle gut, wenn man mal zwei Monate von Social Media weg ist.

    Social Media ist nicht nur negativ. Wenn es Social Media nicht mehr gäbe, hätte ich bestimmt kein Problem damit. Manchmal würde ich am liebsten im Wald wohnen. Trotzdem bin ich froh, dass es Social Media gibt, weil ich dann auch eine gute Message verbreiten kann, um andere zu inspirieren. Man muss es bewusst und achtsam nutzen.

    Die Entwicklung von Technologie geht mir einen Schritt zu weit. Innerlich sträubt sich der Mensch dagegen. Der Kopf versteht es, aber das Herz nicht. Wir leben in einer gesellschaftlichen Struktur mit so vielen Regeln. Das zerreist uns innerlich fast.

    Ich verstehe nicht, warum wir alles automatisieren wollen. Ich habe lieber Sachen, die ich anfassen kann, als alles auf dem Handy.

    Alle Ideen kommen mir in der Natur draussen. Dort laufen meine Gedanken. Ich muss mir Zeit nehmen für mich selber.

    Es gibt in unserer Gesellschaft einen riesigen Leistungsdruck, der uns den Eindruck gibt, dass wir da irgendwie mithalten müssen. Viele sind sich glaube ich bewusst, dass sie etwas anderes wollen, doch sie unterdrücken dieses Gefühl. Wichtig ist, dass man ehrlich ist zu sich selber. Nur dann kann man wachsen.

    Künstliche Intelligenz und Roboter brauchen wir glaube ich nicht. Wir Menschen hätten noch so viele Fähigkeiten, die wir nicht nutzen. KI und das alles, das ist für mich mega begrenzt. Wie wenn man sich eine 500 Kilo schwere Ritterrüstung überstülpt, mit der man sich gar nicht mehr bewegen kann.

    Künstliche Intelligenz ist ein Kontrollmechanismus, eine Manipulation der Menschheit. Es geht darum, ein System von Macht und Geld aufrechtzuerhalten. Doch gerade in den letzten Monaten glaube ich, rebellieren immer mehr Menschen. Es kann nicht soweit kommen, dass wir alle einen Chip in Hirn haben werden.

    Ein Apfel oder eine Banane sind Superfood, das muss nicht aus dem Labor kommen. Sicher ist es gut, dass es künstliche Alternativen aus dem Labor gibt für Fleisch, aber ich kann künstliche Sachen nicht essen. Frisches Essen ist das Beste.

    ---

    Deep Technology ist ein Podcast, in dem Menschen in der Schweiz über Technologien wie künstliche Intelligenz, Apps, virtuelle Welten, selbstfahrende Autos, Robotik, Drohnen, Cleantech oder Biotech sprechen. Im Podcast kommt ein Querschnitt der Bevölkerung zu Wort: Schüler*innen, Lehrpersonen, Auszubildende, Menschen im Berufsleben, Unternehmer*innen, Politiker*innen und Künstler*innen. Sie teilen ihre Ansichten, Hoffnungen und Zweifel am Einfluss von Technologie auf den Alltag.

    Medienpartner dieser Episode: watson. Dieser Podcast ist möglich dank Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz. Konzept und Produktion: 8GR8 Story-Driven Science, Manuel Stagars.

    Mehr Infos zum Projekt und neue Episoden sind abrufbar auf https://www.deeptechnology.ch.

    • 34 min

Top Podcasts In Technology

You Might Also Like