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Von MusikerInnen über SchauspielerInnen bis zum Bestseller-Autor: In diesem Interview-Podcast treffen sich Klaus Brunner und Benjamin Stolz mit den kreativsten Köpfen Tirols. Was treibt sie an? Wo stoßen sie auf Widerstände? Wie sieht ihr Alltag aus? Es kommen jene zu Wort, die in Tirol Kunst machen und die dafür verantwortlich sind, dass die Kultur in diesem Land lebt.

Alle Folgen von "Das K - Der Tiroler Podcast für Kunst und Kultur": https://www.tirol.at/podcast

Das K - Der Tiroler Podcast für Kunst und Kultur Kultur.Tirol

    • Gesellschaft und Kultur
    • 4,0 • 6 Bewertungen

Von MusikerInnen über SchauspielerInnen bis zum Bestseller-Autor: In diesem Interview-Podcast treffen sich Klaus Brunner und Benjamin Stolz mit den kreativsten Köpfen Tirols. Was treibt sie an? Wo stoßen sie auf Widerstände? Wie sieht ihr Alltag aus? Es kommen jene zu Wort, die in Tirol Kunst machen und die dafür verantwortlich sind, dass die Kultur in diesem Land lebt.

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    #26 Was bedeutet Freiheit? Filmemacher Adrian Goiginger zu Gast beim „K“

    #26 Was bedeutet Freiheit? Filmemacher Adrian Goiginger zu Gast beim „K“

    Adrian Goiginger ist Regisseur und Drehbuchautor. In seinem preisgekrönten Debüt „Die beste aller Welten“ hat er sein Aufwachsen im Salzburger Drogenmilieu verfilmt. Im neuen Film „Märzengrund“ behandelt er die wahre Geschichte eines Zillertaler Bauernsohnes, der sich radikal gegen die Welt auflehnt.

    Adrian Goigingers Filme sind einerseits melancholisch, gleichzeitig aber voller Optimismus. Für diese Episode sind wir nach Salzburg gereist, um den Regisseur in seiner Filmproduktionsfirma zu treffen. Geboren wurde Goiginger 1991, nach der Matura hat er Regie in Baden-Württemberg studiert. Sein Langfilmdebüt „Die beste aller Welten“ wurde bei der Berlinale mit dem Kompass-Perspektive-Preis ausgezeichnet und hat den Österreichischen Filmpreis in fünf Kategorien gewonnen. „Man muss aufpassen, dass man nicht immer mehr will“, sagt der Filmemacher auf die Frage, ob zu hohe Erwartungen dem persönlichen Glück entgegenstehen.

    Goigingers neues Werk „Märzengrund“ ist die berührende Geschichte des jungen Bauernsohnes Elias, der sich für ein Leben als Einsiedler hoch oben in den Bergen entscheidet. Die Vorlage ist Felix Mitterers gleichnamiges, beim „stummen schrei“ im Zillertal uraufgeführtes Theaterstück, das auf einer wahren Begebenheit beruht. Den Wunsch, allen materiellen Dingen zu entsagen, kann der Regisseur durchaus nachvollziehen. Was den Filmemacher ansonsten noch mit dem Einsiedler verbindet, warum er immer Abenteurer werden wollte und was er an der Zusammenarbeit mit Verena Altenberger schätzt, erzählt er uns in dieser Ausgabe von „Das K“.

    Auch Goigingers Kindheit in der Salzburger Drogenszene ist Thema. „Ich habe mich schon sehr früh mit Vergänglichkeit und den großen Fragen beschäftigt. Wahrscheinlich, weil ich schon so früh mit dem Tod konfrontiert war“, sagt Goiginger. Wie seine heroinsüchtige Mutter ihm - trotz aller Widrigkeiten - ein glückliches Aufwachsen ermöglicht hat und warum er kein Trauma aus seiner Kindheit gezogen hat, erzählt uns der kreative Kopf im Podcast. „Sie hat vieles von mir ferngehalten und es immer geschafft, mir Dinge so zu erklären, dass ich sie verstanden habe“, erinnert sich der Filmemacher.

    Auch über seine neuesten Filmprojekte verrät Adrian Goiginger schon einige Details: "Der Fuchs" ist die wahre Geschichte seines Urgroßvaters, der während des zweiten Weltkriegs eine sonderbare Freundschaft mit einem Fuchswelpen eingeht. Bei „Rickal“ mit Voodoo Jürgens in der Hauptrolle geht es um einen abgehalfterten Straßenmusiker, der sich – stets nah am Abgrund - über die Runden kämpft und dabei versucht, ein guter Vater für seinen achtjährigen Sohn zu sein.

    • 39 Min.
    #25 Was verbindet uns? Museumsleiterin Lisa Noggler zu Gast beim „K“

    #25 Was verbindet uns? Museumsleiterin Lisa Noggler zu Gast beim „K“

    Was haben Buddha, Voodoo und der Tiroler Herrgottswinkel gemeinsam? Lisa Noggler ist feste Kuratorin im Wien Museum und leitet das Museum der Völker in Schwaz. Als Ausstellungsmacherin entstaubt sie die museale Welt im gesamten deutschsprachigen Raum. Museen sind für die Historikerin Orte des Dialogs, in denen wir die großen Fragen des Lebens miteinander verhandeln.

    Als der Fotograf und Publizist Gert Chesi der Stadt Schwaz 2016 eine Sammlung von über 950 Objekten aus Westafrika und Südostasien schenkt, übernimmt die Historikerin Lisa Noggler die Geschicke des Museums. „Es gibt zwischen München und Rom kein zweites Museum wie dieses“, erklärt sie die Einzigartigkeit des Hauses. Von anderen ethnografischen Museen hebt es sich ab, indem es nicht davor zurückscheut, Vergleiche anzustellen. „Am Ende“, meint Lisa Noggler „haben wir Menschen überall auf der Welt so ziemlich dieselben Fragen.“ Genau deshalb finden sich im Museum der Völker zwischen Buddha-Statuen und Voodoo-Göttern Objekte aus der Tiroler Volkskunst und Alltagskultur.

    Neben ihrer Arbeit im Museum der Völker ist Lisa Noggler feste Kuratorin am Wien Museum und als freie Kuratorin unter dem Label „die Ausstellungsmacherinnen“ tätig. Ihre Forschungsinteressen liegen in Musikgeschichte, Traumataforschung, Migrations- und Kolonialgeschichte. Es gibt Themen, die sie als elementar begreift und die werden im Gespräch schnell klar. Sie sagt: „Wir sollten viel öfter hervorheben, was uns Menschen rund um den Globus verbindet, als was uns unterscheidet.“

    Das Museum der Völker in Schwaz bietet ihr dafür den perfekten Nährboden. In der Kleinstadt könne sie sehr viel aktivistischer sein als etwa in Wien oder Berlin, wo die Tirolerin ebenfalls arbeitet. Am Land kennt man sich und könne die Menschen persönlich einladen, in einen Dialog zu kommen. „Wie kann es sein, dass 90 % afrikanischen Kulturguts in westlichen Museen stehen?“, führt die Museumsleiterin aus. Sie engagiert sich aktiv in der sogenannten Provenienzforschung, also der Frage wo Objekte herkommen und ob sie jemand zurückhaben möchte. „Es muss klar sein, dass Europa nicht alles gehört.“ Um Fragen wie „Wie wollen wir in Zukunft leben?“ zu verhandeln, ist das Museum ein wichtiger Ort. „Museen“, erklärt Lisa Noggler „sind zu interaktiven Bildungseinrichtungen geworden und sollten noch viel mehr zu Dialogorten werden.“

    Weiterführende Links ||
    Die Ausstellungsmacherinnen: www.dieausstellungsmacherinnen.at |
    Museum der Völker in Schwaz:www.museumdervoelker.com |
    Wien Museum: www.wienmuseumneu.at |
    Schwaz: www.tirol.at/a-schwaz |

    • 32 Min.
    #24 Wie sieht ein gutes Leben aus? Autorin Friederike Gösweiner zu Gast beim „K“

    #24 Wie sieht ein gutes Leben aus? Autorin Friederike Gösweiner zu Gast beim „K“

    Komplex, aber nie kompliziert: In ihren Romanen blickt Friederike Gösweiner tief in die menschlichen Abgründe und wurde dafür mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichnet. Wie die Schriftstellerin trotz Krisen optimistisch bleibt, erzählt sie uns in dieser Ausgabe von „Das K“.

    Für diese Episode haben wir uns unter die Gäste des Literaturhotels Juffing in Hinterthiersee gemischt, wo Dr. Friederike Gösweiner ihr zweites Buch „Regenbogenweiß“ vorstellt. Die Tirolerin wurde 1980 geboren und hat Germanistik und Politikwissenschaft studiert. Mit 29 promovierte sie „sub auspiciis“, das ist die höchstmögliche Auszeichnung von Studienleistungen in Österreich. „Man muss immer unzufrieden bleiben mit sich“, sagt das Ausnahmetalent.

    Seither arbeitet Gösweiner als Schriftstellerin, Lektorin, Universitätsdozentin und Kulturjournalistin. Mit ihrem Erstlingswerk „Traurige Freiheit“ hat die Autorin 2016 ein Ausrufezeichen in der heimischen Literatur gesetzt. Der Roman über das Scheitern der „Generation Praktikum“ wurde mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichnet. „Ich zähle zu den Uni-Absolventen, wo es wirklich neu war, dass man nach dem Abschluss unbezahlt arbeitet“.

    Für die zweite Veröffentlichung „Regenbogenweiß“ hat sie sich viele Jahre Zeit gelassen. Nicht zuletzt, weil Gösweiner mit dem Komponisten Thomas Larcher an der Oper „Das Jagdgewehr“ arbeitete. „Sprachlich ist der neue Roman mitunter das Beste, was in diesem Jahr auf Deutsch erschienen ist“, sagt Robert Renk von der Wagner’schen Buchhandlung.

    Zum Interview erscheint Gösweiner mit einem Hugo in der Hand, sichtlich erleichtert, dass die Lesung vorbei ist. Die begnadete Literatin erzählt uns von ihrem fotografischen Gedächtnis und dass es manchmal ein Fluch ist, wenn man sich alles merkt. Wir fragen nach, was sie damit meint, wenn sie ihre Bücher als „Netflix für Klügere“ bezeichnet und sprechen über die Sinnhaftigkeit von Quotenregelungen und die Gender Balance im Literaturbetrieb.

    „Beim Schreiben geht es mir nicht um den Erfolg oder die Verkaufszahlen, sondern um das, was ich sagen will.“ Gösweiner verarbeitet Themen, die sie in ihrem Leben beschäftigten. In ihrem neuen Roman „Regenbogenweiß“ geht es um Trauer, Glück und die aktuellen Probleme in Europa. Sie stellt sich die Frage: „Wie sieht ein gutes Leben aus?“ Auf diese Frage habe sie zumindest eine vorläufige Antwort gefunden. „Aber meistens steht man dann gleich wieder vor der nächsten Herausforderung“, sagt Gösweiner.

    Vor ein Publikum zu treten und zu sagen: „Ich bin Autorin“, das fällt der preisegekrönten Schriftstellerin bis heute schwer. Da Gösweiner das Schreiben nicht als Beruf versteht, weigert sie sich auch, Social-Media-Plattformen für die Bewerbung ihrer Bücher einzusetzen. „Das Schreiben ist für mich eine Haltung zum Leben geworden, wie für andere das tägliche Instagram posten. Ich behaupte das meines glücklicher macht“.

    Zum Abschluss gibt sie uns noch ihren persönlichen Buchtipp: „Die Unendliche Geschichte“ von Michael Ende. Eine sehr prägende Geschichte für die Literatin und „weit mehr als ein Kinderbuch“, wie sie sagt.

    || Weiterführende Links: ||
    Friederike Gösweiner auf Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Friederike_G%C3%B6sweiner |
    Friederike Gösweiner im Droschl Verlag: www.droschl.com/autor/friederike-goesweiner |
    Literaturhotel Juffing: www.juffing.at |
    Buchhandlung Wagner'sche: www.wagnersche.at |
    Thomas Larcher auf Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Larcher |

    • 36 Min.
    #23 Wie ernst ist das Lustigsein? Drehbuchautor Uli Brée zu Gast beim "K"

    #23 Wie ernst ist das Lustigsein? Drehbuchautor Uli Brée zu Gast beim "K"

    Tatort, Vorstadtweiber oder Vier Frauen und ein Todesfall: Uli Breé gehört zu den erfolgreichsten Drehbuchautoren im deutschsprachigen Raum. Wir sprechen mit dem Wahl-Tiroler über Quentin Tarantino, Disziplin bei der Arbeit und warum seine Kinder ohne Regeln aufgewachsen sind.

    An einem schönen Fleck am Mieminger Plateau wohnt Uli Brée im ehemaligen “Bergdoktor-Haus“. Der Erfolgsautor trägt sein unverkennbares Outfit – dunkle Jeans, ein Gillet und darunter ein Hemd. Im Vorhof bewundern wir seine Motorrad-Oldtimer im hauseigenen Schuppen, denn der Autor ist begeisterter Biker. Eine Leidenschaft, die er auch an seinen Sohn Moritz weitergegeben hat. Bei der Erziehung seiner Kinder hat er stets auf Augenhöhe gesetzt. „Alle sagen, man muss ihnen Grenzen setzen, aber keiner hinterfragt das. Hinterm Horizont geht’s erst so richtig los, das wollte ich meinen Kindern immer mitgeben“.

    Im Haus wird gerade renoviert und in der Küche herrscht eifriges Gewusel: Freunde, Familie, Handwerker und selbst der Familienhund begrüßen uns herzlich, bevor uns Uli Brée in sein holzgetäfeltes Zigarrenzimmer begleitet. In diesem Fall ist „nomen nicht omen“ – denn Brée ist Nichtraucher. Einen Rauchersalon leistet er sich trotzdem – nicht so sehr, weil er Widersprüche liebt, sondern einfach, weil ihm Regeln zuwider sind. Wir sprechen über den Alltag des Autors und darüber, was ein erfülltes Leben für ihn ausmacht: „Einfach ankommen tust du nicht. Es sei denn, du bist ein blinder Passagier in deinem Leben. Du musst schon was dafür tun. Auch Rock ‘n‘ Roll alleine reicht nicht.“

    Uli Brèes Serien und Filme sind oft mit Humor gespickt und obwohl er in Amsterdam eine Clownschule besucht hat, sieht sich der Autor nicht als Witzbold. „Humor ist ja nur dann lustig, wenn du ihn ernst nimmst“, betont Brée. Spannende oder lustige Geschichten zu erfinden, kann man aber lernen, erklärt er. „Ich vergleiche das mit einem Handwerk. Du baust die Geschichte zuerst. Und wenn du dann beispielsweise weißt, wer am Ende der Mörder ist, dann fängst du an zu schreiben.“

    Vor Kurzem hat Uli Brée weitere Genres für sich entdeckt: Bei der Serie „Aus die Maus“ hat er zum ersten Mal Regie geführt und mit „Du wirst mich töten“ https://www.thalia.at/autor/uli+brée-3351931/ hat er seinen ersten Roman veröffentlicht. Ein weiteres Herzensprojekt ist in den Startlöchern. Darüber verraten will er noch nicht allzu viel, jedenfalls wird es schon bald auf einer großen Streamingplattform zu sehen sein.

    Weiterführende Links: ||

    de.wikipedia.org/wiki/Uli_Br%C3%A9e |
    www.facebook.com/UliBreeOffiziellePage |
    www.instagram.com/breeuli |
    www.residenzverlag.com/autor/uli-bree |
    amalthea.at/autor/uli-bree |
    flimmit.at/suche?participants=participants__60 |
    www.facebook.com/Die.Vorstadtweiber |
    www.triworx.com ||

    • 21 Min.
    #22 Wie geht gute Satire? Die Hiphopper „Von Seiten der Gemeinde“ zu Gast beim „K“

    #22 Wie geht gute Satire? Die Hiphopper „Von Seiten der Gemeinde“ zu Gast beim „K“

    Mit Dialekt-Rap und Tonschnipseln aus dem Oberländer Regionalfernsehen sind „Von Seiten der Gemeinde“ weit über die Verständlichkeitsgrenzen hinaus erfolgreich. In dieser Ausgabe von „Das K“ reden wir mit ihnen über Gefälligkeit, das Phänomen Hiphop und die Rolle kritischer Kunst.

    Wir treffen Rapper Yo!Zepp und DJ Chrisfader, zwei von drei Mitgliedern von Von Seiten der Gemeinde, an einem Märznachmittag in einem kleinen Tonstudio in Innsbruck. Obwohl sie mit Rap im Oberländer-Dialekt und Tonschnipseln aus Landeck-TV oder der Piefke-Saga arbeiten, haben sie auch in Wien eine treue Anhängerschaft. Ihr erstes Album hat ihnen eine Nominierung für den FM4 Award eingebracht. Auf ihrem neuen Album „Almen aus Plastik“ zeigen sie sich ernster und bissiger als zuvor.

    Chrisfader, der kürzlich - nach 15 Jahren in Wien - nach Innsbruck gezogen ist, kommt ein paar Minuten früher und wirkt tiefenentspannt. Es sei heute sein erster Termin. Yo!Zepp, der, aus Landeck angereist, etwas später ankommt, trinkt erstmal einen Espresso. Mit Mundart-Rap sei es leider nicht so leicht über die Runden zu kommen, wie mit DJing, daher müsse er nebenher noch „hackeln“. Aber das sei auch in Ordnung. Auf die Frage, ob er dafür in seiner Nische der Beste sei, meint er verschmitzt das sei fast zu wenig gesagt: „Die Position in dem Game passt gut für mich.“

    Als Gleichgesinnte „Turntable-Nerds“ finden sich die heute als Testa und Chrisfader in ganz Österreich bekannten DJs bereits in ihrer Schulzeit in der HAK Imst. Wenig später lernen sie auf einem Battle-Rap Yo!Zepp kennen. Seither machen die drei gemeinsame Sache. Ihr erstes, 2014 erschienenes, Album „Von Seiten der Gemeinde“ sei ein Sammelsurium an Songs gewesen, die sie aus Spaß gemacht hätten. Vom Erfolg von Tracks wie "Ochsamusig", die in die Charts rutschen, waren sie vollkommen überrascht.

    Dass sich ihre Musik auch über die Tiroler Landesgrenzen hinaus verbreitet, erklärt sich Chrisfader damit, dass es auch für Menschen mit einem anderen Dialekt etwas Einzigartiges ist. Während ihre bekannteren Singles in der Vergangenheit mit einem Augenzwinkern zu verstehen waren, wagen sie sich in "Almen aus Plastik" an ernstere Themen heran. In „Wolffreie Zone“ ziehen sie Parallelen zwischen der emotional aufgeheizten Wolfsdebatte und dem Diskurs zum Thema Migration in Tirol. "Dass ein solcher Song gelingt, ist immer eine Gratwanderung. Wir wollen nicht mit dem Zeigefinger Position beziehen, sondern das Thema satirisch aufarbeiten", ergänzt Yo!Zepp.

    Beim Hören des neuen Albums bleibt einem das Lachen auch manchmal im Hals stecken. Das sei eine ganz bewusste Entscheidung gewesen. Obwohl sie sich auch gesorgt hätten, wie das ankommen würde, seien sie ihren Ideen treu geblieben und keine Kompromisse eingegangen. Gefällig sein wollen sie keinesfalls, sondern die Menschen zum Nachdenken bringen: "Kunst sollte das können, dass sich jemanden erschrickt und sich dabei selbst ertappt fühlt.", so Chrisfader.

    Auch musikalisch hat sich die Gruppe weiterentwickelt und baut heute mehr auf Musikalität und Nachvollziehbarkeit, also auf komplizierte Techniken.

    Weiterführende Links ||
    www.instagram.com/vonseitendergemeinde |
    vonseitendergemeinde.bandcamp.com |
    open.spotify.com/artist/4ya1A72zXp0fNeH96KIIOj |
    www.duzzdownsan.net |
    www.youtube.com/c/duzzdownsan |
    www.treibhaus.at |
    www.imst.at/event/tschirgart-jazzfestival-2022 |
    www.zawos.at/events/mundart2022/

    • 45 Min.
    #21 Wie verändert man die Welt mit dem Kochlöffel? Haubenkoch Paul Ivić zu Gast beim "K"

    #21 Wie verändert man die Welt mit dem Kochlöffel? Haubenkoch Paul Ivić zu Gast beim "K"

    Paul Ivić ist einer der wenigen Köche weltweit, die sich mit vegetarischen Gerichten einen Guide-Michelin-Stern erkocht haben. Privat isst der Tiroler mit kroatischen Wurzeln aber auch Fleisch, am liebsten die Speckknödel seiner Mama. Warum der Qualitätsfanatiker ein radikales Umdenken in unserer Ernährung fordert, erzählt er in dieser Ausgabe von „Das K“.

    Die innere Mitte gefunden. Diese Zuschreibung kommt einem rasch in den Sinn, wenn man Paul Ivić beim Formulieren seiner Gedanken beobachtet. Seit 2011 leitet der Haubenkoch die mehrfach ausgezeichneten vegetarischen „Tian-Restaurants“ in Wien und München. Wir treffen den sympathischen Tiroler in seinem Pop-Up-Restaurant im tief verschneiten Zürs am Arlberg. Er nimmt sich viel Zeit für das Gespräch und erzählt uns, warum der Fleischverzicht so verbissen diskutiert wird, warum ein Wiener Schnitzel nichts auf dem Kinderteller verloren hat und warum er als Haubenkoch ein Liebhaber der einfachen, bäuerlichen Küche ist.

    Es gab eine Zeit, da ging der Pionier der Gemüseküche sehr schlecht mit dem eignen Körper um, monatelang ernährte er sich ausschließlich von Junk-Food. Er schlitterte in ein Burn-out und erlitt eine Herzkranzverengung. „Ich fuhr mit 160 km/h gegen die Wand“, so beschreibt er diese Lebensphase. Dann sei es höchste Zeit gewesen, die Ernährung umzustellen. „80 % pflanzlich, 20 % tierisch und alles ohne Giftstoffe. Und auch für alle zugänglich. So sollten wir uns ernähren“, verrät uns Paul Ivić sein Konzept für eine bessere und gesündere Welt.

    Außerdem erfahren wir, warum der Bergsteiger Reinhold Messner ein großes Vorbild für den Serfauser ist und woher sein Hang zum Extremen kommt. „Bis zu 48 Stunden am Stück habe ich durchgearbeitet, oft habe ich versucht über meine Grenzen hinauszugehen“, schildert er. Wenn Ivic aus dem Nähkästchen plaudert, outet er sich als Fan der Toten Hosen und als „Trekkie“: Vor allem die Figur des Captain Kirk und dessen Führungsstil im Raumschiff Enterprise haben den Chefkoch nachhaltig beeindruckt. „Als Kapitän musst du die Ruhe bewahren, wenn der Sturm da ist. Und wenn es zu ruhig ist, musst du Wind in die Segel bringen“.

    Neben seiner Arbeit in den Tian-Restaurants und als Fernsehkoch hat Paul Ivić beliebte Kochbücher veröffentlicht – unter anderem „Restlos glücklich“ oder die "Vegetarische Winterküche".

    Weiterführende Links || Restaurant Tian: www.tian-restaurant.com/wien | Paul Ivic auf Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Paul_Ivic | Paul Ivic auf Instagram: www.instagram.com/paul_ivic | Paul Ivic auf Facebook: www.facebook.com/pauli.ivic

    • 1 Std. 6 Min.

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