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Die fabelhafte Welt der Amáni dig.ga

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"Der Islam gehört zu Deutschland." Diesen Satz hat Bundespräsident Christian Wulff vielleicht nicht erfunden, er hat damit allerdings eine bis heute anhaltende Debatte angestoßen. Ein Nerv wurde getroffen, der die Geister der Nation spaltet. Gehört der Islam zu Deutschland, gehört er nicht dazu? Gehören vielleicht nur Teile davon dazu? Gehört der Moslem dazu, aber nicht seine Religion? Gehört der muselmanische Rumpf zu Deutschland, aber nicht sein Kopf? Ein gefundenes Fressen für eine Quasselstrippenkaste, die den ganzen Tag über ein unlösbares Problem reden darf. Was für den Hartz IV-Empfänger die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist, ist für die Quasselstrippenkaste die Islam-Debatte. Das Problem ist nicht unlösbar, muss sich ein CSU-Politiker deshalb gedacht haben. Mister Horst ich-bin-neben-Merkel-ein-zahmer-Löwe-geworden-Seehofer hat nach seinem Rücktritt und zum anstehenden Osterfest seine Eier wieder gefunden: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“
















Deutschland ist christlich geprägt







Kreativ war dieser Satz nicht, den er in im Interview einer unbedeutenden Zeitung aufgesagt hat, aber mit ihm war dennoch alles gesagt. Jesus' Geburt feiert das Land mit dem Coca Cola-Weihnachtsmann, zum Gedenken seines Todes und seiner Wiederauferstehung bemalen die Deutschen Hühnereier, die als Eier des Osterhasen ausgegeben werden und überall in Deutschland gibt es Kirchen, die mit der Verbildlichung der Kreuzigung darauf hinweisen, dass der Tod des Heilands wirklich schmerzhaft gewesen sein muss. Wer so kreativ mit seiner Religion umgeht, dem muss die Religion halbwegs wichtig sein. Deutschland ist christlich geprägt. Die christliche Art zu leben widerspricht der muslimischen Lebensweise fundamental. In Matthäus 7:12 heißt es:








"Behandelt eure Mitmenschen in allen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt. Das ist es, was das Gesetz und die Propheten fordern."








Diese Goldene Regel ist so stark in christlich geprägten Ländern verankert, dass diese fremde Religionen im eigenen Land tolerieren. Dieses Toleranzverständnis reicht über die Grenze des christlichen Glaubens hinaus, er wird selbst von Atheisten und Agnostikern vertreten. Fremden Religionen werden im Großen und Ganzen dieselben Rechte wie dem Christentum zugestanden. Im umgekehrten Fall zeichnet sich ein anderes Bild. Muslimisch geprägte Länder gestehen anderen Religionen im besten Falle ihre Existenzrechte und keine Gestaltungsrechte zu. In der Türkei, einem der liberaleren muslimisch geprägten Länder, ist die Ausbildung von geistlichen anderer Glaubensrichtungen erheblich erschwert. In über 90 Jahren hat die Türkei nur dem Bau einer einzigen christlichen Kirche genehmigt. Wulff hat die Behandlung der Christen in der Türkei damals kritisiert. "Das Christentum gehört zur Türkei“, sagte er bei seinem Staatsbesuch in Ankara. Vielleicht hat er damit gerechnet, dass ihm sein Islam-Satz in Deutschland einen Vertrauensvorschuss in der Türkei geben sollte. Falsch gerechnet. Eine religiöse Minderheit, die groß genug ist, um als Minderheit wahrgenommen zu werden,

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"Der Islam gehört zu Deutschland." Diesen Satz hat Bundespräsident Christian Wulff vielleicht nicht erfunden, er hat damit allerdings eine bis heute anhaltende Debatte angestoßen. Ein Nerv wurde getroffen, der die Geister der Nation spaltet. Gehört der Islam zu Deutschland, gehört er nicht dazu? Gehören vielleicht nur Teile davon dazu? Gehört der Moslem dazu, aber nicht seine Religion? Gehört der muselmanische Rumpf zu Deutschland, aber nicht sein Kopf? Ein gefundenes Fressen für eine Quasselstrippenkaste, die den ganzen Tag über ein unlösbares Problem reden darf. Was für den Hartz IV-Empfänger die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist, ist für die Quasselstrippenkaste die Islam-Debatte. Das Problem ist nicht unlösbar, muss sich ein CSU-Politiker deshalb gedacht haben. Mister Horst ich-bin-neben-Merkel-ein-zahmer-Löwe-geworden-Seehofer hat nach seinem Rücktritt und zum anstehenden Osterfest seine Eier wieder gefunden: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“
















Deutschland ist christlich geprägt







Kreativ war dieser Satz nicht, den er in im Interview einer unbedeutenden Zeitung aufgesagt hat, aber mit ihm war dennoch alles gesagt. Jesus' Geburt feiert das Land mit dem Coca Cola-Weihnachtsmann, zum Gedenken seines Todes und seiner Wiederauferstehung bemalen die Deutschen Hühnereier, die als Eier des Osterhasen ausgegeben werden und überall in Deutschland gibt es Kirchen, die mit der Verbildlichung der Kreuzigung darauf hinweisen, dass der Tod des Heilands wirklich schmerzhaft gewesen sein muss. Wer so kreativ mit seiner Religion umgeht, dem muss die Religion halbwegs wichtig sein. Deutschland ist christlich geprägt. Die christliche Art zu leben widerspricht der muslimischen Lebensweise fundamental. In Matthäus 7:12 heißt es:








"Behandelt eure Mitmenschen in allen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt. Das ist es, was das Gesetz und die Propheten fordern."








Diese Goldene Regel ist so stark in christlich geprägten Ländern verankert, dass diese fremde Religionen im eigenen Land tolerieren. Dieses Toleranzverständnis reicht über die Grenze des christlichen Glaubens hinaus, er wird selbst von Atheisten und Agnostikern vertreten. Fremden Religionen werden im Großen und Ganzen dieselben Rechte wie dem Christentum zugestanden. Im umgekehrten Fall zeichnet sich ein anderes Bild. Muslimisch geprägte Länder gestehen anderen Religionen im besten Falle ihre Existenzrechte und keine Gestaltungsrechte zu. In der Türkei, einem der liberaleren muslimisch geprägten Länder, ist die Ausbildung von geistlichen anderer Glaubensrichtungen erheblich erschwert. In über 90 Jahren hat die Türkei nur dem Bau einer einzigen christlichen Kirche genehmigt. Wulff hat die Behandlung der Christen in der Türkei damals kritisiert. "Das Christentum gehört zur Türkei“, sagte er bei seinem Staatsbesuch in Ankara. Vielleicht hat er damit gerechnet, dass ihm sein Islam-Satz in Deutschland einen Vertrauensvorschuss in der Türkei geben sollte. Falsch gerechnet. Eine religiöse Minderheit, die groß genug ist, um als Minderheit wahrgenommen zu werden,

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