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Gedanken zu Gott und der Welt, Erlebnisse aus dem Alltag einer Ordensfrau - die Olper Franziskanerin Schwester Katharina startet mit Gebeten und Texten um 6 Uhr in den Morgen, immer montags bis freitags.

Morgenimpuls DOMRADIO.DE

    • Religion und Spiritualität
    • 4,4 • 14 Bewertungen

Gedanken zu Gott und der Welt, Erlebnisse aus dem Alltag einer Ordensfrau - die Olper Franziskanerin Schwester Katharina startet mit Gebeten und Texten um 6 Uhr in den Morgen, immer montags bis freitags.

    Gott ist anders!

    Gott ist anders!

    Maria und Josef tun ihre religiöse Pflicht. Sie bringen ihren Erstgeborenen in den Tempel, um ihn Gott zu weihen und geben die vorgeschriebene Opfergabe ab. Aber dann passiert, dass der sehr alte Simeon dieses eine Kind, unter den vielen Neugeborenen, die im Tempel Gott geweiht werden, dieses eine Kind als das erkennt, das bedeutsam für sein Volk und sein eigenes Leben werden soll.

    Der alte Simeon wartet im Tempel auf die Erfüllung einer Offenbarung. Ihm war gesagt worden, dass er nicht eher sterben werde, bis er den Messias, den Retter aller Menschen, gesehen hat. Als Maria ihm schließlich das Jesuskind in die Arme legt, stimmt Simeon ein Loblied an: "Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel." Und auch Hannah, eine sehr alte Prophetin, die im Tempel lebt, erkennt dieses Kind und spricht darüber zu allen, die im Tempel sind.

    Simeon und Hannah haben ihr ganzes Leben darauf gewartet und gehofft, dass sie es sein werden, die diesen Messias noch erleben werden, der seit hunderten von Jahren verheißen und vom Volk erwartet wird. Und ihre Hoffnung wird erfüllt. Sie konnten aber nicht ahnen, dass es ein Säugling sein würde, den sie begrüßen und sehen würden. Viele haben einen Fürsten, einen König, einen Revolutionär, einen Kämpfer, einen Machthaber erwartet, der das Volk von innerer und äußerer Fremdherrschaft erlöst und befreit. Aber es ist ein Kind. Und sie erkennen ihn, weil sie sich auf Gott und nicht auf ihre eigenen Vorstellungen verlassen. Ihnen ist in diesem Kind sozusagen ein Licht aufgegangen. Sie haben eher als alle Schriftgelehrten und Studierten, eher als alle Religionsfunktionäre und Priester erkannt, dass Gott anders ist, als alle erwarten und denken und haben auf dieses Kind ihr Vertrauen gesetzt.

    Beten wir heute für uns alle in unserer Kirche, genau um das: dass uns ein Licht aufgeht und wir ein bisschen mehr erkennen, wie dieser Gott liebt und lebt und wie deshalb Christsein heute gehen kann.

    • 3 Min.
    Alles hat seine Zeit!

    Alles hat seine Zeit!

    Vor einigen Tagen, in einem Gottesdienst für eine Verstorbene, wurde ein Text aus dem Buch Kohelet gelesen:

    Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

    Und ich muss gestehen, in wenigen Sekunden des Zuhörens war ich in Gedanken ganz weit weg in meiner Zeit als Jugendliche in der DDR. Es gab da 1973 einen großen Hit der Puhdys, der uns wegen seiner Rhythmen, aber besonders wegen seines Textes unglaublich gefallen hat. Da hieß es: "Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt, sagt die Welt das er zu früh geht. Wenn ein Mensch lange Zeit lebt, sagt die Welt es ist Zeit . . . dass er geht. Jegliches hat seine Zeit, Steine sammeln – Steine zerstreun. Bäume pflanzen – Bäume abhaun, leben und sterben und Streit. Jegliches hat seine Zeit, Steine sammeln – Steine zerstreun. Bäume Pflanzen - Bäume abhaun, leben und sterben und Frieden und Streit."

    Während einer Jugendparty in den Gemeinderäumen hat uns dann der junge Pfarrer gefragt, ob wir denn wüssten, dass dieser Text aus der Bibel ist. Das wussten wir nicht aber die Neugier war geweckt und die Lust, in solchen uralten Texten zu stöbern, wenn schon DDR-Bands daraus ihre Texte genommen haben, musste das was Tolles sein. Und diese Lust ist geblieben bis heute und das Erstaunen, dass schon vor tausenden von Jahren Menschen die gleichen Lebenserfahrungen mit sich und ihrem Gott gemacht haben und aufgeschrieben haben. Phänomenal!

     

    • 3 Min.
    Gott liebt jeden Menschen!

    Gott liebt jeden Menschen!

    Johannes Bosco wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Seinen Vater verliert er früh, aber seine Mutter liebt ihn und seine Brüder sehr und gibt ihm ein grenzenloses Vertrauen in Gott mit auf den Weg. Johannes ist ein fröhlicher Mensch der die zauberhafte Gabe hat, auf Menschen zugehen zu können, sie wunderbar zu unterhalten und leicht und locker auch von Gottes Liebe zu erzählen. Er wird Priester und erlebt in Turin das harte Leben der Jugendlichen, die aus den Dörfern in die Städte ziehen, um Arbeit zu finden, aber unversorgt und überfordert oft im Gefängnis landen.

    Dort findet Don Bosco seine Lebensaufgabe. "Erziehung ist eine Sache des Herzens", sagt er und hat mit seiner Pädagogik einen ganz neuen Weg eingeschlagen: Er hat die Jugendlichen gefördert, ihnen zugehört, sie begleitet. Ihm ging es dabei immer um eine ganzheitliche Erziehung. Er will den Jugendlichen immer auf Augenhöhe begegnen. Sein Erziehungsstil, der auf Liebe, Einsicht, Glaube und Prävention setzte statt auf harte Strafen, war revolutionär für die damalige Zeit. Und es gibt so viel zu tun, dass er nach Gleichgesinnten sucht, die ihm helfen, den vielen tausend Jugendlichen gerecht zu werden, ihnen Heimat, Geborgenheit und Ausbildung zu verschaffen. Es entstehen die großen Frauen und Männergemeinschaften der salesianischen Familie, die bis heute in über 133 Ländern im Dienst von Kindern und Jugendlichen stehen, um Zukunftsperspektiven zu schaffen.

    "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" ist ein bekanntes Wort von ihm und es klingt freundlich und locker und leicht. Aber es muss die Grundhaltung des Herzens sein, wenn man bis an die Ränder gehen will, Jugendliche aus den Gefängnissen und den Spiralen der Gewalt holen will und sich sicher ist, dass selbst im noch so rauen Burschen ein guter Kern steckt. "Ich will euch hier und ewig glücklich sehen." – Von diesem Wunsch war das ganze Leben Don Boscos bestimmt. Wie kein anderer hat er mit seinem ganzen Lebenseinsatz junge Menschen begleitet. Jeder einzelne junge Mensch war für ihn wichtig, weil er wusste und fest glaubte, dass Gott jeden Menschen liebt.

    • 2 Min.
    Gott liebt jeden Menschen!

    Gott liebt jeden Menschen!

    Johannes Bosco wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Seinen Vater verliert er früh, aber seine Mutter liebt ihn und seine Brüder sehr und gibt ihm ein grenzenloses Vertrauen in Gott mit auf den Weg. Johannes ist ein fröhlicher Mensch der die zauberhafte Gabe hat, auf Menschen zugehen zu können, sie wunderbar zu unterhalten und leicht und locker auch von Gottes Liebe zu erzählen. Er wird Priester und erlebt in Turin das harte Leben der Jugendlichen, die aus den Dörfern in die Städte ziehen, um Arbeit zu finden, aber unversorgt und überfordert oft im Gefängnis landen.

    Dort findet Don Bosco seine Lebensaufgabe. "Erziehung ist eine Sache des Herzens", sagt er und hat mit seiner Pädagogik einen ganz neuen Weg eingeschlagen: Er hat die Jugendlichen gefördert, ihnen zugehört, sie begleitet. Ihm ging es dabei immer um eine ganzheitliche Erziehung. Er will den Jugendlichen immer auf Augenhöhe begegnen. Sein Erziehungsstil, der auf Liebe, Einsicht, Glaube und Prävention setzte statt auf harte Strafen, war revolutionär für die damalige Zeit. Und es gibt so viel zu tun, dass er nach Gleichgesinnten sucht, die ihm helfen, den vielen tausend Jugendlichen gerecht zu werden, ihnen Heimat, Geborgenheit und Ausbildung zu verschaffen. Es entstehen die großen Frauen und Männergemeinschaften der salesianischen Familie, die bis heute in über 133 Ländern im Dienst von Kindern und Jugendlichen stehen, um Zukunftsperspektiven zu schaffen.

    "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" ist ein bekanntes Wort von ihm und es klingt freundlich und locker und leicht. Aber es muss die Grundhaltung des Herzens sein, wenn man bis an die Ränder gehen will, Jugendliche aus den Gefängnissen und den Spiralen der Gewalt holen will und sich sicher ist, dass selbst im noch so rauen Burschen ein guter Kern steckt. "Ich will euch hier und ewig glücklich sehen." – Von diesem Wunsch war das ganze Leben Don Boscos bestimmt. Wie kein anderer hat er mit seinem ganzen Lebenseinsatz junge Menschen begleitet. Jeder einzelne junge Mensch war für ihn wichtig, weil er wusste und fest glaubte, dass Gott jeden Menschen liebt.

    • 2 Min.
    Gott will, dass wir glücklich werden!

    Gott will, dass wir glücklich werden!

    Vor einigen Tagen, bei einem wunderschönen gemeinsamen Abend mit Chorkolleginnen, kamen wir untereinander auf unsere Lebensgeschichten zu sprechen und damit auch auf die vielen Trennungsgeschichten.

    Berichte von Trennungen der Eltern mit gutem und nicht so gutem Ausgang, von Schmerz und Wut und Zorn, aber auch dem Gefühl, dass es gut so war. Geschichten über eigene Scheidungen und Trennungen und den Leiden der Kinder, der verlassenen Elternteile, der Gesamtfamilie. Der Not, dass ja die Scheidung einer kirchlich geschlossenen Ehe zwar geht, aber nicht gut ist und Folgen hat, wenn man wieder heiraten möchte. Und so weiter.

    Ich hatte lange zugehört und aus eigenem Familienerleben genug Episoden im Hinterkopf und Fragen und Zweifel. Und dann die Frage an mich: "Wie siehst Du das eigentlich?"

    Zunächst habe ich ein wenig ausgeholt und erzählt, dass die christliche Eheschließung, die wir heute kennen, erst zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert so entstanden ist, die Festlegung der Eheschließung als eins der sieben Sakrament, dass Wissen, das noch bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts "bis das der Tod euch scheidet" im Durchschnitt 12 Jahre bedeutete und Silberhochzeiten die absolute Ausnahme waren. Und dass die Regulierung der Ehe immer auch zum Schutz der Frauen wichtig wurde, die sonst oft keinen Schutz, keinen Verdienst, keine eigene Zukunft haben konnten.

    Ich kenne viele Eheleute, die sich ihr gesamtes langes Leben lang gemeinsam durch Höhen und Tiefen gekämpft haben und immer zusammengeblieben sind.

    Aber ich kenne auch zu viele, bei denen das immer nur schrecklich und schwierig war und in Verbitterung geendet hat. Und dann habe ich meine heutige Überzeugung erklärt: "Ich weiß und ich glaube, dass Gott der Gott der Liebe ist. Und ich glaube nicht dass Gott wollen kann, dass Menschen in einer zerrütteten Ehe zusammen bleiben und die gesamte Familie unglücklich wird. Gott will, dass alle seine Geschöpfe glücklich werden. Und das hat auch manchmal die Konsequenz, dass Eheleute sich trennen müssen, um leben zu können,"

    Danach kommt das Gespräch so richtig in Fahrt und ich habe sehr gespürt, wie erleichtert viele waren, dass ich diese Äußerung gemacht hatte, dass Gott die Liebe ist und er will, dass wir in seiner Liebe und in der Liebe untereinander glücklich werden.

    • 3 Min.
    Vertrauen wir dem Geist der Kraft und der Liebe!

    Vertrauen wir dem Geist der Kraft und der Liebe!

    "Wie der Herre, so‘s Gescherre" - die Redensart kennen vielleicht noch manche von Ihnen. Damit ist gemeint, dass die Kinder oft so ähnlich werden wie die Eltern. Dass Untergebene ähnlich ticken wie die Chefs, dass das Verhältnis Schüler – Lehrer abfärben kann.

    Dass Paulus einen ziemlichen Verschleiß an Mitarbeitern hatte, kann man gut nachlesen, aber Timotheus und Titus, die sogar als Apostelschüler bezeichnet werden und deren Gedenktag heute ist, scheinen in das Schema zu passen, dass Paulus versucht hat, für alle Gemeinden, in denen er missioniert hat, Menschen zu finden und ein zu setzen, die seine Aufgabe dort weiterführen konnten. Und so sind diese beiden sehr unterschiedlich und haben auch sehr unterschiedliche Aufgaben.

    Aber gemeinsam ist ihnen: nachdem sie Paulus kennengelernt haben, haben sie seine unglaubliche missionarische Kraft erlebt und sind ihm bis in seinen Tod hin treue Begleiter und Mitarbeiter in seinem Dienst geblieben.

    Die Briefe des Paulus haben manchmal kurze Passagen, in denen auch familiäre Hintergründe seiner Schüler auftauchen und in denen Paulus etwas liebevoller, zugewandter und persönlicher wird: in einem Brief an Timotheus schreibt er ihm:
    "Ich denke an deinen aufrichtigen Glauben, der schon in deiner Großmutter Loïs und in deiner Mutter Eunike lebendig war und der nun, wie ich weiß, auch in dir lebt.

    Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteil geworden ist. Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit."

    Hier wird mir wieder deutlich, wie lang die Überlieferung unseres Glaubens geschieht, und wie einfach es geht, wenn es geschieht: durch Vorfahren, Großeltern, Eltern, Missionare, die eben vorbeikommen, durch Handauflegung und Taufe.

    Aber dass es immer an uns selbst liegt, diese Gnade Gottes wieder anzufachen und nicht verzagt und ängstlich zu sein, sondern dem Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit zu trauen.

    • 3 Min.

Kundenrezensionen

4,4 von 5
14 Bewertungen

14 Bewertungen

72917364 ,

?

Ich höre den Podcast jeden Morgen, aber jetzt kommt er leider nicht mehr. Warum?😢
LG

Domradio ,

Jetzt wieder

Schwester Katharina hat ein paar Wochen Sommerpause gemacht und ist wieder am Start. Wie schön!!!

evangelukas ,

Toller Morgenimpuls

Ich genieße jeden Morgen den Impuls von Sr. Katharina. Es sind willkommene Minuten der Besinnung im Alltag. Nicht zu kurz, nicht zu lang. Vielen Dank und weiter so!

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