Morgenimpuls

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

  1. vor 8 Std.

    Schauen wir ehrlich auf die Fehler

    In diesen Tagen jährt sich zum fünften Mal die Flut an Lenne, Erft und Ahr.Und es kommen wieder die schrecklichen Bilder hoch von unglaublichen Wassermassen, die durch stärksten Dauerregen die kleinen Flüsse rasend schnell steigen ließen. Es gab vorher immer wieder Warnungen durch die Wetterdienste, aber viele Menschen haben später gesagt, dass sie sich einfach nicht vorstellen konnten, dass es noch viel schlimmer werden würde als bei den letzten Hochwassern ein paar Jahre vorher. Und dann kam sehr schnell die Frage nach den Verantwortlichen, oder damals nach den Schuldigen für die vielen Toten, wegen der ausgebliebenen Warnungen. Wenn es nicht so schlimm wäre, könnte man meinen, wir Menschen lernen einfach nichts aus den Fehlern unserer Geschichte. Die Beispielerzählung aus der Bibel, wo Adam die Schuld auf Eva schiebt und Eva die Schlange verantwortlich macht, zeigt unser Dilemma. Sehr schnell suchen wir einen Schuldigen für unser Problem, damit wir von unserem eigenen Versagen ablenken. Verantwortung für unser eigenen Tun zu übernehmen ist auch wirklich nicht leicht. Und da neigen wir schnell dazu. in einer ersten Reaktion anderen die Schuld zu geben. Ein kluger Mensch hat mal gesagt: „Dumme Menschen suchen nach Schuldigen und kluge Menschen nach Lösungen“ Beispiele dafür kennst Du selbst bei Dir und Deinem Umfeld garantiert auch. In einer Laudeslesung geht es genau darum. Es heißt darin: „Ihr alle seid Kinder des Lichts und Kinder des Tages. Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis“. Nicht im Dunkeln unserer Schuld, unserer Fehler, unseres Versagens hängen zu bleiben, sondern daran zu denken, dass wir von Gott als Kinder des Lichtes geschaffen worden sind und im Licht leben sollen, ist Zusage Gottes und gleichzeitig Auftrag an uns selbst.Eine Schuld, einen Fehler, ein Versagen zuzugeben ist der erste Schritt, um wieder ins Licht zu kommen. Um Vergebung zu bitten, ist der nächste Schritt. Und geschehenes Unrecht wieder gut zu machen, ist ein weiterer. Meist erkennen wir das Problem bei Politikern, bei anderen Größen in Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft ziemlich schnell und eindeutig. Aber ändern können wir es zunächst leichter bei uns selbst. Und das ist die Schwierigkeit und die Chance. Der Volksmund nennt es: immer zuerst vor der eigenen Haustür kehren. Da ist etwas dran.

    5 Min.
  2. vor 1 Tag

    Barmherzigkeit geben

    Herzlich willkommen zum Gebet am Montag.Hier in Olpe gibt es einen neuen Gedenkort. Mitten in der Stadt, am Kurkölner Platz, ist eine Gedenkstele enthüllt worden. In vielen Monaten Planung und Auseinandersetzung mit dem Thema jüdisches Leben in Olpe haben Schüler aller drei weiterführenden Schulen zusammen mit einer Künstlerin überlegt, geplant, verworfen, neugestaltet und dann angefangen. Schülerinnen haben erzählt, wie das Projekt entstanden ist und wie viel Spaß sie zwischendurch damit hatten, beim Bemühen, Beton zu mischen und aufzutragen, sich dabei gegenseitig zu bekleckern und bei Fehlern von vorn anzufangen.Erinnert wird an das einst so normale Zusammenleben der jüdischen Familien in der Stadt mit allen Stadtbewohnern. Sie waren in Vereinen engagiert, waren Arbeitgeber und Nachbarn, Mitschülerinnen, Kollegen und Freunde. Bis nach 1933 nach und nach aus diesem normalen Zusammenleben Ausgrenzung, vergiftetes Stadtklima, Enteignung und Vertreibung wurden.Und wenn wir denken, dass das heute nicht mehr passieren könnte, sollten wir uns nicht zu sicher sein. Immer wieder gibt es verbale Angriffe, Hass und Hetze gegen jüdische Mitbürger, und es ist notwendiger denn je, wachsam, aufmerksam und couragiert zu sein. Menschen nach ihrer Religion, Weltanschauung oder Herkunft zu diffamieren, ist ein echtes Übel, das immer wieder aufbricht und immer neu Anhänger findet. Aber bitte nicht unter Christen.Im Jakobusbrief steht für heute ein bemerkenswertes Wort:"Redet und handelt wie Menschen, die nach dem Gesetz der Freiheit gerichtet werden!"Dieses Gesetz der Freiheit meint die Freiheit der Kinder Gottes im Umgang miteinander, mit der Schöpfung und mit Gott. Wir sind als freie Menschen geschaffen und alle anderen Mitmenschen auch. Und das gibt uns die unendliche Würde und die Aufgabe, uns einzusetzen für die Würde und Freiheit jedes Einzelnen.Und dass das nicht nur eine freundliche Nebenbemerkung, sondern ein deutliches Wort ist, wird im zweiten Satz dieses Abschnittes aus dem Jakobusbrief noch deutlicher. Da heißt es:"Denn das Gericht ist erbarmungslos gegen den, der kein Erbarmen gezeigt hat. Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht."Barmherzigkeit ist DAS Wort in der Bibel und die dauerhafte Mahnung an uns, sie auch zu geben und jedem Menschen zu geben.

    4 Min.
  3. vor 4 Tagen

    Warum der Hl. Benedikt bis heute Vorbild ist

    Herzlich willkommen zum Gebet am Freitag.Ein junger Mann wird von seiner Familie, die ihm Großes zutraut, zum Studium nach Rom geschickt. Zunächst fühlt er sich dort gut, beginnt sein Studium und kommt gut voran. Aber dann merkt er immer mehr, dass das völlig sittenlose Leben in der Stadt ihn anwidert und er kaum noch Menschen findet, die mit ihm ein einfaches christliches Leben führen wollen.Zunächst geht er dann, sehr zum Leidwesen seiner Familie, für drei Jahre als Einsiedler in eine Höhle bei Subiaco. Sein damals erstaunlich konsequent christliches Leben zieht viele junge Leute an, und er gründet zwölf kleine Klöster für sie. 529 siedelt er nach Monte Cassino um, das schon bald zum Zentrum des Mönchtums und der religiösen Kultur wird.Dort schreibt er seine Klosterregel, in der er die beste monastische Überlieferung des Ostens und des Westens zusammenfasst. Vertrautheit mit der Heiligen Schrift und eine reiche geistliche Erfahrung verliehen ihm die Güte und Weisheit, die auch seine Regel auszeichnen.Da heißt es zum Beispiel: „Wenn wir Psalmen singen, dann soll unser Herz mit dem gesungenen Wort zusammenklingen.“ Also nicht der schöne Klang ist wichtig, wenn unser Herz weit davon weg ist, was wir singen oder beten. Oder: „Keiner soll nach dem eigenen Nutzen streben, vielmehr soll jeder auf das bedacht sein, was für den andern gut ist.“Das klingt also seit eineinhalb Jahrtausenden wie die Mahnung John F. Kennedys aus dem Anfang der 1960er Jahre: „Frag nicht, was der Staat für Dich tun kann, sondern was Du für den Staat tun kannst. Diese uralte Klosterregel ist so klug und weise, dass sie seit 1500 Jahren Bestand hat und Zehntausende von Mönchen und Nonnen nach ihr leben. Klugheit und Maß sind auch heute Wertmaßstäbe, die das Leben der Einzelnen, aber auch der Gemeinschaften bestimmen können. Und es hat nichts von seiner Aktualität verloren.Und weil dieser junge Mann, den man später Benedikt von Nursia nennen wird, in der Nachfolge Jesu zunächst aus der verheißungsvollen Stadt und der Universitätskarriere flieht und in für ihn richtiger christlicher Weise leben will, zieht er so viele Menschen in seinen Bann, dass er und seine Brüder den christlichen Glauben, Kunst und Kultur Europas prägen und beeinflussen werden und er so von Pius XII. zum „Vater Europas“, von Paul VI. zum „Schutzpatron Europas“ erklärt wird. Das ist doch mal eine Karriere.

    5 Min.
  4. vor 5 Tagen

    Orientierungspunkte für ein gutes Miteinander

    Die Einladung einer Akademie zu zwei neuen Veranstaltungen beginnt mit einer interessanten Frage: Was macht ein gutes Leben aus? Stil, Haltung, Orientierung – und die Fähigkeit, sich immer wieder neu auszurichten? Das kann wahrscheinlich jede von uns von Herzen bejahen.Und in einem der Seminare geht es um das Verhältnis von Gutem und Schönem. Sind Stil, Etikette und Eleganz bloße Äußerlichkeiten – oder Ausdruck von Respekt, Aufmerksamkeit und Haltung?Das ist tatsächlich sehr bedenkenswert und lässt nachdenken über die Art und Weise unseres Lebens im Hier und Jetzt. Im täglichen Social Media-Wahnsinn merken viele Menschen, dass genau das vielen Leuten fehlt. Da gibt es unendlich viel Respektlosigkeiten, Hass, Häme und Hetze und man fragt besorgt, was diesen Menschen fehlt, dass sie so geworden sind und so häufig aggressiv und feindlich auf Kleinigkeiten reagieren. Respekt, Aufmerksamkeit und Haltung gegenüber jedermann zeigt nämlich auch heute Wirkung und bremst nicht selten eine bösartige Welle und der berühmte Shistorm bricht ein.Aber die Frage nach dem, was Haltung und Orientierung für ein Leben bedeuten, sind nicht neu. Im Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom heißt es:„Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, es ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Und wer Christus so dient, wird von Gott anerkannt und ist bei den Menschen geachtet. Lasst uns also nach dem streben, was zum Frieden und zum Aufbau (der Gemeinde) beiträgt.“Essen und Trinken sind notwendig zum Leben, aber es geht um viel mehr. Es geht um die Art und Weise des Zusammenlebens im persönlichen familiären Umfeld und im sozialen Raum, der uns umgibt. Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist sind hier die Orientierungspunkte, die Paulus der Gemeinde geben möchte. Und die Aufforderung danach zu streben, was zum Frieden und zum Aufbau der Gemeinde beiträgt, bleibt Auftrag und Aufgabe für jeden von uns.

    4 Min.
  5. vor 6 Tagen

    Von Worten und Wörtern

    Heute hat ein Bruder von mir Namenstag, vier Tage später Geburtstag, meine Nichte im August, meine Schwägerin im Oktober, meine Ex-Schwägerin im September, mein Neffe im Dezember und so weiter und so fort. In der Herkunftsfamilie an Geburts- und Namenstage denken und die anderen erinnern, war früher immer der Job meiner Mutter. Wir haben es immer ein bisschen belächelt und uns am Ende doch gefreut, wenn von allen Seiten und von allen weiter verstreut lebenden Familienmitgliedern Glückwünsche eingetrudelt sind. jetzt bin ich die Älteste in der Sippe und ich habe es gerne übernommen, zu erinnern und zu gratulieren. Klar, es gibt eine Familien-Whatsapp-Gruppe und da kann man schnell etwas reinsetzen, ein paar passende Emojis dazu, absenden und fertig. Aber man kann auch, ein bisschen Old Fashion, einen Brief schreiben oder Anrufen, irgendwann am Abend. Ich persönlich finde zugeschriebene Worte auf Postkarten oder Briefen wirklich schön und ich kann sie auf den Schreibtisch stellen, immer mal wieder lesen und mich freuen. So ähnlich sagt es in einer Tageslesung der Prophet Jeremia: "Kamen Worte von Dir, Gott, so verschlang ich sie; Dein Wort war mir Glück und Herzensfreude; denn dein Name ist über mir ausgerufen, Herr, Gott der Heere."Manchmal ist es so, dass mir ein Wort aus den vielen biblischen Worten, die wir jeden Tag lesen oder hören, tatsächlich hängenbleibt und ich es in mir bewegen und immer wieder von den verschiedenen Seiten anschauen kann. Und dann wird es handfest und ich kann es im Tag nutzen oder es fordert mich heraus oder es erfreut mir einfach einen nicht so tollen Tag.  Aber dafür muss ich mich wirklich mühen und jeden Tag dranbleiben. Es ist nicht das Dessert oder die Erdbeersauce über den Tag ausgeschüttet, sondern schon energische Arbeit für Verstand, Geist und Seele. Aber dann ist es auch nahrhaftes Schwarzbrot, das man kauen muss und das dann auch sättigt. Schreiben wir also weiterhin Gratulationen, die den Empfänger erfreuen, und lesen wir in der Heiligen Schrift die Worte, die uns zum Leben helfen wollen.

    4 Min.
  6. 7. Juli

    Dein Licht, das bleibt

    Luca, Levi, Noelle, Tim, Jannis, Manuel, Philipp, Florian, Alexander, Lukas, Jihan, Joleen, Anton. Diese 13 Kinder und Jugendlichen sind in den vergangenen 12 Monaten im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe gestorben. Am Sonntag war, wie jedes Jahr am ersten Julisonntag, der Gedenktag an diese verstorbenen Kinder und Jugendlichen. "Dein Licht, das bleibt" war die wunderschöne Überschrift über diesem Nachmittag im Garten des Hospizes in Olpe. Vorbereitet waren im Garten Bänke und Sessel mit hellen Hussen, die dem Ganzen einen sehr festlichen Rahmen gegeben haben. Und auf jeder Bank standen kleine Boxen mit Taschentüchern, bereit für die vielen Tränen, die zu einem solchen Erinnern selbstverständlich gehören. Ich fand das so liebevoll und hilfreich und es schuf eine sanfte Geborgenheit bei allem Schmerz um den Tod der geliebten Kinder.Eltern und Geschwister, Mitarbeitende und Ordensschwestern haben zusammen Lieder gehört und gesungen, schöne Texte gelesen und die Namen derer genannt, die als Gäste im Hospiz gewesen waren, manche über viele Jahre immer wieder, manche erst kurz und nur selten. Das Leben der Kinder und Jugendlichen war kürzer, als es normalerweise gehofft war. Aber die Liebe, die sie geschenkt haben, endet nicht mit dem Tod. Sie bleibt, wie eine Kerze, die eine andere entzündet hat. Wie ein Lichtstrahl, der Wärme hinterlässt, so tragen die zurückgebliebenen Eltern, Geschwister und verwandten diese Spuren des Lichtes in sich.Manchmal treten sie hinter dem Schmerz zurück, manchmal zeigen sie sich mitten in der Sehnsucht nach dem, was fehlt. Die Namen der Kinder werden dann auf die Flügel von Windrädern geschrieben und am Ende der Feier zu den anderen in den Garten gestellt. Die Namen der Jugendlichen kommen auf Steine, die dann in einer neu gestalteten Spirale in einem anderen Teil des Gartens ausgelegt werden – von den Eltern oder Geschwistern. Bei der Gedenkfeier gibt es viele Tränen bei allen Beteiligten und tröstende Umarmungen und Küsse und Streicheln. Und danach gibt es, wie immer, eine wunderschöne Kaffeetafel mit allen, einem köstlichen Kuchenbuffet und viele Gespräche und Erinnerungen und viel Lachen und köstliche kleine Geschichten, mit Lachtränen in den Augen, wo vorher noch Tränen der Trauer waren.

    5 Min.
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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

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