Das Wort und das Fleisch

Worthaus

Ein Atlas der Christenheit

  1. VOR 1 TAG

    Täufer und Baptisten

    Täufer und Baptisten prägen das Bild des protestantischen Christentums bis heute. Und möglicherweise zeigt sich bei ihnen mit all ihrer Vielfalt schon etwas von der Zukunft des Protestantismus insgesamt. Die Täuferbewegung entstand um 1525 in Zürich. Im Gegensatz zu Luther und Zwingli forderten Täufer eine konsequente Trennung von Kirche und Staat sowie eine freiwillige Glaubenstaufe (Erwachsenentaufe). Sie bildeten sehr unterschiedliche Gruppen, darunter friedensorientierte Gemeinschaften wie die Mennoniten, aber auch radikalere Strömungen. Wegen ihrer Ablehnung der Kindertaufe und staatlicher Kirchen wurden sie vielerorts verfolgt. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich aus ähnlichen reformatorischen Impulsen in England und den Niederlanden der Baptismus. Er übernahm zentrale täuferische Ideen wie die Gläubigentaufe und die Selbstständigkeit der Ortsgemeinde („Gemeindekirche“), entstand jedoch unabhängig und in einem anderen politischen Umfeld. Im 18. und 19. Jahrhundert verbreiteten sich baptistische Gemeinden weltweit, besonders durch Missions- und Erweckungsbewegungen Dadurch wurden Baptisten zu einer der größten protestantischen Freikirchen weltweit. Heute ist das Spektrum dieser Gruppen und Gläubigen verwirrend breit. Es reicht von Martin Luther King bis Billy Graham, von liberal bis fundamentalistisch, von historischen Friedenskirchen wie den Mennoniten, die Gewaltlosigkeit und soziale Gerechtigkeit betonen, bis hin zu missionarischen oder vom christlichen Nationalismus geprägten Strömungen wie den Southern Baptists in den USA.

    2 Std. 40 Min.
  2. 31.10.2025

    Die russlanddeutschen Christen

    Circa 2,5 Millionen Russlanddeutsche sind in den letzten Jahren aus der früheren Sowjetunion nach Deutschland zurückgekehrt. Nachdem diese Menschen für lange Zeit entweder ignoriert (»die werden sich schon anpassen«) oder skandalisiert (»die bleiben nur unter sich, werden kriminell oder rechts«) wurden, werden sie erst in jüngster Zeit öffentlich differenzierter wahrgenommen. »Die« Russlanddeutschen gibt es nicht. Ihre Erfahrungen und vor allem ihre Entwicklung in den letzten Jahrzehnten sind sehr vielfältig. Für die allermeisten von ihnen war neben ihrer einzigartigen Migrationsgeschichte der christliche Glaube eine verbindende Prägung und das in ziemlicher Vielfalt: lutherisch oder katholisch, pfingstkirchlich, baptistisch oder mennonitisch. Vor welchen Herausforderungen haben Menschen gestanden, die durch Verfolgung und Vertreibung in einer totalitären Gesellschaft schweres Leid erfahren haben? Wie verändert sich der Glaube von Menschen, die von einer religionsfeindlichen Diktatur in eine Gesellschaft kommen, in der Religion frei gelebt werden darf, deren Vielfalt und Freiheit aber auch als Überforderung erlebt werden kann? Wie gehen wir mit Entwicklungen um, wo sich einige von ihnen sehr kritisch von einer liberalen und pluralen Gesellschaft (beziehungsweise ihren Kirchen) absetzen? Und wie können wir lernen, ihre Erfahrungen als Bereicherung unserer Gesellschaft und unserer Kirchen wahrzunehmen?

    2 Std. 12 Min.
4,8
von 5
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Ein Atlas der Christenheit

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