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«52 beste Bücher» widmet sich Woche für Woche einer herausragenden literarischen Neuerscheinung. Die Sendung richtet sich an alle Liebhaberinnen von Literatur und literarischer Debatte und an jene, die neugierig sind auf Begegnungen mit Autoren und Literaturkritikerinnen.

Leitung: Esther Schneider

Redaktion: Franziska Hirsbrunner, Annette König, Michael Luisier, Felix Münger, Rainer Schaper, Britta Spichiger, Luzia Stettler, Nicola Steiner, Susanne Sturzenegger, Julian Schütt

Redaktionsassistenz: Anna von Tobel, Kira Capraro

Kontakt: literatur@srf.ch

 

 

52 beste Bücher Schweizer Radio und Fernsehen

    • Arts

«52 beste Bücher» widmet sich Woche für Woche einer herausragenden literarischen Neuerscheinung. Die Sendung richtet sich an alle Liebhaberinnen von Literatur und literarischer Debatte und an jene, die neugierig sind auf Begegnungen mit Autoren und Literaturkritikerinnen.

Leitung: Esther Schneider

Redaktion: Franziska Hirsbrunner, Annette König, Michael Luisier, Felix Münger, Rainer Schaper, Britta Spichiger, Luzia Stettler, Nicola Steiner, Susanne Sturzenegger, Julian Schütt

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    «Sind Sie das?» von Charles Lewinsky

    «Sind Sie das?» von Charles Lewinsky

    «Sind Sie das?» Diese Frage hört Charles Lewinsky oft, wenn es um seine Figuren geht. Zum 75. Geburtstag schreibt er nun ein Buch, in dem er der Frage nachgeht, wo in seinem Werk er selbst vorkommt. Ein Gespräch über das Leben und das Schreiben und darüber, was das eine mit dem anderen zu tun hat.

    Der Anlass für dieses Buch liegt Jahre zurück. An einer Lesung des Romans «Johannistag», in dem es um einen Lehrer geht, der eine intime Beziehung zu einer Schülerin hat, wird Charles Lewinsky gefragt, ob dieser pädophile Lehrer er sei. Charles Lewinsky selbst. Wenig überraschend ist die Lesung rasch vorbei. Aber der Gedanke, respektive die Neugier, wo in seinem Werk Charles Lewinsky tatsächlich vorkommt, lässt ihn seither nicht mehr los. Also liest Charles Lewinsky seine zwölf Romane nochmals durch und sucht die Stellen heraus, die von persönlichen Erlebnissen inspiriert sind. Daraus verfasst er einen sehr persönlichen Text, der ursprünglich nur für seine drei Enkel gedacht war. Damit diese später mal lesen können, wer ihr Grossvater wirklich war. Doch glücklicherweise gefällt der Text auch Lewinskys Lektorin so gut, dass er jetzt als Buch erscheint und allen zugänglich wird.

    Charles Lewinsky. Sind Sie das? Diogenes, 2021.

    • 43 min
    «Junischnee» von Ljuba Arnautovic

    «Junischnee» von Ljuba Arnautovic

    In «Junischnee» erzählt Ljuba Arnautovic die verstörende Geschichte ihres Vaters, in die sich die Erfahrung von Flucht, Weltkrieg und Gulag einschrieben. Im Gespräch mit Felix Münger erzählt die österreichische Autorin von ihrem «Seiltanz», die Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden.

    Die Hauptfigur des Romans, Karl Arnautovic, ist der Sohn eines jüdischen Kommunisten in Wien. Die Mutter schickt Karl aus Furcht vor den Nazis 1934 ins sowjetische Exil.

    Die Aufnahme des Kinds aus einer Familie von ausländischen Genossen ist zunächst freundlich. Karl lebt in einem Moskauer Kinderheim und wächst behütet auf.

    Als Hitler 1941 dies Sowjetunion überfällt, gilt Karl – wie andere Sprösslinge aus «Deutschland» - plötzlich als Feind. Der Teenager landete im Gulag. Dass er überlebt, grenzt an ein Wunder.

    Im Arbeitslager lernt er seine künftige Frau kennen, die spätere Mutter von Ljuba Arnautovic, die mit diesem Roman ihren Eltern ein eindrucksvolles Denkmal setzt. Es ergreift durch die fein austarierte Mischung von Nähe und Distanz gegenüber den Figuren, die ihre nächsten Verwandten sind.

    Das Buch vermeidet jede Verklärung, überzeugt durch seine verdichtete Sprache und macht den Lebensweg von Menschen sichtbar, die zu Spielbällen eines Katastrophenjahrhunderts wurden – und damit stellvertretend stehen für die Erfahrung von Millionen.

    Buchhinweis:
    Ljuba Arnautovic. Junischnee. Zsolnay, 2021.

    • 41 min
    «Besetzte Gebiete» von Arnon Grünberg

    «Besetzte Gebiete» von Arnon Grünberg

    Mit Arnon Grünbergs «Besetzte Gebiete» erzählt erstmals ein Roman aus dem Innenleben einer ultrareligiösen Siedlung in den besetzten Gebieten im Westjordanland.

    Kadoke, ein durchaus liberaler Psychiater aus Amsterdam, den wir schon aus Arnon Grünbergs Roman «Muttermale» (2016) kennen, wird Opfer eines Metoo-Skandals: Er soll eine junge Patientin missbraucht haben. Zumindest behauptet dies ein Schriftsteller in einem Buch, nachdem er die Patientin Michette kennengelernt hat. Die zuständige Disziplinarkommission entzieht dem Psychiater daraufhin die Erlaubnis, seinen Beruf weiter auszuüben.

    Kadoke flieht in der Not zu einer Geliebten namens Anat, die mit ihrer Mutter in einer religiösen Siedlung in den besetzten Gebieten im Westjordanland lebt. Während er in Amsterdam als jüdischer Schänder angeprangert wird, gilt er in der Siedlung als Wunder, weil er Anat endlich zu Kindern verhelfen soll. Doch in der ultrareligiösen Siedlung wird Kadoke erneut zum Paria, nachdem er eine Affäre mit einem Palästinenser begonnen hat.

    Auch in seinem brisanten neuen Roman «Besetzte Gebiete» tanzt der holländische Starautor Arnon Grünberg virtuos auf der rasierklingenscharfen Grenze zwischen Tragik und Komik.

    Buchhinweis:
    Arnon Grünberg. Besetzte Gebiete. Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten. Verlag Kiepenheuer & Witsch, 2021.

    • 47 min
    «Die Verlassenen» von Matthias Jügler

    «Die Verlassenen» von Matthias Jügler

    Verrat, Verlust und eine tiefe Verlorenheit – in seinem Roman «Die Verlassenen» erzählt der 1984 in Halle geborene Matthias Jügler behutsam und eigensinnig von den Folgen und Spätfolgen der Machenschaften der DDR-Staatsicherheit.

    Die DDR ist Geschichte, als ein junger Mann und werdender Vater unter einem Vorwand Hals über Kopf nach Norwegen aufbricht. Zufällig war er auf einen Brief gestossen, der sein eh schon ungewisses Leben vollends bedroht. Als kleiner Junge verlor er seine Mutter, ein Herzinfarkt angeblich. Als er dreizehn war, verschwand sein Vater spurlos. Antworten auf seine Fragen bekam er nie. Nun wäre vielleicht Gelegenheit, sich am Mann zu rächen, der als Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit die Familie zerstört hatte.

    Ausgehend von einem realen Fall zeigt der Roman, wie traumatische Ereignisse über Generationen hinweg weiterwirken. Und wie diese Ereignisse Fragen stellen, die nicht nur die Opfer etwas angehen.

    Mit Matthias Jügler spricht Franziska Hirsbrunner.

    Buchhinweis:
    Matthias Jügler. Die Verlassenen. Penguin Verlag, 2021.

    • 42 min
    «Capricho – ein Sommer in meinem Garten» von Beat Sterchi

    «Capricho – ein Sommer in meinem Garten» von Beat Sterchi

    Fast 40 Jahre nach seinem Kultbuch «Blösch» publiziert Beat Sterchi sein 2. Werk bei Diogenes: «Capricho – ein Sommer in meinem Garten» ist eine zauberhafte Liebeserklärung an seinen «huerto» und an eine bedrohte Welt in der spanischen Provinz. Der Schweizer Autor ist zu Gast bei Luzia Stettler.

    Wer einmal «Blösch» gelesen hat, wird Ambrosio nie wieder vergessen: den spanischen Gastarbeiter, der als Melker auf einen Schweizer Bauernhof kommt und in Blösch, der stolzen Leitkuh im Stall, eine Verbündete findet. Jahre später, nachdem der Ausländer einen Job im Schlachthof übernommen hat, begegnet er seiner vierbeinigen Freundin erneut: bis auf die Knochen abgemagert wird sie auf die Schlachtbank gezerrt.

    Anders die Kulisse in «Capricho» – und doch gibt es eine innere Verbindung: Jetzt ist es der Schweizer, der in Spanien zum Ausländer wird. Der Ich-Erzähler verbringt schon seit Jahrzehnten den Sommer in einem kleinen Haus – unweit der Burgstadt Morella. Eigentlich will er die Geschichte des Dorfes aufschreiben, aber die Muse lässt ihn sitzen. Also kümmert er sich intensiv um seinen Garten, lässt sich auf Plaudereien mit Passanten ein, schätzt die guten Pflanz-Tipps der Einheimischen.

    Es ist unschwer, im Ich-Erzähler den Autor wiederzuerkennen: Beat Sterchi hatte sich – nach seinem enormen Erfolg mit «Blösch» – selber jahrelang in die spanische Provinz zurückgezogen. Noch heute ist das Haus sein Herzensort. Und er gibt auch ehrlich zu, dass er erst durch die vermeintliche Ablenkung des «huerto» den roten Faden für sein Buch gefunden habe.

    Im Gespräch mit Luzia Stettler erzählt er vom archaischen Alltag, vom Geschichten-Finden und vom Charme einer mediterranen Lebensform.

    Buchhinweis:
    Beat Sterchi. Capricho. Diogenes, 2021.

    • 38 min
    «Die Kinder hören Pink Floyd» von Alexander Gorkow

    «Die Kinder hören Pink Floyd» von Alexander Gorkow

    In seinem Roman «Die Kinder hören Pink Floyd» beschreibt Alexander Gorkow seine Kindheit in den 70er Jahren. Im Gespräch mit Michael Luisier spricht er über das Leben in einer westdeutschen Vorstadt, die Ängste eines phantasiebegabten Kindes und über die Band, die ihn geprägt hat: Pink Floyd.

    Alexander Gorkow ist Journalist und Schriftsteller. Und er ist einer der wichtigsten Pink Floyd-Kenner Deutschlands. Mehrere Male hat er die einzelnen Mitglieder der Band interviewt, zuletzt den mittlerweile stark umstrittenen Roger Waters, der sich schon seit einiger Zeit einem hartnäckigen Antisemitismusvorwurf ausgesetzt sieht. In «Die Kinder hören Pink Floyd» verarbeitet Alexander Gorkow einerseits seine eigene, von Ängsten und Schreckensvorstellungen geprägte Kindheit in einer westdeutschen Vorstadt während der 70er Jahre und das Aufwachsen mit einer äusserst lebenshungrigen aber herzkranken älteren Schwester, andererseits seine wechselvolle Beziehung zu einer Band, die für ihn lebensprägend geworden ist.

    Buchhinweis:
    Alexander Gorkow. Die Kinder hören Pink Floyd. Kiepenheuer & Witsch, 2021.

    • 44 min

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