22 Folgen

Ein Podcast von Frauen über Frauen, die für das Land leben und lustvoll ihre Perspektiven erweitern. Übers Land, Thesen, Krisen, Lebensmodelle bis hin zu Zukunftsvisionen und Strategien.

Mutige Frauen braucht das Land Elisabeth Leitner & Raffaela Lackner

    • Gesellschaft und Kultur
    • 5,0 • 7 Bewertungen

Ein Podcast von Frauen über Frauen, die für das Land leben und lustvoll ihre Perspektiven erweitern. Übers Land, Thesen, Krisen, Lebensmodelle bis hin zu Zukunftsvisionen und Strategien.

    022 – Manuela Khom: Trau dich!

    022 – Manuela Khom: Trau dich!

    Manuela Khom sagt über sich selbst, dass sie von der Landpomeranze aus dem Burgenland zum Stadtfräulein in Murau, und heute in Graz wurde. Sie ist als Einzelkind, gut behütet in einem Dorf groß geworden und hatte bald den Wunsch selbstständig zu sein und Geld zu verdienen. Heute sagt sie, dass es vielleicht klüger gewesen wäre, mehr Schulbildung zu genießen, anstatt später für Bildung bezahlen zu müssen. Sie hat erst später viele Ausbildungen abgeschlossen.

    Sie war zwar immer politisch interessiert, aber nicht immer aktiv. Der Einstieg in ihre politische Karriere war ein Kinderspielplatz in ihrer Gemeinde. Es folgte der Gemeinderat, dann der Gemeindevorstand und heute ist sie Landtagspräsidentin. Das war so nie geplant, vieles hat sich ergeben. Aber es braucht auf dem politischen Parkett viele kleine Schritte und auch ein bisschen Glück, dass man zum richtigen Zeitpunkt sichtbar ist. Sie ist Politikerin aus Leidenschaft, denn sie findet es wunderbar Veränderungen mitzugestalten. Je höher man die politische Leiter hinauf klettert, desto länger dauert es den Erfolg des eignen Tuns mitzuerleben. „In der Kommunalpolitik geht das viel schneller. Da hast du ein kleines Projekt wie einen Kinderspielplatz und wenn der fertig ist, hast du Erfolg gleich sichtbar vor dir.“ schwärmt sie im Gespräch und wünscht sich viel mehr Frauen in der Kommunalpolitik, die ihr eigenes Lebensumfeld selbst mitgestalten.

    Mehr Frauen in politische Entscheidungsprozesse zu bekommen, ist eines ihrer erklärten Ziele. Sie ist der Meinung, dass dies nur geht, wenn man Frauen bittet, konkrete Aufgaben zu übernehmen. Ein weiteres politisches Anliegen ist ihr, die Altersarmut von Frauen zu bekämpfen. Pensionssplitting ist zwar heute schon freiwillig möglich, aber ihre Forderung ist, dass dieses automatisch stattfindet und man sich bewusst dagegen entscheiden muss, wenn man es nicht wollte. Dadurch würde sich vieles verbessern.

    Sie selbst hat die Entscheidung getroffen bei den Kindern zuhause zu bleiben. Der Wiedereinstieg war für sie gut möglich, da sie mit ihrem Mann selbständig war und sich die Arbeitszeit gut einteilen konnte. Ihren Mann findet sie nach wie vor großartig. „Wenn es dir Spaß macht, dann mach das“ war seine Antwort, als sie gefragt wurde die Position der Landtagspräsidentin zu übernehmen. Heute sehen sie sich zwar phasenweise sehr wenig, aber können sich ihre gemeinsamen Zeiten gut einteilen. Wenn sie ihn auf der Jagd begleitet, kann sie im Stillsitzen ihre Gedanken gut sortieren – obwohl Stillsitzen sonst nicht so ihre Sache ist…Yoga auch nicht.

    Manuela Khom lernt jeden Tag etwas Neues in ihrem Beruf, das liebt sie. Es gibt Menschen die ihr Leben lang warten, dass der große Wurf kommt. Aber der kommt nicht von selbst. Sie selbst geht lieber kontinuierlich viele kleine Schritte um ans Ziel zu kommen. Dabei darf das Vergnügen nicht zu kurz kommen und bei Abendterminen muss sie schon auf ihr Sitzfleisch unter Beweis stellen. Sie spricht gerne direkt mit Menschen um ihre Bedürfnisse und Themen zu erfahren.

    Manuela Khom ist eine unglaublich kraftvolle Frau und hat uns mitgerissen mit ihrem bodenständigen und lustigen Wesen. Was frühmorgens ihre Strategie ist um den Schlaf voll auszukosten, was sie von Waltraud Klassnik gelernt hat und noch ein paar Besonderheiten mehr, hat sie uns an einem heißen Sommertag verraten, an dem sie für das Protokoll Stumpfhosen tragen musste…

    • 59 Min.
    021 – Barbara Windisch: Geht nicht, gibt’s nicht

    021 – Barbara Windisch: Geht nicht, gibt’s nicht

    Barbaras Eltern hatten Pferde und sie sagt selbst, dass sie in ihrer Kindheit fast 24 Stunden ihrer Zeit an der frischen Luft mit Tieren verbracht hat. Ihre Ausbildung sollte sie dem Ziel näher bringen, sich auch beruflich mit Tieren beschäftigen zu können. Die Trennung ihrer Eltern hat sie jedoch während ihrer eigenen Pubertät stark gefordert und so hat sie die Schule abgebrochen. Eine Entscheidung die sie heute bereut, und dann auch wieder nicht, denn sonst wäre alles nicht so gekommen wie es jetzt ist. Und wie es ist, ist es gut.
    Barbara lebt mit ihrem Mann Bernhard in Kainbach, beinahe am Stadtrand von Graz. Sie betreiben dort einen Alpaka- und Lama Zuchtbetrieb. Das war aber nicht von Anfang an klar. Für Barbara war der leerstehende Hof von Bernhards Großeltern ein Potenzial, dass sie unbedingt nutzen wollte, aber die richtigen Tiere haben sie während einer Auszeit in Südamerika gefunden.
    Gestartet haben sie ihren Betrieb mit 3 trächtigen Alpaka Stuten, heute leben 107 Tiere auf ihrem Hof und sie sind mittlerweile der größte Zuchtbetrieb Österreichs. Die Tiere erden Barbara und geben Menschen viel zurück. Nicht umsonst meint sie, haben sie das Einhorn vom Thron der Trendtiere vertrieben, denn es gibt niemanden, der nicht grinsen muss, wenn er diese „knuffigen“ Tiere mit den großen Kulleraugen anschaut. Die Tiere haben unterschiedliche Persönlichkeiten und sie warten deshalb ein paar Tage mit der Namensgebung, damit diese mit dem Wesen der Tiere harmonieren. Alpakas kommen übrigens nach elf Monaten zur Welt, beim Zeugungsakt wird gekuschelt und wenn dieser erfolgreich war, spukt die Alpakadame beim nächsten Annäherungsversucht. So vielfältig wie die Alpakaherde auf Barbaras Hof ist, so vielfältig ist auch ihr Angebot: Es gibt Alpaka Wanderungen, Yoga in der Herde, Fotoshootings mit den Tieren und viele wunderbare Produkten wie Stirnbänder, Socken, Sitzauflagen oder Seife.
    Die Freude an ihrer Arbeit steht ihr ins Gesicht geschrieben und doch ist sie froh, dass sie mittlerweile ein Team um sich hat, dass sie unterstützt, denn auf Freizeit möchte sie nicht mehr verzichten. Ihre Selbständigkeit schätzt Barbara, trotz manch kleiner Nachteile und, dass sie all das geschafft hat ohne von Anfang an einen Businessplan zu haben, ist fast nicht zu glauben. Die Leidenschaft für das was sie tut und die Freude sich immer wieder neu zu erfinden, scheinen ihr Erfolgsrezept zu sein.
    Neben dem Alpakabetrieb gibt es am Hof noch eine Tischlerei die von Vater und Sohn betrieben wird. Die Familie packt immer selbstverständlich mit an und zeigt dadurch die Verbundenheit und Unterstützung für die beiden. Brainstorming für neue Ideen machen Barbara und Bernhard allerdings am liebsten erst mal zu zweit bevor diese dann der ganzen Familie vorgestellt wird – und da werden wohl noch viele spannende Alpakaideen entstehen – wir sind gespannt.

    • 58 Min.
    020 – Sabine Pepper: Einfach tun.

    020 – Sabine Pepper: Einfach tun.

    Sabine konnte sich früher eigentlich nie vorstellen in ihren Heimatort zurückzugehen. Doch heute lebt sie wieder in Friesach und es ist für sie, als ob sich nach Jahrzehnten ein offener Kreis schließt.
    Sie fühlt sich hier super verwurzelt und mag es, wenn sie außer Haus geht und jeder jeden kennt. Ihre Firma befindet sich auch ganz in der Nähe, bei Hirt in einem alten Hochofen. Dort arbeitet sie in uralten Räumen mit uralten Rezepten. Der perfekte Ort für sie: Sabine Pepper ist Inhaberin von „Landladl“, einer Kräuter-Manufaktur, die mittlerweile als Franchise Unternehmen fünf Standorte in Österreich beliefert – weitere drei sind bereits in den Startlöchern.

    Sabine ist am Stadtrand von Salzburg aufgewachsen, hat danach lange in Wien gelebt und dort einen der führendsten E-Book Verlage Österreichs für Recht, Steuern und Management betrieben. Kurz vor ihrem 40er beschließt sie, dass sie eine Auszeit von ihrem bisherigen Leben braucht. Ihre Freunde können es nicht ganz verstehen, dass sie es vorzieht den runden Geburtstag allein in einem fremden Land zu verbringen. Doch sie genießt es, denn sie ist gerne allein. „Es ist schon lange mein Wunsch eine Insel für mich zu kaufen“, sagt sie lachend. Kurzentschlossen fährt sie mit einem Renault Twingo nach Schweden. Der Plan fünf Wochen nichts zu tun, gelingt ihr nicht, denn nichts tun, das kann sie nicht. Ihre ursprünglichen Pläne schmeißt sie über Bord und als sie nach Hause kommt verkauft sie ihren Verlag, packt ihre Sachen und zieht nach Kärnten. Zwischen dem Urlaub und dem Umzug liegen gerade Mal drei Monate. Sie weiß um ihre Stärke, schnell in Entscheidungen zu sein und wäre sie eine Kräutersorte, wäre sie Beifuss – ein Schwellenhüter der bei Entscheidungen weiterhilft.

    In Kärnten angekommen begibt sie sich allein, für eineinhalb Jahre, auf eine Alm und wohnt in einem Forsthaus. Die Abgeschiedenheit war für Sabine eine besondere Qualität und eine der schönsten Zeiten in ihrem Leben. Wieder zum Unverständnis ihrer Freunde, die bei einem Besuch früher als erwartet abreisen, weil sie mit dem kargen Leben nicht zurechtkamen. In dieser Zeit befasste sich Sabine intensiv mit Kräutern und deren Wirkung. Um Anschluss zu bekommen und ein soziales Netzwerk aufzubauen, beginnt sie mit der Ausbildung zur Rettungssanitäterin und lernt so viele Menschen und die umliegenden Ortschaften kennen. Das Herz verschlägt sie nach Gmünd und sie beginnt dort mit der Produktion ihrer ersten Produkte. Schon bald wird aus einem Marktstand ein Geschäftslokal in der Künstlerstadt Gmünd.

    Ihr erstes Produkt war ein Hustensaft, der auch heute noch „der Renner“ ist. Mittlerweile hat sie um die 300 Produkte im Sortiment, die in den fünf „Landladl“ Läden als auch online über den Webshop erhältlich sind. Verschickt wird mittlerweile in die ganze Welt. Sabine entwickelt stets Neues mit der Prämisse, dass wir uns nur Produkte zuführen sollten, deren Zutaten auch natürlich produziert werden können. Sie macht ständig Aus- und Weiterbildungen, lernt viel von anderen (Kräuter)Frauen und experimentiert sehr gerne. Bis ein neues Produkt ins Sortiment kommt und nach EU-Richtlinien registriert ist, dauert es ungefähr ein halbes Jahr. Was sie nicht abschreckt, sondern nur noch mehr motiviert um bald schon mit neuen Produktlinien auf den Markt zu gehen. Bereits diesen Mai startet ihre neue Gewürzlinie „Peppers Flavours“, im Juni folgt dann schon eine Kosmetikserie für Männer nach alten keltischen Rezepturen mit heimischen Kräutern und ab Herbst gibt es auch noch allerhand Nützliches sowie Hilfreiches für Hund, Katze und Pferd.

    Ihr Name ist Programm und so dürfen wir uns noch auf viele Kreationen, Ideen und neue Produkte von ihr freuen. Aber davor wünschen wir euch viel Spaß und Freude beim Hören unseres Gesprächs mit ihr – wir sind noch immer beeindruckt und ganz beflügelt!

    • 1 Std.
    019 - * ojemine corona *

    019 - * ojemine corona *

    Die gute Nachricht zuerst: Wir können es gar nicht glauben, dass wir beim Ö3 Podcast Award Platz 14 geschafft haben. Ein ganz großes Dankeschön an alle unter euch, die für uns gevotet haben. Das macht uns wirklich glücklich und auch stolz! Wir sind stolz, dass wir an unsere Idee geglaubt und den Podcast gestartet haben und noch mehr, dass es offensichtlich viele Menschen da draußen gibt, die ebenso gerne wie wir den Geschichten unserer Mutigen Frauen zuhören. Danke.

    Nun zur schlechten Nachricht: Leider fällt corona-bedingt (das Unwort schlechthin) die April Folge aus. Wir besuchen unsere Mutigen Frauen zum Gespräch am liebsten zuhause und das ist sich leider mit Krankenstand und Quarantäne nicht ausgegangen. Wir hoffen, dass unsere zwei März Folgen das ein wenig kompensieren können.

    Ihr könnt die gewonnene Zeit nutzen um noch fehlende Interviews zu hören oder auch gerne nochmals eure Lieblingsfolge abspielen. Oder aber ihr legt euch unsere Playlist „Mutige Frauen braucht das Land“ auf Spotify zum Tanzen auf. Die Liste ist schon recht lang geworden, denn jede Frau und auch unser Special-Mann haben uns eines ihrer Lieblingslieder verraten. Hört rein, ihr bekommt gute Laune und den ein oder anderen Ohrwurm.

    Damit wir ab Mai wieder voll durchstarten können, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr uns Empfehlungen schickt. Lasst uns wissen, wen wir aus eurer Sicht vor unser Mikro holen sollen. Schickt uns eine Email oder Nachrichten auf Facebook oder Instagram mit den Namen von Mutigen Frauen und einer kurzen Begründung, was ihr an ihnen mutig findet.

    Wir freuen uns auf darauf!

    • 4 Min.
    018 – * Special * Clemens Huss: Wie Frauen und Männer ticken

    018 – * Special * Clemens Huss: Wie Frauen und Männer ticken

    Nach einem Jahr MUTIGE FRAUEN BRAUCHT DAS LAND wollten wir uns mal die „andere Seite“ anhören. Für unsere Spezialfolge zum Weltfrauentag 2022 haben wir den ersten Mann zum Gespräch getroffen. Konfrontiert mit den Überschriften aus unseren bisherigen Podcastfolgen, hat sich Clemens Huss mutig unseren Fragen gestellt. Ein Spannungsfeld an interessanten Themen eröffnete sich zwischen Mann und Frau, Papa und Töchtern sowie Sohn und Mutter. Ausgewählt haben wir Clemens, weil er seit der Geburt seiner ersten Tochter 2013 einen Papablog schreibt. Er fastet und yogiert mit seiner Frau, die einen Sportverein in Klagenfurt gegründet hat. Als Hahn im Korb ist er ständig mit „Frauenhandtaschen und Wattebäuschen“ umgeben und so lauten auch die Titel seiner Blogbeiträge. Kein Wunder, dass er sich jetzt schon Gedanken darüber macht, wie seine Töchter einmal Daten werden. Über die Jahre haben sich seine Beiträge auch mit anderen Themen, wie Sport und dabei vor allem das Laufen, gefüllt. Der Blog begeistert mit viel Witz, Charme und Ehrlichkeit über die kleinen Dinge des Lebens, die passieren, wenn „Mann“ zuhause mit drei Frauen lebt. Es war sehr aufregend für uns – für ihn sicher auch!

    Clemens stammt ursprünglich aus „dem heiligen Land Tirol“ und wurde dort im Kreis der gesamten Familie erzogen. Seine Mutter war sehr jung, bei seiner Geburt und ist mit ihm nach Kärnten zu ihrem heutigen Ehemann gezogen. „Das war für sie als Tochter des Vizebürgermeisters sicherlich nicht einfach. Früher war es ja doch sehr schwierig, im eher konservativen ländlichen Raum.“ erzählt er im Gespräch.

    Die ersten Jahre haben ihn sehr geprägt und Familie ist ihm auch heute noch sehr wichtig. Durch die Geburt seiner ersten Tochter hat sich das Leben von ihm und seiner Frau Manuela um 180 Grad gedreht. „Plötzlich muss man sich um jemanden kümmern und hat nicht mehr alle Zeit für sich und die Beziehung.“ berichtet er. Dieses einschneidende Erlebnis der Geburt hat dazu geführt, dass er begonnen hat seinen Papablog zu starten und intensiv zu Laufen.

    Laufen ist die einfachste Möglichkeit, in komprimierter Form, Zeit für sich zu haben und sich auszupowern, um danach wieder voll für die Familie da sein zu können. Es kommt aber auch vor, dass er mit Manu läuft und die Mädels nebenher mit dem Fahrrad fahren. Da er selbst journalistisch tätig ist, hat er die Chance, die Erlebnisse als Jungpapa schriftlich in einem Blog zu verarbeiten, sehr gerne angenommen. Seitdem wird er immer wieder gefragt, wann denn endlich ein Buch mit seinen Geschichten erscheint. Dazu meint er: „Die Zeit ist dafür noch nicht reif, aber ausgeschlossen ist es auch nicht.“ Heute schreibt er in seinem Blog über seine beiden Töchter und die Herausforderungen Papa zu sein, über die Unterschiede zwischen Frauen und Männern aber auch seine sportlichen Erlebnisse. Sport ist Clemens wichtig, er steckt sich immer wieder neue Ziele.

    Seinen Töchtern wünscht er, dass sie ihre Ziele verwirklichen können und betont dabei, dass es ihnen einfach nur gut gehen soll – privat wie beruflich. Als Hahn im Korb ist ihm klar, was seine Stärken und Schwächen sind. Im Haushalt kümmert er sich um die Küche, mit den Mädels tobt er gerne. Er will ihnen vorleben, dass das Leben nicht immer ernst sein soll. Deshalb feiert die Familie auch gerne, mit einem gemeinsamen Brettspielabend, indem sie auf Konzerte gehen oder im Wohnzimmer Kinderdiscos veranstalten. Außerdem darf er sehr oft auch Juror bei den Modeshows sein, die am Catwalk im Wohnzimmer stattfinden. Die ernsten Gespräche überlässt er lieber der Mama, wünscht sich aber natürlich, dass sich die Mädels auch an ihn wenden, wenn es später um Liebeskummer oder andere Sorgen geht.

    Clemens liebt seine Paparolle, würde sich als drittes Kind nochmal ein Mädel wünschen und betont mehrmals im Gespräch, dass Kommunikation der Schlüssel für eine gut funktionierende Beziehung und Fam

    • 40 Min.
    017 – Johanna Mateja Gruber: Anders sein!

    017 – Johanna Mateja Gruber: Anders sein!

    Johanna lebt seit ihrer Kindheit in Kärnten, welches sie selbst als ein Land für „Pensionist:innen“ bezeichnet, weil nicht soviel los ist, wie sie sich das wünschen würde. Sie findet, dass hier nur Menschen sind, die zurückgekommen sind, weil es früher gut war. Für sich selbst und ihre Generation bietet das Bundesland (noch) zu wenig. Auch wenn sie die Natur und die Landschaft schätzt, will sie später einmal weg in die große weite Welt.

    Eine ihrer Lieblingsstädte ist Berlin, wo sie vor allem die Vielfalt an Geschäften schätzt, im speziellen die Second Hand Läden. Sie selbst trägt seit Jahren nur gebrauchte Kleidung, da diese mehr Möglichkeit bietet sich kreativ auszudrücken, außerdem ist ihr dabei die Nachhaltigkeit ihres Handelns wichtig. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie sich für die Fridays for Future Bewegung stark macht. Wenn sie könnte, würde sie für die Umsetzung der Klimaschutzziele zu stärkeren und auch strengeren Maßnahmen greifen.

    Johanna ist eine junge Frau der Taten und beweist das immer wieder. Für gutes Essen bringt sie sich das Kochen bei, für Verbesserungen in der Schule lässt sie sich kurzerhand zur Schulsprecherin aufstellen. Als erste Amtshandlung hat sie Clubs in der Schule eingeführt, die es an anderen Schulen längst gibt – Finanzierungskonzept inklusive. Für die Teilnahme am Kurzfilmwettbewerb des Landes Kärnten musste sie ebenfalls Spontanität und Umsetzungswillen zeigen, was zum Erfolg geführt hat, gleich wie beim Junior Ingeborg Bachmann Preis 2021. Da ihr das Schreiben von Texten nicht sehr leicht von der Hand geht, hat sie eine eigene Methodik entwickelt, um all die Gedanken – „die ja in ihrem Kopf da sind“ – aufs Papier zu bekommen. Die junge Kärntner Kreativschaffende findet für sich immer wieder den passenden Weg und geht diesen selbstbewusst und mutig.

    Ihre Leidenschaft gilt dem Film sowie Regie und allem was dazugehört. Sie produziert selbst auch schon wirklich beeindruckende Kurzfilme, wie wir uns überzeugen konnten. Ihre Eltern unterstützen sie in diesem Tun, sei es mit Equipment oder mit ihrem schauspielerischen Engagement. Wer dabei die Anweisungen der jungen Regisseurin nicht ganz ernst nimmt, bekommt ihre leidenschaftliche Art zu spüren. Sie weiß genau was sie will und hat ein kritisches Auge mit dem sie Filme aber auch ihre Umwelt genau analysiert. Die gewonnen Erkenntnisse notiert sie um diese später in einer Geschichte, beim Theater spielen oder in einem Film verwerten zu können. Wir haben den Begriff der „Charakterentwicklung“ mehrmals von ihr erklärt bekommen.

    Welche positiven Aspekte die Corona Zeit für Johanna hatte, was sie sich von ihrem Film-Praktikum im Sommer erhofft und welche Inspirationen Johanna auf Friedhöfen findet ist in diesem Gespräch mit unserer bisher jüngsten mutigen Frau zu hören.

    • 56 Min.

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