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«International» befasst sich wöchentlich mit internationaler Politik und Gesellschaft. Seit 1978 am Radio und von Anbeginn auch online.

Reportagen, Analysen und Geschichten zur internationalen Aktualität, meist erzählt von Auslandskorrespondenten und -korrespondentinnen von Radio SRF.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

International Schweizer Radio und Fernsehen

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    Ecuador: Das neue Selbstbewusstsein der Indigenen

    Ecuador: Das neue Selbstbewusstsein der Indigenen

    Ein indigener Präsidentschaftskandidat, der bei den Wahlen ganz knapp an einer Sensation vorbeischrammt. Eine junge Hip Hop-Formation, die sich lautstark für die Rechte der Indigenen einsetzt und damit die Massen begeistert. Vieles deutet darauf hin, dass in Ecuador etwas in Bewegung gekommen ist.

    Wenn Guillermo Lasso, der neu gewählte Präsident Ecuadors, Ende Monat sein Amt antritt, muss er sich auf heftigen Gegenwind gefasst machen. Die Indigenen wehren sich gegen Lassos wirtschaftsliberale Politik; der Ex-Banker ist ihnen ein Dorn im Auge. Und auch wenn sie nur rund 5 Prozent der Bevölkerung ausmachen: Sie sind laut, gut organisiert und können immer mehr Nicht-Indigene für ihre Anliegen begeistern.

    Etwa den 20-jährigen Jhovanni, der findet: Keine Partei vertrete die ecuadorianische Jugend so gut, wie «Pachakutik», die Partei der Indigenen. Bei den Wahlen im Februar konnte sie ihren Wähleranteil versechsfachen und ist nun zweitstärkste Kraft im Parlament. Ihren Erfolg hat die Partei – oder die «Bewegung», wie ihre Anhängerinnen und Anhänger sie nennen – nicht zuletzt ihrem Anführer zu verdanken: Yaku Pérez, Rechtsanwalt, spezialisiert auf Umwelt- und Strafrecht, wortgewandt und charismatisch.

    In diesem «International» begegnen wir Yaku Pérez im ecuadorianischen Hochland, bei einer Zeremonie am internationalen Tag des Wassers. Wir erfahren, wie es seiner Partei gelingt, weit über die indigene Bevölkerungsgruppe heraus Wählerinnen und Wähler zu gewinnen. Wir reisen in ein indigenes Dorf, wo die Menschen versuchen, sich mit Landwirtschaft und traditionellem Handwerk ein Auskommen zu sichern. Und wir lernen die Hip Hop-Formation «Los Nin» kennen, die der jungen Generation der Indigenen eine Stimme gibt.

    • 29 min
    Was Corona mit der Stadt macht – das Beispiel Berlin

    Was Corona mit der Stadt macht – das Beispiel Berlin

    Auch in der deutschen Hauptstadt leiden Gastronomie und Läden unter Corona. Die Stadt verändert sich. Menschen verlieren ihre Existenz. Doch nicht alle sind gleich betroffen. Und es gibt sogar Hoffnung auf längerfristig positive Auswirkungen auf die Stadt.

    Ein Spaziergang durch die Westberliner Kantstrasse zeigt: Nicht die Geschäfte sterben, sondern die Menschen, die sie betreiben, stehen vor dem Nichts. «Wovon soll die Stadt noch leben, wir sind doch eine Stadt mit Dienstleistungen», sagt Daniela Gerstenberg Besitzerin eines Reisebüros. Wer mit hohem persönlichem Einsatz und wenig Finanzpolstern ein Restaurant oder ein Geschäft betrieben hat, der wird untergehen, schätzt der Architektursoziologe Aljoscha Hofmann. Doch wer Kapitalreserven hat, dem eröffnen sich nach Corona neue Möglichkeiten. Und: je wohlhabender die Gegend, desto geringer die Veränderungen.

    Im linken und hippen Szenebezirk Prenzlauer Berg wiederum regt sich überraschender Protest gegen die Corona-Massnahmen von Behörden und Politik. Das wirft ein Schlaglicht auf einen Endpunkt einer dreissigjährigen Gentrifizierung. Und die Basler Architektin und Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hofft längerfristig auch auf positive Auswirkungen der Pandemie für die Stadt Berlin.

    • 28 min
    China: Zwischen Nationalismus und Opfermentalität

    China: Zwischen Nationalismus und Opfermentalität

    Das heutige China ist selbstbewusst, die Volksrepublik eine Weltmacht. Möglich gemacht haben es die rasante wirtschaftliche und soziale Entwicklung der letzten Jahrzehnte. Trotzdem sieht die chinesische Regierung ihr Land noch immer in der Opferrolle und schürt damit auch den Nationalismus.

    Wer bei Lin Yan eine «rote» Tour bucht, bucht eine Reise voller Patriotismus. Zu den Stätten der Geschichte, der 100-jährigen Geschichte der kommunistischen Partei Chinas. «Eine gute patriotische Erziehung ist wichtig», sagt Lin.

    Xu Wen hat in der Schule viel über ausländische Aggressoren gelernt, die im 19. Jahrhundert China demütigten. Das hat sie damals wütend gemacht.

    Li Wei studiert in Grossbritannien, hat Heimweh nach China, weil der Westen die Pandemie nicht im Griff habe. «Unser System ist halt anders», sagt sie.

    Patriotismus, Nationalstolz - Chinas kommunistische Führung weiss die Gefühle der Chinesinnen und Chinesen zu nutzen, die Bevölkerung hinter sich zu scharen.

    Mit Nationalismus, im Dienst des Machterhalts, sagen die einen. Mit berechtigtem Selbstbewusstsein, im Dienst des nationalen Interesses, finden andere.

    Tatsache ist: Das China von heute ist selbstbewusst; seine Führung scheut keine Konfrontation, auch nicht mit den USA. Die Volksrepublik China ist unbestritten eine Weltmacht.

    • 28 min
    Indien - gefangen in seinen Kasten

    Indien - gefangen in seinen Kasten

    Die «grösste Demokratie der Welt» bleibt durchdrungen vom Kastenwesen, das allen ihren festen Platz zuweist. Je mehr Indien diese starre Gesellschaftshierarchie mit Quoten aufzuweichen versucht, desto mehr wächst die Missgunst. Nationalistische Scharfmacher profitieren.

    Laut Verfassung sind in Indien alle gleich. Doch die indische Gesellschaft bleibt eine Kastengesellschaft. Zuoberst in der sozialen Hierarchie stehen die Geistlichen, die Bramanen, zuunterst die Dalits, so heissen die ehemals «Unberührbaren». Dazwischen ein Gewirr von über 25'000 Kasten und Subkasten. Die «Unberührbarkeit» wurde mit der modernen indischen Verfassung zwar abgeschafft. Das Kastensystem an sich aber blieb erhalten, ja wurde sogar noch ausgeweitet. Noch heute wird in der Regel innerhalb der gleichen Kaste geheiratet, noch heute verrichten die Dalits meist die schmutzigen Arbeiten. Der Dalit Bant Singh singt dagegen an, er hat seine Arme und Beine in diesem Kampf verloren, nicht aber seine Würde. Gleichzeitig versucht Indien mit Quoten den Benachteiligten den Zugang zu Studienplätzen und Jobs zu erleichtern. Einige Dalits haben den Aufstieg geschafft, auch dank der Quoten. Das aber provoziert Protest von jenen, die sich um ihre traditionellen Vorrechte betrogen sehen. Aufgestachelt werden sie von nationalistischen Gruppen, die für ein «Hindustan» kämpfen, in dem alle demütig den ihnen zugewiesenen Platz einnehmen.

    • 27 min
    Lauschangriff – Made in Israel

    Lauschangriff – Made in Israel

    Israel vollbringt spitzentechnologische Höchstleistungen, das kleine Land gehört zu den führenden Nationen im Bereich Cybersoftware. Doch die ausgeklügelten Hacking-Tools gelangen auch in Länder, die keine Rechtsstaaten sind und Oppositionelle aushorchen.

    Kurz nach der Jahrtausendwende kamen die ersten richtigen Smartphones auf den Markt. Seither setzten Geheimdienste in aller Welt darauf, in diese einzudringen, sagt Yotam Gutman, der Vermarktungschef der israelischen Firma «Sentinel One». Sie ist eine von vielen Cyberfirmen der selbsternannten Start-up-Nation. «Sentinel One» arbeitet nicht am digitalen Angriff, sondern an der Verteidigung: Die Firma schützt Unternehmen auf der ganzen Welt vor Hackerangriffen. Es gibt andere, die stehen auf der offensiven Seite: Firmen, die Software programmieren oder Hardware herstellen, welche Cyberangriffe ermöglichen.

    Dass das kleine Israel in der Cyberbranche weltweit führt, sei nicht Zufall sondern Notwendigkeit, sagt Gutman: «In unserer Konfliktregion mussten wir schlicht solche Instrumente entwickeln, um die Oberhand zu gewinnen.» Das Land verfügt über exzellente Universitäten; eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Technologie spielt aber auch die israelische Armee, deren Cybereinheiten jungen Israelis hochspezialisierte Ausbildung vermitteln.

    Die Hacking-Tools helfen Ermittlungsbehörden weltweit im Kampf gegen die Kriminalität. Allerdings, sie stossen auf Interesse auch bei repressiven Regimes, die Oppositionelle verfolgen, kritische Journalistinnen und Menschenrechtsaktivisten zum Schweigen bringen wollen.

    • 26 min
    Die Niederlande ringen mit ihrer Sklaverei-Vergangenheit

    Die Niederlande ringen mit ihrer Sklaverei-Vergangenheit

    Die Niederlande sind im 17. und 18. Jahrhundert reich geworden mit ihren Kolonien. Dass ein Teil dieses Vermögens mit Sklaverei erwirtschaftet wurde, war bisher kaum Thema im Land. Doch die karibische Gemeinschaft verschafft sich zunehmend Gehör und stösst damit langsam aber sicher ein Umdenken an.

    Sensationelle 160 Millionen Euro haben die beiden lebensgrossen Portraits eines Brautpaars aus der Mitte des 17. Jahrhunderts gekostet. Der Louvre und das Rijksmuseum haben sie gemeinsam gekauft. Schwarz gekleidet mit riesigen gestickten Kragen präsentieren sich die beiden Adeligen - Gold, Perlen und Seide zeugen von riesigem Reichtum: Es ist das Werk Rembrandts, des Nationalheiligen der Niederländerinnen und Niederländer. Die beiden Kunst-Ikonen kennen in den Niederlanden viele, als Ehrenleute blühender Zeiten, selbst als Playmobilfiguren gibt es sie zu kaufen. Aber nur wenige dürften beim Betrachten der Werke an Sklaverei denken. Valika Smeulders aber kann diese Gemälde nicht betrachten, ohne das menschenverachtende System der Unterdrückung mitzudenken, das den Niederländern in der Kolonialzeit einst dank Zuckerrohr- und Tabaksplantagen viel Reichtum brachte.

    «Wenn du ein solches Gemälde siehst, dann bist du dir immer dessen bewusst, dass dies jene Menschen waren, die ins karibische Gebiet kamen, um es zu erobern», sagt die Niederländerin mit karibischen Wurzeln. Und so kamen die beiden Portraits in eine Ausstellung im Rijksmuseum mit dem Titel «Sklaverei». Das allein ist schon ein grosser Schritt für die Niederlande und er zeigt, dass sich in Sachen Aufarbeitung der Kolonialzeit gerade Einiges tut.

    Aber das reiche nicht, sagt Haydie. Sie ist die Ur-Ur-Enkelin einer Leibeigenen aus Surinam. Jedes Jahr nimmt Haydie am 1. Juli an «Keti Koti» teil, dem Gedenktag, der an die Abschaffung der Sklaverei erinnert. Es wäre an der Zeit, dass sich die Niederlande entschuldigten: Für das grosse Unrecht und Leid, das sie in den fernen Kolonien, aber auch zu Hause in Amsterdam an Leibeigenen begangen haben.

    • 28 min

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