Kreisky Forum Talks

Kreiskyforum

Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog ist ein Ort des europäischen und globalen Denkens, der Solidarität und Zusammenarbeit. Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften. Der Podcast zur Stunde. Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/

  1. 22/12/2025

    Carolin Emcke: RESPEKT IST ZUMUTBAR

    “Aus Kreiskys Wohnzimmer“ Tessa Szyszkowitz im Gespräch mit Carolin Emcke RESPEKT IST ZUMUTBAR Der permanente Online-Auftritt, die ständige Erregtheit in Podcast- und Fernsehstudios verändert Persönlichkeiten bis zur Unkenntlichkeit, schreibt Emcke: „Um  auch  nur  etwas  politische  oder  mediale Aufmerksamkeit zu ergattern, werden Misstrauen und Ressentiments  gegen  andere  abgesondert.  Dabei  hat  sich  eine  Art  Exhibitionismus  der  Kaltherzigkeit  ausgebreitet,  der stolz und schamlos offenbart, was an geistigem Geiz und emotionaler Impotenz lieber verborgen bliebe.“ Was aber ist dieser Tiefstapelei entgegenzusetzen? Wer will schon den Rüpeln das Feld überlassen? Es ist außerdem immens wichtig, dass die Diskussionskultur sich nicht auf eine Weise radikalisiert, die ein Gespräch über gewisse Themen unmöglich macht. Carolin Emcke beobachtet dies gerade im Nahost-Konflikt, in der Auseinandersetzung zwischen Israel:innen und Palästinenser:innen  – und ihren Sympathisant:innen in Deutschland und generell in Europa. Respekt als Kernkategorie kann helfen. Und noch eine zutiefst menschliche Eigenschaft, die gerade im öffentlichen Diskurs verloren zu gehen droht: die Empathie. Caroline Emcke, Studium der Philosophie, Politik und Geschichte in London, Frankfurt am Main und an der Harvard University. Von 1998–2006 Redakteurin beim Spiegel, anschließend internationale Reporterin für Die ZEIT (2007–2014). Seit 2014 Kolumnistin der Süddeutschen Zeitung und freie Publizistin. Sie kuratiert und moderiert seit 2004/05 die Diskussionsreihe „Streitraum“ an der Berliner Schaubühne und seit 2023 den SZ-Podcast „In aller Ruhe“. Jüngste Publikationen u. a.: Respekt ist zumutbar (2025), Was wahr ist. Über Gewalt und Klima (2024), Für den Zweifel (2022). Auszeichnungen (Auswahl): Otto-Brenner-Preis, Deutscher Reporterpreis, Johann-Heinrich-Merck-Preis, Lessing-Preis, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, Carl-von-Ossietzky-Preis, Glas der Vernunft (2024), Mercator-Professur (2024). Tessa Szyszkowitz, ist eine österreichische Autorin und Journalistin, die in Jerusalem, Brüssel und Moskau als Auslandskorrespondentin arbeitete, bevor sie nach London zog. Sie schreibt für den Falter, ihre Artikel erscheinen auch im Tagesspiegel und der NZZ am Sonntag. Ihr jüngstes Buch: “Echte Engländer – Britain and Brexit” (2018). Sie ist ein Distinguished Fellow at the Royal United ervices Institute in London.

    51 min
  2. 19/12/2025

    25 YEARS OF STRATEGIC PARTNERSHIP IN TURBULENT TIMES - Africa-Europe relations and the Austrian Africa Strategy

    Geert Laporte, Miriam Mukalazi, Robert Zischg, Philomena Apiko, Georg Krenn, Jamie Just, Stephan Scholz 25 YEARS OF STRATEGIC PARTNERSHIP IN TURBULENT TIMESAfrica-Europe relations and the Austrian Africa Strategy   Twenty-five years have passed since the establishment of the EU–Africa Partnership at the first summit in Cairo, and seventeen years since the adoption of the historic Joint Africa–Europe Strategy in Lisbon in 2007, whose preamble says “Africa and Europe are bound together by history, culture, geography and a common future, as well as by a community of values – respect for human rights, freedom, equality, solidarity, justice, the rule of law and democracy.” Since then, the partnership has faced many tensions around diverging priorities like migration policies, vaccine distribution among others. The Russian invasion of Ukraine and the Israel–Hamas war have further exposed geopolitical rifts, and Brexit and the decline of French influence in West Africa have weakened Europe’s traditional position on the continent and African scholars and policymakers continue to question the notion of a “partnership of equals” as long as power asymmetries, colonial legacies and the full historical context remain insufficiently addressed. Today, Europe is challenged to engage as a genuine partner with a more self-confident Africa — an Africa that increasingly pursues its own interests and has strategic alternatives with China, India, Russia, or the Gulf states, in view of the new geopolitical and economic realities, the EU has a renewed interest to reach out to Africa with its emerging markets, trading and investment opportunities. According to EU President Antonio Costa, the 7th AU–EU Summit, held in Luanda on November 24–25 was set “strengthen cooperation in key areas such as economic integration, trade and investment, green transition, digitalization, migration, peace and security, multilateralism, and human development”. The Austrian Foreign Minister Meinl-Reisinger also emphasized that Africa is a continent of opportunity, marked by enormous economic potential and a dynamic young population and the new Austrian Africa Strategy, recently announced by the Austrian government, shall follow similar priorities. The event shall analyze the major achievements, potentials and challenges of the current AU – EU partnership, discuss the main results of the summit in Luanda from different point of views and explore how the priorities and modalities of the upcoming Austrian Africa Strategy could contribute to embolden a renewed partnership among equals.    ModeratorMiriam Mukalazi, Africa Policy Programme, VIDC Key noteGeert Laporte, Senior Associate of ECDPM, former Director of the European Think Tanks GroupAU-EU Summits-25 years of strategic partnership in turbulent times: What are the majors achievements, potentials and challenges of the current AU – EU partnership? DiscussantsRobert Zischg, Head of Department for Sub-Sahara Africa and the African Union, Austrian Federal Ministry for European and Internationals Affairs Philomena Apiko, Policy Analyst on AU-EU relations, ECPDM Jaimie Just, African European Civil Society Engagement Platform (CSEP/Concord) Georg Krenn, Austrian Commercial Counsellor & Head of ADVANTAGE AUSTRIA Cairo Stefan Scholz, design. Head of Department for Sub-Sahara Africa and the African Union, Austrian Federal Ministry for European and Internationals Affairs In cooperation with the ⁠Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC)⁠

    1h 26m
  3. 16/12/2025

    Hanno Sauer: KLASSE

    Robert Misik im Gespräch mit Hanno Sauer KLASSEDie Entstehung von Oben und Unten   Der Kampf um Prestige, Status und Ansehen Ökonomische Klassenspaltungen sind heute wieder stärker im Fokus der Aufmerksamkeit, aber auch die subtilen Klassenungleichheiten, die kleinen, aber markanten Abwertungen – und die krassen Distinktionen. Der Begriff des „Klassismus“, vor wenigen Jahren noch weitgehend unbekannt, ist zu einem gebräuchlichen Begriff für Chancenungleichheiten geworden. Ungleichheiten, die früher vielleicht auch akzeptiert waren, werden heute nicht einfach wie selbstverständlich hingenommen. Klassen durchdringen das gesamte Leben: unsere Werte, unsere Gefühle, unsere Freundschaften und Beziehungen, unseren Geschmack und unseren Lebensstil, unseren Beruf und unsere Finanzen. Es ist ein Thema, das wohl alle beschäftigt. Hanno Sauer untersucht, woher unsere Vorstellungen von Klasse und Status rühren, wie sie unsere Gesellschaft prägen und wie viele Klassen es eigentlich genau gibt. Packend und mitreißend beschreibt er, wie die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft unser Verständnis von Gesellschaft revolutionieren.   Hanno Sauer, Jahrgang 1983, der sich „gerade als neuer Star der öffentlichen Philosophie entpuppt“ (SRF „Sternstunde Philosophie“), ist Associate Professor of Philosophy und lehrt Ethik an der Universität Utrecht in den Niederlanden. Er ist Autor zahlreicher Fachaufsätze und mehrerer wissenschaftlicher Monografien. Zuletzt erschien von ihm „Moral: Die Erfindung von Gut und Böse“. Hanno Sauer lebt mit seiner Familie in Düsseldorf. Mit seinem Buch „Klasse“ steht er auf der Shortlist für das Wissenschaftsbuch des Jahres 2026. Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist

    1h 2m
  4. 12/12/2025 · BONUS

    Dora Maria Téllez: NICARAGUA – WAS IST AUS DER REVOLUTION GEWORDEN? (Spanisch-Deutsch)

    Raimund Löw im Gespräch mit Dora Maria Téllez NICARAGUA – WAS IST AUS DER REVOLUTION GEWORDEN?Das Gespräch verläuft zweisprachig: Die Fragen werden auf Deutsch gestellt, die Antworten auf Spanisch gegeben. Dora María Téllez hatte als junge Frau am bewaffneten Aufstand gegen den nicaraguanischen Diktator Somoza Seite an Seite mit dem heutigen Präsidenten Daniel Ortega teilgenommen. Sie war in der sandinistischen Revolution 1979 eine hochrangige Kommandantin und in der sandinistischen Regierung der 1980er Jahre unter anderem Gesundheitsministerin. Nach den Wahlen 1990, bei denen die Sandinisten abgewählt wurden, trennten sich die Wege zahlreicher ehemaliger KämpferInnen von dem immer autokratischer agierenden Ortega. So gründete Dora Maria Tellez zusammen mit anderen sandinistischen Intellektuellen die sandinistische Reformpartei, der u.a. auch die Schriftsteller Sergio Ramirez und Ernesto Cardenal angehörten. Daniel Ortega wurde 2007 als Präsident Nicaraguas wiedergewählt. 2008 hat er die Partei der sandinistischen Reformer verboten. Im Juni 2021 wurde Dora María Téllez inhaftiert und im Februar 2023 nach mehr als eineinhalb Jahren Haft zusammen mit 222 anderen politischen Häftlingen in die USA zwangsexiliert. Sie lebt heute als politischer Flüchtling in Spanien. Ihre Stelle als „Visiting Fellow“ an der Universität Harvard konnte sie wegen der restriktiven US-Migrationspolitik im Sommersemester 2025 nicht mehr antreten. 45 Jahre nach dem Sieg der Sandinisten stellt sich die Frage, was von einer Revolution geblieben ist, die damals eine breite internationale Solidaritätsbewegung mobilisiert hat. Junge Menschen aus der politischen Linken und dem christlichen Lager aus Lateinamerika, Europa und den USA hatten sich am Wiederaufbau des Landes beteiligt – auch als sich der politische Freiraum ab 1985 infolge des, von den USA unterstützten, sogenannten „Contra-Kriegs“ zunehmend einschränkte und die menschlichen und wirtschaftlichen Belastungen für die Bevölkerung enorm hoch wurden. Aber ist die Diktatur unter dem ehemaligen Guerillero Daniel Ortega inzwischen nicht genauso repressiv wie das Regime Somozas, das die Sandinisten gestürzt hatten? Begrüßung:Claudia Thallmayer, Koordinatorin von WIDE – Entwicklungspolitisches Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven Moderation:Raimund Löw, Journalist und Gestalter des Podcast Falter Radio, ehemaliger Korrespondent des ORF in Peking, Brüssel und Washington DC. In Kooperation mit dem Entwicklungspolitischen Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven WIDE

    1h 17m
  5. 01/12/2025

    Philippa Sigl-Glöckner: EUROPA IM SPARWAHN

    Robert Misik im Gespräch mit Philippa Sigl-Glöckner EUROPA IM SPARWAHN   Droht Europa durch neue Austeritätspolitik seine Zukunft zu verspielen?   Österreich steht im Bann der Budgetprobleme und der notwendigen Konsolidierungspolitik – was harte Kürzungen im Staatshaushalt nötig machte, um eine Explosion des Defizits zu verhindern. Aber viele europäische Partnerländer haben ähnliche Probleme. Die Europäische Union hat ihren „Stabilitätspakt“, der einige Jahre ausgesetzt war, neu aufgesetzt. Viele EU-Staaten müssen nun sparen und notwenige Investitionen können nicht getätigt werden. Deutschland hat zwar ein großes Investitionsprogramm gestartet und die Schuldenbremse modifiziert – aber auch bei unserem Nachbarn gibt es bereits harte Diskussionen über Budgetdefizite und Staatsschulden. Die Ökonomin, Podcasterin und Think-Tank-Leiterin Philippa Sigl-Glöckner kennt wie kaum eine andere Expertin die Komplexitäten von Staatshaushalten und der EU-Budgetpolitik und skizziert, wie der Balanceakt zu schaffen ist: Nämlich Investitionen mobilisieren, die Konjunktur anzukurbeln und die Defizite in einem nachhaltigen Rahmen zu halten.   Philippa Sigl-Glöckner ist eine deutsche Ökonomin und Gründungsdirektorin der Denkfabrik Dezernat Zukunft – Institut für Makrofinanzen. Seit 2020 gehört sie dem Wirtschaftspolitischen Beirat der SPD an. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die Weiterentwicklung der Geld- und Wirtschaftspolitik Deutschlands. In früheren Stationen ihrer Laufbahn arbeitete sie unter anderem für die Weltbank und im deutschen Finanzministerium. Moderation:Robert Misik, Autor und Journalist

    56 min
  6. 26/11/2025

    Yishai Sarid: CHAMÄLEON

    Tessa Szyszkowitz in conversation with Yishai Sarid CHAMÄLEONIsrael is changing, how is this reflected in its literature? Yishai Sarid has dealt with the psychological situation of the Israelis society in previous books. In “Monster” he dealt with the deep influence of the Holocaust on the thinking of Israelis. In his newest one, “Chamäleon”, he turns to the question how right-wing populist policies are changing Israel. And how October 7th has fundamentally changed Israel. The reaction to October 7th polarises the society, it radicalizes government politics, it also creates rifts within families. The fictional family in “Chamäleon” goes through this process with main character, the journalist Shai Tamus, being promoted by the Prime minister, slips into darker right wing conspiracy theories, while his wife and daughter join the protests against the government. In August 2025 Yishai Sarid signed an Israeli Artists’ petition to stop the atrocities against the civilian population in Gaza and to stop the war. He also spoke at demonstrations held in Israel against the right-wing government and its policies. As son of the left-wing politician Yossi Sarid the author grew up in a Zionist family committed to peace with Palestinians. Sarid addresses recent events in the political developments and the changes in Israelis society: How has the memory of the Holocaust been used to shape Israeli identity and how important is the critical discourse on historiography in a country with different narratives and claims to a land at this crucial moment in Israeli history, when different concepts of Zionism – from liberal secular to national-religious extremes – clash?   Yishai Sarid, born in Tel Aviv in 1965, is a lawyer and novelist. The award-winning author – the Bernstein Prize, the Brenner Prize, and the Levi Eshkol Literary Award for Hebrew literature, and in France, the Grand prix de littérature policière – wrote bestsellers like “Monster” and “Schwachstellen”. His latest book “Chamäleon” was published in September 2025 in German. Sarid lives in Tel Aviv. Tessa Szyszkowitz is an author and journalist living in London. She writes for the Austrian weekly Falter and occasionally for the German daily Tagesspiegel and the Swiss NZZ am Sonntag. Her latest book was “Echte Engländer – Britain and Brexit” (2018).

    1h 4m

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