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Boerse Express

Der Podcast des Börse Express rund um die Themen Geldanlage, Kapitalmarkt und Börse.

Folgen

  1. 15. Juli

    Vom inflationären Boom, den Begleitern Bitcoin und Gold und warum Aktien 1. Wahl bleiben (G. Winzer)

    In Folge 84 des Podcasts „Von Bullen und Bären“ hatten wir Harald Schartner, Leiter des Privatkundengeschäfts der Onlinebank DADAT zu Gast. Und Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management. Geopolitische Krisen, Inflationssorgen, steigende Zinsen und ein anhaltender KI-Boom – das Börsenjahr liefert reichlich Stoff für Verunsicherung. Dennoch zeigt sich die Weltwirtschaft bemerkenswert widerstandsfähig. Genau darin sieht Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management, die größte Überraschung des bisherigen Jahres: Weder Konflikte noch Zollstreitigkeiten oder Energiepreisschocks konnten den globalen Aufschwung nachhaltig bremsen. Die Finanzmärkte haben Rückschläge rasch verarbeitet und zunehmend wieder ein konstruktives Szenario eingepreist. Für Winzer spricht vieles dafür, dass sich die Weltwirtschaft nicht am Ende, sondern am Beginn eines neuen Wirtschaftszyklus befindet. Sinkende Energiepreise dürften der Kaufkraft im zweiten Halbjahr zusätzlichen Rückenwind verleihen. Gleichzeitig erwartet er, dass die Inflation strukturell erhöht bleibt – nicht für Quartale, sondern für Jahre. Das klassische Zwei-Prozent-Ziel der Notenbanken wird damit eher zur Ausnahme als zur Regel. Trotz dieser Ausgangslage rechnet Winzer nicht mit einer restriktiven Geldpolitik. Vereinzelte Zinsschritte sind zwar möglich, insgesamt werden die Zentralbanken das Wachstum aber weiter unterstützen. Die Konsequenz: Ein Umfeld, das Aktien grundsätzlich begünstigt, während Staatsanleihen angesichts aus seiner Sicht zu niedriger Renditen weniger attraktiv erscheinen. Dass Aktien teuer bewertet sind, bestreitet Winzer nicht. Hohe Kurs-Gewinn-Verhältnisse seien jedoch allein kein ausreichendes Verkaufsargument. Technologische Umbrüche haben in der Vergangenheit regelmäßig zu Übertreibungen geführt – allerdings oft über Jahre hinweg. Entscheidend bleibt weniger die Bewertung, als das makroökonomische Regime aus robustem Wachstum und anhaltender Inflation. Bei der DADAT Bank spiegelt sich dieses Bild im Verhalten der Privatanleger wider. Laut Harald Schnartner bleibt der Fokus klar auf den USA und insbesondere auf Technologiewerten gerichtet. Ob direkt über Einzelaktien wie Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon oder Alphabet oder indirekt über ETFs auf den MSCI World, Nasdaq oder S&P 500 – US-Technologie dominiert die Depots. Schartner weist allerdings auf die hohe Konzentration in vielen Weltindizes hin. Wer heute glaubt, breit gestreut investiert zu sein, ist automatisch auch stark in US-Tech investiert. Anleger sollten deshalb regelmäßig prüfen, ob diese Gewichtung noch zur eigenen Risikostruktur passt. Interessant: Während viele Privatanleger den US-Dollar kaum absichern und Währungsschwankungen eher als Chance betrachten, sieht Winzer langfristig durchaus Belastungsfaktoren für die US-Währung. Bei der Asset Allocation geht die Erste AM dennoch bewusst einen Schritt gegen den Markt. Aktien bleiben insgesamt übergewichtet, innerhalb der Aktienquote wurden die USA jedoch reduziert und Europa aufgestockt. Nach Jahren der Underperformance sieht Winzer hier wieder steigendes Potenzial. Innerhalb der USA setzt er zudem stärker auf Qualitätswerte als auf die bisherigen Highflyer. Auch Gold bleibt für ihn ein fixer Bestandteil langfristiger Portfolios – weniger wegen laufender Erträge als aufgrund seiner Funktion als Inflations- und Krisenschutz. Bitcoin betrachtet er vorsichtiger, sieht aber langfristig Aufwärtspotenzial. https://www.dad.at/ https://www.erste-am.at/de/private-anleger https://www.boerse-express.com/

  2. 30. Juni

    Von neuen Maßstäben, der Wahl des richtigen Werkzeugs und der Chance Volatilität (Philipp Arnold)

    Es gibt Serien, die wirken irgendwann selbstverständlich. Sind sie aber nicht. Als Raiffeisen Zertifikate bei den Zertifikate Awards Austria zum 20. Mal in Folge als Gesamtsieger ausgezeichnet wurden, war selbst bei Philipp Arnold, Leiter des Zertifikategeschäfts der Raiffeisen Bank International, ein gewisser Druck spürbar. „Nach 19 Siegen möchte man die 20 natürlich auch erreichen“, räumt er ein. Das Jubiläum sei allerdings weniger ein Anlass zum Zurücklehnen als vielmehr Ansporn, die Erfolgsserie fortzusetzen. Die Zahlen geben ihm recht. Das Neugeschäft bei Raiffeisen Zertifikate liegt bis Ende Mai um rund 23 Prozent über dem Vorjahr. Ein Wachstum, das sich nahezu deckungsgleich mit den Entwicklungen bei der DADAT zeigt. Deren Vorstand Ernst Huber berichtet von einem kräftigen Plus sowohl bei Neukunden als auch bei den Transaktionen. Allein die Abschaffung der Depotgebühr habe zusätzlichen Rückenwind gebracht. Doch Gebühren allein erklären den Boom nicht. Das Interesse privater Anleger am Kapitalmarkt steigt. ETFs bleiben gefragt, Aktien ebenfalls – und zunehmend auch Zertifikate. Gerade in einem Umfeld hoher Bewertungen und anhaltender Unsicherheit suchen Investoren nach Produkten, die mehr können als nur auf steigende Kurse zu setzen. Genau hier sieht Arnold die Stärke von Zertifikaten. Die Marktverwerfungen rund um geopolitische Krisen oder die Zollankündigungen aus den USA hätten gezeigt, dass Anleger mittlerweile anders reagieren als früher. Statt panisch zu verkaufen, würden viele gezielt Rücksetzer nutzen. „An volatilen Handelstagen haben wir mehr Zuflüsse als Abflüsse gesehen“, sagt Arnold. Informationsarbeit und Finanzbildung tragen zunehmend Früchte. Mit einem ausstehenden Marktvolumen von rund 18 Mrd. Euro sieht Arnold das Wachstumspotenzial längst nicht ausgeschöpft. Entscheidend sei dabei weniger die absolute Marktgröße als der Produktlebenszyklus. Viele Zertifikate laufen planmäßig aus. Zufriedene Anleger investieren anschließend erneut – ein wesentlicher Wachstumsmotor der Branche. Den Schwerpunkt setzt Raiffeisen dabei klar auf Anlageprodukte. Kapitalschutz- und Bonuszertifikate dominieren das Geschäft. Besonders erfolgreich ist seit Jahren die Serie „Bonus & Sicherheit“. Ihr Konzept: Solange ein zugrunde liegender Index nicht unter eine festgelegte Barriere fällt, erhält der Anleger am Laufzeitende sein eingesetztes Kapital samt Bonus zurück. Dafür verzichtet er auf unbegrenzte Gewinnchancen nach oben. Wer mehr Partizipation möchte, findet mit der Serie „Bonus & Wachstum“ eine offensivere Variante mit niedrigerem Sicherheitspuffer. Auch Innovation bleibt ein Wettbewerbsvorteil. Ausgezeichnet wurde heuer unter anderem ein ansparfähiges Bonuszertifikat mit unbegrenzter Laufzeit – ein Produkt, das klassische Sparpläne mit den Eigenschaften eines Bonuszertifikats verbindet. Für Arnold lassen sich die Argumente für Zertifikate auf drei Punkte reduzieren: Renditechancen auch in Seitwärtsmärkten, hohe Flexibilität durch laufende Handelbarkeit sowie die Möglichkeit, das persönliche Chance-Risiko-Profil gezielt abzubilden. Gleichzeitig mahnt er zur Risikobewusstheit. Zertifikate seien keine Selbstläufer. Das Emittentenrisiko und die produktspezifischen Eigenschaften müssten verstanden werden. Oder, wie Ernst Huber den Blick auf die Geldanlage insgesamt zusammenfasst: Wer langfristig Vermögen erhalten wolle, komme am Kapitalmarkt kaum vorbei. Das Sparbuch allein werde diese Aufgabe nicht erfüllen https://www.dad.at https://www.raiffeisenzertifikate.at https://www.boerse-express.com/

  3. 25. Juni

    Volker Meinel (BNP Paribas): Wer Sicherheit sucht, gibt Rendite auf

    Mit dem 13. Sieg bei den Zertifikate Awards Austria in der Kategorie Hebelprodukte unterstrich BNP Paribas seine langjährige Dominanz in diesem Bereich. Für Volker Meinel, verantwortlich für das Zertifikategeschäft von BNP Paribas, ist der Erfolg kein Zufall: Entscheidend seien Kontinuität, verlässliche Preisstellung, lange Handelszeiten sowie ein umfassendes Service- und Ausbildungsangebot. Nicht einzelne Produkte, sondern das Gesamtpaket machen den Unterschied. Dass BNP Paribas weit mehr als ein reines „Hebelhaus“ ist, zeigen weitere Spitzenplatzierungen bei Bonus-, Express- und Indexzertifikaten sowie Auszeichnungen in Deutschland. Unterschiede zwischen den beiden Märkten sieht Meinel weniger im Anlageverhalten als in den Schwerpunkten der jeweiligen Awards. Auffällig sei allerdings die höhere Risikobereitschaft österreichischer Anleger. Bonus oder Express? Bei den beliebten Anlagezertifikaten erklärt Meinel die Unterschiede zwischen Express- und Bonuszertifikaten anhand ihres Risikoprofils. Express-Zertifikate gelten als die konservativere Variante. Wer mehr Renditechancen sucht, greift eher zum Bonus-Zertifikat, wer planbarere Erträge bevorzugt, zum Express. Ein wesentlicher Bestandteil der BNP-Paribas-Strategie ist die Wissensvermittlung. Meinel betont, dass strukturierte Produkte erklärungsbedürftig sind und Anleger diese verstehen sollten, bevor sie investieren. Neben der bekannten „Licht-an“-Videoreihe setzt das Haus auf Trader-Handbücher, die Born Academy für Charttechnik sowie tägliche Markt- und Chartanalysen. Der Anspruch: Anleger auf jedem Wissensniveau abzuholen und gleichzeitig über direkten Austausch wertvolle Rückmeldungen für die Produktentwicklung zu erhalten. Im aktuellen Marktumfeld beobachtet Meinel einen klaren Trend zu Produkten mit besonders tiefen Barrieren – teilweise nur bei 50 Prozent des Ausgangsniveaus. Dies spiegle die Vorsicht vieler Investoren wider, die trotz freundlicher Märkte weitere Rückschläge nicht ausschließen. Die Kehrseite: Mehr Sicherheit bedeutet meist geringere Renditechancen. Als aktuelle Innovation hebt Meinel ein Kapitalschutz-Zertifikat auf den MSCI World hervor. Das Produkt bietet zum Laufzeitende einen vollständigen Kapitalschutz und die Chance auf einen vorzeitigen Bonus von 15 Prozent, falls bestimmte Bedingungen bereits nach 30 Monaten erfüllt werden. Damit verbindet es Sicherheit mit einer attraktiven Renditeperspektive. Warum sollten Anleger Zertifikate überhaupt in Betracht ziehen? Für Meinel liegt die Antwort in ihrer Flexibilität. Sie ermöglichen es, Marktmeinungen präziser umzusetzen als klassische Direktinvestments. Ob Seitwärtsmärkte, moderate Kursanstiege oder gezielte Absicherungen – Zertifikate eröffnen Strategien, die mit Aktien allein oft nicht möglich sind. Voraussetzung sei allerdings Disziplin. Wer Risiken bewusst steuert und nur einen angemessenen Teil seines Vermögens in spekulative Produkte investiert, könne die Renditechancen deutlich verbessern. Abschließend verweist Meinel auf das wachsende Interesse an Exchange Traded Commodities (ETCs). Diese ermöglichen die direkte Partizipation an Rohstoffentwicklungen, etwa bei Gold, Silber oder Öl. Besonders bei Öl sorgen rolloptimierte Konstruktionen dafür, dass Anleger sich nicht selbst um den Wechsel von Futures-Kontrakten kümmern müssen. Während Gold oft auch physisch gekauft wird, stehen bei Öl die Handels- und Spekulationsmöglichkeiten klar im Vordergrund. Fazit: Zertifikate bleiben ein Werkzeugkasten für Anleger, die mehr wollen als das klassische 1:1-Investment. http://www.bnpp.at https://www.boerse-express.com/

  4. 24. Juni

    Marc Zoll , terrAssisi: Wenn franziskanische Werte auf die Börse treffen...

    Bettelorden und Aktienfonds – auf den ersten Blick scheint das ein Widerspruch. Für Marc Zoll, Director bei TerrAssisi, ist es jedoch eine logische Verbindung. Nicht das Geld selbst sei das Problem, sondern der Umgang damit. Genau hier setzt die von den Franziskanern initiierte Fondsfamilie an: Kapital soll wirken, in Bewegung bleiben und verantwortungsvoll eingesetzt werden. Zolls eigener Weg zu TerrAssisi verlief alles andere als geradlinig. Der studierte Philosoph wechselte zunächst in die Versicherungsbranche, weil er überzeugt war, dass sich Werte, Verantwortung und Finanzwirtschaft verbinden lassen. Die Realität des Vertriebs ... Prägend für seine Sichtweise war auch eine Phase als alleinerziehender Vater. Die wichtigste Erkenntnis daraus: die Bedeutung der Gegenwart. Kinder leben weder in den Sorgen der Zukunft noch in den Fehlern der Vergangenheit. Diese Erfahrung beeinflusst bis heute seine persönliche wie berufliche Haltung. Der besondere Charakter von terrAssisi liegt in seiner Entstehungsgeschichte. Ausgangspunkt war die Erkenntnis der Franziskaner, dass ihre eigenen Geldanlagen nicht immer mit den eigenen Werten übereinstimmten. Anfang der 1990er-Jahre führte dies zur Entwicklung eines umfassenden Kriterienkatalogs für ethisches Investieren. Daraus entwickelte sich schließlich die TerrAssisi-Fondsfamilie. Die Titelauswahl erfolgt bis heute in zwei Stufen. Zunächst werden Unternehmen mit hoher ESG-Qualität identifiziert. Anschließend greifen die spezifischen Ausschlusskriterien der Franziskaner. Investitionen in Waffen, kontroverse Geschäftspraktiken oder schwerwiegende Verstöße gegen Menschen- und Arbeitsrechte sind ausgeschlossen. Erst danach erfolgt die klassische Fundamentalanalyse. Das Ergebnis ist ein bewusst defensiv ausgerichtetes Portfolio mit Schwerpunkt auf Qualitätsunternehmen, nachhaltigem Gewinnwachstum und Dividendenstärke. Anders als viele ESG-Konzepte betrachtet terrAssisi Nachhaltigkeit nicht ausschließlich durch die Klimabrille. Neben Umweltfragen spielen soziale Aspekte und gute Unternehmensführung eine gleichwertige Rolle. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die sogenannte doppelte Wirkung. Teile der Verwaltungsvergütung fließen direkt in soziale Projekte des Hilfswerks Franziskaner Helfen. Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe statt dauerhafter Abhängigkeit. An den Kapitalmärkten bleibt terrAssisi seiner langfristigen Philosophie treu. Trotz geopolitischer Unsicherheiten, technologischer Umbrüche und kurzfristiger Marktschwankungen setzt das Management auf Fundamentaldaten statt auf Modetrends. Investiert wird nicht in Volkswirtschaften oder politische Narrative, sondern in Unternehmen mit stabilen Cashflows, nachhaltigem Gewinnwachstum und soliden Geschäftsmodellen. Mit dem neuen Europa-Fonds reagiert terrAssisi dennoch auf veränderte Marktbedingungen. Die starke Konzentration globaler Indizes auf US-Technologieunternehmen soll durch ein eigenständiges europäisches Portfolio ergänzt werden. Im Fokus stehen Qualitätsunternehmen wie ASML, AXA oder der italienische Kabelhersteller Prysmian. Derzeit einziger Österreicher im Portfolio ist Andritz. Für Marc Zoll bleibt dabei eines entscheidend: Ideale sind keine unrealistischen Ziele, sondern Orientierungspunkte. Man müsse sie nicht erreichen, um von ihnen zu profitieren. Sie helfen dabei, in einer komplexen Welt die Richtung zu halten. Genau diesen Anspruch verfolgt terrAssisi – Rendite erwirtschaften, ohne Menschlichkeit, Verantwortung und ethische Grundsätze aus dem Blick zu verlieren. https://www.terrassisi.de/ https://www.boerse-express.com/

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