Heiligenschein

Der SONNTAG

Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

  1. vor 7 Std.

    9. August: Edith Stein

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Heute hat die jüngste Patronin Europas Gedenktag: Edith Stein, eine Intellektuelle und Brückenbauerin zwischen Judentum und Christentum, Opfer der Nazis.Edith Steins Weg zum GlaubenSie kam 1891 in Breslau in Polen in eine wohlhabende jüdische Holzhändlerfamilie zur Welt, wurde aber als Jugendliche Atheistin. Sie studierte dann Psychologie, Philosophie, Germanistik und Geschichte und promovierte summa cum laude. Als Frau und Jüdin durfte sie sich aber nicht habilitieren. Die von ihr so gesuchte Wahrheit fand Edith Stein schließlich bei der Lektüre der Autobiographie der Karmelitin Teresa von Avila. Mit 31 ließ sie sich taufen und wollte Nonne werden, davon wurde ihr aber abgeraten. So arbeitete sie 10 Jahre lang in der Lehrerbildung und hielt zahlreiche Vorträge zu den Themen Pädagogik, Bildung und Schule. Märtyrerin und Patronin EuropasErst 1933 durfte Edith Stein Karmelitin werden. Anlässlich des Anschlusses Österreichs 1938 verriet ihre eigene Priorin den Nazis Edith Steins jüdische Abstammung. Deshalb floh sie 1939 ins Kloster nach Echt in den Niederlanden. 3 Jahre später protestierten die niederländischen Bischöfe gegen Deportationen. Die Antwort der Nazis war die Deportation von Konvertiten, unter ihnen Edith Stein. Sie wurde am 9. August 1942 mit 51 Jahren in Auschwitz ermordet. 1998 wurde sie heiliggesprochen und 1999 gemeinsam mit Birgitta von Schweden und Katharina von Siena Schutzpatronin Europas. Und 2008 wurde Edith Stein in die bayrische Ruhmeshalle Walhalla aufgenommen.   Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠.

    9. August: Edith Stein
  2. vor 6 Tagen

    3. August: Lydia von Philippi

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Sie ist der Tradition nach nicht mehr und nicht weniger als die erste Christin in Europa, die Frau aus Lydien, einer Landschaft im Westen der heutigen Türkei: Lydia. Konkret Lydia von Philippi.Lydia – Purpurhändlerin aus Philippi Von ihr berichtet die Apostelgeschichte. Lydia stammte aus Thyatira in der heutigen Türkei und lebte im griechischen Philippi als Purpurhändlerin. Die Farbe Purpur war damals sehr wertvoll. Um damit handeln zu können, brauchte man Geld. Lydia war demnach wohlhabend. Vielleicht hatte sie sich in Philippi angesiedelt, weil die Stadt auf der Haupthandelsstrasse, der «Via Egnatia», lag, die nach Rom führte. Und dort nannte man die Frau aus Lydien dann eben „die Lydierin“. Möglich ist auch, dass sie Sklavin gewesen war, denn diese wurden oft nach ihrer Herkunftslandschaft benannt. Wie auch immer - Lydia war Hausherrin. Sie war demnach entweder ledig oder verwitwet, jedenfalls alleinstehend. Sie sympathisierte mit dem Judentum, ohne es anzunehmen. Als sie Paulus während seines Aufenthaltes in Philippi kennenlernte und ihn von Christus sprechen hörte, ließ sie sich sofort taufen und alle Angehörigen dazu. Somit wurde sie die erste Christin in Europa. Lydia als Gastgeberin der Gemeinde Nachdem man Paulus in Philippi ins Gefängnis geworfen und am nächsten Morgen wieder frei gelassen hatte, kehrten er und sein Begleiter noch einmal bei ihr ein, um sich zu verabschieden. In ihrem Haus versammelte sich fortan die Christengemeinde von Philippi und unterstützte Paulus finanziell, was wohl auch ihr Verdienst war. Lydia war somit herausragend: als erste Christin Europas, als Gemeindeleiterin und als Mäzenin. Namenstag haben heute auch Benno und Peter. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠.

    3. August: Lydia von Philippi
  3. 31. Juli

    31. Juli: Heiliger Ignatius von Loyola

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Hätte es im 15. Jahrhundert  schon das Internet gegeben, wer weiß, ob wir nicht um diesen großen Heiligen ärmer wären: Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens. Ignatius nimmt die Bibel an sich Er wurde 1491 auf Schloss Loyola im Baskenland geboren. Mit etwa 13 wurde er Page am Hofe des königlichen Schatzmeisters. Er war ein leidenschaftlicher Spieler und liebte schöne Frauen. Mit 26 Jahren trat der ehrgeizige junge Mann in den Dienst des kastilischen Vizekönigs zu Navarra. Doch dann wurde während einer Schlacht sein Bein von einer Kanonenkugel zertrümmert. Ignatius war monatelang ans Bett gefesselt. Aus Langeweile wollte der Dreißigjährige Ritterromanzen lesen, aber im elterlichen Schloss gab es nur ein Buch über das Leben Jesu und Heiligenlegenden. Und eben kein Internet, sonst – tja… So aber las er notgedrungen die Legenden, und die bewirkten in ihm eine allmähliche Änderung seiner Lebenseinstellung. Er wollte nun ein geistliches Leben führen. Ignatius von Loyola: Gründer des Jesuitenordens Es dauerte mehrere Jahre, bis Ignatius die für ihn passende Form fand. Mit 43 gründete er in Paris mit sechs Studienkollegen eine Bruderschaft, die sie später die Gesellschaft Jesu nannten. Neu war, dass sie keine Ordenstracht trugen, keine fixen Gebetszeiten hatten und sich ganz dem Papst und der Mission unterstellten. Das Konzept ging voll auf. Ignatius von Loyola starb mit 64 am 31. Juli 1556 in Rom an einem Magenleiden. Da hatte der Orden bereits 1000 Mitglieder. 1622 wurde er heiliggesprochen.Namenstag haben heute auch Elisabeth und Helena. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠.

    31. Juli: Heiliger Ignatius von Loyola
  4. 14. Juli

    14. Juli: Kamillus von Lellis

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Während der Schlacht von Solferino 1859 beobachtete der Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant, der zufällig in der Gegend war, dass die einzigen, die sich um die Verletzten kümmerten, Ordensmänner waren, die sich dabei selbst in Todesgefahr begaben. Kamillus von Lellis: Inspiration für Henry Dunant Weithin sichtbar waren auf ihren schwarzen Kutten rote Kreuze. Henry Dunant beschloss, eine Hilfsorganisation zu gründen, und das rote Kreuz der Ordensmänner als Symbol zu wählen. Der Gründer des Ordens war der Italiener Kamillus von Lellis. Der Lebenswandel des Kamillus von Lellis Er kam 1550 Pescara als Sohn eines Offiziers zur Welt. Nach einer Karriere in der Kirche sah es bei ihm lange nicht aus. Er war Soldat, spielsüchtig und cholerisch. Seinen Soldatendienst musste er wegen einer chronischen Wunde am Fuß aufgeben. Seine Spielsucht kostete ihn buchstäblich sein letztes Hemd, und seine Zornausbrüche seine Stelle in einem römischen Krankenhaus. Mit 24 Jahren wurde Kamillus gläubig und änderte seinen Lebensstil radikal. Er wurde Krankenpfleger und Priester. Die herkömmliche Krankenpflege war ihm aber nicht ausreichend. Er gründete daher mit 32 Jahren einen Orden, der heute nach ihm Kamillianer genannt wird. Seine Mitglieder pflegen Kranke auch unter Lebensgefahr. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠.

    14. Juli: Kamillus von Lellis
  5. 6. Juli

    6. Juli: Selige Maria Theresia Gräfin Ledochowska

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Im Heiligenlexikon steht unterhalb des Namens der heutigen Seligen: Deckname Alexander Halka. Diesen brauchte sie, weil sie Autorin und Verlegerin war und als Frau zu ihrer Zeit nicht ernst genommen worden wäre. Und einen Orden hat sie nebenbei auch gegründet. Mutter Afrikas: Maria Theresia Gräfin Ledochowska brennt für Afrika Ihr richtiger Name war Maria Theresia Gräfin Ledochowska. Die Schriften, die sie verfasste und in ihrem eigenen Verlag herausgab, hatten alle ein Thema: Afrika. Ledochowska brannte für Afrika und die Abschaffung der Sklaverei und hat den Beinamen „Mutter Afrikas“ erhalten. Wie kam es dazu, dass die österreichische Adelige mit polnischen Wurzeln aus Loosdorf bei Melk diesen internationalen Titel erhielt? Maria Theresia Ledochowska: Von der Hofdame zur Ordensgründerin Ledochwska kam 1863 zur Welt. Mit 22 Jahren trat sie in den Dienst der Großherzogin Alice von Toskana in Salzburg. Kurz darauf hörte sie von Kardinal Charles Lavigerie, der sich gegen die Sklaverei einsetzte, und verließ den Hof, um sich dem Fundraising für die Mission zu widmen. Sie sammelte Mitarbeiterinnen um sich. Daraus entstand eine Vereinigung zum Kampf gegen die Sklaverei in Afrika, aus der der Orden der Missionsschwestern vom heiligen Petrus Claver wurde; deren Aufgabe war die finanzielle Unterstützung der Missionare, und die Herausgabe religiöser Bücher in afrikanischen Sprachen; dafür wurde im Missionshaus Maria Sorg in Bergheim bei Salzburg eine eigene Druckerei errichtet. Mit Medien gegen die Sklaverei Maria Theresia Ledochowska war ein Marketinggenie. 1899 verfasste sie das Drama: „Zaida“, in dem sie die Folgen der Sklaverei vor allem für Frauen thematisierte. Sie gab Zeitschriften heraus und kuratierte Wanderausstellungen, um über das Leben in Afrika und vor allem über die Sklaverei zu informieren. Sie organisierte mehrtätige Informationsveranstaltungen und hielt Vorträge, was für eine Frau ihrer Zeit sehr ungewöhnlich war. Doch auch nach Afrika gingen Schriften, denn Maria Theresia gab Schulbücher in Hunderten afrikanischen Sprachen heraus. Die Zeitschrift „Echo aus Afrika“ erscheint seit 1920. Und so wurde aus der Gräfin und Missionsnärrin auch noch die „Mutter Afrikas“, die selbst nie in Afrika war. Maria Theresia Ledochowska starb mit 59 am 6. Juli 1922 in Rom und wurde 1975 seliggesprochen. Ihre Schwester Ursula ist übrigens eine Heilige. Aber das ist eine andere Geschichte, nämlich die vom 29. Mai. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im ⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠.

    6. Juli: Selige Maria Theresia Gräfin Ledochowska
  6. 19. Juni

    19. Juni: Heilige Juliana Falconieri

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Juliana Falconieri wurde um das Jahr 1270 in Florenz geboren. Sie war vermutlich eine Nichte des heiligen Alexius Falconieri, eines der sieben Gründerväter des Servitenordens. Juliana entscheidet sich früh für Gott und den Dienst an den Bedürftigen Im Alter von 14 Jahren verlor Juliana ihren Vater. Sie blieb bei ihrer Mutter, um sich liebevoll um sie zu kümmern, und weihte zugleich ihr eigenes Leben Gott. Sie lebte nach den evangelischen Räten, nahm am Gebetsleben der Serviten teil und widmete sich mit großem Einsatz den Armen. Bald schlossen sich ihr Gleichgesinnte an. Die jungen Frauen erhielten für ihren Dienst ein eigenes Gewand, woraus sich später die Bezeichnung „Mantellatinnen“ entwickelte. Nach dem Verlust der Mutter gründet Juliana ein Kloster Erst nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1305 gründete sie ein Kloster zur Pflege der Kranken. Aus den Mantellatinnen gingen die Dienerinnen Mariä hervor, heute als Servitinnen bekannt, die sich auch der Erziehung zuwandten. Der Überlieferung nach wollte sie auf dem Sterbebett noch die Eucharistie empfangen, konnte die Hostie jedoch nicht mehr schlucken. Man legte sie ihr daher auf die Brust, wo sie sogleich verschwand und Juliana zugleich starb. In Österreich leben Servitinnen heute in Wien-Mauer. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

    19. Juni: Heilige Juliana Falconieri
  7. 11. Juni

    11. Juni: Selige Hildegard Burjan

    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Hildegard Burjan wurde 1883 in Görlitz in Sachsen geboren und wuchs als liberale Jüdin auf. Nach einem langen Aufenthalt in einem Ordensspital trat sie im Alter von 26 Jahren zum katholischen Glauben über. Hildegard und ihr selbstbestimmtes Leben Als eine der ersten Frauen studierte sie Philosophie und Sozialwissenschaften und heiratete den Ungarn Alexander Burjan. Ihre einzige Tochter brachte sie gegen den Rat der Ärzte zur Welt, die ihr aus medizinischen Gründen zu einer Abtreibung geraten hatten. Aufgrund der beruflichen Position ihres Mannes lebte Hildegard wohlhabend, beschränkte sich jedoch nicht auf die traditionellen Rollen von Ehefrau, Mutter und Hausfrau mit gesellschaftlichen Verpflichtungen. Soziales Engagement und politischer Einsatz von Hildegard Stattdessen engagierte sie sich aktiv für Frauenrechte und Gleichbehandlung. Im Jahr 1919 wurde sie Abgeordnete der Christlichsozialen Partei und erlangte später den Beinamen „Gewissen des Parlaments“. Im selben Jahr gründete sie die Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis. Heute sind die Schwestern vor allem für ihre Arbeit im Hospizbereich bekannt. Hildegard starb im Alter von 50 Jahren an einer langjährigen Nierenerkrankung und wurde 2012 seliggesprochen. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4 Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

    11. Juni: Selige Hildegard Burjan

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