Irgendwas mit Nachhaltigkeit?

Nils Giesen

„Irgendwas mit Nachhaltigkeit?“ ist ein Podcast über Nachhaltigkeit, Transformation und den ganzen anderen Kram, der sich leider nicht davon trennen lässt. Klima, Wirtschaft, Politik, Technologie, Gesellschaft und Macht. Mal erklärend, mal im Gespräch mit Gästen. Kritisch, verständlich, persönlich und gelegentlich unangemessen zynisch. Keine einfachen Antworten. Dafür Fakten, Meinung, Geschichten und Einordnung mit Haltung. irgendwasmitnachhaltigkeit.de

  1. vor 18 Std.

    S3 E23 - Die mit der Sehnsucht nach vorgestern

    „Es soll wieder normal werden.“ Verständlicher Wunsch. Aber welche Normalität meinen wir eigentlich... Äh und für wen war sie denn dann gut? Zum Staffelfinale der dritten Staffel von "Irgendwas mit Nachhaltigkeit?" geht es um Nostalgie, Veränderung und die Zukunft, ohne eine Liste kommender Themen zu versprechen. Ich schaue auf rauchfreie Gaststätten, sauberere Flüsse und die langsame Erholung der Ozonschicht. Daraus wird keine Heldengeschichte, in der jeder heutige Umbau plötzlich einfach wäre. Spätestens bei heißen Schulräumen, knappen kommunalen Kassen und teuren Veränderungen stellt sich eine andere Frage: Was wollen wir wirklich bewahren, und wer trägt die Kosten, wenn wir nichts ändern? Eine persönliche Folge über Transformation, den Wunsch nachVerlässlichkeit und Menschen, die bei heutigen Entscheidungen noch nicht mit am Tisch sitzen. Mit Fakten, Einwänden und einer sehr kurzen Sitzung des Zukunftsgerichts. Die Robe bleibt im Schrank.Zentrale Quellen und weiterführende Links - Obradović und Baron, „Nostalgia for What and to What End?“ (2025): verschiedene Formen kollektiver Nostalgie https://doi.org/10.5964/jspp.14947 - Deutsches Krebsforschungszentrum, „Rauchfreie Gaststätten in Deutschland 2011“: Entwicklung der Zustimmung zu rauchfreien Gaststätten von 2005 bis 2011; https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Krebspraevention/Download/pdf/AdWfdP/AdWfdP_2011_Rauchfreie-Gaststaetten-in-Deutschland-2011.pdf - Umweltbundesamt, „Nährstoffkonzentrationen in Fließgewässern“ (17.08.2026): verbesserte Messwerte und fortbestehende Belastung der Gewässer. https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/wasser/fliessgewaesser/naehrstoffkonzentrationen-in-fliessgewaessern - WMO, „Expanding the Watch“ (19.06.2026) und „Ozone layer recovery is on track“ (09.01.2023): politische und wissenschaftliche Arbeit am Montrealer Protokoll sowie bedingte Projektionen zur Erholung. https://wmo.int/resources/wmo-bulletin/wmo-bulletin-vol-7501-air-issue/expanding-watch-how-wmo-supporting-montreal-protocols-next-chapter ; https://wmo.int/media/news/ozone-layer-recovery-track-helping-avoid-global-warming-05degc - Umweltbundesamt, „Treibhausgas-Emissionen in Deutschland“ (02.07.2026): vorläufige Emissionen 2025 und Veränderung gegenüber 1990 und 2024. https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland - Europäische Umweltagentur, „Climate resilience in Europe, 2025“ (11.06.2026): Klimarisiken und Lücken bei Anpassung, Finanzierung und Umsetzung. https://www.eea.europa.eu/en/analysis/publications/climate-resilience-in-europe-2025-progress-and-challenges - KfW Research, „KfW-Kommunalpanel 2026“: hochgerechneter wahrgenommener kommunaler Investitionsrückstand https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/KfW-Research/KfW-Kommunalpanel.html - Umweltbundesamt, „Umweltbewusstseinsstudie 2024: Vertiefende Analysen“ (2026): Wahrnehmung und soziale Unterschiede bei Umweltbelastungen. https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/umweltbewusstseinsstudie-2024 - OECD, „Survey on Drivers of Trust in Public Institutions 2026 Results“: Befragte nehmen den Ausgleich zwischen heutigen und künftigen Interessen unterschiedlich wahr https://www.oecd.org/en/publications/oecd-survey-on-drivers-of-trust-in-public-institutions-2026-results_9eb63fec-en/full-report/views-of-government-decision-making-on-complex-policy-issues-and-trust_320eee17.html - Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 24.03.2021 zum Klimaschutzgesetz: intertemporale Freiheitssicherung und Verantwortung für künftige Generationen https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2021/03/rs20210324_1bvr265618.html - IPCC, Synthesebericht 2023: bereits eingetretene und weitere Klimarisiken sowie Grenzen und Möglichkeiten der Anpassung. https://www.ipcc.ch/report/ar6/syr/summary-for-policymakers/

    S3 E23 - Die mit der Sehnsucht nach vorgestern
  2. 12. Okt.

    S3 E22 - Die mit dem Kamin

    Es wird wieder kälter. Beim Gas denken viele an Versorgungssicherheit, beim Heizöl an die nächste Rechnung. Holz liegt im Schuppen. Warum also nicht einfach damit heizen? Weil der Schornstein zur Rechnung gehört. Was im Wohnzimmer Wärme und Gemütlichkeit bringt, kann draußen die Luft der Nachbarschaft belasten. Und „Bäume wachsen nach“ beantwortet noch nicht die Klimafrage. Entscheidend ist auch, welches Holz verbrannt wird, was es tatsächlich ersetzt und wie viel Zeit der Wald braucht. Jörg Kachelmann beispielsweise kritisiert Holz- und Pelletöfen seit Jahren lautstark. Wie groß ist ihr Beitrag zum Feinstaub? Was zeigen Messstationen und was zeigen sie uns nicht? Wo liegen die Unterschiede zwischen offenem Kamin, altem Ofen und Pelletheizung? Und was lässt sich ändern, wenn der Ofen schon im Haus steht? Shownotes Zahlen und Einordnung: Das Umweltbundesamt beziffert für 2024 die PM2,5-Emissionen aus allen kleinen Feuerungsanlagen auf 15,4 Tausend Tonnen, davon 14,2 Tausend Tonnen aus Holz. Das sind Emissionen, keine persönliche Dosis. Holzrauch trägt laut UBA typischerweise etwa 10 bis 20 Prozent zur winterlichen Feinstaubkonzentration bei; lokal kann das abweichen. Die WHO empfiehlt für PM2,5 fünf Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel. Das ist ein gesundheitlicher Leitwert, kein geltender deutscher Grenzwert. Quellen: Jörg Kachelmann, X-Beitrag vom 11.03.2025:https://x.com/Kachelmann/status/1899552030102090017RONZHEIMER., Gespräch mit Jörg Kachelmann vom14.08.2026, ab 43:19:https://ronzheimer.podigee.io/804-der-grosse-hitze-irrtum-der-deutschen-mit-jorg-kachelmannUBA, Emissionen aus Kleinfeuerungsanlagen, Inventar 2024 / Submission 2026: https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/luft/emissionen-emissionsminderung-beiUBA, Feinstaub aus Kaminen und Holzöfen,Quellenzuordnung: https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe/feinstaub/feinstaubemission-aus-kaminen-holzoefenUBA, Fragen und Antworten zu Holzfeuerungen: https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/emissionen-von-luftschadstoffen/quellen-der-luftschadstoffe/fragen-antworten-weiterfuehrende-informationen-zuUBA, Kleinfeuerungsanlagen und Bestandszahlen: https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/industriebranchen/feuerungsanlagen/kleinfeuerungsanlagenUBA, Heizen mit Holz: https://www.umweltbundesamt.de/themen/heizen-holzWHO, Global Air QualityGuidelines 2021: https://www.who.int/westernpacific/publications/i/item/9789240034228EU, Luftqualitätsrichtlinie 2024/2881: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:32024L2881EU-Kommission/JRC, Wald-Bioenergie: https://joint-research-centre.ec.europa.eu/jrc-news-and-updates/environmental-sustainability-energy-generation-forest-biomass-2021-01-26_en1. BImSchV: https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_1_2010/BJNR003800010.html

    S3 E22 - Die mit dem Kamin
  3. 5. Okt.

    S3 E21 - Die mit dem Meer

    Das Meer sieht aus wie immer. Nur ist Vertrautheit leider kein Messinstrument. Auf Borkum war ich dutzende Male, auf Helgoland vielleicht zwei- oder dreimal. An der Nordsee selber? Kann ich gar nicht mehr zählen. Diesmal führt der Weg von der vertrauten Nordseeküste zu einer weniger vertrauten Frage: Was passiert mit einem Meer, das einen großen Teil unserer zusätzlichen Wärme und einen Teil unseres Kohlendioxids aufnimmt? Ich folge dieser Frage ins Mittelmeer, zu veränderten Lebensräumen, zur Chemie unter der Oberfläche und zu den Folgen an Land. Warum können Tiere in warmem Wasser verhungern, obwohl sie die Temperatur eigentlich aushalten? Was haben Medicanes mit dem Meer zu tun, und weshalb reicht warmes Wasser allein für einen Sturm nicht aus? Und wann hilft ein Schutzgebiet tatsächlich? Eine Folge über unsichtbare Veränderungen, sehr sichtbare Abhängigkeiten und die begründete Hoffnung, dass Entlastung etwas bewirken kann. Mit Messungen aus der Nordsee, Forschung zu Fischerei und Meereschemie sowie konkreten Erholungsbeispielen aus Schottland und Frankreich. Das Meer nimmt uns viel ab. Es nimmt uns nicht die Folgen ab. Shownotes/Quellen: Nordsee-Sommer 2026 | Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie:https://www.bsh.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE-ohne-EN/2026/Pressemitteilung-2026-07-09.htmlDer Ozean im globalen Energiehaushalt | WMO, State of theGlobal Climate 2025:https://wmo.int/publication-series/state-of-global-climate/state-of-global-climate-2025Mittelmeer: Erwärmung, Arten und Extremwetter —Deutschlandfunk:https://www.deutschlandfunk.de/mittelmeer-klimawandel-erwaermung-artensterben-extremwetter-100.htmlMedicane-Prognose | Spektrum:https://www.spektrum.de/news/wetterphaenomen-mittelmeerstaaten-droht-ein-medicane/2344642Medicane Daniel 2023 | ECMWF:https://www.ecmwf.int/en/newsletter/179/earth-system-science/medicane-daniel-extraordinary-cyclone-devastating-impactsOzeanversauerung erklärt | NOAA:https://www.noaa.gov/education/resource-collections/ocean-coasts/ocean-acidificationÜberdüngung der Ostsee | HELCOM:https://stateofthebalticsea.helcom.fi/findings/pressures/pollution/eutrophication/Fangrückgänge und kombinierte Klimaextreme | Cheung et al.,Nature Communications (2026):https://www.nature.com/articles/s41467-026-77077-zUneinheitliche Wirkungen auf bodennahe Fischgemeinschaften | Fredston et al., Nature (2023):https://www.nature.com/articles/s41586-023-06449-yErholung in Loch Carron | NatureScot:https://www.nature.scot/flame-shell-beds-make-full-recovery-after-marine-protected-area-designationMeeresschutz und Calanques | Französische Nationalparks, Presseunterlagen 2025:https://www.parcsnationaux.fr/sites/parcsnationaux.fr/files/2025-06/DP_annee_mer_UNOC_parcs_nationaux.pdf

    S3 E21 - Die mit dem Meer
  4. 21. Sept.

    S3 E19 - Die ohne Jobs

    IRGENDWAS MIT NACHHALTIGKEIT? S3 E18 - Die ohne Jobs Im März habe ich hier eine Folge über „Jobs mit Sinn“ gemacht. (Staffel 2, Folge 18..) Über Nachhaltigkeitsjobs, einen boomenden Arbeitsmarkt, erste Zeichen der Ernüchterung und die Frage, ob Nachhaltigkeit überhaupt ein eigener Beruf sein muss. Sechs Monate später ist es Zeit für die Fortsetzung. Diesmal geht es um die... nunja die ohne Jobs. Denn irgendetwas ist in den letzten zwei Jahren gekippt. Nachhaltigkeitsabteilungen werden kleiner, Budgets enger, Projekte verschoben und aus dem regulatorischen Rückenwind der letzten Jahre ist spätestens mit dem Omnibus ein ziemlich kräftiger Gegenwind geworden. Gleichzeitig ist die Arbeit erstaunlicherweise nicht verschwunden. PPWR, Lieferketten, Scope 3, Energie, Rohstoffe, Kundenanforderungen, Klimarisiken, EcoVadis, SBTi, Produktdaten und geopolitische Abhängigkeiten interessieren sich nur begrenzt dafür, ob gerade noch jemand „Sustainability Manager“ auf der Visitenkarte stehen hat. Ausgangspunkt dieser Folge sind Gespräche auf der B.A.U.M.-Jahrestagung: offiziell viel Aufbruch, in den Gesprächen dazwischen aber auch Unsicherheit, Überlastung und die Frage, wie viel echte Transformation zwischen Regulierung, Reporting und Krisenmanagement eigentlich noch übrig bleibt. Wir schauen auf den Nachhaltigkeitsarbeitsmarkt, sinkende Gehälter und veränderte Rollen, auf Omnibus und regulatorisches Whac-A-Mole, auf Beratung nach dem CSRD-Goldrausch und auf eine Wirtschaft, die gleichzeitig mit Energiepreisen, geopolitischen Risiken, schwachem Exportgeschäft und neuen Abhängigkeiten umgehen muss. Also: Vielleicht erleben wir gerade gar nicht das Ende der Nachhaltigkeitsarbeit. Vielleicht erleben wir gerade die endgültige Entkopplung von Nachhaltigkeitsarbeit und Nachhaltigkeitsjobs. Die Stelle ist weg. Die Aufgabe leider nicht.

    S3 E19 - Die ohne Jobs
  5. 14. Sept.

    S3 E 18 - Die mit dem Selbsttest: Welcher Klimarisikoanalyse-Typ bist du?

    Eine knappe Stunde Podcast. Und: Drei bis vier Stunden Arbeit! Und am Ende weißt du hoffentlich ziemlich genau, welche Klimarisiken deinem Unternehmen wirklich auf die Füße fallen können. In dieser Folge machen wir keinen weiteren theoretischen Ausflug in Klimarisiken. Wir machen einen Selbsttest. Gemeinsam gehst du Schritt für Schritt durch dein Unternehmen und seine Wertschöpfungskette. Dafür gibt es ein Workbook mit vier Arbeitsblöcken und klaren Pausenpunkten. Wir schauen auf: Unternehmen & Wertschöpfung Risiken identifizieren Risiken bewerten Maßnahmen & nächste Schritte Dabei geht es um physische und transitorische Klimarisiken, eigene Standorte, Lieferanten, Logistik, Märkte, Abhängigkeiten und die Frage, was eigentlich passiert, wenn aus einem abstrakten Risiko plötzlich ein echtes Geschäftsproblem wird. Du wählst 6 bis 8 Top-Risiken aus und bewertest sie für 2026, 2032 und 2046. Dazwischen heißt es mehrfach: Podcast anhalten. Workbook aufmachen. Selbst arbeiten. Als Fallbeispiel begleitet uns eine vollständig fiktive Version der ehemaligen Praktiker-Baumarktkette. Nicht das heutige Unternehmen, nicht als Werbung und nicht als historische Ursachenanalyse. Einfach als Baumarkt auf dem Labortisch. Am Ende stehen: eine vereinfachte Wertschöpfungskarte,eine Klimarisiko-Longlist,6 bis 8 priorisierte Top-Risiken,eine Bewertung für 2026, 2032 und 2046,erste Maßnahmen und Datenlücken,ein Management-One-Pagerund natürlich die wissenschaftlich wichtigste Frage: Welcher Klimarisiko-Typ bist du? Vom Klimarisiko-Verdränger über den Wetter-App-Optimisten und den Excel-Schamanen bis zum resilienten Pragmatiker und Klimarisiko-Streber. Das Workbook zur Folge findest du auf: https://irgendwasmitnachhaltigkeit.de/selbsttest Wichtig: Der Selbsttest ersetzt keine vollständige professionelle Klimarisikoanalyse, keine standortbezogene Gefahrenmodellierung, keine technische Begutachtung und keine regulatorische Prüfung. Er soll dir helfen, strukturiert anzufangen, Risiken sichtbar zu machen und ziemlich schnell herauszufinden, wo du genauer hinschauen musst. Teste dein Unternehmen, bevor das Klima es tut!

    S3 E 18 - Die mit dem Selbsttest: Welcher Klimarisikoanalyse-Typ bist du?
  6. 7. Sept.

    S3 E17 - Die mit der Wut, der Müdigkeit und den 43,8 Prozent

    S3 · Folge 17: Die mit der Wut, der Müdigkeit und den 43,8 Prozent Ich wollte diese Folge am Wahlabend aufnehmen. Zum Glück habe ich erst mal eine Nacht darüber geschlafen. Danach war ich immer noch müde und wütend. Mütend eben. Immerhin gab es Ostfriesentee. In Folge 17 geht es um die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Persönlich, politisch und stellenweise ziemlich ungehalten. Warum reicht „Protestwahl“ als Erklärung nicht aus? Was erklären die Erfahrungen nach der Wiedervereinigung und wo machen wir es uns damit zu bequem? Warum wird ausgerechnet Grün zum Feindbild für alles, was sich verändert? Es geht um Russland und Europa, um bezahlbare Veränderung und eine schwierige Regierungsbildung. Und um die Frage, warum Unternehmen gern Menschenrechte auf ihre Website schreiben, beim ersten unangenehmen Gespräch aber plötzlich unpolitisch sein wollen. Dabei gilt: Demokratieverteidigung bedeutet nicht Regierungsschutz. Man darf die Politik von Friedrich Merz kritisieren und trotzdem sehr gute Gründe haben, keine rechtsextreme Partei zu wählen. Was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat? Auch demokratische Institutionen, Vertrauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt kann man verschleißen. Und irgendwann reicht es nicht mehr, sich über den Zustand zu beschweren. Zur Transparenz: Die Wahlangaben beziehen sich auf das vorläufige Ergebnis; Stand der Folge ist der 7. September 2026, 9h

    S3 E17 - Die mit der Wut, der Müdigkeit und den 43,8 Prozent
  7. 31. Aug.

    S3 E16 – Die mit der Studie, die keiner gelesen hat

    Eine noch nicht öffentlich verfügbare TUM-Arbeit soll zeigen, dass Elektroautos über ihren Lebenszyklus „nur“ 41 Prozent weniger CO₂ verursachen als Verbrenner. BILD berichtet exklusiv, andere Medien übernehmen, Markus Söder kennt bereits die politische Konsequenz... und die Öffentlichkeit wartet noch auf das eigentliche Whitepaper. In dieser Folge geht es deshalb nicht nur um Elektroautos. Es geht um die Frage, wie aus einer vorab verbreiteten Zahl eine wissenschaftliche Sensation, aus einem Whitepaper eine „Studie“ und aus einer methodischen Diskussion politische Munition wird. Wir schauen auf: die Klimabilanz von Elektroautos über den gesamten Lebenszyklus, die Bedeutung von Systemgrenzen, Strommix und Laufleistung, den Unterschied zwischen „0 Gramm am Auspuff“ und echter Klimaneutralität, die Logik der europäischen Flottenregulierung, Medienframing, Pressemacht und politische Wissenschaftskommunikation, und natürlich die entscheidende Frage: Woher kommen eigentlich diese 41 Prozent? Wichtig: Die Folge wurde vor Veröffentlichung des TUM-Whitepapers aufgenommen. Wenn ihr sie hört, soll das Papier gerade vorgestellt werden. Die Episode ist daher eine bewusst transparente Momentaufnahme: Was wissen wir? Was wird in der Presse behauptet? Und was können wir ohne die Originalquelle lediglich vermuten? Sobald ich das Whitepaper in Ruhe gelesen habe, folgt möglicherweise ein kurzes Update oder eine Extra-Folge. In diesem altmodischen Verfahren wird erst gelesen und anschließend eine Meinung gebildet. Quellen, Medienberichte und weiterführende Informationen TUM/CirculaTUM – Ankündigung des Whitepapers:https://www.mission-networks.tum.de/circular-economy/startseite/aktuelles/article/fair-climate-assessment-beyond-the-tailpipe-towards-the-full-lifecycle/ EU-Verordnung 2019/631 – CO₂-Flottenstandards und Lebenszyklusberichterstattung:https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2019/631/ Umweltbundesamt – Klimavorteil von Elektroautos über den Lebenszyklus:https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/klimavorteil-fuer-e-autos-bestaetigt Fraunhofer ISI – Batterien für Elektroautos: Faktencheck und Handlungsbedarf:https://www.isi.fraunhofer.de/de/presse/2025/presseinfo-07-policy_brief_batterien_elektroautos_update_faktencheck_handlungsbedarf.html ICCT – Life-cycle greenhouse gas emissions from passenger cars in the European Union, 2025 update:https://theicct.org/wp-content/uploads/2025/07/ID-392-%E2%80%93-Life-cycle-GHG_report_final.pdf Europäische Kommission – Automotive Package und vorgeschlagene Änderungen der Flottenregulierung:https://transport.ec.europa.eu/transport-themes/action-plan-future-automotive-sector/automotive-package_en BILD – Vorabbericht zur angekündigten TUM-Arbeit:https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/e-auto-forscher-ruetteln-an-klimabilanz-markus-soeder-fordert-wende-von-eu-6a93e075518a586e1855cfe5 Focus Online – „Forscher zerlegen Klimaschutz-Politik der EU im Auto-Sektor“:https://www.focus.de/auto/forscher-zerlegen-klimaschutz-politik-der-eu-im-auto-sektor_0d4cad14-3805-491d-9a48-a22ef7dc1a20.html Merkur – Politische Einordnung der angekündigten Arbeit:https://www.merkur.de/wirtschaft/soeder-sicher-studie-stellt-eu-regeln-fuer-elektroautos-infrage-zr-94466976.html Die Medienberichte werden hier als Gegenstand der Framing-Analyse aufgeführt, nicht als wissenschaftliche Primärquellen.

    S3 E16 – Die mit der Studie, die keiner gelesen hat

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„Irgendwas mit Nachhaltigkeit?“ ist ein Podcast über Nachhaltigkeit, Transformation und den ganzen anderen Kram, der sich leider nicht davon trennen lässt. Klima, Wirtschaft, Politik, Technologie, Gesellschaft und Macht. Mal erklärend, mal im Gespräch mit Gästen. Kritisch, verständlich, persönlich und gelegentlich unangemessen zynisch. Keine einfachen Antworten. Dafür Fakten, Meinung, Geschichten und Einordnung mit Haltung. irgendwasmitnachhaltigkeit.de