Jürgen Rickmers: Durch die Stürme des 19. Jahrhunderts

Honig & Gold

In diesem Podcast (10 Kapitel) erzählen wir die Lebensgeschichte des Föhrer Kapitäns Jürgen Rickmers (1825-1907), der schon mit 25 Jahren einen amerikanischen Segler kommandierte. Seine Reisen und Abenteuer führten ihn rund um die Erde. Er brachte hunderte Auswanderer von Hamburg nach New York, segelte Goldsucher an die US-Westküste. Er transportierte Baumwolle aus den Südstaaten nach England oder Reis von China nach Charlston. Er hatte die Cholera an Bord, wurde verdächtigt, Waffen geschmuggelt zu haben. Er musste in den New Yorker Five Points „shanghaien“ (betrunkene Seeleute anwerben), sank mit seinem Schiff im Taifun vor Hongkong - und überlebte die Havarie gerade so … Rickmers hatte das Pech, immer zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Er erlebte den Sezessionskrieg in den USA, wo sich an der Sklavenfrage ein Krieg entzündete. Er geriet in den Taiping-Auftsand in China, dem opferreichsten Bürgerkrieg der Menschheitsgeschichte. Rickmers hatte aber auch das große Glück, stets mit einem blauen Auge davon zu kommen. Und im Alter von 39 Jahren setzt er sich zur Ruhe, als damals reichster Mann Schleswig-Holsteins, wie es heißt.

Folgen

  1. 21.09.2021

    Kapitel 4: The City That Never Shuts Up

    In Folge 4 von “Jürgen Rickmers - Durch die Stürme des 19. Jahrhunderts” besuchen wir:  “New York, New York - the city that never shuts up!” so beschreibt die amerikanische Sängerin Ani Difranco New York in einem Song. Wer von euch schon mal dort war, weiß wie mitreißend diese Stadt ist ...  New York 1849  ist gefährlich, aufregend, elegant, glamourös - und für einen Friesen vor allem riesig. Als der junge Steuermann Jürgen Rickmers hier zum ersten Mal festmacht, ist er schwer beeindruckt. In einem Keller ganz in der Nähe tüfteln zu dieser Zeit in einem fensterlosen Lagerraum und bei Kerzenlicht die beiden Publizisten Henry Jarvis Raymond und George Jones an einer Zeitung, die es noch zu Weltruhm bringen sollte: Die New York Times.  In New York  muss Rickmers zum ersten Mal shanghaien, da eine Teil der Mannschaft, getrieben vom Goldrausch in Kalifornien, heimlich das Schiff verlassen hat. Der Shanghaimaster hatte einen interessanten Job: Er warb betrunkene Seeleute an. Wollten diese nicht so recht, dann half er nach. Er spendierte ihnen einen Drink nach dem anderen, und wenn sie voll wie der berühmte drunken Sailor waren, schleppte er sie an Bord, wo sie am nächsten Morgen mit dickem Schädel und vagen Erinnerungen aufwachten – und erst da bemerkten, dass sie bereits auf See waren. Song in diese Folge:: “Honig & Gold” by Björn Maass & Bente Faust von der Fall Böse. Thx! Produziert von Honig & Gold

Info

In diesem Podcast (10 Kapitel) erzählen wir die Lebensgeschichte des Föhrer Kapitäns Jürgen Rickmers (1825-1907), der schon mit 25 Jahren einen amerikanischen Segler kommandierte. Seine Reisen und Abenteuer führten ihn rund um die Erde. Er brachte hunderte Auswanderer von Hamburg nach New York, segelte Goldsucher an die US-Westküste. Er transportierte Baumwolle aus den Südstaaten nach England oder Reis von China nach Charlston. Er hatte die Cholera an Bord, wurde verdächtigt, Waffen geschmuggelt zu haben. Er musste in den New Yorker Five Points „shanghaien“ (betrunkene Seeleute anwerben), sank mit seinem Schiff im Taifun vor Hongkong - und überlebte die Havarie gerade so … Rickmers hatte das Pech, immer zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Er erlebte den Sezessionskrieg in den USA, wo sich an der Sklavenfrage ein Krieg entzündete. Er geriet in den Taiping-Auftsand in China, dem opferreichsten Bürgerkrieg der Menschheitsgeschichte. Rickmers hatte aber auch das große Glück, stets mit einem blauen Auge davon zu kommen. Und im Alter von 39 Jahren setzt er sich zur Ruhe, als damals reichster Mann Schleswig-Holsteins, wie es heißt.