Studium und dann?

Redaktion von "Studium und dann?"

Mit unserem Podcast „Studium und dann?“ möchten wir Studierenden, Schüler*innen und allen Bildungsinteressierten zeigen, wie vielfältig Berufs- und Lebenswege nach dem Studium sein können. Viele junge Menschen orientieren sich bei der Berufs- und Studienwahl in erster Linie an ihrem direkten Umfeld: Familie, Freundeskreis oder an der Region. Doch die Welt der Studien- und Berufsmöglichkeiten ist viel größer – und genau das wollen wir gemeinsam sichtbar machen. Uniabsolvent*innen und Forscher-Alumni aus ganz unterschiedlichen Bereichen und von verschiedenen Hochschulen berichten in authentischen Interviews mit Studierenden von ihren persönlichen Erfahrungen im Studium, beim Berufseinstieg oder auch bei der eigenen Unternehmensgründung. Offen sprechen wir über Herausforderungen, Wendepunkte und Chancen – und machen so Mut, den eigenen Weg zum und nach dem Studium zu finden.

  1. Im öffentlichen Raum bauen, im eigenen Tempo wachsen: Caroline Gaube über ihren Weg vom Bauingenieurstudium zur technischen Projektleiterin bei HEAG Mobilo

    vor 1 Tag

    Im öffentlichen Raum bauen, im eigenen Tempo wachsen: Caroline Gaube über ihren Weg vom Bauingenieurstudium zur technischen Projektleiterin bei HEAG Mobilo

    Planen und bauen- das sind die Tätigkeitsfelder einer Bauingenieurin, die zunächst simpler klingen, als sie in der Realität sind. Diese Erfahrung hat auch Caroline „Caro“ Gaube gemacht, die nach ihrem Studium an der Hochschule Darmstadt und einer kurzen Auszeit direkt bei ihrem heutigen Arbeitgeber HEAG Mobilo als technische Projektleiterin eingestiegen ist. Das Darmstädter Unternehmen arbeitet im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs, und verantwortet unter anderem Neubaustrecken sowie Instandhaltungsmaßnahmen im Straßenbahnnetz. Die Entscheidung, Bauingenieurwesen zu studieren, traf Caro aufgrund ihrer persönlichen Begeisterung für Mathe und logisches Denken, die sie bereits in der Schule entdeckt hatte. An der Hochschule Darmstadt begann sie zunächst den Bachelor, später folgte der Master, ebenfalls dort. Ab dem dritten Semester wählte sie die Vertiefungsrichtung Verkehrswesen, mit dem kleinen Traum im Hinterkopf, eines Tages selbst in der Stadt Brücken planen und bauen zu können. Woran sie sich heute aus dem Studium am besten erinnert, sind nicht die Vorlesungen, sondern die Laborpraktika: Hier konnte Caro, wie sie es selbst mit einem Augenzwinkern ausdrückt, nach Herzenslust „im Dreck wühlen“ und in kleinen Gruppen selbstständig Versuche konzipieren und durchführen. Sie hebt lobend hervor, dass es hier dazugehört habe, sich die Situation in echten Städten anzusehen und zu überlegen, wo man den Verkehr verbessern könnte. Prägend war außerdem, was sie erst im Master wirklich verstand: Bauingenieurwesen, so technisch der Studiengang auch ist, hat auch immer mit Menschen und politischen Entscheidungen zu tun. Man baut nicht im luftleeren Raum, sondern für Menschen, im öffentlichen Raum, unter Beteiligung von Kommunen, Behörden und Öffentlichkeit.  Nach dem Masterabschluss war sie zunächst fünf Monate in Schweden und Norwegen unterwegs, eine Zeit, in der sie intensiv die Natur Skandinaviens genießen konnte und nur wenig vor dem Bildschirm saß. Den Einstieg in den Vollzeitjob, direkt in die Projektleitung, beschreibt sie als herausfordernde, aber gute Umstellung. Caro berichtet, wie sie ihre intensive Bewerbungsphase erlebt hat, worauf sie bei der Wahl ihres Arbeitgebers wertgelegt hat und warum sie nicht direkt nach der ersten Zusage aufgehört hat, nach einer Stelle zu suchen.  Außerdem sprechen wir über ihr spannendstes berufliches Projekt und ihre größten beruflichen Learnings, unter anderem darüber, warum Rückschläge und Verzögerungen im Projekt gerade im Feld des Bauingenieurwesens nicht unbedingt etwas darüber aussagen, ob die eigene Arbeit gut oder schlecht war. Auch verrät Caroline, warum es, anders als oft behauptet, gut sein kann, wie sie selbst streng mit sich selbst zu sein und auch zu bleiben. Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Warum ist Neugierde die wichtigste Eigenschaft für den Berufseinstieg, noch vor allem Fachlichen? Welche Erkenntnisse aus dem Studium haben Caroline am meisten überrascht? Und warum empfiehlt sie, sich während der Bewerbungsphase auch das Büro zeigen zu lassen? Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck Das Gespräch fand statt im März 2026 Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=26765 Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com

    34 Min.
  2. Pleasure statt Pressure: Christine Sing über angewandte Kulturwissenschaften, Frauen in Führung und das Leben auf den Wellen

    22. Mai

    Pleasure statt Pressure: Christine Sing über angewandte Kulturwissenschaften, Frauen in Führung und das Leben auf den Wellen

    Christine Sing wusste bei ihrer Suche nach dem passenden Studiengang noch nicht genau, wohin sie ihr Weg führen würde. Was sie aber wusste: Sie wollte sich noch nicht entscheiden müssen. Nicht nur BWL, nicht nur Kultur, sondern beides. Und genau das fand sie an der Leuphana Universität Lüneburg, wo sie bis 2012 angewandte Kulturwissenschaften studierte. Ihr Studium mit den Schwerpunkten BWL, Sprache und Kommunikation sowie Medien- und Öffentlichkeitsarbeit gab ihr ein breites Fundament. Den BWL-Anteil schätzt sie rückblickend als handfestes Werkzeug. Der Bereich Sprache und Kommunikation fühlte sich damals manchmal „zu weich“ an. Heute sieht sie darin eine ihrer wichtigsten Fähigkeiten: Meinungsvielfalt nicht nur zuzulassen, sondern auch auszuhalten. Neben dem Studium arbeitete Christine in der Pressearbeit der Leuphana und begleitete unter anderem den Besuch von Angela Merkel. Nach dem Studium folgten Berufsjahre in klassisch-hierarchischen Strukturen. Bei Volkswagen wurde sie mit 30 Jahren Pressesprecherin für neue Mobilität. Als sich die Kultur dort veränderte, kündigte sie ohne Plan und folgte einem inneren Ruf nach Teneriffa. Heute lebt und arbeitet sie teils dort, teils in Deutschland. Als selbstständiger Coach berät sie Studienabsolventinnen beim Berufseinstieg und unterstützt Firmen auf dem Weg hin zu einer inklusiveren, frauenfreundlichen Unternehmenskultur. Ein besonderes Herzensprojekt von ihr sind zudem Surfcamps für Frauen in Führungspositionen: Hier lernen die Teilnehmerinnen nicht nur zu surfen, sondern auch, wie sie beruflich weiterkommen und was man als erfolgreiche Führungskraft beachten muss.  Was bedeutet es, als Frau in der heutigen Arbeitswelt zu stehen? Warum reicht Kompetenz allein nicht aus? Und warum war für Christine das Hamsterrad auch dann noch da, als sie es längst verlassen hatte? Hört rein und lasst euch davon inspirieren, was möglich ist, wenn man anfängt, Erfüllung vor Erfolg zu stellen. Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck Das Gespräch fand statt im März 2022 Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=16794 Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com

    41 Min.
  3. Technologie gestalten statt nur nutzen: Doktorandin Josefine Hintz über das Potenzial von Künstlicher Intelligenz in der nachhaltigen Umgestaltung unserer Städte

    15. Mai

    Technologie gestalten statt nur nutzen: Doktorandin Josefine Hintz über das Potenzial von Künstlicher Intelligenz in der nachhaltigen Umgestaltung unserer Städte

    Wie können Städte gleichzeitig intelligenter und nachhaltiger werden? Und welche Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz? Mit genau diesen Fragen beschäftigt sich Josefine Hintz heute als Doktorandin an der Technischen Universität Berlin, zugleich ist sie als Gastwissenschaftlerin am Mercator Institute on Global Commons and Climate Change und der Hertie School tätig. In Josefines Forschung geht es weniger um technische Möglichkeiten als vielmehr um die Frage, wie Technologien sinnvoll umgesetzt werden können. So erforscht sie, wie Städte Daten nutzen können, um etwa Energieverbräuche besser zu verstehen oder gezielt Maßnahmen zur Emissionsreduktion zu planen. Außerdem legt sie die Hürden offen, die aktuell diesbezüglich noch bestehen. Schon früh konnte sich Josefine für Fragestellungen begeistern, die über klassische Fachgrenzen hinaus gedacht und untersucht werden müssen. Ihr Studium Individuale mit dem Nebenfach Rechtswissenschaft an der Leuphana Universität Lüneburg, das sie bis 2016 als eine der ersten in diesem Studiengang absolvierte, hat genau das gefördert: Indem sie als „Indi“-Studentin aus dem gesamten Kursangebot der Leuphana auswählen und sich ihren Stundenplan mit wenig Vorgaben vonseiten der Universität selbst zusammenstellen durfte, konnte sie in ganz unterschiedliche Bereiche hineinschauen und neue Perspektiven entdecken. Auf die Zeit an der Leuphana folgten ein Auslandssemester in Seoul, Südkorea, ein Masterstudium in Sustainable Urbanism am University College London und Arbeit in einer internationalen NGO. Diese Erfahrungen haben ihr gezeigt, dass Themen wie Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Entwicklung nicht getrennt voneinander gedacht werden sollten, sondern eng miteinander verwoben sind. In ihrer heutigen Forschung sieht Josefine großes Potenzial, aber auch Verantwortung. Künstliche Intelligenz versteht sie nicht als neutrale Technologie, sondern als Werkzeug, über dessen Einsatz wir uns aktiv Gedanken machen müssen. Aus ihrer Sicht entscheidet sich gerade, in welche Richtung sich diese Entwicklung bewegt: Wird KI bestehende systemische Probleme weiter verstärken oder dazu beitragen, unsere Gesellschaft nachhaltiger und gerechter zu gestalten? Was sie antreibt, ist die Möglichkeit, mit ihrer Arbeit einen konkreten Beitrag zu Letzterem zu leisten. Gleichzeitig betont sie, wie wichtig es ist, dass sich möglichst viele Menschen mit Themen wie KI und Klimaschutz auseinandersetzen und eigene Perspektiven einbringen, unabhängig davon, ob sie selbst in einem technischen Bereich arbeiten oder nicht. Davon und von vielem mehr berichtet Josefine Hintz in dieser Episode und gibt uns unter anderem Antworten auf folgende Fragen: Welche Chancen stecken in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz? Welche Rolle spielen Städte als Treiber nachhaltiger Transformation? Und warum ist es gerade jetzt so entscheidend, Technologien aktiv mitzugestalten? Moderiert wird diese Episode von Helena Minner. Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=26757 Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com

    53 Min.
  4. Vom Lehramtsstudium zur Hochschulsport-Leitung: David Storek über Sportbegeisterung, Verantwortung und einen Weg, den er so nicht geplant hatte

    8. Mai

    Vom Lehramtsstudium zur Hochschulsport-Leitung: David Storek über Sportbegeisterung, Verantwortung und einen Weg, den er so nicht geplant hatte

    Als er Kind war, beschwerten sich seine Schwester und Mitschüler:innen manchmal darüber, dass David immer bestimmen wollte. Ganz falsch lagen sie damit nicht, gibt unser Interviewgast David Storek heute zu, würde es allerdings positiver formulieren: Er hat immer gerne Verantwortung übernommen. Dass er diese Verantwortung einmal als Leiter des Hochschulsports an der Leuphana Universität Lüneburg tragen würde, hätte David, der zunächst Grundschullehramt mit den Fächern Sport und Deutsch studiert hat, nicht gedacht. In dieser Rolle kümmert er sich um ein Team von rund 35 Mitarbeitenden, koordiniert ein Angebot von über 150 Sport- und Fitnessangeboten und vertritt den Hochschulsport auch nach außen. Wie er im Gespräch mit Ulrike verrät, wurde seine Begeisterung für den Sport schon früh geweckt: Aufgewachsen in Berlin, spielte er zunächst Fußball in den sogenannten „Käfigen“, später dann im Verein, wo er schließlich auch selbst Kinder trainierte. Dass es ihn zum Studieren nach Lüneburg verschlagen würden, hätte er sich lange nicht träumen lassen, zu groß war der Berliner Lokalpatriotismus in ihm, wie er lachend erklärt. Nachdem er nach dem Abi einige Monate als Fußballtrainer auf Sansibar (Tansania) verbracht hatte, erschien ihm der Umzug in die norddeutsche Kleinstadt aber nicht mehr als so großer Schritt, zumal er mittlerweile durch eine Freundin ganz „angefixt“ vom flexiblen Studienmodell an der Leuphana war, wie er es selbst beschreibt. Ausführlich gibt er Einblicke in die Inhalte seines Studiengangs Grundschullehramt mit den Fächern Sport und Deutsch, einem abwechslungsreichen Mix aus fachlichen Inhalten wie Literatur- und Sprachwissenschaft, didaktischen Methoden und Hintergrundwissen aus Bereichen wie Erziehungstheorie und Psychologie. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm zudem die sportpraktischen Prüfungen, die er teils in so exotischen Disziplinen wie Einradfahren ablegte.  Obwohl David sein Studium genauso wie die Arbeit mit Kindern an sich gut gefielen, ahnte er bald nach einem Praktikum an einer Dorfgrundschule, dass er nicht bis zur Rente als Grundschullehrer würde arbeiten wollen. Dass er sein Studium trotzdem beendet hat, war, wie er findet, eine gute Entscheidung, da es ihm neben den fachlichen Kenntnissen auch viele „soft-skills“ mit auf den Weg gegeben hat, die er auch heute als Leiter des Hochschulsports an der Leuphana gut einsetzen kann. Hinzu kamen die Erfahrungen, die er bereits als studentischer Mitarbeiter beim Unisport gesammelt hatte, einem Job, der nicht unmittelbar mit seinem Lehramtsstudium zu tun hatte, aber umso bereichernder war, da er ihm viele neue Perspektiven geöffnet hat. So bot sich ihm beispielsweise die Möglichkeit, das deutsche Team bei den FISU University Games 2019 in Neapel zu unterstützen, einer Art Olympischer Spiele für Studierende.  Für ihn sind es solche Erlebnisse jenseits des Erwarteten, die den Lebenslauf jedes Bewerbers erst richtig interessant machen. Wer nur mit starrem Blick auf die Regelstudienzeit studiert und stets nur macht, was von ihm in seiner Position verlangt wird, verpasst vielleicht die Erfahrungen, die später anstelle des perfekten, glattgebügelten Lebenslaufs wirklich zählen. Hört rein und bekommt Antworten auf folgende Fragen: Worauf muss man bei Stellenanzeigen besonders achten, wenn man Quereinsteiger:in ist? Welche Vorteile und Chancen bietet die Arbeit im öffentlichen Dienst, wenn man plant, eine eigene Familie zu gründen? Und warum hat die Geschichte einer nigerianischen Schwimmerin bei den FISU World University Games David tief beeindruckt?  Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Ulrike Linhardt Das Gespräch fand statt im März 2026 Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=26870

    39 Min.
  5. Von der Kunststofftechnik in die Datenwelt: Luise Wiesalla über Entdeckergeist, unerwartete Möglichkeiten und ihren Weg zur Data Platform Engineerin

    1. Mai

    Von der Kunststofftechnik in die Datenwelt: Luise Wiesalla über Entdeckergeist, unerwartete Möglichkeiten und ihren Weg zur Data Platform Engineerin

    Als Kind hat Luise Wiesalla jede Folge von „Wissen macht Ah!" geschaut. Wie werden Nudeln hergestellt? Wie kommt der Deckel auf die Dose? Antworten, die andere vielleicht schnell vergessen. Bei ihr haben sie etwas in Gang gesetzt. Heute arbeitet sie als Data Platform Engineer in Hamburg und kümmert sich darum, dass ganze Datenabteilungen reibungslos funktionieren. Der Weg dorthin war alles andere als geradlinig. Und genau das macht ihn so hörenswert. Luise ist die Erste in ihrer Familie, die studiert hat. Einen Finger, der ihr hätte zeigen können, in welche Richtung es geht, gab es nicht. Also hat sie sich selbst vorgetastet. Zuerst studierte sie Physik an der TU Darmstadt, dann wechselte sie in einen Bachelor of Engineering in Kunststofftechnik an der Hochschule Darmstadt. Ein Ingenieurstudiengang, der ihr das gab, was sie suchte: ein Verstehen, wie die Welt zusammenhängt. Schon früh arbeitete sie als Werkstudentin, schnupperte in Konzerne, Start-ups und kleine Unternehmen und lernte dabei, wie unterschiedlich Arbeitswelten sein können. Ihre Bachelorarbeit schrieb sie in Kooperation mit einem Unternehmen aus dem Bereich Automobilzulieferung. Ihr Thema: eine statistische Analyse von Prozessparametern bei der Herstellung von Head-up-Display-Spiegeln, jenen Bauteilen, die im Fahrzeug Informationen direkt in die Windschutzscheibe projizieren. Ein Projekt, das ihr nicht nur erste Programmiererfahrung in Python brachte, sondern auch zeigte, womit sie akademisch als nächstes arbeiten wollte: mit Daten, Code und Mustern in Zahlen. Für den Master wechselte sie daher innerhalb der Hochschule Darmstadt in den Studiengang Data Science. Besonders prägend war für sie das Seminar einer Professorin, die komplexe Themen wie Deep Learning und Computer Vision so vermittelte, dass Barrieren verschwanden statt aufgebaut wurden. Ein Prinzip, das Luise bis heute antreibt und das, wie sie findet, auch in ihrer eigenen Arbeit sichtbar sein sollte. Nach dem Studium begann Luise als Junior Analytics Engineer zu arbeiten. Den Sprung in die Vollzeit empfand sie kaum als Bruch. Zu fließend war der Übergang durch all die Werkstudentenjahre. Was sich veränderte: die Tiefe. Sie arbeitete viel intensiver an bestimmten Aufgabengebieten. Vieles, was im Studium strukturell kaum zu vermitteln ist, lernte sie schlicht on the job. Stationen im Consulting und bei einem weiteren Unternehmen folgten, mit jeweils neuen technischen Schwerpunkten von Cloud-Infrastruktur bis zu On-Premise-Systemen. Diese Vielfalt an Erfahrungen ist es, die Luise heute ausmacht. Kein Tag ist wie der andere: mal geht es darum, tief in ein technisches Problem einzutauchen, mal darum, mit Kolleginnen und Kollegen gemeinsam zu klären, was ein Datensatz eigentlich aussagen soll. Denn IT und besonders Datenthemen sind aus ihrer Sicht ausgesprochen kommunikationsintensiv. Etwas, das viele überrascht. Darüber spricht Luise in dieser Episode und gibt Antworten auf Fragen wie: Wie hat sie als erste Person in der Familie den Weg ins Studium gefunden? Warum ist ein Fachwechsel mitten im Studium kein Scheitern, sondern kann genau der richtige Schritt sein? Und welche Rolle spielte ihr Informatik-Tutor dabei, dass Luise heute in der IT arbeitet? Hört rein und lasst euch von Luises Geschichte zeigen, was möglich ist, wenn man neugierig bleibt und sich traut, immer wieder neu anzufangen. Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner Das Gespräch fand statt im Februar 2026 Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=26865

    42 Min.
  6. Umweltfreundliche und inklusive Großveranstaltungen zur Selbstverständlichkeit machen: Hannah Kindler über ihre Arbeit als erste Nachhaltigkeitsmanagerin bei der Hamburg Messe und Congress GmbH

    24. Apr.

    Umweltfreundliche und inklusive Großveranstaltungen zur Selbstverständlichkeit machen: Hannah Kindler über ihre Arbeit als erste Nachhaltigkeitsmanagerin bei der Hamburg Messe und Congress GmbH

    Zwischen riesigen Messehallen, die möglichst nachhaltig betrieben werden sollen, Energiedaten-Analyse und Strategie-Workshops, die sich um Klimaziele und Barrierefreiheit drehen: Das ist der Arbeitsalltag von Hannah Kindler. Als erste Vollzeit-Nachhaltigkeitsmanagerin der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) baut sie dort gerade eine eigene Abteilung auf und entwickelt eine Nachhaltigkeitsstrategie, die es in dieser Form noch nicht gab, als Hannah ihre Arbeit bei der HMC begann. Viele kleine Schritte führten Hannah zu ihrem heutigen Job: Nach dem Abitur verbrachte sie ein Jahr als Au-pair in Kanada und wusste danach: Ich möchte auf Englisch studieren. Sie recherchierte, wo das in Deutschland möglich war, stieß auf die Leuphana Universität Lüneburg, und begann ihr Studium der International Business Administration and Entrepreneurship (IBAE). Im Studium an der Leuphana, die Hannah als frisch und praxisorientiert lobt, erkannte sie, dass nachhaltiges Wirtschaften, bei dem soziale und ökologische Faktoren stets mit einbezogen werden, die einzige Art des zukunftsfähigen Wirtschaftens ist. Infolgedessen belegte Hannah Wahlkurse wie Business in Society, Corporate Social Responsibility und Social Innovation. Im Master, den sie an der Leuphana im Studiengang Management and Entrepreneurship absolvierte, beschäftigte sie sich ebenfalls mit Themen der Nachhaltigkeit, und ihre Masterarbeit hatte einen echten Praxisbezug: So untersuchte sie ein Förderprogramm für Hamburger Initiativen zu sozialen und Umweltthemen, fasste ihre Ergebnisse für die zuständige Behörde zusammen und trug sie damit über den Hörsaal hinaus.  Das wissenschaftliche Handwerkszeug, das kritische Denken und die Methodenkompetenz, die an der Leuphana vermittelt wurden, helfen ihr bis heute. Nicht weil sie jeden Tag die im Studium thematisierten Theorien anwendet, sondern weil sie gelernt hat, wie man Situationen hinterfragt und neu denkt. Genau das braucht sie in ihrer Arbeit täglich, denn Nachhaltigkeit bei der HMC ist vieles auf einmal: Energiedaten analysieren, Workshops moderieren, Azubis bei einem Energiescout-Projekt begleiten, externe Netzwerke pflegen und den unternehmensinternen Sustainability Circle entwickeln. Was Hannah dabei antreibt, ist das Gefühl, nicht nur für ein Unternehmen, sondern auch für die Hamburger:innen zu arbeiten:  Die HMC ist in die Hamburger Stadtgesellschaft eingebettet, zieht tausende Menschen an und hat als öffentliches Unternehmen eine besondere Reichweite. Wenn dort nachhaltige Konzepte sichtbar werden, wirken sie weit über die Messehallen hinaus. Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Was verbirgt sich hinter dem Begriff des Nachhaltigkeitsmanagements im Messebetrieb? Wie gelingt es, Kolleginnen und Kollegen für das Thema Nachhaltigkeit zu begeistern, die zunächst wenig Interesse daran hatten? Und warum ist der Entrepreneurship-Anteil ihres Studiums im Rückblick für Hannah heute genau das, was sie täglich braucht, obwohl sie nie selbst gründen wollte und es auch in Zukunft nicht vorhat? Moderiert wird diese Episode von Helena Minner. Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=26751 Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com

    51 Min.
  7. Brücken bauen statt Türen schließen: Heiko Praetz über sein berufsbegleitendes Studium mit fast 40 und die Arbeit mit Asylsuchenden

    17. Apr.

    Brücken bauen statt Türen schließen: Heiko Praetz über sein berufsbegleitendes Studium mit fast 40 und die Arbeit mit Asylsuchenden

    Mit ungefähr 40 Jahren zum ersten Mal an einer Universität sitzen, in einem Seminarraum voller fremder Menschen, mit Fragen im Kopf wie: Schaffe ich das überhaupt? Heiko Praetz weiß, wie sich dieser Moment anfühlt. Doch er erlebte auch, wie er gleich in den ersten Vorlesungen eine Gruppe von Mitstudenten fand, die seine Studienerfahrung zu einer unvergesslichen Zeit in seinem Leben machten. Heiko ist nicht den geraden Weg gegangen: Vor dem Studium standen eine Zimmermannslehre, eine Ausbildung zum Sozialassistenten und eine zum Erzieher. Den Zimmererberuf musste er mit Anfang zwanzig wegen eines Sportunfalls aufgeben, was zu seiner Entscheidung führte, in einen sozialen Beruf zu wechseln. Dieser Moment war, wie er mittlerweile sagt, das vielleicht wichtigste Puzzlestück seines Lebens. Heute ist er stellvertretende Bereichsleitung Obdach und Asyl bei der Gemeinde Diakonie Lübeck e.V. und betreut in diesem Kontext vor allem diverse Unterkünfte für geflüchtete Menschen als auch wohnungslose Familien. Hier begann er 2016 als Erzieher in einer Unterkunft für geflüchtete Menschen zu arbeiten, kaum ein Jahr später wurde ihm die Leitung angeboten. Er nahm sie an, merkte jedoch dabei schnell, dass ihm das rechtliche Hintergrundwissen fehlte; die Grundlage, um Gesetze zu verstehen, einordnen und für sein Klientel nutzbar machen zu können. Das wurde der Ausgangspunkt für sein Studium. 2019 beschloss Heiko, berufsbegleitend Soziale Arbeit an der Leuphana Professional School zu studieren. Einmal im Monat, freitags und samstags, fuhr er nach Lüneburg; dazu war er auch einmal im Jahr für eine Blockwoche vor Ort. Um Vor- und Nachbereitung der Veranstaltungen und Prüfungen kümmerte er sich immer dann, wenn es sein voller Alltag zuließ, mit dem Rückhalt seiner Familie, den er als großes Glück beschreibt. Vom Studium besonders in Erinnerung geblieben ist Heiko seine Bachelorarbeit über das Spannungsfeld zwischen ausländerrechtlichen Regelungen und dem Kinderrecht zur Familienzusammenführung. Das Wissen daraus nutzt er heute direkt: Ein neues Projekt für seinen Arbeitgeber rund um unbegleitete minderjährige Ausländer hat er komplett auf Basis dessen konzipiert, was er im Studium erarbeitet hat. Was Heiko in seinem Berufsalltag begeistert, ist das Gestalten von Prozessen für Menschen mit unterschiedlichsten sozialen Hintergründen, die Unterstützung suchen. Er möchte Brücken in die Gesellschaft bauen, die den Hilfesuchenden eine eigenständige, selbstbestimmte Teilhabe in dieser ermöglichen, nicht Integration um den Preis der eigenen Identität, sondern Akkulturation.  Hört rein und erfahrt von Heiko, wie ein berufsbegleitendes Studium funktionieren kann und was es dafür wirklich braucht. Warum ist bei seiner Arbeit der Unterschied zwischen Integration und Akkulturation in Bezug auf Asylsuchende so entscheidend? Und was macht einen Menschen aus, der immer wieder aufsteht, trotz Rückschlägen und Zweifeln?   Moderiert wird diese Episode von Helena Minner. Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=26738 Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com

    42 Min.
  8. Die Welt zum Guten verändern: Julia Selle über Kinderrechte, Nachhaltigkeit und den Sprung vom Großkonzern in die NGO-Welt

    10. Apr.

    Die Welt zum Guten verändern: Julia Selle über Kinderrechte, Nachhaltigkeit und den Sprung vom Großkonzern in die NGO-Welt

    Ein Dorf in Zimbabwe. Hier haben seit jeher alte Männer das letzte Wort, wenn es um die Angelegenheiten der Familien geht, dass gerade sie dieses Privileg einsetzen würden, um gegen Kinderehen vorzugehen, hätte unser Interviewgast Julia Selle nicht erwartet. Dennoch erlebte sie während ihrer Arbeit für die Hilfsorganisation Plan International Deutschland vor Ort mit, wie die Gemeindeältesten ein Netzwerk über Dorfgrenzen hinweg bildeten, das Mädchen vor einer der schlimmsten Praktiken der Welt schützt. Solche Momente sind es, die sie in ihrer Arbeit antreiben und die der Grund sind, warum sie ihren Weg vom Großkonzern in die Welt der gemeinnützigen NGOs (non-governmental organizations) nie bereut hat. Heute ist Julia Geschäftsführerin der Stiftung Hilfe mit Plan bei Plan International Deutschland, einer Kinderrechtsorganisation, die in über 45 Ländern aktiv ist und sich besonders für Frauen und Mädchen im globalen Süden einsetzt. In ihrer Rolle verantwortet sie Strategie, Finanzen und Personal, pflegt Beziehungen zu Unterstützenden und repräsentiert die Stiftung nach außen. Was sie dabei am meisten begeistert, ist die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Menschen, sowohl mit ihren Teammitgliedern als auch jenen, die ihre Arbeit durch ihre finanzielle und anderweitige Unterstützung, z.B. im Rahmen von Patenschaften, überhaupt erst möglich machen. Bevor sie diese Position antrat, war Julia fast elf Jahre lang jedoch in einem ganz anderen Umfeld tätig: Sie arbeitete bei der Metro AG, zunächst in der Unternehmenskommunikation, später im Bereich Corporate Social Responsibility. Hier war Julia Teil eines großen internationalen Konzerns mit entsprechenden hierarchischen Strukturen und fand heraus, dass ihr Herz viel mehr für soziale Projekte schlug: Schon bei Metro hatte sie mit den Tafeln und dem World Food Programme zusammengearbeitet und gespürt, wo sie wirklich beruflich hinwollte. Nach einer dreieinhalb Monate langen Auszeit, die sie auf Reisen verbrachte, war Julia sich sicher: Ihre Arbeit sollte sinnvoll sein und die Welt zum Guten verändern. Genau in dieser Phase entschied sie sich für den berufsbegleitenden Masterstudiengang MBA Sustainability Management an der Leuphana Universität Lüneburg. Den Studiengang beschreibt sie als generellen MBA (Master of Business Administraton), in dem sich das Thema Nachhaltigkeit durch alle Module wie ein roter Faden hindurch zog. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihr die Präsenzwochenenden in Lüneburg, die für sie trotz weitem Weg aus Düsseldorf die beste Zeit waren. Julia betont, wie sehr es sie gefreut hat, hier Menschen mit völlig unterschiedlichen Hintergründen kennenzulernen, die durch ihr gemeinsames Interesse an nachhaltigem Wirtschaften verbunden werden. Außerdem verrät sie, mit welchem umstrittenen Konzept sie sich in ihrer Masterarbeit beschäftigt hat und auch, was es mit sogenannten Change Agents auf sich hat. Zudem zeigt Julia, wie es auch nach dem Studium an der beruflich an der Uni weitergehen kann, indem sie Einblicke in ihre Tätigkeit als Gastdozentin an der Leuphana gewährt. Im Gespräch mit Moderator Daniel gibt sie Antworten auf Fragen wie diese: Was denkt sie über das Gehaltsgefälle zwischen Non-Profit-Organisationen und Unternehmen? Warum sind Hartnäckigkeit und Leidenschaft im NGO-Sektor keine Buzzwords, sondern wirklich notwendig? Und was hat Karneval mit all dem zu tun? Hört rein und lasst euch von Julias Weg vom Großkonzern über das Studium bis an die Spitze einer gemeinnützigen Stiftung inspirieren.  Moderiert wird diese Episode von Daniel Persiel. Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=26728

    40 Min.

Info

Mit unserem Podcast „Studium und dann?“ möchten wir Studierenden, Schüler*innen und allen Bildungsinteressierten zeigen, wie vielfältig Berufs- und Lebenswege nach dem Studium sein können. Viele junge Menschen orientieren sich bei der Berufs- und Studienwahl in erster Linie an ihrem direkten Umfeld: Familie, Freundeskreis oder an der Region. Doch die Welt der Studien- und Berufsmöglichkeiten ist viel größer – und genau das wollen wir gemeinsam sichtbar machen. Uniabsolvent*innen und Forscher-Alumni aus ganz unterschiedlichen Bereichen und von verschiedenen Hochschulen berichten in authentischen Interviews mit Studierenden von ihren persönlichen Erfahrungen im Studium, beim Berufseinstieg oder auch bei der eigenen Unternehmensgründung. Offen sprechen wir über Herausforderungen, Wendepunkte und Chancen – und machen so Mut, den eigenen Weg zum und nach dem Studium zu finden.